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Driesch

mhd. bis Dial. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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27 in 17 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Driesch f., m., n. f., m.

Bd. 2, Sp. 505
Driesch f., m., n., Driescht f., m.: 1. 'unbebautes Land; Ödland, das bestenfalls als Viehweide dient', Driesch (drīš) [WPf, ohne nördl. Grenzstreifen, vereinzelt übrige Pfalz, vgl. K. 98]; die D. vorn. in der nördl., der D. vorn. in der südl. Hälfte dieses Gebietes; das D. meist in West-IB, seltener in anderen Teilen der Pfalz; Dräisch (dręiš), Gen.? [HB-Webh]; die Driescht [PS-Lu'wink RO-W'grehw Steinb KB-Boland FR-Carlsbg Höning]; der Driescht [KU-Dietschw RO-Falkst KL-Obernh/Kircharnb]; die Driesch [KU-Heinzhs]. Zahlreiche FlN haben das Wort als Grundw.: Brimmen-, Hagen-, Haus-, Heiligen-, Hof-, Maus-, Mühl-, Renn-, Schul-, Weißdriesch. Syn.: Brimmenfeld, Drieschfeld, -land, Trift 1 c, Heide, Öde, Ödland, Ödung, Rasenplatz, Rassel, Wasen, Weide, Wilderich, Wilderung, Wildnis, Wust, Wüstenei, Wüstland; als Bez. für 'vorübergehend unbebautes Land' nur bedingt hierher gehörend: Brachacker, Brache 2, Brachfeld, -land, -stück (s. u.). a. 1504: eyn bierbaum uff der hart uff dem driesch [PfWeist. I 423 (IB-Erfw)]. a. 1504: denn walt biß vff den driesche [ebd., I 488 (IB-Bebh)]. a. 1547: ein stein so vff dem weissenn drisch liegt [ZweibrOABannb. 20]. a. 1556: Böschen, Hekken und Treuschen [WerschwReg. Nr. 1150 (BZ-Klingmst)]. a. 1586: 1 stück Drisch vf der Bühelwiesen [StArch. KL-Landstl, Gerichtsbuch 191]. a. 1689: Ein ... Triesch vff der Awen [ebd., Weist.]. — 2.a. 'schlechte Wiese', Driesch [HB-Brenschb RO-Alsbr]; 'feuchtes Wiesenland' [ZW-O'aub]. — b. 'gute, trockene Wiese, Bergwiese', Driesch [KU-Herschw/Petth W'-mohr HB-Höch ZW-Nd'aub Walsh KL-Erfb PS-W'fischb Rodalb LU-Friesh]. — c. 'Wiese mitten im Ackerland', Driesch [ZW-L'wied]; 'Einzelwiese' [ZW-Schmitshs Lambsbn]; 'kleiner Grasplatz' [PS-Glashtt]; 'abgemähte Wiese', Driescht [PS-Windsbg]. — Das Wort stammt nach Kluge-Mitzka19 aus »westgermanischer Gemeinschaft«; Dittmaier Rhein. FlN 54 führt es auf germ. þreu(t) 'ermüden, mangeln, untauglich werden' zurück. — Das westpfälzische Verbreitungsgebiet von Driesch, selbst Teil des großen mosel- und rheinfränkischen Bereiches dieses Wortes, setzt sich nach S im Lothringischen fort. Der fruchtbaren Vorderpfalz ist es meistenorts unbekannt. Da Ödland hier nur an verhältnismäßig wenigen Stellen vorhanden ist, fehlt es dem Gebiet (vgl. K. 98) an einer herrschenden Bezeichnung für diesen Begriff. Die von manchen Gewährspersonen angegebenen Benennungen Öd, Ödung u. ä. sind der Schriftsprache entlehnt und gehören mehr dem passiven als dem aktiven Wortschatz der Mundartsprecher an. (Die Wörter Brooch, 'Brache', Broochacker, -feld, -land, -stick, die bei Fgb. 29, 11 vieler Gewährspersonen der Vorderpfalz erscheinen, bezeichnen 'vorübergehend unbebautes Land', genauer 'gepflügtes, unbebautes Land' (Wahrig 739), nicht 'Ödland'.) — Südhess. I 1728; Rhein. I 1490; Saarbr. 51; Lothr. 103; Els. II 766.
2890 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    drieschstmn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    driesch stmn. unangebautes land, ungepflügter acker. welcher hofer ein driesch in einem weingart läszt ligen Gr.w. 1,611…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Driesch

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    * Driesch , adj. et adv. ein eigentliches Niedersächsisches Wort, welches eigentlich ungepflügt, brach, bedeutet. Ein Fe…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Driesch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Driesch , s. Dreesch .

  4. modern
    Dialekt
    driesch

    Elsässisches Wb. · +11 Parallelbelege

    driesch [trî Oermi. , tré Wh. Harsk. ] Adj. unbebaut, brach. E Stück d. lije n losse n Wh. s lijt d. Harsk. — Bayer. 5…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit driesch

23 Bildungen · 21 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von driesch 2 Komponenten

drie+sch

driesch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

driesch‑ als Erstglied (21 von 21)

Drieschbolzen

RhWB

driesch·bolzen

Driesch-bolzen -bolt MGladb-Helenabrunn m.: hölzerner B., der hinter den Kolter des Pfluges eingesteckt wird, damit dieser feststeht, beim P…

drieschbrache

DWB2

driesch·brache

drieschbrache f. brachzustand des umbrochenen drieschs: 1809 Thaer grundsätze 1,320. 1955 Andreae feldgraswirtschaft 69.

drieschen

DWB

dries·chen

drieschen , einen brachacker zum erstenmal pflügen, brachen, auch wendeldrieschen Adelung.

drieschhafer

DWB

driesch·hafer

drieschhafer , m. der nach vier jahren zuerst wieder auf ein brachland gesät wird. niederd. dreeschhaber Schütze Holstein. idiot. 1, 150 .

Drieschheu

RhWB

driesch·heu

Driesch-heu Allg. n.: Heu vom Driesch. Enen Ärvel Dr. os mih wert as zehn Ärvele Bändeheu Schleid-Schönseiffen .

Drieschkamp

RhWB

driesch·kamp

Driesch-kamp Kemp m.: frühe Rüben, die meist ins Raygras oder ins Kleedriesch gesät werden.

Drieschland

PfWB

driesch·land

Driesch-land n. : = Driesch 1, Drieschland [ KU-Albb IB-Ballw ]. Syn. s. Driesch 1. Rhein. I 1491 ; Saarbr. 51.

Drieschnase

PfWB

driesch·nase

Driesch-nase f. : scherzh. 'Nase', Drieschnas [ ZW-Mittb ]. Syn. s. Nase . — Zu Driesch .

Drieschtier

RhWB

driesch·tier

Driesch-tier drē:šən- Sieg-Sieglar n.: auf dem Driesch herumgehendes, gespensterhaftes Tier.

Drieschweide

PfWB

driesch·weide

Driesch-weide f. : FlN in KU-Rothsbg, Drischwaad; urspr. wohl Viehweide auf dem Driesch 1. —

Drieschwiese

PfWB

driesch·wiese

Driesch-wiese f. : 'trockene Wiese', -wies [ WD-Niedkch ], Drieschtwiss [ KU-Dietschw ]; 'schlechte Wiese', Drieschwiss [ RO-Obd ]; vgl. Dri…

driesch als Zweitglied (1 von 1)

gedriesch

MWB

gedriesch stN. ‘Geschwätz’ Bêheim wart daz swære / und het ez wan für ein gedriesch, / daz er [König Stephan] sô frevellichen iesch / sîn ve…

Ableitungen von driesch (1 von 1)

gedriesch

MWB

gedriesch stN. ‘Geschwätz’ Bêheim wart daz swære / und het ez wan für ein gedriesch, / daz er [König Stephan] sô frevellichen iesch / sîn ve…