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wasserstein

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wasserstein m.

Bd. 27, Sp. 2514
wasserstein, m. 11) stein, der im wasser liegt oder gelegen hat, kieselstein: eʒ wâren waʒʒersteine sinewel unde hart W. v. Eschenbach Parzival 568, 28; lapis fluviatilis Zehner ncl. (1645) 146; mit den wassersteinen aus dem flusz Ticino v. Hohberg Georgica (1682) 1, 60; flints Ludwig 2397. 22) ein stein als grenzzeichen in gewässern, bes. fischwassern Hayme jur. lex. (1738) 273. Estor rechtsgelehrs. 1, 922; wasser- oder fischsteine Heppe aufr. lehrprinz 135. Krünitz 234, 415. 33) zur aufnahme von wasser ausgehöhlter stein. 3@aa) brunnentrog; hierher gehört wol: fur einen wassirstein uff den nuwen kranen Diefenbach-Wülcker 895 (Frankf. 1396). ferner: als er nun den salat erstlich beim bronnen, wasserstein oder röhrkasten (dann ich wills wandel haben) geweschen Garg. 377 Alsleben; sampt ihren wassersteinen am bort des bronnens, das wasser darein zuschöpffen Sebiz feldbau (1579) 12. als viehtränke: aquarium, die trencke, ein wasserstein B. Faber thesaurus (1587) 71a, 'woraus das vieh sauft' Steinbach 2, 694, abbreuvoir Rondeau; auff derselben seiten des thors (soll man) eyn wassersteyn auff eyn steynene säul setzen, darausz die tauben trincken können Sebiz feldbau (1580) 119. steintrog zum auffangen des regenwassers Bauer-Collitz 112a. 3@bb) guszstein in der küche (vgl. schüttstein, spülstein), im südwesten und westen gebräuchlich (Adelung 'an einigen orten', also nicht obersächsisch), 'canna per quas feces humide ejiciuntur' voc. inc. teut. l 6b. Alberus (1540) Z z 2a. Frisius (1556) 110b. Golius 360; auch nd. waterstên Schiller-Lübben 5, 616, ein waterstein in der köken Chytraeus 358, ndl. watersteen Kramer (1719) 260a: das niemant gezimme noch gestatt werde einen auszflusz oder wasserstein zuomachen an der wandt seines nachpaurn der stat Worms reformation (1513) 71b; eins mals hort er sie nächtlicher weil herniden inn ihrs herren haus am wasserstein bey eim fenster singen und schüszlen wäschen Frey gartenges. 105, 1 Bolte; auch wassersteyn zum wäschen, wüschen und schüsselspülen, von dannen das spulwasser zu den misthäuffen rinnet Sebiz feldbau (1580) 35; närrische garstige buhlenlieder und fusen zu singen, wie die mägde am wasserstein, ... ist eine lose lust Moscherosch ins. cura 65 neudr.; nach dem sie (die köchin) ihr wasser über den wasserstein abgeschüttet Simplic. schr. 3, 324, 29 (vogelnest 1, 6) Kurz; die spülmagd am wasserstein Auerbach neues leben 1, 89; in der küche ... wusch ich mich am wasserstein H. Hesse diesseits 285; es sey denn, das sie wie die lauren gestiegen seyen über d mauren oder zum wasserstein eynkrochen. Fischart Dominici leben 2141 Kurz. aus den neueren mundarten verzeichnet bei Seiler 312; hest schon holzegi wasserstein gesehn? Martin-Lienhart 2, 601a; e hilzener wasserstän 'etwas unmögliches' Follmann 532; Autenrieth 150. Askenasy 117. Kehrein nachträge 58. Crecelius 896. Schmidt Westerwald 322. Schambach 289. im vergleich: luog das du nit das wuost spuolwasser darinn ston lassest, sunder das du das auszschütest durch den wasserstain der waren und gantzen beicht Keisersberg schiff der penitentz 49b. 3@cc) für kirchliche zwecke: eben wie man im bapstumb ein sprengkessel, oder geweichten wasserstein in die leichhallen setzet Mathesius Sarepta (1571) 190a; aquamanile, vat of watersteyn dayr dye priester syne hande boeven weschet Teuthonista 485b Verdam. 44) schieferstein in der sohle einer dachkehle (für den ablauf des regenwassers) Mothes baulex.3 2, 100b. 55) schleifstein, der mit wasser befeuchtet wird, im gegs. zum ölstein Poppe handb. f. uhrmacher 2, 455. Karmarsch-Heeren3 7, 697. 66) gesteinarten. 6@aa) wiedergabe von lygdus (weiszer stein oder marmor auf Paros) Frischlin ncl. (1586) 24b. Emmelius ncl. 42. Stieler 2140. 6@bb) als filter benutzbarer poröser sandstein Jacobsson 4, 612a. 6@cc) in der Alb name des basalts als wasserbringers Keilhack lehrb. d. grundwasser- u. quellenkunde 323. 6@dd) kalkspath J. S. Schröter lithol. lex. 8 (1788) 347. Krünitz 234, 415, bes. faseriger Zappe miner. handlex. 3, 215. 6@ee) weiszer porphyr mit glasquarzkörnern, an der oberen Werra Krünitz. 6@ff) chalcedonmandel mit flüssigkeitseinschlüssen, enhydros Karmarsch-Heeren3 10, 396. 6@gg) auch wasserkoralle Zedler 6, 1223. 77) fester niederschlag oder ansatz des wassers: von der erden eines kneüws hoch sieht man noch bei disen zeiten dasz sich wasserstein angehenckt haben, geleich wie weinstein an einem fasz S. Münster cosmogr. 487; in geschirren, kesseln, auch kesselstein, pfannenstein, hydrolithus Dentzler lat.-dtsch. 340b. Mothes baulex.3 4, 351b; in einer wasserleitung Niebuhr m. gesch. 3, 654. 88) der stein der weisen: L. Jennis, wasserstein der weisen oder chymisches tractätlein, darinn der weg gezeiget ..., zu dem hohen geheimnüsz der universaltinctur zu kommen. Franckf. a. M. 1709 (buchtitel; vergleicht sich einem weiszen gummi oder wasser s. 34); ich schenke dir ... für deinen ersten sohn den wasserstein der weisen. Hagedorn 1, 116.
5068 Zeichen · 106 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wasserstein

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Wasserstein , des -es, plur. die -e. 1. Ein Gränzstein, welcher die Gränzen in den Flüssen, Bächen und Fischwassern …

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wasserstein

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Wasserstein , soviel wie Enhydros, s. Chalcedon .

  3. modern
    Dialekt
    Wasserstein

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wasserstein m. Spülstein, Gussstein in der Küche allg. Auf dem breiten nach innen ragenden Teile wird das Geschirr gewas…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wasserstein

13 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von wasserstein

wasserstern + -e + -in

wasserstein leitet sich vom Lemma wasserstern ab mit Suffixen -e und -in, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von wasserstein 2 Komponenten

wasser+stein

wasserstein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wasserstein‑ als Erstglied (13 von 13)

Wassersteingeselle

PfWB

wasserstein·geselle

Wasserstein-geselle m. : 'Dienstmädchen, Spülmagd, Köchin', scherzh., Wasseʳstääⁿg'sell [ LU-Friesh ]. Rhein. IX 307 ; Els. II 962 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wasserstein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wasserstein/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „wasserstein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wasserstein/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wasserstein". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wasserstein/dwb.
BibTeX
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