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sturzel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sturzel m.

Bd. 20, Sp. 695
sturzel, m. , truncus, auch stürzel, ferner in ähnlichen bedeutungen storzel, störzel (teil 10, 3, 445) und sterzel. zur wurzel *stt 'steifes, starres, trockenes', zu der auch sterz 'schwanz', sterzen 'emporragen; aufwärtsrichten', und 2sturz truncus (sp. 690) gehören, vgl. H. Schröder in idg. forsch. 18, 519; Walde-Pokorny 2, 630; in der bedeutung 'truncus' entsprechen norw. stert, start, engl. start, mhd. sterz, bair. starz. seit dem 14. jh. bezeugt (s. u. 3), heute besonders in md. mundarten, s. Bernd Posen 301; Hertel Thür. 240; Jecht Mansfeld. 109; Sartorius Würzburg 119; Follmann lothr. 511; Martin-Lienhart 2, 616; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 586; Wenisch nordwestböhm. 2, 89. 11) unteres ende, rest von pflanzen, 'strunk, stiel': krautstengel, sturtzel caulis Junius (1567) 128b; in alles volck da kam ein graus, den salvenstock den grub man aus, eine kröte lag unter der salven wurtzel, die hat vergifft des krautes sturtzel Frankfurter liederb. 350 Bergmann; ich glaub, er hab heilsame wurtzel mit samt dem kraut, stengel und sturtzel dem weyb gehalten für die nasen H. Sachs 14, 256 K.-G.; also ist ... die meynung entstanden, ob würde der mittlere sturtzel unter den rebenzaseln vom teufel stets abgebissen, auf dasz der mensch der wurtzel grosze kraft nicht theilhaftig werden könne J. G. Schmidt rockenphil. (1706) 2, 11. unteres oder restliches ende der getreidehalme: stoppel, stumpel und sturzel stipula Stieler (1691) 2225; sie ... traten die stürtzel oder stoppeln mit den füszen in den erdboden hinein G. Opitz merkwürd. nachr. (1748) 1, 147; so soll man das geringste getrAeide nicht weit davon in feine runde schober setzen, und dasselbe wohl aufeinander, dasz die ähren hinein, die stürtzel heraus kommen, einlegen schles. wirtschaftsbuch (1712) 160; (weizen) wird von der hitze, die den sturtzeln schädlich ist, bleich Zincke ök. lex. (1744) 3178. 'baumstumpf': also bistu minne zart, ein boum uz nutzes wurzeln gewachsen ab den sturzeln minneburg in mhd. wb. 2, 2, 646; so besonders in jüngerer zeit: sie (die mistel) kann im boden nicht gleich andern pflanzen wurzeln, nur nahrung saugen aus baumästen oder sturzeln Rückert ges. poet. w. 8, 432; (die weide) zerrissen in drei stücke, die trotz der trennenden lücke doch fuszen auf einem sturzel und saugen mit gleicher wurzel E. Ortlepp lieder eines polit. tagwächters 155; aus diesem ... durcheinander von ... sturzeln und schlamme ... wieder herauszukommen Brehm thierleben 6, 490; bildlich: ach, die ganze sumpfige gegenwart voll sturzeln und egeln hatt er mit einem fusze seitwärts weggestoszen Jean Paul 15-18, 109 Hempel; 'wertloser stumpf': doch neulich, als ich nach ihm (dem röschen) sah, stand nur ein trockner sturzel da, und nicht einmal ein keim zur frucht F. Rochlitz für ruhige stunden 1, 151; ob er da nicht recht thöricht handeln würde, wenn er einen alten dürren stürtzel ergreifen und ihnen damit zu leibe gehen wolte J. Chr. Edelmann bereitete schläge (1738) 12. 22) 'stumpf' in weiteren anwendungsgebieten: da wurde ihm die andere hand durch den hencker auch abgehauen, und der sturzel in eine aufgeschnittene henne gesteckt Ettner unwürd. doctor (1697) 949; ehe er davon bliebe, ehe lieffe er auf den sturtzeln fort, wenn er keine beine hätte Chr. Weise erznarren 219 ndr.; ein kind, an dessen linker seite man nur den stürzel von dem oberarm sahe Alemannia 18, 42; wenn diese schaufeln ungleich, ausgefressen und stumpf sind, mehr sturtzeln als ganzen zähnen gleich sehen allgem. haush.-lex. (1749) 3, 794; denn wenn die hare verrissen werden, so giebets gröszer schmertzen und stechen solche sturtzeln sehrer, thun auch den augen viel mehr schadens als wenn sie lang sein Bartisch augendienst (1583) 197; wehrte er sich mit dem degen in der faust, bis selbter mitten entzwey sprang; wormit er aber nicht lebendig in der Römer hände käme, schnitt er ihm mit dem übrigen stürtzel die gurgel ab Lohenstein Arminius 1 (1689) 811b. 33) 'stummel; stehengebliebenes ende; auswuchs, knorpel': es soll auch keiner seinem nachbahren zu dorf oder veld über die gesetzte stein und markung überzäunen noch viel weniger die sturzel oder den boden des zauns wie man es nennet seinem nachbahren zu entwenden (1712) Wintterlin württ.ndl. rechtsqu. 1, 89; sich, und schaw nu an, ... wie die sturtzeln von den rutten in den striemen und wunden sich eingefressen Butschky trostbächlein (1626) 193; stürzel, schenkel, knoten 'die beym abschneiden des knotholzes zurückgebliebenen enden' Nemnich wb. d. naturg. 583; besonders im weinberg die vorjährigen enden der reben', s. Weber ök. lex. (1829) 587: du snit abe sine (des weins) sturziln und pflanztis sine wurziln; des hat er lusticliche irvullit daz ertriche Nic. v. Jeroschin 310 Strehlke; das weich räbschosz so alle jar härfür schüszt, item räbblatt oder kabiszstürtzel Frisius (1556) 245a; stirzel an trauben, stirtzlen oder stengel gewinnen Maaler (1561) 389b; in mancherlei anwendungen: es hat aber solchs nüszlein allerley ungleiche und rauhe stürtzel, fast wie schupen W. Spangenberg anmüt. weiszheit lustgarten (1621) 616; s. Jakobs knie hatten stürtzel vornen von vil beten Keisersberg brösamlin (1517) 1, 30b; die sturzeln um diesen kopf zeigen sich in der scheide der laus durch verschiedene reihen kleiner häkgen, die sich in die haut einklammern J. Fr. Titius bedrachtung ü. d. natur (1783) 2, 95. 44) 'stütze, stützgestell', wahrscheinlich der bedeutung 'truncus, pfahl' direkt entsprechend, s. auch 2sturz 4: 'untersatz zum klöppelsack' Müller-Fraureuth obersächs. 2, 586; an der käsepresse: stürzel 'bei der alten einfachen hölzernen hebelpresse unter den unterstützungspunkt des hebelbalkens und auf den laddeckel gestellter holzstab' Martiny wb. d. milchwirtschaft (1907) 124; am spinnrad: (die mägde) holten einige stürzel (gestelle, auf die der rocken gesteckt wurde) aus der kammer A. Langer der prozeszgeist (1911) 111; weil wir dann nun seind bey dem grab, so mustu gar balt steigen nab und rausz reichen, was drinnen ist, ... dann der stein ist erhaben schon, und ein stürtzel darunter thon, das du gar wol kanst kriegen nein Ayrer dramen 2357 Keller. 55) 'vogelschwanz', wohl aus sonst gebräuchlichem sterz, sterzel (s. d.), etwa unter anlehnung an die bedeutung 'ende' von stürzel: der kropf und der stürtzel oder burtzel eines vogels le gavion et le crouppion d'un oiseau Duez nomencl. 29; s. auch Götze frühnhd. 212.
6493 Zeichen · 109 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sturzelst. M., sw. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    sturzel , st. M., sw. M. Vw.: s. stürzel

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SturzelDer, (das)

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der (das) Sturzel ,

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sturzel

    Goethe-Wörterbuch

    Sturzel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Sturzel

    Rheinisches Wb.

    Sturzel = kleines Ende, kl., dicke Person s. Storzen;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sturzel

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sturzel‑ als Erstglied (4 von 4)

Sturzelbock

PfWB

sturzel·bock

Sturzel-bock m. : ' Purzelbaum ', Stoʳzelbock (šdoʳdsəlbog) [mancherorts südl. VPf Bergz ( Kamm 63) PfId. 137 Zahn Einkehr 129], Stuʳzel- [ …

sturzelwerk

DWB

sturzel·werk

sturzelwerk , n. , zu sturzel ' strunk, stumpf ': ich musz mich bück- und krümmen, der sünder sturtzelwerk, dasz stets empor wil klimmen, au…