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base

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
33 in 24 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

base f.

Bd. 1, Sp. 1147
base, f. amita, ahd. pasâ, basâ (Graff 3, 215), mhd. base (Ben. 1, 92), ein kennzeichen unserer mundart, gleich seinem gegenstück muhme, denn die übrigen dialecte haben beide wörter nicht. später ist die im mittleren Deutschland gültige form wase auch nach Westfalen und Niedersachsen vorgedrungen, nicht nach den Niederlanden. base ist amita, des vaters, muome matertera, der mutter schwester. nicht anders verhalten sich ags. faðu amita, môdrie matertera, nd. vade und medder, fries. fethe und môdire (Richth. 736b), schw.n. faster amita, moster matertera. seltsames pei amita, bop matertera aus der Wangeroger volkssprache gibt Ehrentraut s. 19. Klar liegen faster und moster, bequeme zusammenschiebungen aus farsyster morsyster, fadersyster modersyster = altn. föðursystir, môðursystir. sollten nicht in matertera die beiden letzten silben kürzung eines älteren sostera anzeigen? soror geht zurück auf sosor, svasor, vielleicht svastor = sl. sestra, goth. svistar. dem matertera ist amita (woraus franz. tante, engl. aunt entsprang) unähnlich gestaltet, parallel wäre patertera, vermutungen über amita gehören nicht hierher. zu matertera treten môdrie, môdire, medder, doch fehlt ihnen, was dem tera entspräche; ihre bildung gleicht genau der von patruus, ags. fädera, ahd. fatareo, nhd. vetter, vaters bruder. in basa und muoma musz fatar und muotar, in faðu, fethe musz fäder, feder stecken. sind ihre verengungen blosze hypokorismen, oder rührt das S in basa noch von suestar her, basa = faster? was faðu, fethe und ihren abstand vom D in fäder, feder anlangt, so gewahrten wir oben sp. 1050, dasz dem goth. fadar, um mit pater in einklang zu kommen, ein faþar vorausgegangen sein werde; hier wären in faðu und fethe (vgl. goth. faþs in bruþfaþs) überreste der gesetzlichen aspirata. von muoma, wie von bluomo auf bluosmo, ags. blôsma, auf muosma zu schlieszen, schiene zu kühn. Doch das merkwürdigste ist die störung der lautregel zwischen basa, pasa und fatar, welches ein fasa forderte, F wurde gleichsam in B fortgeschoben, das B noch weiter in W. den wechsel von B und F bezeugen bairgs und fairguni, balzen und falzen, blach und flach, wahrscheinlich auch Balder, Paltar und die koseform Phol (Folz?). Gegen die einleuchtende nothwendigkeit basa mit fatar, faðu mit fäder zu verbinden, werden andere vermutungen einer gemeinschaft zwischen basa und buosum (gramm. 2, 44), zwischen faðu und fäðm nicht können aufkommen. wer wollte muoma von muotar, matertera von mater trennen? aber schon skr. ist vadhû, badhû femina, nurus. Bopp 308a. So bestimmt alle solche verwandtschaftswörter ursprünglich waren, so leicht pflegt im laufe der zeit ihre bedeutung sich zu verwirren und verallgemeinern. vetter patruus und base amita wurden bald auch auf den mann der base, auf die frau des vetters, allmälich auf die patrueles überhaupt erstreckt, ja heute drücken sie gar nicht mehr patruus und amita, sondern geschwisterkinder und weitere verwandte untereinander aus. den begrif patruus und avunculus musz uns oheim, den begrif amita zugleich muhme oder das fremde tante bezeichnen. Bei Luther, der immer wase, nicht base schreibt, ist es 3 Mos. 18, 14 des patruus frau: du solt deines vatern bruder schambd nicht blöszen, das du sein weib nemest, denn sie ist deine wase. Tho. Plater hält noch die urbedeutung aufrecht: die wil ich das jüngst was, hand mich meine bäslin, des vatters schwestern, ietliche ein wil ghan. 5; min bäsinen. 6. bei Keisersberg fallen base und muhme zusammen: meines vatters oder meiner mutter schwester, das wer mein bas. post. 4, 8. bei Gryphius ist aber unter base deutlich die tochter der tante oder des oheims gemeint: was ists denn, sprach er, mehr? und wär es gleich geschehen, man hat mich dennoch nicht mit schwestern buhlen sehen, nicht in der tochter schosz, wie Verianus pflegt, der sich zu kind und weib, zu baas und schwester legt. 2, 96. Gellert setzt base richtig für amita, muhme ungenau für nichte: zwei mädchen brachten ihre tage bei einer alten base zu, die alte hielt zu ihrer muhmen plage sehr wenig von der morgenruh. 1, 179. geschwisterkinder untereinander reden sich heute vetter und base an, in alter zeit würde der neffe seine tante base genannt haben. wenn Gotter 1, 50 tanten und basen zusammenstellt, wäre dies ehmals ohne sinn gewesen, da base einerlei mit tante ist, er versteht also unter basen fernere verwandtinnen. was unter base gemeint sei, hat oft der zusammenhang zu bestimmen. Nicht unähnlich dem mhd. 'ich pin mîner basen bruoder sun' (Ben. 1, 92a) pflegte man zu sagen 'das geht dir an deiner basen herz', ist dir gleichgültig, hümmert dich wenig: du gönnest (l. er gönnet) etwan eim etwas, aber schlechtlich anhin, es got im an der basen herz. Keisersb. post. 3, 91; so lenger du on tanzen bist, so minder dich tanzen anficht, es got dir an der basen herz, das du nit gon solt. 3, 99. aber 'einander in der base sein' meint gut mit einander stehn. Stald. 2, 493. Man bildete groszbase proamita, amita magna, obergroszbase amita major, abamita, vorobergroszbase, amita maxima, abavi soror; stiefbase, vitrici et novercae soror. Stieler 100.
5140 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BASEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    BASE ( nd. wase Herb. 2568 ) swf. meines vaters schwester ist meine base; meiner mutter schwester meine muome. ( Gr. 1,6…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    base

    Mittelniederdeutsches Wb.

    base , base- s. auch basse, basse-.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Base

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Die Base , plur. die -n, der Grund, worauf etwas ruhet, die Unterlage, Grundlage; ohne Noth aus dem Latein. Basis.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Base

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    2 Base s Basis Gertrude Harlass G. Ha.

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Base

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Base , s. Basis .

  6. modern
    Dialekt
    Base

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Base Band 1, Spalte 1,1242–1244

  7. Sprichwörter
    Base

    Wander (Sprichwörter)

    Base 1. Eine Base ist gut – am Ende der Landzunge. ( Finn. ) 2. Wer gegen seine Base blöde ist, bekommt keinen Knaben vo…

  8. Spezial
    base

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    bas-e [bas-ę̄] m. ‹mus› E-Bass m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit base

142 Bildungen · 120 Erstglied · 21 Zweitglied · 1 Ableitungen

base‑ als Erstglied (30 von 120)

Baseball

Pfeifer_etym

base·ball

Baseball m. ‘Schlagball(spiel)’. Das Spiel wird, aus England stammend, 1796 erstmals in Deutschland erwähnt. Seine heutige Form erhält es im…

basebotter

KöblerMnd

base·botter

basebotter , F. nhd. frische Butter? E.: Herkunft ungeklärt L.: Lü 27b (basebotter)

Basedow

Meyers

base·dow

Basedow , Johann Bernhard (eigentlich Joh. Berend Bassedau ), philanthropischer Reformator des Erziehungs- und Unterrichtswesens, geb. 11. S…

Basedowisch

GWB

basedow·isch

Basedowisch mBez auf den Pädagogen JBBasedow wiederholen sie [ Newtons Schüler ] ihr ewiges ergo bibamus, das eben so lächerlich und noch vi…

Basedowsche Krankheit

Meyers

Basedowsche Krankheit ( Glotzaugenkrankheit , nach einem Merseburger Arzt, der sie 1810 beschrieb), charakterisiert durch Pulsbeschleunigung…

basedīsleⁿ

Idiotikon

basedīsleⁿ Band 4, Spalte 1661 basedīsleⁿ 4,1661

Bsehucht

WWB

base·hucht

Base-hucht. Basenhucht Antwort auf die Frage „ein in sumpfigem Gelände stehendes Büschel Gras oder Binsen“ ( Bür Ei).

Baseilhac

Meyers

Baseilhac (spr. basäjáck), Jean , Wundarzt, geb. 1703 in Pouyastruc bei Tarbes, gest. 1781, war Leibchirurg des Erzbischofs von Bayeux, trat…

Baseität

Herder

Baseität , das Vorhandensein einer chem. Basis.

Basel N

Idiotikon

Basel N. Band 4, Spalte 1662 Basel N. 4,1662

Basel(i)tang

Idiotikon

Basel(i)tang Band 4, Spalte 1663 Basel(i)tang 4,1663

Baselak

RhWB

base·lak

Baselak  Sieg-Fussh m.: Wanze, Stechmücke.

baselaken

RhWBN

basel·aken

baselaken  Gummb-Homburgisch schw.: übermässig, lange arbeiten.

Baselarsch

RhWB

basel·arsch

Basel-arsch Simm-Laub m.: aufgeregter Mensch, durch einen andern veranlasst, der seine Ruhe u. Besonnenheit verliert u. in seiner aufgeregte…

Baseldeutsch

FiloSlov

basel·deutsch

Baseldeutsch , n диалект , м , базельский → FiloSlov Baseldütsch, n → FiloSlov Baseldytsch, n → FiloSlov Baaseldytsch, n

Baseldütsch

FiloSlov

basel·duetsch

Baseldütsch , n диалект , м , базельский → FiloSlov Baseldeutsch, n → FiloSlov Baseldytsch, n → FiloSlov Baaseldytsch, n

Baseldytsch

FiloSlov

Baseldytsch , n диалект , м , базельский → FiloSlov Baaseldytsch, n → FiloSlov Baseldütsch, n → FiloSlov Baseldeutsch, n

baseleca

MLW

baseleca sim. v. 1. basilica . Baader

base als Zweitglied (21 von 21)

Klatschbase

RDWB1

Klatschbase f auch Klatschtante сплетница; кумушка; сорока перен. ; балаболка разг. ; трепло сниж-.разг.; у кого-л. язык как помело идиом. ,…

fraubase

DWB

frau·base

fraubase , f. plauderhafte verwandte, die freien zutritt hat, neuigkeiten bringt und besprechen hilft. eigentlich der titel frau base. schwe…

Großbase

Adelung

gross·base

Die Großbase , plur. die -n, die Schwester des Großvaters oder der Großmutter.

oberbase

DWB

ober·base

oberbase , f. die groszbase ( vgl. obermuhme ) Amaranthes frauenzimmerlex. 1347 .

Schnupfbase

Wander

schnupf·base

Schnupfbase Schnupfbasen sind langsam. – Schweiz, I, 192, 100; Sutermeister, 140.

stadtbase

DWB

stadt·base

stadtbase , f. in Basel bezeichnung einer klatschsüchtigen person, die alle neuigkeiten der stadt sogleich weisz. stadtbäsi, schweizerisches…

Ableitungen von base (1 von 1)

Gebase

PfWB

Ge-base n. : ' törichtes Geplauder, Geschwätz 1 a ', Gebas (gəbās) [ KU-Schmittw/O Kaulb Kreimb RO-Dielkch KL-Reuschb KB-Kriegsf LU-Opp ]; v…