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Buckel

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Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Buckel

Bd. 1, Sp. 503
Buckel 1. Der Buckel des Schulzen drückt auf die ganze Gemeinde. So sagt man in Russland; und ich glaube, es dürfte Dörfer in Deutschland geben, auf die der Schulzenbuckel nicht weniger drückt. 2. Die Buckel sind abgekommen, sagte der Schneider, man trägt jetzt blos noch hohe Rücken. Holl.: Excuseer mijn' bogchel, het is maar een hooge rug. – Hij heeft geen' bogchel, hij draagt zijne broodkar maan op den rug. (Harrebomée, I, 73.) 3. Ein Buckel ist schwer zu verbergen. So schwer wie Leidenschaften und tief eingewurzelte Laster. It.: Difficilmente si può celar la gobba. (Pazzaglia, 146.) 4. Ein grosser Buckel trägt mehr als ein grosser Kopf. Der Buckel ist auch das Hauptgliedmass des Esels und nicht der Kopf. 5. Fremder Buckel drückt nicht. 6. Hinter dem Buckel ist gut fechten. 7. Steig' mir den Buckel (Rücken) 'nauf und kehre rückwärts im Arsch ein. (Henneberg.) 8. Up'n Puckel, säd' Wâk, un nich up'n Kopp, dôr brök he den Möller dat G'nick. – Hoefer, 1105. 9. Wenn nur der Buckel auch Bauch wär', sagte der Bauernbub' an der Kirchweih, als er sich satt gegessen und noch ein Hirsebrei kam. (Franken.) 10. Wer kann seinen Buckel erblicken, er ist auf dem Rücken. »Unsere Fehler werfen wir auf den Rücken, die uns nachgehen, werden sie leicht erblicken.« (Castelli.). 11. Wer sînen Buckel will behullen hêl, de hêd sich vor Laobs und Strameel; wer sînen Buckel will hewwn vull, de goh noh Regenwull. Spottsprüche, mit denen sich die kleinen pommerschen Ortschaften und Städte Labes, Stramehl und Regenwalde (Regierungsbezirk Stettin, Kreis Regenwalde) gegenseitig necken. (Vgl. Th. Schmidt, Ueber die pommerschen Chausseen.) Riehl sagt: »Ein Volk, das sich noch über sich selbst lustig machen kann, muss ein kräftiges Volk sein.« (Vgl. Land und Leute, Stuttgart 1855, S. 144.) Eine Zusammenstellung dieser sprichwörtlichen Neckereien bietet Reinsberg V. 12. Den Buckel voll Schulden haben. (Schles.) In Appenzell sagt man: 'S Födloch (den Hintern) volla Scholda hoch. 13. Der Buckel juckt ihm (schon wieder). – Sandvoss, 173. Von solchen, namentlich Knaben, die allerhand muthwillige Streiche machen, obwol sie wissen, dass sie dafür bestraft werden. 14. Der Buckel juckt mi net. (Nürtingen.) Was soll ich kratzen; mich geht die Sache nichts an. 15. Einem auf den Buckel steigen. Ihm Hiebe geben. 16. Er bekommt den Buckel voll (nämlich Prügel). 17. Er hat'n breiten Buckel, man kann ihm viel aufpacken. 18. Er hot e braate Buckel, uf aane Sünde (Newére) kommt's ihm nit an. (d.-deutsch.) – Tendlau, 663. Er hat ein weites Gewissen. 19. Er macht einen Buckel, wie die Katze wenn's donnert. 20. Er macht sich den Buckel frei. 21. Kannst mich Buckel kratzen tragen. (Wien.) 22. Kannst mir den Buckel hinafsteigen (oder: 'runterrutschen). (Rottenburg.) 23. Kannst mir den Buckel küssen. (Rottenburg.) 24. Kannst mir den Buckel küssen, aber wohl unten. (Rottenburg.) 25. Kannst mir den Buckel küssen, wo die Haut ein Loch hat. (Rottenburg.) 26. Kriech' mir den Buckel hinauf. – Tendlau, 219. Um zu sagen: Du kannst mir wenig anhaben. 27. Schla mi der Buckel. (Rottenburg.) Ausruf des Staunens. 28. Weame den Puckel (Rücken) fläuen1. (Westf.) 1) Flohen, von flöhen, säubern, ausklopfen. [Zusätze und Ergänzungen] Wie der Kropf, soll auch in manchen Gegenden der Buckel vorherrschen, was vom Volkswitz in seiner Weise ausgebeutet wird. In Frankreich hat die Ebene Beauce in dieser Hinsicht herhalten müssen. Die Reisenden glaubten, dass es dort mehr Bucklige gebe, als in andern Gegenden Frankreichs, was zu der Redensart »bossus d'Orléans« führte. Der Fabeldichter Lafontaine, der jenen Landestheil besucht hat, führt in einem Gedicht aus, die Einwohner von Beauce hätten sich nach eingesammelter Ernte etwas übermüthig gezeigt. Damals hätte es noch Berge in der Beauce gegeben, aber die Leute wären unzufrieden gewesen, weil sie viel steigen mussten. Jupiter stellte infolge ihrer Beschwerden die gerügte Unbequemlichkeit ab, indem er sämmtliche Berge aus dem Gebiete beseitigte. Da sie aber nicht aus der Welt verschwinden konnten, so legte er sie den bequemen Bewohnern der Beauce auf den Rücken. (Vgl. v. Gerbel, Nationale Sprichwörter und Fragen in Ausland 1871, Nr. 47.) »Es sticht und juckt noch vil der Buckel nach Streichen.« (Nas, 400a.) Lat.: Dorsum prurit. (Binder II, 849.) »Wennst mich net kennen willst, da streich mer 'n Buckel n'auf.« (Wächter am Erie vom 27. Februar 1868.) 29. De Buckel öss kein Holltopp1, sagte jene Margell vor ihrer Hochzeit. – Frischbier, I, 488. 1) Hohler Topf. 30. Den eigenen Buckel (Höcker) sieht man nicht. D.i. die eigenen Fehler. It.: Non vede la sua gobba il gobbo, ma quella del compagno. (Pazzaglia, 393, 4.) Lat.: Non videmus manticae quod in tergo est. (Catull.) 31. Juckt dich der Puckel, beisst dich die Laus, nimm sie beim Wickel (Arme) und schmeiss sie heraus. – Frischbier, I, 490. 32. Wer selber einen Buckel hat, kennt kein schöneres Thier als das Kamel. Die Russen: Dem Buckligen geht das Kamel vor dem Elefanten. (Altmann VI, 420.) 33. De Puck'l jäökt em. (Altmark.) – Danneil, 92. 34. Dein Buckel soll Kirmess haben. (Böhmen.) Androhung von Prügeln. 35. Den Puck'l smärn. (Altmark.) – Danneil, 11. 36. Der macht einen Buckel wie ein Els. 37. Dös tragt sich ön Bugl aus. (Oberösterr.) Um zu sagen: Ich glaube das, ohne es zu sehen; es ist mir schon klar bei zugekehrtem Rücken. 38. Einem den Buckel behauen. »Wer wird mir jetzt den Buckel behauen? hörte ich jemand bemerken, als ihn der Schlucken rückte.« Er nahm an, dass das Schlucken ein Zeichen sei, dass jemand übel von ihm rede. 39. Einem den Buckel besehen. Ihn durchprügeln. 40. Einem den Buckel messen. – Moscherosch, 412. Frz.: An nerbes espaules à quelqu'en. (Moscherosch, 412.) 41. Einem den Buckel versohlen. – Frischbier, II, 447. Ihn durchprügeln. 42. Einen blauen Buckel mitbringen. » ... welche anstatt der Beuten einen himmelblauen Buckel mitbrachte.« (Simplic., III, 42.) 43. Einen krummen Buckel machen. Einen dienstlichen Besuch abstatten. 44. Er ist auf 'n Buck'l g'fallen und hot si d' Nasen brochen. (Oberösterr.) 45. Fall dir keinen Buckel. (Rheinpfalz.) 46. He öss op em Puckel verröckt. – Frischbier, I, 489. 47. Ich wâr d'r a Buckel abräumen. (Böhmisch-Friedland.) Fühlbare Züchtigung androhend. 48. Ich will dir den Buckel wärmen. 49. Mein Buckel ist breit, er kann viel vertrage(n). 50. Sich einen Buckel lachen.
6438 Zeichen · 209 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BUCKELstswf. swf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    BUCKEL stswf. u. swf. die aus einem erzbeschlage bestehende halbrunde erhöhung in der mitte des schildes, welche diese s…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Buckel

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    Der Buckel , des -s, plur. ut nom. sing. eine fehlerhafte Erhöhung des Rückens. Einen Buckel haben. S. auch Höcker. In d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Buckel

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 Buckel nur Pl -n, Genus also nicht eindeutig bestimmbar; nach Ausweis der Wbb als fem aufzufassen A Erhebung, Wölbung …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Buckel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Buckel (Scolion) nennt man die Verwachsungen und Verunstaltungen des Rückens, gewöhnlich eine durch Entzündung der Wirbe…

  5. modern
    Dialekt
    Buckel

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Buckel Band 3, Spalte 3,665

  6. Sprichwörter
    Buckel

    Wander (Sprichwörter)

    Buckel 1. Der Buckel des Schulzen drückt auf die ganze Gemeinde. So sagt man in Russland; und ich glaube, es dürfte Dörf…

  7. Spezial
    Buckel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bu|ckel m. (-s,-) 1 (Verkrümmung) goba (gobes) f. 2 (Wölbung) storta (-tes) f. , gröpa (-pes) f. 3 (Hügel) goba (gobes) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buckel

177 Bildungen · 144 Erstglied · 32 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von buckel 2 Komponenten

buc+kel

buckel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

buckel‑ als Erstglied (30 von 144)

Buckelberg

SHW

Buckel-berg Band 1, Spalte 1199-1200

Buckelbrut

SHW

Buckel-brut Band 1, Spalte 1199-1200

Buckelkorb

SHW

Buckel-korb Band 1, Spalte 1199-1200

Buckelköze

SHW

Buckel-köze Band 1, Spalte 1199-1200

buckelnasig

SHW

buckel-nasig Band 1, Spalte 1201-1202

Buckelsack

SHW

Buckel-sack Band 1, Spalte 1201-1202

Buckelweh

SHW

Buckel-weh Band 1, Spalte 1201-1202

buckelære

Lexer

bucke·laere

buckelære , buckeler , buggeler stm. ib. schild mit einer buckel Lanz. Wig. Gudr. Bit. 6531. Renn. 16730. 24606. Msh. 3,13 b . 14 a . die ve…

Buckelanes

RhWB

buckel·anes

Buckelanes pukəlā:nəs  Sieg-Ägid Ittenb m.: Buckliger.

Buckelarsch

RhWB

buckel·arsch

Buckel-arsch bukəlārš () dr:n Wittl-Adelsb Bengel , Bernk-Lösnich : huckepack tragen.

Buckelbauchfest

PfWB

Buckelbauch-fest n. : ' Schlachtfest ', scherzh., Buckelbauchfescht [ BZ-Albw ]; vgl. Metzelsuppe .

Buckelbaures

RhWB

Buckel-baures bukələ- dr. Ahr-Ahrw: huckepack tr.

buckel als Zweitglied (30 von 32)

Gießbuckel

Adelung

giess·buckel

Die Gießbuckel , plur. die -n, in der Chymie, ein kugelförmiges metallenes Geschirr, zwey gemischte Metalle, welche sich unter dem Schmelzen…

katzenbuckel

DWB

katzen·buckel

katzenbuckel , m. die katze buckelt wenn sie einen schmeichelnd umgeht, das ist auf menschen übertragen, besonders von kriechend demütigen v…

kniebuckel

DWB

knie·buckel

kniebuckel , f. buckel für das knie, ein stück der rüstung für reiter, s. buckel f. 2, 485, Frisch 1, 528 a setzt m. an: 500 par kniepuckeln…

Plackbuckel

Adelung

plack·buckel

Die Plackbuckel , plur. die -n, bey den Perrückenmachern, verschiedene Reihen Locken von einer Treffe, welche man über den obern Theil der g…

Ableitungen von buckel (1 von 1)

Buckele

ElsWB

† Buckele in Ohrenbucklen Ohrringe (boucles d'oreille) Test. Spielmann 1771.