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wir

ahd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wir

Bd. 4, Sp. 1570
Wir, der Nominativ im Plural des persönlichen Pronominis der ersten Person, welches in allen Geschlechtern unverändert bleibt: Nomin. wir; Genit. unser; Dat. uns: Accusat. uns. Man gebraucht ihn: 1. wenn mehrere in der ersten Person redend eingeführet werden, oder auch Einer im Nahmen mehrerer in der ersten Person spricht, oder etwas von sich und einem oder mehrern andern zugleich prädiciret. Wir wollen nicht, schrien sie alle. Wir kommen unbekleidet und wehrlos auf die Welt, ich und alle übrige Menschen. Als Cajus angekleidet war, gingen wir spatzieren, ich und Cajus. Daß wir nicht etwa behorcht werden! 2. Fürsten, Reichsgrafen, und oft noch geringere regierende Personen, wenn sie eine Art von Unmittelbarkeit haben, gebrauchen, Statt der ersten einfachen Person, diese erste vielfache, auch in Sachen, worin sie nur als eine einzelne Person handeln. Wir befehlen euch hiermit, ich. Und so auch durch die übrigen Casus: uns ist hinterbracht worden u. s. f. Man hält diese Form gemeiniglich für ein Merkmahl der Hoheit und Würde; allein im Grunde ist sie ein Überrest der ehemahligen Abhängigkeit der Landesherren von ihren Unterthanen, und besonders von ihren Ständen. Fürsten und Regenten hatten ehedem nur die executive Gewalt, so wie ihre Unterthanen und Stände die beschließende; und auch jene übten sie nur als eine aufgetragene Gewalt im Nahmen ihrer Unterthanen aus, und konnten also grammatisch richtig von sich im Plural reden, weil sie nicht als eine einzelne Person betrachtet wurden, sondern im Nahmen aller sprachen. So wie sich das Bewußtseyn des Ursprunges dieser Form nach und nach verlohr, ward sie ein Merkmahl der Würde, und wird von Regenten gemeiniglich auch in solchen Fällen gebraucht, wo sie schlechterdings nicht anders als individuell handeln können; und dann ist es freylich ein grammatischer Barbarismus. 3. Im gemeinen Leben gebraucht man oft die erste vielfache Person gegen geringere, wenn man sie aus Glimpf nicht in der zweyten, aber aus Würde auch[] nicht in der dritten anreden will. Wie befinden wir uns? für, wie befindest du dich? wie befindet ihr euch? Die zweyte Person mag nun einfach oder mehrfach seyn. S. auch Man, welches auf ähnliche Art gebraucht wird. Anm. Im Hoch- und Oberdeutschen schon von den frühesten Zeiten an wir, im Angels. wee, im Niederdeutschen, Schwedischen und Dänischen wi, bey dem Ulphilas weis. Die persönlichen Pronomina sind Wurzelwörter, und gehören immer zu den ältesten Wörtern in jeder Sprache, weil sie nicht allein sehr nothwendige, sondern auch abstracte Begriffe bezeichnen, welche man nicht anders, als durch dunkele Laute, ausdrucken konnte. Daher werden sie auch nicht auf die gewöhnliche Art durch Biegung der Endsylbe decliniret, sondern jeder Casus hat sein eigenes Wurzelwort, weil diese Wörter zu einer Zeit entstanden, da man noch nicht an regelmäßige Conjugationen und Declinationen dachte, in welchen frühen Zeitpunct auch der Ursprung der irregulären Verborum fällt, wo man die Conjugation an der Wurzel verrichtete. Bey so alten, nach sehr dunkeln Ideen gebildeten Wörtern, muß die Etymologie gemeiniglich verzweifeln; allein bey diesem Worte kann man dem rohen Deutschen Geiste doch einiger Maßen auf die Spur kommen. Wenn man die obigen Formen, wee, wi, wir, weis, vergleicht, so findet man eine Übereinstimmung der beyden ersten Laute; man siehet, daß wee, wi, die einfachsten Formen sind, und daß das r und s in wir und weis bloße jetzt unbekannte Nebenbegriffe bezeichnen. Dieses wee, wi, aber ist zugleich die Wurzel von wehen, sanft bewegen; woraus wenigstens mehrscheinlich wird, daß der Grundbegriff von wir, die mit der Mehrheit verbundene Bewegung ist.
3661 Zeichen · 32 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    °wir

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ° wir Gl 1,630,71 s. ogar.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WIRpron. pers.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    WIR pron. pers. wir. goth. veis , ahd. wîr oder ahd. wir Gr. 1,781. Ulfil. wb. 189. Graff 1,634. die kürze folgt im mhd.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wir

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Wir , der Nominativ im Plural des persönlichen Pronominis der ersten Person, welches in allen Geschlechtern unverändert …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wir

    Goethe-Wörterbuch

    wir [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    wir

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    wir Band 16, Spalte 1060 wir 16,1060

  6. Sprichwörter
    Wir

    Wander (Sprichwörter)

    Wir 1. Ja wenn wi nich wier'n, säd' de Latern' tô 'n Mând (Mond), dor ging se ût. – Hœfer, 665; Peik, 196, 211. 2. Wir s…

  7. Spezial
    wir

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wir pron. pers. 1 (betont) nos 2 (unbetont) i ▬ wir schätzen ihn sehr i le sciazun dër ; wir sind dazu da nos sun chiló …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wir

1.194 Bildungen · 1.182 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

wir‑ als Erstglied (30 von 1.182)

Wir(r)i

Idiotikon

Wir(r)i Band 16, Spalte 1070 Wir(r)i 16,1070

Wir(r)leten

Idiotikon

Wir(r)leten Band 16, Spalte 1069 Wir(r)leten 16,1069

Wirau

Meyers

Wirau (türk.), s. Ören .

Wirbach

Wander

wir·bach

Wirbach Wer in Wirbach sich will nähren, der muss suchen Heidelbeeren; kann er sich darein nicht finden, muss er lernen Besen binden; wer da…

Wirballen

Meyers

wir·ballen

Wirballen ( Wershbolowo ), Stadt im russisch-poln. Gouv. Suwalki, Kreis Wolkowyschki, Station der Eisenbahnlinie St. Petersburg-Eydtkuhnen, …

wirbe

Lexer

wirbe swf. wirbel, scheitel. von der wirben bis ûf den sattil Dür. chr. 200. — zu wërben;

wirbec

Lexer

wir·bec

wirbec adj. wirblicht, schwindlicht Mgb. 109,8 ;

Wirbe I

RhWB

wir·bei

Wirbe I wi·r.əf Sieg-Hangelar , Bo-Geislar Sg. t. n.: Schreckgestalt, unruhig umherwandelnd.

Wirbe II

RhWB

Wirbe II wi·r.əf, Pl. -və Rheinb-Maulb Scheuren f.: Dachkehle, sich bildend bei zwei winkelig aneinandergebauten Dächern, auch Dachw.

wirbel

DWB

wir·bel

wirbel , m. , deverbativbildung zu germ. * hwerBan aus der wz. idg. kerp- ' sich drehen ', vgl. got. ƕairban ' umhergehen ', hveilaƕairbs '…

Wirbelkopf

SHW

Wirbel-kopf Band 6, Spalte 601-602

Wirbelring

SHW

Wirbel-ring Band 6, Spalte 601-602

Wirbeltier

SHW

Wirbel-tier Band 6, Spalte 601-602

Wirbelwind

SHW

Wirbel-wind Band 6, Spalte 601-602

wirbelader

DWB

wirbe·lader

wirbelader , f. , was wirbelschlagader, s. Oken naturgesch. 4, 81 . —

wirbelartig

DWB

wirbel·artig

wirbelartig , adj. , wie ein wirbel (B 1 a) geformt: die tastwarzenreihen ( sind ) wirbel- oder buchtenartig zusammengedreht Sömmerring mens…

Wirbelbaum

Campe

wirbel·baum

† Der Wirbelbaum , — es, Mz. — bäume , ein Name der Kiefer oder Föhre (Pinus sylvestris L .).

Wirbelbeere

Campe

wirbel·beere

Die Wirbelbeere , Mz. — n , der Name eines ausländischen Strauchgewächses (Callicarpa L .).

wirbelbein

DWB

wirbel·bein

wirbelbein , n. , das einzelne glied der wirbelsäule, vgl. wirbel C 3, älter ist wirfbein vestibula Diefenbach nov. gl. 379 b ; knoten oder …

wir als Zweitglied (11 von 11)

*magwiR

KöblerAn

*magwiR , F. Hw.: s. mær (1)

*mawiR

KöblerAn

*mawiR , F. Hw.: s. mær (1) L.: Vr 399b

Foszwir

LothWB

fos·zwir

Fos-zwir [fóstswír Si. u. s.] m. Anschlagzwirn. Fos wie in Foskusch. — lux. 116 Fôschzwîr; vgl. frz. faufil.

Hättenwir

PfWB

hatten·wir

 Hätten-wir m. : = PfWB Hätteich ; de Häddemer un de Wammer (wenn wir) [Kaislt].

schwir

DWB

sch·wir

schwir , s. schwier oben sp. 2619 und schwirn, m. unten.

snêwir

MNWB

sne·wir

° snêwir , m. , Münze im Werte von 12 Pf., Schleißform von snêberger, s. d. (Hans. Gbl. 62, 50).

snēwir

KöblerMnd

snē·wir

snēwir , M. nhd. Münze im Wert von zwölf Pfennigen Q.: Hans. Gbl. 62 50 E.: s. snēbergære? L.: MndHwb 3, 306 (snêwir) Son.: örtlich beschrän…

tzwir

KöblerMhd

tzwir , Adv. Vw.: s. zwir

Ableitungen von wir (1 von 1)

wire

LW

wire, sw. f. zona ferrea, Metalldraht, dünne Eisen-, Kupferstange.