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wäschen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
5 in 4 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

wäschen st., schw.

Bd. 6, Sp. 1075
wäschen st., schw.: 1. 'mit Wasser (und Reinigungszusätzen, Seife u. ä.) von Schmutz befreien'. a. 'den Körper, Körperteile waschen', wäsche (wešə, węšə) [verbr., Bertram § 35 Christmann Kaulb 66 PfId. 150 Lambert Penns 177], wasche [vereinzelt (nach dem Schd.)]; Part. Perf. gewäsch [WPf], gewäsche [VPf], gewäscht [mancherorts SWPf westl. WPf KL-Lauhf PS-Claus, Hussong Kirkel 170]; Zs.: aus-, herauswäschen; sich die Hänn w. [KL-Ottbg]. Wäsch der emol dei Hals! [Feierowend 24/1955 2]. Deiⁿ Hoor misse gewäsch werre! [KL-Fischb]. Du hoscht e Gesicht, as wann de dich verzeh Dag net gewäsch häscht [RO-Alsbr]. Wann hoscht 'n du dich 's letschde Mol gewäsch? [RO-Semb]. Er wäscht sich de Schloof aus de Aue [KU-Schmittw/O]. RA.: gewäsche un geberscht (gestrählt) 'fertig gerüstet, wohlversorgt' [Spey, mancherorts]; ääm (geheerich) de Kopp w. 'jemanden gehörig zurechtweisen (sowohl verbal als auch tätlich)' [RO-Obd, verbr.]; sich w. wie e Katz 'sich flüchtig waschen' [ZW-Lambsbn, verbr.]; sich (iwwerall) sei Hänn (Finger) drin w. 'überall mitmischen, seinen Vorteil daraus haben' [LU-Alsh, mancherorts]. Der (Die, Das) hot sich gewäsche 'Der (Die, Das) hat es in sich, ist außergewöhnlich' [Land, verbr.]. Der hot sich (awwer) gewäsche 'Er hat sich eine Blöße gegeben, etwas verkehrt gemacht, einen Nachteil eingehandelt' [LA-Mörzh, LU-Opp LA-Gommh Venn]. Der hat sich gewäsch 'Er hat (auf Kosten anderer) einen Vorteil errungen, ein gutes Geschäft gemacht' [ZW-Battw, LU-Opp]. Er is met alle Wasser gewäsch (bloß met kemm gude), von durchtriebenen Menschen [KU-Diedk, verbr.]. Wäsch mer de Belz (Wäsch mich), awwer mach mich net naß, gesagt, wenn jemand die mit einer angenehmen Sache verbundenen Unannehmlichkeiten nicht wahrhaben will [Kaislt, mancherorts]. SprW.: Schwarz gebore esch Wische un W. verlore [BZ-Dierb]. Ääⁿ Hand wäscht die anner [LU-Opp, mancherorts]. BR.: Wann die Katz sich (iwwers recht Ohr) wäscht, gibt's Reen [KU-Wolfst, mancherorts]. Die Gäns wasche sich, die wolle Räje [ZW-L'wied]. Volksgl.: Wann sich die Katz (hinner de Ohre) wäscht, gebt's Besuch [BZ-Gossw, vereinzelt, Fogel Beliefs Penns Nr. 328]. Mer muß de Bobbelcher (klääne Kinner) immer s'erscht de Hinnere w. un dann 's Gesicht, do werrn se schää [Kaislt]. Zwische Chrischdag un Neijohr soll mer sich net w. oder rumstrippe (umkleiden) oder mer hot ken Glick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1354]. Rätsel vom Mühlrad: 's wäscht sich Daa un Nacht un wo länger als 's wäscht, wo schwärzer als 's werd [Hebel 114, KU-Bedb]. VR.: Herr N. N., was macht denn Ihre Frau? - Sie wäscht sich net un strehlt sich net un bleibt e aldi Sau [LU-Limbghf]. TL.: Mädel, wäsch dich, kämm dich, putz dich schääⁿ, / dann derfschde aa mit uf die Kerwe gehⁿ [LU-Opp]; Melodie s. Becker-Post Krott 117. — b. 'Kleider, Textilien waschen' [verbr.]; zu den verschiedenen, heute veralteten Waschtechniken vgl. neben den Zs. mit Wäsch(e)-, -waschen, bes. die Stichwörter Äscherich, bauchen 1, Blauel, bleichen 1, Lauge 1 a, Mangel2, Rumpfel 2 c, Seifenpulver, Sodabrühe, Stärke 2, sowie Müller Gerhardsbrunn S. 276-278, G. Altenkirch: Waschen in alten Zeiten. Gersheim-Rubenheim 1990; die Klaarer w. [KB-Kriegsf]. Die Kläärer misse emol gewäsche werre [LU-Alsh]. Mer dun heit w., vom Waschtag [Krämer Gal 239]. Mei Mudder wäscht un butzt als bei de reiche Leit [NW-Dürkh]. RA.: schmutzich Wäsch wasche 'Negatives hervorkramen' [LU-Opp]. Er will sich weiß w. 'Er will Vorwürfe, Schuld abwälzen' [LU-Opp]. Volksgl.: Ich hab geträämt, beim W. an de Bach isch uf emol trieb Wasser kumme, Vorzeichen für ein Unglück [LA-Gommh]. En nei Hemm muß mer w. eb (ehe) mer's aadut, schunscht wammer krank drin wärd, wärd mer nimmi gsund [Fogel Beliefs Penns Nr. 554]. Mittwochs derf mer nit w. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1330]. Wenn man an Fastnacht (zwischen Weihnachten und Neujahr) wäscht, stirbt jemand [KU-Herschw/Petth, LA-Birkw]. Wammer uf Quatember wescht, geht em e Stick Vieh dot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1310, Var. 1308]. a. 1460: hat den meden ... helffen buchen vnd weschen [KellR Lichtenberg]. a. 1515: Item 10d eyner meude hat zwey tage helffen weschen [GgHospR]. a. 1679: 5 tage wäschen und bauchen helfen [GgHospR]. — c. 'sonstige Gegenstände reinigen, abwaschen' [verbr.]; Zs.: ab-, an-, aufwäschen; Geschirrwäschen; Salat (Grumbeere, Obst, Buhne, Kraut) w. [LA-Nd'hochstdt, verbr.]; 's Audo w. [Kaislt, mancherorts]; Kees w. 'Käse während des Reifungsprozesses abwaschen', Frauenarbeit [KB-Kriegsf]; Budder w. 'durch Kneten die Buttermilch aus der frischgestampften Butter drücken' [KU-Bedb]. Gret, wäsch's Gescherr! [Bayer Hackm. 81]. RA.: Ich han'de Geldbeil gewäsch 'Das Geld ist mir ausgegangen' [KL-Erlb, mancherorts]. a. 1578: Item 6 albus dem Maier, weller faß gewaschen [WerschwSchR 109]. a. 1684: Die Fenster der Rats Stuben gewäschen [StArch. Kaislt (Bürgermeistereirechnungen)]. — 2. 'Wein mit Wasser versetzen, panschen' [WD-Niedkch]. Der Wein es gewäscht [WD-Niedkch]. — 3. 'schlagen, verprügeln, ohrfeigen' [verbr., Höh 137]; Zs.: darauf-, durch-, ver-, herunter-, hinan-, hinein-, hin-, überwäschen; Syn. s. verhauen, ohrfeigen; jemonnde enni w. [IB-Ensh (Glass 130)]. Wäsch em eeni hie! [SP-Mechth]. Ich han em e paar gewäscht [KU-Albess]. Der isch emol orndlich gewäscht wor [HB-Einöd]. Die henn druf gewäsche, was's Zeig g'halde hot [NW-Weish/S]. Ich wäsch der ää in die Halsankel [GH-Kuhdt]. Ich wäsch der änns uf de Kopp (die Nas, die Ohre) [KU-Körbn]. RA.: Ich wäsch der e paar, daß der Sihn un Heere vergeht [KU-Erdb]. Ich wäsch der ää, daß'd de Borrem sukscht (suchst) [NW-Freinsh]. Den wäsch ich uhne Wasser un Strehl [NW-Haßl]. Er hat en dumm un dorklich gewäsche [GH-Minf]. — 4. 'viel oder töricht reden, klatschen, ausplaudern, schwatzen' [mancherorts VPf, Klein Prov. 226]; vgl. Gewäsch; Zs.: zusammenwäschen; Syn. s. schwätzen 2. — Rhein. IX 276 ff.; Lothr. 531; Els. II 871.
5976 Zeichen · 149 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wäschenn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wäschen , n. bäschen, diminutiv zu wase ( s. d. ) ; in Mitteldeutschland z. b. in der Pfalz Autenrieth 150 und Nassau Ke…

  2. modern
    Dialekt
    wäschen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    wäsche n [waə fast allg.; wæə Str. W.; wáə Geisp. K. ; Part. kwaə O. Betschd. Hatten Bühl , kəwaə Bf. K. Z. Han. ; …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waeschen

5 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von waeschen

was + -chen

waeschen leitet sich vom Lemma was ab mit Suffix -chen, mit Umlaut-Wechsel.

waeschen‑ als Erstglied (3 von 3)

wäschenähen

DWB

waesche·naehen

wäschenähen , n. , subst. inf.: sie hatte sich nun erinnern müssen, dasz sie einmal das wäschenähen gelernt hatte Rosegger wildlinge (1905) …

Ableitungen von waeschen (2 von 2)

erwäschen

ElsWB

erwäsche n rein waschen. [tar Pètsèiχr e so trakik, mr wèis nə net tsə rwaəl] Mb.

verwäschen

PfWB

ver-wäschen st., schw. : 1. 'durch Waschen abnutzen'; e veʳwäscht Kläid [ WD-Niedkch ]. — 2. übertr. a. 'verschwenden'; seiⁿ Sach veʳwäsche …