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Buchweizen

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Buchweizen

Bd. 3, Sp. 553
Buchweizen (Heidekorn, Heidegrütze, Haden, Gricken, Blende, Franzweizen, Fagopyrum Gärtn.), Gattung der Polygonazeen, ein- oder mehrjährige Pflanzen mit aufrechtem, meist verzweigtem Stengel, abwechselnden, dreieckigen oder herzförmigen gestielten Blättern, achselständigen, Scheintrauben bildenden Blütenwickeln, Zwitterblüten (s. Polygonazeen) und dreikantiger Frucht. Von den zwei Arten ist der gemeine B. (F. esculentum Mönch) einjährig, bis 60 cm hoch, mit rötlichweißen Blüten und dreikantigen, glänzend braunen Nüßchen, die den Bucheckern ähnlich sind (daher der Name B.). Er wächst auf magersten Sandfeldern bei einiger Frische, gedeiht daher gut im Heideland, in wolkenreicherer Gebirgsregion und in der feuchtern Luft von Norddeutschland. Man kultiviert B. zur Gewinnung der Samen, auch als Schutzfrucht für Klee und Luzerne, als Grünfutter und zur Gründüngung; die Blüte bietet den Bienen reichste Nahrung dar. Gutes Stroh gilt in der Fütterung dem Weizenstroh gleich. Vgl. Futterbau. Der tatarische oder sibirische B. (F. tataricum Gärtn.), mit herzpfeilförmigen Blättern, kleinen, grünlichen Blüten und an den Kanten buchtig gezahnten Nüßchen, ist im Ertrag sicherer; indes ist sein Korn dickschaliger, weniger ausgiebig u. nicht so wohlschmeckend wie das des gewöhnlichen Buchweizens, auch fällt es leicht aus. Man benutzt ihn deshalb meist nur als Grünfutter. Schottischer (silbergrauer) B. wird 1,5 m hoch, ist sehr blattreich und verdient auf besserm Boden den Vorzug vor den andern Sorten; Bienennahrung gewährt er hingegen nicht. Das Buchweizenkorn enthält bis 8 Proz. eiweißartige Stoffe und 45 Proz. Stärkemehl (vgl. die Tafeln »Futtermittel« und »Nahrungsmittel« nebst Tabellen). Man benutzt es hauptsächlich in Form von Grütze, auch zum Mästen von Schweinen und Geflügel. B. stammt wahrscheinlich aus China; im südlichen Rußland und Sibirien, vielleicht auch in Taurien kommt er wild vor, auch in Nordasien ist er sehr verbreitet, aber in Nordindien und Ceylon, wo seine Kultur noch sehr jung ist, nur auf geringe Strecken beschränkt. Man baut ihn viel im nördlichen China und in Japan. Der B. war den Alten nicht bekannt; er soll nicht lange vor 1530 nach Europa gekommen sein, aber Hieronymus Tragus gab 1546 bereits eine genauere Beschreibung der Pflanze, woraus man wohl auf eine ältere Einführung schließen darf. Die früheste Erwähnung des Buchweizens findet sich in Registern des mecklenburgischen Amtes Gadebusch von 1436. Der B. dürfte zuerst am Mittelmeer bekannt und von dort durch die Sarazenen weiter verbreitet worden sein, wofür die französische Bezeichnung blé sarrasin spricht. Zu Ende des 16. Jahrh. bildete er schon ein ziemlich allgemeines Nahrungsmittel der Armen in manchen Gegenden Frankreichs. Gegenwärtig wird er in ganz Europa (im Süden nur wenig), nördlich bis zum Hof Dönaes im Nordland unter 66° nördl Br. kultiviert, namentlich in der Lüneburger Heide, im Bremischen, in Flandern, in der Bretagne, aber auch in Nordamerika. Der tatarische B. aus Sibirien kam im 18. Jahrh. durch deutsche Botaniker nach Petersburg, von wo aus er über Europa verbreitet wurde.
3120 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    BuchweizenDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Buchweizen , des — s, o. Mz. die Frucht einer Pflanze und diese Pflanze selbst, welche von Linné zum Wegebreit gerec…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Buchweizen

    Goethe-Wörterbuch

    Buchweizen auch -waizen 34 2 ,169,3 u 172,8 Vorbereitg Ital 1795/96 N6,449u450 MetamPfl Plp N13,138,16 Morph Plp vgl Hei…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Buchweizen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Buchweizen , Heidekorn ( Polygonum Fagopyrum L .), eine Knöterigart mit pfeilherzförmigen Blättern an dem aufrechten 1—2…

  4. modern
    Dialekt
    Buchweizenm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Buch-weizen m. : wie schd., Buchweeze [ Lambert Penns 34]. BR.: Der Buchweeze sät mer uf der Siweschläfer [ Fogel Belief…

  5. Sprichwörter
    Buchweizen

    Wander (Sprichwörter)

    Buchweizen 1. Bôkwêten is en abentüre Kôrn. – Schütze, I, 127. Er ist ein wagliches Getreide, er bestimmt gewöhnlich den…

  6. Spezial
    Buchweizen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Buch|wei|zen (Fagopyrum esculentum) m. (-s) ‹bot› poia (poies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit buchweizen

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Zerlegung von buchweizen 2 Komponenten

buch+weizen

buchweizen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

buchweizen‑ als Erstglied (30 von 46)

Buchweizenausschlag

Meyers

buchweizen·ausschlag

Buchweizenausschlag , eine entzündliche Rötung und Schwellung der Haut, die besonders bei Schafen und Schweinen unter gewissen Umständen nac…

Buchweizenbahn

RhWB

buchweizen·bahn

Buch-weizen-bahn bokətsbā:n Neuss-Kaarst f.: Stelle im Felde, wo früher der B.weizen gedroschen wurde. En Kahlkopp wie de B.

Buchweizenferken

RhWB

buchweizen·ferken

Buch-weizen-ferken n.: in der RA.: En Haferpeərd, ene Röggekeərl on e Bockertsverke, dät sind de beste Heinsb ; hawere Perd on bukənde Ferke…

Buchweizenhüppel

RhWB

Buch-weizen-hüppel -ø- Geilk-Randerath Grotenr Immend ; -pər Geilk-Gangelt m.: -garbe auf dem Felde.

Buchweizenkäfer

RhWB

buchweizen·kaefer

Buch-weizen-käfer bukətkE:wər Mörs ; bokəskE·ə.vərkə Geilk-Birgden Langbr Trippsr Ütterath , Heinsb-Erpen Aphv Karken Braunsr Brüggelchen La…

Buchweizenkegel

RhWB

buchweizen·kegel

Buch-weizen-kegel bukəskēəjəl Erk , Heinsb , Kemp , Viersen m.: 1. Haufen aufgeschichteten B.weizens. — 2. Schimpfw.

Buchweizenkorn

RhWB

buchweizen·korn

Buch-weizen-korn n.: wie nhd. RA.: Dat hät twe Sidden un em Bukweitenkoər hät er drei MülhRuhr . Et geht wie Bockeskor schwankthin u. her Aa…

Buchweizenkuchen

RhWB

buchweizen·kuchen

Buch-weizen-kuchen bō:xwēsəkō:xə; bokə(r)tskō:k (-kū:k); bukənəkūk (s. S.) m.: Pfannenkuchen aus B.mehl. Alles op sinen Tit, Kiərsche ene Su…

Buchweizenmehl

RhWB

buchweizen·mehl

Buch-weizen-mehl (s. o. –kuchen) n.: wie nhd. Die Kinder necken die kochende Magd: Lipp-lapp, kok de Papp van buckene Mehl, schlimmschlamm d…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „buchweizen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/buchweizen/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „buchweizen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/buchweizen/meyers. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „buchweizen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/buchweizen/meyers.
BibTeX
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