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Bütte

mhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
16 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Bütte

Bütte

Hag m. ‘Dorngebüsch, Buschwerk, kleiner Wald’. Neben ahd. hag m. ‘Einhegung, Schanze, Stadt’ (8. Jh.), mhd. hac m. n., mnd. hach, hāch m. ‘Hecke, Einfriedung, umfriedeter Ort, umgrenztes Waldstück’, aengl. hæg n. ‘Gehege, Einzäunung’ steht mit germ. -ana- erweitertes ahd. (8. Jh.), asächs. hagan, mhd. hagen, mnd. hāgen, nhd. Hagen m. (s. Hain) und die ebenfalls im Stamm abweichenden germ. Bildungen mnd. hāge f. m. ‘Hecke, Dornzaun, Gehölz’, mnl. hāghe f. m., nl. haag f. ‘Gehege, Hecke, Gehölz’, aengl. haga m., engl. haw ‘Hecke, Einzäunung, eingefriedetes Landstück, Frucht des Hagedorns’, anord. hagi m. ‘Weideplatz’, schwed. hage ‘Gehege, Waldweide’. Diese germ. Substantive, weiterhin die bei Gehege und hegen (s. d.) behandelten zugehörigen Ableitungen sowie das verwandte, eine westgerm. Bildung auf -jō fortsetzende 1Hecke (s. d.) verbinden sich mit kelt. Formen wie gall. caio ‘Gehege’, kymr. cae ‘Zaun, Gehege’, air. caí ‘Haus’ (s. auch Kai), ferner wohl mit lat. caulae ‘Schranken, Schafhürden, Gehege’ und lassen eine Wurzel ie. *kagh- ‘fassen, einfassen; geflochtene Hürde, Flechtwerk’ erschließen. Das im jüngeren Nhd. nur noch in poetischer Sprache gebräuchliche Hag begegnet wie Hagen auch in zusammengesetzten Ortsnamen auf -hag, -hagen (vgl. außerdem die Städtenamen dt. Hagen, nl. Den Haag). – Hagebutte f. Frucht der Heckenrose. Die verdeutlichende Zusammensetzung wird im 15. Jh. üblich (daneben frühnhd. hagenbutz m.; vgl. aber schon ahd. haganbutta ‘Weiß- oder Kreuzdorn’, Hs. 12. Jh.). Voraus geht mhd. butte, nhd. (mundartlich) Butte f. (wohl verwandt mit obd. Butze, Butzen m. ‘Klumpen, Schlacke, Kerngehäuse’, s. Butzenscheibe) in gleichem Sinne, vereinzelt auch mhd. hage f. Hagedorn m. ‘Weißdorn’, in älterer Zeit auch ‘Heckenrose, Liguster’, ahd. haganthorn (9. Jh.), mhd. hage(n)dorn; im Germ. allgemein Bezeichnung für als Hecke angepflanzte Dornsträucher, vgl. asächs. haguthorn, mnd. hāgedōrn, hāgedorne, mnl. hāghedoorn, nl. hagedoorn, aengl. haga-, haguþorn, engl. hawthorn, anord. hagþorn, schwed. hagtorn. Hagestolz m. ‘älterer Junggeselle’, ahd. hagustalt ‘gegen Entlohnung Arbeitender’ (9. Jh., auch hagustalt Adj. ‘ehelos, in Lohn stehend’, um 800), mhd. hagestalt, hagestolz ‘Unverheirateter’, asächs. hagustald ‘junger Mann, Diener, Knecht’, mnd. hāge(n)stolt(e) ‘Lehnsmann, unverheirateter älterer Mann’, aengl. hagosteald ‘Jüngling, unverheirateter junger Krieger’ (adjektivisch ‘jung, unverheiratet’), anord. haukstaldr ‘Häuptling, Krieger’ (vgl. den Beinamen runisch Hagustaldaʀ). Das zweite Kompositionsglied gehört zu got. gastaldan ‘erwerben’, aengl. stealdan ‘besitzen’ und somit zu der unter 1Stall (s. d.) dargestellten Wurzelform ie. *stel- ‘stellen, aufstellen; stehend, unbeweglich, steif; Ständer, Pfosten, Stamm, Stiel’. Ausgangsbedeutung ist ‘Hagbesitzer’. Nach germanischem Erbrecht erhält der älteste Sohn den Hof, der jüngere aber nur ein kleines eingefriedetes Anwesen, weshalb er keinen eigenen Hausstand gründen kann und in sozialer Abhängigkeit bleibt. Eine andere Erklärung gibt de Vries Anord. 214. Die seit dem 13. Jh. geltende Form Hagestolz ist volksetymologisch angelehnt an das Adjektiv stolz (s. d.).
3177 Zeichen · 121 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BÜTTE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    BÜTTE s. BÜTE.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²büttef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    2 bütte , f. , Bütte; Wanne, Balje, Spülwanne; Fäßchen, Tönnchen. bütte(ke)māker, büttenbinder, ~drēger, ~māker.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bütte

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Bütte , plur. die -n, Diminutivum Büttchen, ein hölzernes Gefäß, welches in verschiedenen Gegenden Deutschlandes von ver…

  4. modern
    Dialekt
    Bütte

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Bütt e [Pet Ruf. Dü. Rapp. Barr Osthsn.; Pìt Bf. Dachstn. Str. Betschd. Zinsw. Rothb. ; Pit Rauw. Wh. ; Pl. - ə; Demin. …

  5. Sprichwörter
    Bütte

    Wander (Sprichwörter)

    Bütte He hett in de Bütt daan. ( Holst. ) Dummes, ungeschicktes Zeug gemacht. [Zusätze und Ergänzungen] 1. Botte, Butte,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buette

75 Bildungen · 65 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

buette‑ als Erstglied (30 von 65)

büttechlîn

Lexer

büttechlîn stn. kleine bütte Mone z. 2,186.

Bütteken

WWB

buette·ken

Bütteken I n. ⟨ Bütteken ( Olp Fö Gb ), sonst Büttken, „ Büddken “; Pl. Büttkens ( Osn We ), Büttkes ( Klo Mü, Vch Bl , Lin Be , Bbr An , Te…

Büttekengō¹d

WWB

buetteken·god

Bütteken-gō¹d Subst. Büdkengaut (verächtl.) unverheiratete männliche Jugend des Dorfes (Frbg.) ( Vch Lf).

Büttekenschiᵉte

WWB

Bütteken-schiᵉte m. Büttkenschiᵉt kleiner flacher Haarknoten der Frauen ( Hal Bh ).

Büttekenslächter

WWB

buetteken·slaechter

Bütteken-slächter m. Büttkenslächter Scheltwort für Schlachter, die ihr Handwerk nicht ordentlich gelernt haben und daher nur Kleinvieh wie …

Büttekenstō²t

WWB

buetteken·stot

Bütteken-stō²t m. Bütkenstaut wüster, ungeschickter Griff, Stoß, Streich eines jungen Menschen, z.B. bei der Arbeit ( Hal Bh).

Büttelamt

PfWB

buettel·amt

 Büttel-amt n. : ' Gerichtsbezirk '. a. 1480: Item weißen wir auch vnßerm gnedigen herrn dem pfaltzgrauen oder wer das bittelambt ihnhat zu…

Büttelarbeit

RhWB

buettel·arbeit

Büttel-arbeit Hunsr f.: lästige, niedrige Arbeit, die kein anderer tun will u. einem aufgehalst wird.

büttelei

DWB

buette·lei

büttelei , f. carnificina, ergastulum: bütteleien, schindereien, henkereien. Garg. 236 a ; beim galgen in der büttelei unter leichtfertigen …

büttelen

WWB

butt·elen

büttelen sw. V. bütteln den Bauch aufschneiden ( WoeN ).

Büttelēy

Adelung

buette·ley

Die Büttelēy , plur. die -en, im gemeinen Leben einiger Orte, das öffentliche Gefängniß, weil es gemeiniglich unter der Aufsicht des Büttels…

büttelisch

DWB

buette·lisch

büttelisch , more carnificis, henkermäszig: mit seinem büttelischen, henkermäszigen wüten und toben. Schuppius 50 .

Büttellohn

PfWB

buettel·lohn

 Büttel-lohn m. : a. 1748: Büttellohn 'Lohn für den Büttel' [LU-Assh (alte Akten)].

bütteln

DWB

butt·eln

bütteln , agitare, bei Schmeller 1, 225 butteln, bütteln, buttern, hin und her werfen: das man mich mit eim guten knüttel fein dapfer umb di…

bütteln I

RhWB

bütteln I -id- Merz-Nunk schw.: kleine Gänge für einen tun.

bütteln II

RhWB

bütteln II -ø- LRip von May , Aden , Malm an [auch Sieg-Ägid ], SNfrk bis Heinsb-Orsbeck Kemp-Dülken ; -- Aach-Walh ; s. auch pütteln, putt…

Büttelsacker

PfWB

buettel·sacker

Büttels-acker m. : urspr. 'Acker zur Nutznießung des Büttels', jetzt noch als FlN erhalten in LU-Friesh, Biddelsackeʳ .

Büttelshelm

PfWB

buettel·s·helm

Büttels-helm m. : ' Dienstmütze des Büttels '. De Kuhhert warsch (war es), de koochem (schlau) Schelm, stülpt uf de Kopp 'n Büddelshelm [ Rä…

buette als Zweitglied (9 von 9)

gebütte

DWB

gebu·ette

gebütte , n. eingeweide, ein fragliches wort. 1 1) im 18. jh.: bündel nennt man an einem gerissenen karpfen das gedärme welches mit dem roge…

Meerbütte

Adelung

meer·buette

Die Meerbütte , plur. die -n, eine Art Bütten mit glattem Körper, welche sich in dem Meere aufhält; Pleuronectes Rhombus L. Weil ihr Fleisch…

Steinbütte

Adelung

stein·buette

Die Steinbütte , oder Steinbutte, plur. die -n, eine Art Bütten oder Butten, deren linke Seitenlinie stachlig ist; Pleuronectes maximus Linn…

waschbütte

DWB

wasch·buette

waschbütte , f. groszer, gewöhnlich auf füszen stehender waschzuber; in den wörterbüchern zuerst bei Ludwig 2390 neben waschkufe, waschtubbe…

Wêrbütte

Adelung

wer·buette

Die Wêrbütte , plur. die -n, bey den Papiermachern, die Bütte, woraus das Werk, d. i. der flüssige Zeug, geschöpfet wird.

zeugbütte

DWB

zeug·buette

-bütte , f. , holzgefäsz, welches das ganzzeug, d. i. die zerstampften hadern, aufnimmt und woraus die masse mit der papierform geschöpft wi…

Ableitungen von buette (1 von 1)

gebütte

DWB

gebütte , n. eingeweide, ein fragliches wort. 1 1) im 18. jh.: bündel nennt man an einem gerissenen karpfen das gedärme welches mit dem roge…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „buette". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/buette/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „buette". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/buette/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „buette". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/buette/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_buette_2026,
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