weberin,
f. schon ahd. belegt: textrix, webêrin, weberin, webrin, webarin Steinmeyer-Sievers
gl. 3, 138, 54
f.; mhd. auch in der form wiberin König v. Odenwalde 3, 73
Schröder. Zürcher stadtbücher 1, 86 (
s. u.),
daneben wöberin,
das auf weberin (
mit geschlossenem e)
zurückgeht; textrix, weberinne, weberin, woberin (
daneben webersche
nd. weversche) Diefenbach
gl. 582
b;
textrix, wäberin, strickerin, würckerin Frisius (1556) 1308; du hieʒe sniden dir ein kospers kleit ... eʒ wap ein wöberinne zart, Maria. H. v. Neustadt
gottes zukunft 2034
Singer; swel wibrin us dekeinem kamben wibt, der nicht mit des burger zeichen gezeichent ist
Zürcher stadtbücher 1, 86
Zeller-Werdmüller; wiltu auch vor ein weberin oder wirckerin gehalten sein Barth
augenspiegel E 2
b; Penelope, des Ulyssis ehefrau, ist die erste weberin gewesen Abr. a S. Clara
etwas für alle 1, 494; fräulein Adelheid war eine ... geschickte weberin Musäus
volksmährchen 3, 9
Hempel; eine recht flinke und zugleich fleiszige weberin kann ... ein stück von 32 ellen nicht gar zu feine musseline zu stande bringen Göthe 25, i, 125
Weim. ausg.; ich weisz mir ein feine weberin. Uhland
volksl. 692; jene (
deine tochter) lös' ich dir nie, bis einst das alter ihr nahet, wann sie in unserem haus' in Argos, fern von der heimat, mir als weberin dient, und meines bettes genossin! Voss
Ilias 1, 31.
von der spinne: hier kam die hausmagd mit dem besen, und strich die kanker ab. was hilfts, frau weberin, hub jener (
der skorpion) spottend an, dasz ihr daheim gewesen? Lichtwer
fabeln 2, 18; so oft sie neue arbeit spann, besah er sie, und lobte dann die kleine weberinn. Blumauer
ged. 20.
bildlich: wie eine riesenspinne sasz Rom im mittelpunkte der lateinischen welt und überzog sie mit seinem unendlichen gewebe ... nur der höherstrebende geist, der dieses gewebe durchschaute, fühlte sich beengt und elend, und wenn er hindurchbrechen wollte, erhaschte ihn leicht die schlaue weberin und zog ihm das kühne blut aus dem herzen Heine 3, 93
Elster. von der seidenraupe: der raupen edelste, die weberinn der seide. Kästner
verm. schriften 1, 161.
von den bienen: wenn über dem duftenden kelche (
der blumen) noch die grünen weberinnen ... summten und schwelgten Gutzkow
zauberer von Rom 2, 290.
übertragen '
die etwas bewirkt und gestaltet': es ist ja die natur selbst eine weberin v. Lohenstein
Arminius 1, 1128
b; zuletzt als es zur prose hinabsank, theilte es (
das märchen) sich in verschiedne arten, unter denen ... die liebe, als weberinn und verweberinn menschlicher schicksale die oberhand gewann Herder 23, 277
Suphan; weil sie (
die hellseherin) der weberin der zukunft, der gegenwart, näher und heller in ihren webstuhl und in ihre fäden hinein sieht J. Paul
museum 35; so schauet mit bescheidnem blick der ewigen weberin (
natur) meisterstück, wie ein tritt tausend fäden regt, die schifflein hinüber herüber schieszen, die fäden sich begegnend flieszen. Göthe 3, 92
Weim. ausg. weberin
heiszt auch eine Venusmuschel; sie hat '
adern und linien, die ... bald ein weiteres bald ein engeres netzartiges gewebe bilden' J. S. Schröter
einl. in die conchylienkenntnisz 3 (1786) 172.