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wälsch

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wälsch adj.

Bd. 27, Sp. 1327
wälsch, welsch, adj. romanisch, italienisch, französisch. eine ableitung von dem volksnamen Wahle s. oben sp. 544 f., entsprechend ndl. waalsch 'wallonisch', ags. wielise 'keltisch, normannisch', engl. welsh, anord. valskr 'normannisch', schwed. välsk, n. valsk, vælsk. 11) die form ist ahd. walahisc, walhisc, bei Notker walesc, walasc, mhd. walhisch, meist umgelautet wälhisch, zusammengezogen walsch, wälsch, welsch. im nhd. kommen zuweilen noch zweisilbige formen vor: wellisch fastnachtsp. 787, 27. Hutten 3, 489 Böcking; welisch Virgils Aeneis v. Murner J 3a. Aventin 1, 245, 36; wallisch Hock 36 neudr.; wahlisch (s. d.) Philander (gewöhnlich wälsch); wällisch Abr. a S. Clara Judas 1, 62, wellisch reimb dich 8; auch später bei Österreichern (z. b. Anzengruber) wälisch, wällisch. in wörterbüchern findet sich wällisch neben welsch bei Kramer (1719) 264a und Rondeau. jetzt haben die bair.-österr. mundarten walisch (neben walsch) Schmeller 2, 905. Hintner 238. Frommann 5, 255 (Kärnten). auch in Siebenbürgen heiszt es walesch Kramer 138. mit eingeschobenem t kommt in Tirol waltsch vor Frommann 4, 342, für die Schweiz gilt wältsch Tobler 439. Hunziker 286, auch schon in älteren quellen wältsch (Maaler in zusammensetzungen, Guler v. Weineck 7a), weltsch (J. von Watt 1, 188, 7. 3, 161, 42 u. ö. Stumpf 2, 617a. Forer u. a.). die schreibung ist im älteren nhd. meist (mit e) welsch, wie auch alle wörterbücher vor Adelung haben (doch s. oben Kramer und Rondeau); dieser hat sich aus etymologischen gründen für wälsch entschieden, und so steht auch bei Wieland, Voss, meist bei Göthe in der ausgabe letzter hand (oft auch welsch) und vielen andern. doch ist durch die neue amtliche orthographie jetzt welsch vorgeschrieben. 22) im mhd. und älteren nhd. ist das wort im eigentlichen sinn durchaus gebräuchlich, und zwar ist als bedeutung die allgemeine von 'romanisch' anzunehmen, so dasz es entweder überhaupt den gegensatz zu deutsch bildet oder, auf eine der romanischen nationen gehend, für 'italienisch' oder 'französisch', seltener 'spanisch' oder 'rhätoromanisch' steht. vom 16. jahrh. an tritt die bedeutung 'italienisch' in den vordergrund (die erst gegen 1800 zu veralten beginnt), doch bleibt wälsch für 'französisch' landschaftlich üblich und wird auch in der allgemeinen schriftsprache gebraucht, wenn der gegensatz zu deutsch betont werden soll. 2@aa) allgemein: als der von Tristande seit, die rihte und die wârheit begunde ich sêre suochen in beider hande buochen walschen und latînen. G. v. Straszburg Tristan 159; so wöllend yetz die tütschen cantzler ... uns wider zuo latin bringen .., wöllend also unser tütsch, so ein ehrliche spraach ist, verachten, bruchend ouch etwa wälsche wort, so doch all ander spraachen die unser nit ansehend. Tschudi Rhetia (1538) O 4b bei Wackernagel leseb. 3, 1, 386; da ward aber ein mal ein grOesse versamlung inn der gantzen crystenhayt, welschen und tyschen volck, von allen nacyonen wider den grossen widercrysten, den Tyrcken. Dreytwein Eszlingische chronik 27, 3 Diehl; die Spanier und ander welsch kriegsvolk des keisers Caroli. Zimmerische chronik2 3, 553, 2; der gesellschaft, die den Teutschen treibet von dem rükken weit fremder zungen joch und peutschen, welscher sprachen dienstbarkeit. Moscherosch bei Hille der teutsche palmenbaum (1647) **** 5a; doctor Schottel hats gethan, dasz die pracht der welschen zungen durch die teutschen ist verdrungen auf der streit- und siegesbahn. Rist Parnasz 464; er hatte in deutschen und wälschen landen viel abenteuer überstanden. Wieland 21, 31 (Gandalin 2, 105). 2@bb) italienisch: dâ von solt du vernemen hiute, ob dir eîn welhischer man lîht ouch des gesagen kan tiuschen daʒ dir müge gevallen. Thomasin v. Zirclaria d. wâlsche gast 97; er klûbte (das ungeziefer) dort, er klûbte hie: der tac im gar dâ mit zergie. mit solher kunst ein wälsch man niht beʒʒers möht dô hân getân. Ulrich v. Lichtenstein frauendienst 342, 11; da seyt man von dem welschen krieg (in Italien). Brant narrensch. 91, 5; ob dann schon Rom thAet bauwens not, wie darff man drumb auff setzen gbot den Teütschen, und uns heyschen an, das Walhen basz zuogeben han? warumb würt nit die wellisch art mit ablas so beschwäret hart? Hutten 3, 489 Böcking; und das weib schryr: magnifica munsör, misericordia! und thet in welscher sprach da sprechen. H. Sachs 17, 266, 5 Keller-Götze; sind da all welsch fürsten und teutsch und französisch fürsten selb persönlich da gewest. Mülichs Augsburger chron., städtechron. 22, 152, 17; dieselb welsch sprach naigt sich mit vil worten der lateinischen sprach zu. weiszkunig 143, 14 Schultz; es war aber ein man zu Cesarien, mit namen Cornelius, ein haubtman von der schar, die da heisst die welsche (τῆς καλουμένης Ἰταλικῆς). apostelgesch. 10, 1; ungarische, wälhische, französische, dennische, englische geschicht. Aventin 4, 7, 6 Lexer; dem welschen sprichwort nach ... chi bene stà, non se muove. Lünig europäische staats-consilia 1, 742a (1610); wann aber gleichwol unsere löbliche hochteutsche sprache sich nicht minder als die frantzösische in allerhand kurtz und lange reim ... bequehmen lesset, und in dem auch der zarten welschen sprache selbst ... vorgehet. Bartas, die andere woche, übers. von Hübner (1622) vorrede 3a; so waren die Italiäner bemühet, ihrer welschen, und die Franzosen ihrer land-sprache aufzuhelffen. Herdegen hirten- und blumen-orden (1744) 2; die ausleger englischer, französischer und welscher dichter. Hagedorn 1, xxvii; ich kündige zugleich dem publiko ein werk an, welches in welscher sprache ... im künftigen frühjahre zu Rom erscheinen wird. Winckelmann 3, xvii; unser durch griechische, lateinische, wälsche und französische töne verwöhntes ohr. Wieland suppl. 6, 244; lasz die wälsche klangmethode der kanzonen und sonette, bleib bei deiner sapph'schen ode! Uhland ged.2 168. auch vom altrömischen wird das wort gebraucht: daʒ geschach vor einer phortin zu Rome, die hieʒ porta latina, die latenische phorte oder die weilische, weder ir wolt. Leyser deutsche predigten des 13. u. 14. jahrh. 77, 38; Tarquinius Priscus ... hat den kryechischen kopff mit der wellschen geschicklicheit vermischet. Eppendorff römischer historien abkürtzung (1536) 5; Marcus Aurelius, ein hauptman über die viert legion des welischen kriegsvolks. Aventin 1, 245, 36. dasz das wort bis weit ins 18. jahrh. hinein für 'italienisch' üblich bleibt (vgl. namentlich oben die stellen, wo es neben französisch steht), ergibt sich auch aus den angaben der wörterbücher, die es meist als einzige bedeutung haben: welsch, d'Italia, Italiano. Krämer 1226b; welsch, Italicus. Stieler 2423; welsch, Italus. Dentzler 2, 347b; welsch, italiänisch, Italien, d'Italie. Rädlein 1045a; welsch, Italicus. Frisch 2, 438a; welsch, wällsch, wällisch, Italien. Rondeau; welsch, wällisch i. e. italiänisch. Kramer (1719) 264a; welsche sprache, lingua Italica. Stieler 2423; die welsche oder italiänische sprache. Rädlein 1045a. Rondeau; italiänisch, die welsche sprache. Ludwig 2443; die welschen vogteien (in der Schweiz), provinciae transalpinae. Dentzler 2, 347b; ein welscher capaun, ein verschnittener sänger, a gelded Italian singer. Ludwig 2444; ein welscher kauffmann, an Italian merchant. ebenda. dagegen sagt Adelung einschränkend, das wort sei als 'italiänisch' noch in manchen oberdeutschen provinzen gangbar, werde aber im hochdeutschen wenig mehr gehört. 2@cc) französisch: diz buch ist franzoys unde walsch, sin fuge ist gantz und ane falsch. zu Kriechen was sin erste stam, in latin eʒ dannen quam. hinnen ist eʒ an daʒ welhische kumen. Herbort v. Fritzlar liet von Troye 51; od swer hie wälhisch sprâche kan, Franzois od Brâbant, die jehent und volgent dîner hant. W. v. Eschenbach Parz. 85, 18; von Wirzeburg ich Cuonrât von welsch in tiutsch getihte mit rîmen gerne rihte daʒ alte buoch von Troye. K. v. Würzburg troj. krieg 267; di tavelrunde ist anders nicht, als uns die welhische sprach gicht, als ain sineweler tisch. H. v. Neustadt Apollonius 1875 Singer; eyn adeliche burgerschafft (Freiburgs), schöner, dapffer, mannlicher krafft, wol beredt in allen sachen, ja beyd in tütsch und welscher sprachen. Stumpf die dreyzehen ort, blatt L (neujahrsblatt hg. v. d. stadtbibl. Zürich 1890); die welschen herrn in Provintz und umb Avian. städte chron. 22, 17, 6 (1375); und kam der apt von Sant Bernhartzberg und ander wAelsch heren. chronik der stadt Zürich 205, 7 Dierauer; so Sweiz vor kurzen jaren nur ein einigs dorf ist gewesen, und iezo so vil land und leut (teutsch und welsch) und mechtig reichstet under im begreift. Aventin 4, 213, 33 Lexer; kaiser Karl wär ein halber Walch und Frantzos, het welsch sitten glauben breuch angenommen, verderbet ganz Teutschland, das solt frei sein. 5, 130, 1; in tütsch und welsch statt und land von des tantzens, singens und schreyens wegen; jetzmalen abstellen. Haller Bern in seinen rathsmanualen 2, 330 (1543); und lyff das welsch vollck gar ser auss Luttryngen. Dreytwein Eszlingische chronik 9, 22 Diehl; er hab ihnen globt und versprochen, kein welsch kriegsvolck in die statt zuolegen, welches er eben so wenig gehalten, sondern Frantzosen und Picarden in alle häuser gelosiert. Wurstisen Baszler chronick (1580) 538; auch in dissem jar sind viel verloffene Welschen und Niederländer hierher kommen ... und ist des hudelmansgesindels so viel geworden, dass die stadt gar noch den dritten theil welsch gewesen. Büheler chronique Strasbourgeoise 82 Dacheux; als der Delphin noch auff welschem boden war, da schickte hertzog Ludwig, der pfaltzgraff, ihm seine rhät entgegen ... die kamen gehen Luders zu dem Delphin. B. Hertzog Edelsasser chronick (1592) 2, 117. schon im 16. jahrh. findet sich wälsch als 'französisch' hauptsächlich in quellen aus dem südwesten, wo es in diesem sinn der volkssprache verbleibt (8). hier erhält es sich auch im litterarischen gebrauch (vgl. auch 4 Wälscher und 5 wälsch), doch vorzugsweise mit herabsetzendem nebensinn, der dem worte in der bedeutung 'französisch' besonders seit der zeit der sprachgesellschaften anhaftet (7). so hat z. b. auch der junge Göthe wälsch gebraucht. als schriftsprachlich galt wälsch 'französisch' im 18. jahrh. aber nicht, Rondeau kennt es nur aus 'einigen provinzen', Frisch weist es der pöbelsprache zu (auch das nouv. dict. 718b bezeichnet die welsche sprache 'langue française' als vulgär), Adelung nennt es veraltet und nur in einigen namen (die wälsche Schweiz, Wälsch-Neuburg, Wälsch-Flandern) noch üblich. allgemeiner verbreitet war der ausdruck die wälsche kirche für die hauptsächlich von Wallonen begründeten französischen kirchgemeinden in Deutschland: die welsche, wälische oder frantzösische kirche. Ludwig 2444; die welsche kirche, l'église Valonne. Rondeau. die verschärfung des nationalen gegensatzes zwischen Deutschen und Franzosen zur zeit der Napoleonischen kriege liesz dann wälsch als 'französisch' wieder mehr aufkommen. 2@dd) gelegentlich kommt wälsch auch in dem sinne von 'spanisch' vor: und wärstu (der als pilger verkleidete könig von Spanien) nit ein welscher man, ich vorgäb dir wie den teutschen hunden. Uhland volksl. 801; mein welsch gesind müszt sterben vor hunger und verderben in schnee zu winters zeit. Opel u. Cohn 30 jähr. krieg 324 (klaglied des duc di Feria wegen seines hinscheidens aus Hoch-Deutschland ... in Hispaniam 1634); da begab sich, das zwen Spanier oder welschen vaquin ... umb ein gewette lieffen. Zimmerische chronik2 3, 577, 28. 2@ee) wälsch wird auch für 'rhätoromanisch' gebraucht, wofür sich dann churwälsch festsetzt: dann ob wol die Rhetier ... ihr land erweyteret, und bisz an Bodensee erstreckt, und allenthalben den wonungen rhetische oder weltsche namen geben haben. Stumpf Schweytzer chronik 2, 617a; so ist zwar das landvolck in denen thälern und fläcken ... seid der Retier anfang allweg welscher sprach gewesen. Guler v. Weineck Raetia (1616) 6a; seind dermassen unter die wältschen Rtier kommen. 7a. 2@ff) wälsch für 'wallisisch' steht unter dem einflusz des engl. welsh, ist aber im grunde dasselbe wort: bêde schottesch und walsch wart dâ gerüefet sunder valsch. W. v. Eschenbach Parzival 357, 7; wan diu stat und der sal (des königs Artus) in welhischer stimme hal. H. v. d. Türlin crone 16932; das kein könig grössern auszschus von jung und lustigen leuten zum krieg in seinem lande machen könne, dann der könig von Grosz Britannien, weiln da die englische, schottische, welsche und irische leute weren. Ferdinand Albrecht v. Braunschweig wunderliche begebnüssen (1678) 223; der könig Arthur ist der mittelpunkt der uralten wälschen nationalsagen. San-Marte die Arthursage 3. 33) in diesen bedeutungen erscheint das wort namentlich auch in bestimmten verbindungen. 3@aa) wälsches land, auch häufig im plural: welischelande, Italia, Gallia. voc. theut. (1482) nn 6b. 3@a@aα) allgemein 'romanische länder', im gegensatz zu Deutschland, auch gern zusammenfassend deutsches und wälsches land: kumt er (der Jakobspilger) in die welschen lant, er findt kein teutschen priester. Uhland volksl. 798; er (der papst) sante sîner brieve schrift in dûtsche unt welsche lant. Ebernand v. Erfurt 1081; nun bleibt Leipzig noch wol ein stat, weil sie den preis behalten hat in teutsch und welschem lande. Liliencron hist. volksl. 4, 549, 58 (1547); Sachsen das haus ist es genant, in welsch und teutschen landen bekant. 4, 593, 9 (1552); darnach waren grosse erdbiden erhört in teütsch und welsch landen. S. Franck t. chronic 219a; allenthalben in teutsch und welschen landen. Frey gartengesellschaft 5, 30 Bolte; vom überrechnen der würt, darinn ordenlich begriffen, was sie für breuch in teutschen und welschen landen haben. Montanus 435, 8 Bolte; was vor gefährliche kriegsverfassungen uns vor der nasen und von unsern nachtbarn ... ins werck gerichtet, auch für ansehliche summen gelts in teutsch- und welschen landen hierzu contribuirt und gestewrt, das ist landtkündig. auffrichtiger teutscher soldaten regul (1620) 19. beide wälsche länder: ein werck ... desgleichen man nicht findt in dem gantzen teutschen landt oder auch in beyden welschen ländern, das ist der wunderhübsch und hoch thurm. Münster cosmographey (1588) 656. 3@a@bβ) Italien: doch über alle welhische lant, dâ nanden die liute in niht anders wan Kuonradin. Ottokar reimchr. 2720 Seemüller; das er (Eneas) von Troy solt ylendts fliehen und in die welschen lender ziehen. Murner geuchmatt 2391 Uhl; ein saum von wælhischem lande gibt ainen helbelinch (zoll). stadtbuch v. Augsburg 30, 6 (1276); und trinket man ir (der orangen) saf für die hitz sumerzeiten in wälhischen landen. K. v. Megenberg 318, 18; Lotharius II richsete 2 jor in welschen landen. Closeners Straszburger chron., d. städtechron. 8, 35, 1; da gewan der kunig von Franckreich in welschen landen ain stat, haist Pressa (Brescia). Rems Augsburger chron., d. städtechr. 25, 3, 6; das kumpt als (alles) usz welschen land und Frankreich. Keisersberg narrenschiff (1520) 28b; und fand einen jüden .., welcher war newlich aus welschemlande (ἀπὸ τῆς Ἰταλίας) komen sampt seinem weibe Priscilla, darumb, das der keiser Claudius geboten hatte allen jüden, zuweichen aus Rom. apostelgesch. 18, 2; grosz wassers macht hat Lucaniam vom welschen landt abgeteylt, und zur insel und nammen Sicilie gemacht. S. Franck weltbuch (1542) 2a; von Italia, welschem land und Lombardei scheiden's (Germanien) groszmechtig sê, der grosz sê, der Comer- und Gardsê, Berner Clausen, Friaul und Venediger herschaft. Aventin 4, 54, 5 Lexer; so wird auch welschs land genant Gallia togata. 4, 224, 28. bair. 's walisch land Schmeller 2, 905. 3@a@gγ) Frankreich: tregt man in (den bischöfen) ir lang vell nâch in wälhischen landen (lat. in partibus Galliorum). K. v. Megenberg 214, 4; wie daʒ sich ain gros volck von herren, rittern und knechten in wAelschen landen gesammet habe und die ietzent gegen úch und gegen ElsAeʒ dem lande usz her ziehen. urkundenbuch der stadt Straszburg 6, 214 (Rottweil an Straszburg 1388) Fritz; vor zyten was in welschem land höflichs erbietten wol erkandt; ein yeder sich zuo mir erbot, tout voster syn in myner not. Murner narrenbeschw. 88, 1. 3@bb) das wälsche gebirge, die alpen: so wart Bruno sin broeder ein vurweser der lande up dissit des welschen gebirges gemacht. Koelhoffsche Kölner chronik (1499), d. städtechron. 13, 440, 27; der man ist yrgend am welschen gebirge und ynn Schweitz geborn. Agricola sprichw. 1 (1530) 7a; Beyern ... ist ein weitte gegne .., gegen mittag ans welsch gebürg ... stossende. S. Franck weltbuch (1542) 54b; wie nun Hannibal pis an das welsch pirg kummen wär. Aventin 4, 451, 15 Lexer; dasz ich von Rom übers wälsche gebirge hieher gezogen bin. Luther tischreden 3, 184 Förstemann; durch das welsch gebirg oder durch die alpen auff Venedig. Laur. Albertus deutsche grammatik 147 Müller-Fraureuth; hierauff sindt sie (von Rom aus) des keisers heer über das welsche gebirge, bis inn Franckreich gefolgt. Pomarius Magdeburgische stadt-chronick (1587) E 2a; Andreas Alciatus ... schreibet, dasz ein bäpstlicher ketzermeister und hexenbrenner habe in eim bisthumm am welschen gebirge über hundert hexen verbrant. Lerchheimer wider den hexenwahn 117, 19 Binz. 3@cc) die wälsche meile, die römische, kleine meile (vier bis fünf auf eine deutsche meile gerechnet): welsche meile, spatium mille passuum. Stieler 1219; eine welsche meile, an Italian mile. Ludwig 2444; nu ritens eine wîle, wol eine welsche mîle. Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 4662; di (burg) ligt Mirmidone pey näher dan walscher meyle drey. H. v. Neustadt Apollonius 19967 Singer; also fuer er ... wol vierczig welscher mil (daʒ sind hie ze land wol 15). deutsche volksbücher 278, 22 Bachmann u. Singer; als die Frantzosen uff acht welsch myl by Rom sich wider sammleten, zug in Camillus entgegen. Livius von Carbach (1514) 55a; auf 100 weltsch meil wegs. Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 1, 49, 21 Götzinger; in ihrem umbkreisz 8 welscher oder 2 teutscher meilen. Stumpf Schweytzer chronick (1606) 1, 8b; do alweg tausent schrit für ein welsche meil, fünff schuoch für einen schrit, und am himmel dreyhundert sechtzig stapfflen, yede für achtzehendhalb teütscher, aber für achtzig sieben und einhalb welsche meylen gerechnet werden. Joh. Herold heydenweldt (1554) k 1b; dahin werden inn 900 welscher meiln von Marsilien ausz gerechnet ... deren 3 ein frantzösische leucam oder meiln machen. Rauwolf raisz (1582) 14; 5 welsche oder eine teutsche meil. Eiszlingen italiänischer wegweiser (1664) 17 (aber: 12 welscher oder drey teutscher meilen. 18); er seye 5 welsche meil unter dem wasser geschwommen. Abr. a S. Clara Judas (1687) 1, 265. 3@dd) wälsche uhr, die italienische mit sonnenuntergang beginnende stundenrechnung: umb 2 wälscher uhr in der nacht gieng das leyden an. Ferdinand Albrecht von Braunschweig wunderliche begebnüssen (1678) 162. 3@ee) wälsche krone, eine italienische goldmünze (vgl.krone III, 1 theil 5, 2376): welsche krone, coronatus Italicus, scutus aureus. Stieler 1041; nummus aureus Venetus. Steinbach 1, 940; écu Romain. Rondeau. 3@ff) wälsches lehen, ein lehen, bei dem nicht wie nach deutschem lehensrecht die frauen von der lehensfolge ausgeschlossen waren: es hât enpfangen Henman von Durnicht ... 6 ℔ pfennig geltz in dem banne ze Bölle ... und 24 hnre, und ist welche (l. welsche) lehen. das habsburgische urbar 2, 1, 416, 14 (1361) Maag (quellen zur Schweizer gesch. bd. 15, 1). 44) das subst. masc. Wälscher tritt allmählich an die stelle des älteren Wahle, vgl. oben sp. 547 f. die bedeutung ist wie bei dem adj. eine schwankende, aber bis um 1800 vorwiegend die von 'Italiener'. 4@aa) allgemein 'Romane': 's ist nichts mit den Hispaniern, sag ich euch, die Welschen alle taugen nichts. Schiller 12, 170 (Piccol. 4, 5). zusammenfassend mit Deutscher: deszhalben man noch immer seit herlich begehn thut sein hochzeit, bei Teutsch noch Welschen mangelt nit. Wickram 7, 161 (met.) Bolte. luxemb. dem Deitschen ann dem Wälsche schöllich sin 'der ganzen welt schuldig sein'. Gangler2 474. 4@bb) Italiener: der Wallisch (vorher sind die Franzosen und Spanier genannt) hat die forchtsam lieb, die schiech und eyffert gern. Hock blumenfeld 36 (22, 3) neudr.; ihr (Deutsche) seyd recht wie die affen, nach Welschen und Frantzosen gaffen, so wol nach Böhmen, und dergleichen, die eurer lande grentz erreichen. Weidner apophth. 5, 31; der Frantzmann bricht die red, hält sylb und hertz zurücke, der Welsche fälscht das wort, steckt insgemein voll tücke. v. Abschatz ged. 181; der, wenn er wieder kommt (von reisen), die schwindsucht am verstande, den durchlauff aber gar im beutel mit sich bringt, und weiter nichts gelernt, als wie der Welsche singt, und der Frantzose tantzt. Günther ged. 1086; wer weckte Wälsch' und Franken und Angeln zu gedanken? des liedes mus' allein. Voss 5, 211; versichert euch der Spanier und Welschen. Schiller 12, 163 (Piccol. 4, 4); Italicus, Welscher. Diefenbach gl. 310c. nov. gl. 223a (vgl. auch sp. 546. 7); ein teutscher edelmann (in Rom) ... welcher one das den Welschen in sunderheit mit irem pomp und bracht feindt was. Frey gartengesellschaft 93, 16 Bolte; gleichwol den Welschen und Franzosen in iren historien nit jedesmals zu trawen. Zimmerische chron.2 1, 149, 1; die Wälischen sind wohl so seltsam, verkehren sich oft. erzherzogin Maria briefe 29 Khull (1598); weil könig Eittel ... mehr zu gut römisch sein wolte, ... schlug sich der adel zusammen .., denn man hette daran einen eckel, das er unter den Welschen zu Rom erzogen worden. Cyr. Spangenberg Mansfeldische chronica 1, 38a; wann der Frantzmann, der Welsche, die Römer, ihre an- und zugehörige wörter, von diesem brief und lied absondern ... solten. Hille der teutsche palmenbaum (1647) 135; der jtztregierende römische käyser ist ein gebohrner Teutscher und kein Römer oder Wälscher. Rist das friedewünschende Teutschland 6 Schletterer; es ist handgreiflich und gestanden, dasz die Frantzosen, Welschen und Spanier ... sehr viel worte von den Teutschen haben. Leibniz unvorgreifl. gedancken § 42; diesem ward ... von den Frantzosen, Welschen, Hungern, Dähnen, Böhmen so viele zu thun gegeben. Micrälius altes Pommern 2, 179; es ist doch sonderbar, wie weit sich hier der deutsche geschmack von dem welschen entfernet! dem Welschen (Gozzi) ist Voltaire zu kurz; uns Deutschen ist er zu lang. Lessing 7, 73; es wäre wohl zu wünschen, dasz sie (unsere schauspieler) etwas von der delikatesse der Wälschen hierin hätten. Seume 95a (spaziergang). auch auf die bewohner des alten Italiens übertragen: es gefiel mir auch sogar, mich lateinisch zu benennen. was die Wälschen an mir sahen, dünkte sie ganz wälsch zu seyn. v. Schönaich Hermann 31. dasz Wälscher 'Italiener' im 18. jahrh. noch ganz geläufig ist, geht auch aus den wörterbüchern hervor: die Welschen, the Italians. Ludwig 2443; Welsche, die Italiäner. Frisch 2, 438a; Italus, Italiäner, Welscher. Kirsch 1, 670. noch in Webers lat.-d. wb. (1807) 1, 1107 heiszt es Italus, Italiäner, Welscher. 4@cc) Franzose: Gallicus, Welscher. Diefenbach gl. 256c. nov. gl. 188b; sagt man, weren (bei dem sturm) die Welschen eirst, die Italianer darnach, abgetriben. buch Weinsberg 3, 309 (1586) Höhlbaum; ein Weltscher (französischer Hugenott) von Schönaw. neues archiv f. d. gesch. d. stadt Heidelberg 2, 110 (1600); die Welschen, Spanier und Italianer nennen die Teutschen ... Alemannier. Ch. Lehman chronica der statt Speyr (1612) 2a; die pyrenæische berge scheiden die Spanier und Welsche. J. B. Schupp schriften 390; es brach die Wälschen und hob unsern muth (in der schlacht bei Gravelingen). Göthe 8, 174 (Egmont 1). 4@dd) Spanier: haben sey (die bürger von Konstanz) seych so daffer gewert ... das sey der Spanegeller ein gut täyl um haben bracht ... doch haben dey Wellschen ein forstatt abgewonnen. Dreytwein Eszlingische chronik 34, 10 Diehl. 4@ee) Rhätoromane: in allen disem stärbet ist khein pfarrer in gemeinen 3 pündten, ouch nitt der Wälschen, der eeren gesyn, der ... uns mitt einem trostlichen wort zuogesprochen. Bullingers korrespondenz mit den Graubündnern 2, 724 (J. Fabricius an Bullinger 1566). 4@ff) Walliser: die Welschen sind nachkömmlinge der alten Britten. Zedler 54, 1609; da die Sachsen sich des ganzen flachen landes bemächtigten, so wurden die Welschen oder alte Britannier in engere gränzen eingeschlossen. geographie, geschichte u. statistik der vornehmsten europäischen staaten (1785) 3, 469. 4@gg) einem appellativ nähert sich das wort, wenn es bestimmte klassen von Italienern bezeichnet, vgl. Wahle 6. 4@g@aα) gold-, erzsucher: es sindt auch zum offtern mahl auff gemeltem berg und seinen grentzen frembde leuth, als Ziganer und Welschen, gefunden worden, die dieses bergs natur und reichthumb auszgespehet und erkundet haben. Quadt v. Kinckelbach teutscher nation herligkeit (1609) 85; wann sich in bergen und thälern die Venetianer und Welschen offt sehen lassen, und gefüllte rantzen daraus tragen. minera arenata2 (Regensb. 1716) Q 8. 4@g@bβ) krämer, hausirer: bair. walisch 'italienischer krämer'. Schmeller2 2, 905; von den Savoyern, Welschen oder andern, so sammet ... führen. würtemb. zolltafel (1651) 12. 4@hh) aus unterdrückung eines subst. erklären sich einige andre appellative gebrauchsweisen. 4@h@aα) am Mittelrhein ist wälsch oder wälscher s. v. a. wälscher hahn, truthahn. Crecelius 904. Askenasy 127. 4@h@bβ) von traubensorten: schwarzer wälscher, fleischtraube, weiszer wälscher, gelber Orleans. Krünitz 237. 196. Pritzel-Jessen 447b. vgl. wälsche, die petersilientraube, vitis laciniosa. Borkhausen forstbot. 2, 1029. 4@h@gγ) in Schwaben ist wälscher ein wollener unterrock. Schmid 526 (daneben wälsch 'ein weibliches oberkleid von grünem friesze'). 55, 5@aa) für 'wälsche sprache' musz im ahd. das subst. fem. walahisca üblich gewesen sein, mhd. diu wälhische, wälsche 'italienische, französische sprache': du (Deutschland) hâst dicke gern vernomen, daʒ von der welhsche ist genomen, daʒ hânt bediutet tiusche liute. Thomasin v. Zirclære d. wälsche gast 94; dâ sî (die aventiure) geschriben hât ein man, der ir im wol ze tihten gan von der wälsche in diusche zungen. Wirnt v. Gravenberg Wigalois 296, 39; da was ich (die aventiure) do bi den tagen in wAelsche verborgen unz nu an dise selben zit das du mich begundost tihten. Rudolf v. Ems Willehalm v. Orleans 2253 Junk. darauf geht das adv. mhd. in wälhischen, wälschen zurück: Alberîch von Bisinzô der brâhte uns diz lît zû. er heteʒ in walhisken getihtet. Lamprecht Alexander 15 Kinzel; dar an begunde ouch kêren ir flîʒ diu frömde Welhîn, unze daʒ diu kunigîn in welschen dicke wider sî sprach. Fleck Flore u. Blanscheflur 541. bei Notker in walescun 'in romanischer volkssprache': Romani chédent in wálescun (vulgariter) fure decies centum dêscent. ps. 89, 4 (2, 378 Piper); electrum dáʒ héiʒet in wálascun smaldum. Mart. Capella 1, 11 (1, 707, 28 Piper). 5@bb) im nhd. tritt dafür das subst. neutr. wälsch ein: wälsch reden, verstehen, können, des wälschen kundig sein u. s. w. 5@b@aα) die bedeutung kann die allgemeine von 'romanisch' sein: ich kenn dich wol (das geiszlein den wolf), dîn stimme ist välsch, dich hilfet weder tiutsch noch wälsch. Boner 33, 22. mit näherer bestimmung: dasz darausz (aus dem lateinischen) ... allerlei zerbrochen sprachen, die man darnach weltsch oder wälhisch genent hat, worden sind. daher nun spanisch und frantzosisch und langbardisch oder italianisch weltsch komen ist. Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 3, 161, 42 Götzinger; Johannes Gerson, in einem büchlin, das er in frantzösischem welsch gemacht hat. Keisersberg eschengr. 67b. 5@b@bβ) Italicum, walisch. Diefenbach nov. gl. 223; welsch reden, parlar Toscano, Italiano. Castelli 349a; welsch oder italiänisch reden oder sprechen. Rädlein 1045a; welsch können, welsch reden können, die welsche sprache reden können, to speak Italian. Ludwig 2443; er kan kein latin, noch welsch. Pauli schimpf u. ernst 73 Österley; ein kauffmann ausz dem Schwabenland schicket einen jungen diener in Italien ... dem jungen aber kam es seer übel, dann er desz welschen gar nit bericht was. Wickram 3, 87, 15 (rollw. cap. 65) Bolte; seine bücher waren becher, sein lateinisch reden war proficiat, sein wällisch reden war brindisi. Abr. a S. Clara Judas (1687) 1, 62; so müssen wir verkehren der muttersprachen zier; da mischen wir mit ein (ob wir schon nichts verstehn,) franzosisch, welsch, latein. satyra wieder alle verterber der teutschen sprache, Weimarisches jahrbuch 1, 297; man höret euch latein, frantzösisch, welsch und was für sprachen nöthig sein den hoffeleuten, herr, so reden und verstehen, dasz ich mein' eigne lust gehöret und gesehen. Rist Parnasz 230; Isegrim sagte: was sollt' ich nicht lesen! das wäre mir seltsam! deutsch, latein und wälsch, sogar französisch versteh' ich. (ja, düdesch, walsch, latin, ok franszosz dar by. Reinke 2776.) Göthe 40, 120 (Reineke fuchs 8). auch für 'lateinisch': dasz aber die Römer auch die Teutschen barbaros haben genant, ist ir brauch gewesen, alle die so nit under irem scepter römisch seind gewesen, und welsch geredt, die barbaros zu nennen. S. Franck teutscher nation chronic, vorrede aa 6b. schon in der Wiener handschrift der Notkerischen übersetzung der fides S. Athanasii begegnet walahisgen 'latine' (3, 382, 3 Piper). 5@b@gγ) französisch: der buschof van Luitghe, der konde latin, welsch und duitsch. d. städtechr. 12, 384 (Köln 1463). im 17. jahrh. ist wälsch 'französisch' nicht allgemeine üblich, doch kommt es mit einem bestimmten gefühlswert vor, wo es zwar allgemein, im gegensatz zu deutsch steht, doch wird vorzugsweise an 'französisch' gedacht: die glerten nit allein verenderns in gemein, sondern frawenzimmer zart reden wälsch und latein nach art, deutsch zur galanterey nicht kleckt wie gutt es sey. Hock blumenfeld 132, 30 neudr.; ihr mischet teutsch, welsch und latein. Weckherlin 1, 270 (od. 2, 29, 3) Fischer; warumb darf ohn ein narrenkapp ein narr halb welsch und halb teutsch glotzen? warumb doch will ein ieder lapp für gut teutsch a la mode kotzen? ... wer teutsch ist, der red auch gut teutsch, wie der Welsch will gut welsch parlieren. 1, 512; so dem gehört ein narren-kolb, der teutsch und welsch zusamen waschet. 513; deszwegen ein anderer an mich setzte mit frantzösisch ... ey herr, sprach ich zu diesem, ich bin teütsch, ich kan kein wählsch. Philander 2, 35. 5@b@dδ) rhätoromanisch: in Prätigow (Rhetigow a Rhetis veteribus) hat man in kurzen jaren gar weltsch geredt. Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 2, 226, 22 Götzinger; darausz (aus den ortsnamen) etwas muotmassung möchte geschöpfft werden, wannenhär die ersten stiffter geweszt: in welchem auch gleichfahls der unterscheid rtischer sprach (so wir churwälsch heissen) etwas erleuterung geben könte. dann das Engadeiner wälsch von den Latineren, und das überig churwälsch romanisch von den Römeren den namen här hat. Guler v. Weineck Raetia (1616) 4a. 5@b@eε) wallisisch: Caernarvon oder wie es eigentlich im reinen wälsch heiszt, Caer-yn-Arfon. J. G. Kohl reisen in England u. Wales 1, 208. 5@cc) adverbiell: in, auf, zu wälsch. 5@c@aα) er (der sittich) grüeʒt den menschen und spricht: ave chere, daʒ spricht in wälhisch: got grüeʒ dich, lieber. K. v. Megenberg 221, 31; saltz und springen ist fast gleich in welsch. Pauli schimpf u. ernst 362 Österley. 5@c@bβ) darnach hat kayserliche may. die confession uff welsch und frantzösisch vertolmeitschen lassen, die welschen dem bapst Clementi zugeschickht. J. Herolt chronica 251 Kolb; das wort geusse heischt uff welsch so vil als scurra et mendicus, ein bedler und rabaut. buch Weinsberg 2, 145 (1566) Höhlbaum; sagten uff welsch zuosammen. Frey gartengesellsch. 94, 4 Bolte; wann ich auff frantzösich trinck, vin de Orleans ... oder auf wellisch trinck, vin du lacrima. Abr. a S. Clara reimb dich (1702) 8. 5@c@gγ) Petrarcha schreibt von einem kostlichen redner zuo latin und zuo welsch zuo Padua. Pauli schimpf u. ernst 251 Österley. 5@dd) übertragen steht wälsch, n. auch für die gaunersprache, das rotwälsch: wir (die gauner) hand ein sunder sprach und red, ye einr den andren wol verstet, damit wir offt verrätherey so listig bringen zwegen frey ... das als macht unser welsch allein. Wickram 5, 110 (Eckart 1359) Bolte. über rotwälsch s. theil 8, 1324 und Kluge rotwelsch. andre zusammensetzungen sind kauderwälsch (theil 5, 308), krautwälsch (theil 5, 2125), elsäss. heckenwälsch u. a. Martin-Lienhart 2, 823 f. 66) in südd. volkssprache steht das Wälsche für Wälschland: wan engere manner ... ins Wällische kämen. Anzengruber3 6, 286 (kreuzelschreiber 3, 3); nannten dann David, von dem sie bald heraus hatten, dasz er einem fahrenden mädchen ins Welsche hinüber nachgelaufen sei. E. Zahn Lukas Hochstraszers haus 226; elsäss. er geht ins Welsche. Martin-Lienhart 2, 823. im Etschland ist das Walsch 'Italien'. Schöpf 797. ebenso in Kärnten. Lexer 249. 77) schon im mhd. stellt sich bei wälsch zuweilen ein bestimmter gefühlswert ein, z. b. zu den zeiten des kampfes Ottos IV. gegen die römische kirche: ich (der papst) hâns an mînen stoc gement, ir guot ist alleʒ mîn: ir tiuscheʒ silber vert in mînen welschen schrîn. Walther 34, 11. das erstarken des deutschen nationalgefühls im 16. jahrh., durch die deutschen humanisten genährt und durch den kampf gegen die römische kirche befördert, bewirkt es, dasz man wälsch jetzt gern in herabsetzendem sinn gebraucht und mit mancherlei schlechtem in verbindung bringt. die alte feindschaft zwischen Wälschen und Deutschen wird betont und die wälsche art, deren einflusz man als unheilvoll empfindet (schon lange ehe die sprachgesellschaften zum kampfe gegen das wälsche wesen aufriefen), in gegensatz zur deutschen gestellt: der Welsch dem Deutschen nie hold ward, es ist ein angeboren art: wo hund und katzen zaman kommen, so duond sie gen einander grommen. Liliencron hist. volksl. 3, 343, 125; kein Welscher ist den Teütschen hold, leit clorlich an dem tage. Gengenbach 2, 334 Gödeke; auch weyssz man wol, was eeren und guots die Wellschen den Teütschen günnen. Eppendorff römischer historien abkürtzung (1536) vorrede 3a; alle teutsche art, an treuw, glauben, warheit, auffrichtigkeit, demut und dergleichen tugend, sind seltzam, und ist schier alles welsch, spanisch, frantzösisch, und halb türckisch worden. Joach. Westphal hoffarts-teuffel, theatrum diabolorum 2, 1b; so bin ich (der eidgenosz) nit der welscher art, died backen könen schmüren. sie zaygen dir weisz, do es ist schwartz, do du suochst bâch, do findst du hartz. Gengenbach 2, 330 Gödeke; das üch gott schendt, ir tütschen Walen! ir huoren kindtsche Henselin, wie kündt ir welsche art so fyn! Murner narrenbeschw. 88, 35 neudr.; weil nun dann solch schröcklich und gantz epikurisch und wälsch wesen angehet. Moscherosch ins. cura par. 2 neudr. in verbindungen erscheint darum wälsch gern mit herabsetzendem nebensinn: da fiel der leicht, beweglich welsch pöfel aller widerumb, und keret zu irer art, wurffen den keyserlichen babst ausz dem babstumb, setzten einen andern. S. Franck teutscher nation chronic 110b; der halben haben wyr dyse crystliche bullen drucken lassen, das sy so gutten ablas vorheist und mit sich bringt, nemlich dy genad gotis, welche unsz meher vonnoten ist, dan tausent kueheuten myt romyschem und welschen ablas, welcher bekrefftiget wirt mit plei und wachs. einführung in Luthers schrift 'dy bulle des ecclesiasten' 1523 bei Luther 10, II, 99 Weim. ausg.; das ist der wälschen papisten glaub! wol dem, der solchen buben nicht trauet! Luther tischreden 3, 255 Förstemann; sie (die apostel) haben nicht gelehrt .., dasz das gantz heil der kirchen sey allein gelegen an einem allgemeinen hirten, das ist, am welschen papst zu Rom. Huldrich Christ newer creutzgang (1614) 157a; nach solchem hat sich der meineydige weltsche Contarini auff Strasburg begeben. Dietler Gebweiler chronik 266 (anfang 18. jahrh.) v. Schlumberger; muszte doch die wälsche majestät (von Frankreich) gleich das pfötchen reichen und friede machen. Göthe 8, 174 (Egmont 1); was hilft's nur g'rade zu genieszen? die freud' ist lange nicht so grosz, als wenn ihr erst herauf, herum, durch allerlei brimborium, das püppchen geknetet und zugericht't, wie's lehret manche welsche geschicht'. 12, 135 (Faust I v. 2652). namentlich zeigt sich das in verbindungen, in denen auf schlechte eigenschaften und bräuche der Wälschen hingewiesen wird. die bedeutung von wälsch ist hier gewöhnlich eine allgemeine, in älterer zeit wol auch speciell 'italienisch', z. b. wälsche suppe, später mehr 'französisch'. 7@aa) wälsche kunst, wälsche praktik (anders 10, g), wälsche possen, wälsche list, wälsche ränke: sie brauchen hübsch die welsche kunst, mit wort, geberden stellen sich, als wer es eitel liebe brunst ... sind aber die falschen katzen, so schmeichlen schon, und können fein fornen lecken, hinden kratzen. Wackernagel kirchenlied 3, 215, 9; wir Deutschen tragen nu forthyn welsch, hispanische und frantzösisch kleydung, haben welsche cardinal, frantzösische und spanische kranckheiten, auch welsche practiken. Agricola sprichw. 1 (1530) vorr. A 2b; Otho ... hatt solchen verstand, das er von wegen seiner klugheit genennet ist Mirabilia mundi. dazu hatten die Saxen als geschwinde leute nu die wallischen practiken gelernet, darumb dieweil sie sahen, das die bäpst zu Rom soviel auffrhuren widder die kaisar, und sonst, erregten, machet Otho ein Deudschen, seinen vetter Bruno, zu bapst. Joh. Cario chronica (Wittenberg 1532) 128b; das er dann gleich alsbald das königlich Siciliam widerumb zu dem römischen reich zu bringen unterstehn würde, welches diser gaistlich vatter und nachvolger sant Petters listigclich und durch wunderbarliche welsche prattiken an sich gebracht hat. Zimmerische chronik2 1, 117, 11; wie im die kunst gerathen, mag ich nit wissen ... gedenk aber, so er alle die welschen Celestinischen grif het gebraucht, er würde wenig auszgericht haben. 3, 475, 9; herr got, du waist mein (herzog Moritzens) gemüth und sinn, wie ich so gar betrogen bin durch welsch und spanisch renken. Liliencron hist. volksl. 4, 593, 6 (1552); on zal sye (die curtisanen) gelt von hynnen fren, das wir villeicht doch gern entbren, wo nit die guoten sitten hye zuo ergerung verkerten sye. der Welschen bossen sicht man vil, der ich hye keinen nennen wil, dann lasterlich zuoreden laut das, der zuo würcken keinem graut. Hutten 3, 484 (clag u. vormanung gegen dem gewalt des bapsts) Böcking; Eugenij welsch pöszlin dem concilio gemacht. Wurstisen Basler chronick (1580) 404 (inhaltsangabe eines kapitels, in dem erzählt wird, wie pabst Eugen durch einen grafen von Eberstein den dem concil präsidirenden cardinal aufzugreifen sucht); dies hat ... wälsche schlauheit und list zu einer zeit, wo Frankreich bei sich zu hause selbst sehr schwach und zerrissen war, ... ausgerichtet. Arndt pro populo germanico (1854) 79; nicht blosz faul, auch verschmitzt, tückisch, betrügerisch soll er sein; wälsche arglist ist ein beliebtes stichwort. Hehn Italien 106. 7@bb) wälsche untreue, wälsche tücke: durch der päbsten pratik und hilf der Venediger (bi denen ouch iewelten har vil weltscher untrüw sich hat finden laszen). Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 1, 288, 4 Götzinger; o desz heillosen tausches! da wir die fremde laster mit teutscher tugend, wälschen unreinigkeit gegen teutsche keuschheit, wälsche untreu gegen teutsche redlichkeit auszwechslen. Philander 1, 605; schandeketten zu zerbrechen und den wälschen trug zu rächen. Arndt lob teutscher helden (1814) 25. dahin gehört auch die wälsche suppe (monester), wälscher zucker, wälsche bissen: ich hoff, sy (die Römer) söllen im (dem pabst) bald lausen, söllen im gen ein wälsch monester. Gengenbach 16, 234 Gödeke; muost auch (am hofe) welsche süpplin kochen können, verrathen, verliegen (homicidio, veneficio, lenocinio, proditione, blanditiis etc.). Petrarche trostbücher 46b; aber er lebt in der Carthus (zu Erfurt) nit gar ain jar. vil vermainten, er het ain welsch süplin gessen. Zimmerische chronik2 1, 432, 14; als er in medio cursu seiner angefengten proces, ist im zu Rom vergeben worden. ... es hat im das gift mit seiner scherpfe den leib ... durchtrungen. ... von wem aber solch welsch monester zugericht, kan man gründtlichen nit wissen. 1, 569, 41; er ist wunderbarlich gestorben, wie desshalben geschriften im druck sein uszgangen, wiewol vil leut vermeint, es sy im ain welsch monestelle zu essen geben worden. 4, 300, 8; fielen durch verretherey und welsche süplin. Dilich chron. 2, 46; alsz er zu morgen gessen, hat er gesagt, er empfindt wol das der todt hie sey, er müsz sterben ... denselben tag nit on argwon ainer welschen supen gestorben. Widman chronica von Hall 337 Kolb; und schreiben Crantzius und Hainrich Mutius, man habe ihm ein mit starckem giffte gewürtztes welsches süpplein dergestalt beygebracht, dasz er noch vor antritt des feldzuges todes verfahren. Ziegler täglicher schau-platz der zeit 13 (1728), 66a; man hette im weltschen zuker in das muosz gesalzen, dasz er hette sterben müeszen. Joach. v. Watt deutsche histor. schriften 1, 188, 7 Götzinger; welcher (pabst Clemens VII.) dann auch eyn heyl. vatter der geystlichkeit ist gewesen hoch beschreyt von wegen teuffelswerck, vergifftens, verrätherei und zauberei. sintemal er vil cardinäl mit welschen biszlin, räuchlin und süpplin inn pfaffenhimel geschickt hat. Fischart binenk. (1581) 209b. 7@cc) wälsche sünde, wälsche schande: wer was der erst, darzuo ye ryt, das man ein rOemisch weysz annAem? ye mer ich sag, ye mer ich schm. drumb lassz ich von der welschen schand, die (leyder) nimpt vast überhand. Hutten 3, 485 Böcking (clag u. vormanung gegen dem gewalt des bapsts); solt ich die sodomitisch sünd, der welschen hochzeit grausam schand erzelen, ir wurdet allsand ein grewel han, erschrecken drob. Liliencron hist. volksl. 4, 306, 331; ein domherr zu M. nahm einem bräutigam seine junge braut, und sprach: 'gefällt dirs, so lasse mir sie, so sollst du einen günstigen herrn an mir haben; willt du es aber nicht thun, so muszt du es dennoch leiden!' da sprach doctor Martinus: 'das sind wälsche hochzeit und stumme sünden, die in himmel schreien'. Luther tischreden 3, 247 Förstemann; ayn welscher, ketzerischer handel ... zu Augspurg wurden etlich menner begriffen, heften der ungenanten, erschrockenlichen sunt mit aynandren pflogen. Baumann quellen z. gesch. d. bauernkr. in Oberschwaben 187; da er in das regiment kam, schuff er ab dem keyserlichen hof ... alle starcke junge gesellen, so der welschen büberey auszwarten. B. Hertzog Edelsasser chronick (1592) 1, 51. 7@dd) wälsche wut, wälsches fluchen, höhnen: die nonne, voll von welscher wuth, entglüht' in ihrem muthe. Hölty 23 Halm; wir ... rieffen dem hausz-knecht, dasz er die pferde fütteren, und uns wegfertig machen solle: welcher zwar aufgestanden, aber nit ohne kolderen, und welschen morgensegen. der frantzösische kriegs-Simplicissimus (1682) 136. dahin gehört die wälsche feige (vgl. theil 3, 1444): mit beyden achslen kan ich gigen, wo ich nit wil bieten welsch figen. Murner mühle v. Schwindelsheim 596; wo ich ein klagt der narrheit an, der wolts für ein grosz eren han und bod mir ein welsche figen dran. geuchmatt 102 Uhl; verspot ers mit lechlen, schweigen, und büt unsz dran ein welsche feigen. vom luth. narren 3387 Kurz. 7@ee) wälsches gepränge, wälsche pracht: jedem ich ein ort geben wil nach seiner würde, nach sein ehren: bitt wöll sich deszhalb keiner sperren. das welsch kramantzen taugt hie nicht, nach landes brauch sich jeder richt. Lalenbuch 36; ein soliche freuntliche vertrawlichkeit haben die alten zusamen gehabt, das sie die welsche und newe hofweis und ceremonien nit gebraucht, sich dero beschempt hetten. Zimmerische chronik2 1, 450, 4; graf Wilhelm Wernher, ain frommer, ufrechter graf und dem alles welsch gepreng und wesen sampt dem falschen und vil erpieten zu entgegen. 3, 565, 19; ausz mit dieser welschen hoffart, die einen teutschen mann nur schändet. auffrichtiger teutscher soldaten regul (1620) 16; seid' und purpur war allhier in recht wälscher pracht zu sehen. v. Schönaich Hermann 41; wie sich's (das gewand) einmal dann gestaltet, biet' es stets dem fremden trutz, denn was wechselt und veraltet, ist nur eitler, wälscher putz. Schwab ged. 1, 136. 7@ff) wälscher tand, wälsche leichtfertigkeit: vertilget den wälschen, den teuflischen tand! auf tapferer väter vermorschtem gebein da soll kein Franzose sein kiwi mehr schrei'n. Arndt lieder für Teutsche (1813) 85; ein mächtiges teutsches volk zu erschaffen und den fremden tand und die wälsche leichtfertigkeit und albernheit auszurotten. noch ein wort über die Franzosen (1814) 32; die gerne unzüchtige ding sehen, denen gefelt solch schwingen, fallen, und kleyder fliegen sehr wol, lachens, und sind frölich dabey, denn man machet inen gar ein fein welsch bellvidere. Florian Daul tantzteuffel, theatrum diabolorum 1, 181b; die alten pflegen nicht ungereimt zu sagen, ein polische bruck, ein schwäbische nonn, ein teutsche fasten und welsche andacht wären kein drey heller werth. Weidner apophth. 4, 176; elsäss. e welschi 'leichtsinnige' hushaltung. Martin-Lienhart 2, 823; Chorion, dich soll man ehren, ... der du uns unsre sprach hast mit teutscher zierde kleidet, wälsche huddeley verleydet. Moscherosch ehrengedicht vor Schill der teutschen sprache ehren-krantz (H. Schultz, die sprachgesellschaften d. 17. jahrh. 82). 7@gg) von den Wälschen selbst werden gern herabsetzende ausdrücke gebraucht: si haben den von Bern (Verona) schier ainen graben vol gelaszen der wälschen Hänselein, darin lag manichs hundert, als ich berichtet bin. Liliencron hist. volksl. 3, 296, 10 (1516); Burgunder, Spanger und Saffoyer, Gasckonier und kemmetfäger. der wälsch tüffel und syn muoter, suochen all by uns mol und fuoter. schweiz. schauspiele 2, 300 (Boltz weltspiegel 4811) Bächtold; brannten und sengten die wälschen hunde nicht durch ganz Flandern? Göthe 8, 173 (Egmont 1); peitscht diesen welschen hunden respekt für einem graukopf ein. Schiller 3, 140 (Fiesko 5, 4); bis sie auf's haupt geschlagen, das wälsche pack und zeug. L. Schücking in: lieder zu schutz u. trutz (hrsg. v. Lipperheide) 1, 175. elsäss. welscher satan, welscher keib, welscher habersack u. a. Martin-Lienhart 2, 823. 88) während in der jetzigen schriftsprache wälsch in seinen ursprünglichen bedeutungen, wie Adelung richtig beobachtet hat, im veralten begriffen ist, ist es mit herabsetzendem nebensinn noch sehr üblich, und zwar wird es so seit den freiheitskriegen besonders von den Franzosen gebraucht, vgl. die obigen stellen bei Arndt, ferner: lasz den Wälschen meuchelei, du sey redlich, fromm, und frei; lasz den Wälschen sklavenzier, schlichte treue sey mit dir. Arndt lieder für Teutsche (1813) 114; heraus! heraus! zu tod und sieg! die schande soll vergehen, der Wälschen list und trug! 126; ein aufstand gegen die Wälschen .., in spanischer und tyrolischer weise geführt. wanderungen mit Stein 33; noch spricht des Wälschen lügender mund euch hohn! kriegs-gesänge a. d. jahren 1806—1813, 13; es kräht (1870) hellauf der welsche hahn und sträubt sein kampfgefieder. W. Genast bei Brümmer Deutschlands helden 393; im Rheingau weht zur julinacht der Welschen kriegsruf her. E. Taubert in: lieder zu schutz u. trutz (hrsg. v. Lipperheide) 1, 29; ihr männer von Flandern, nur eines thut noth: der kampf mit den Welschen auf leben und tod. Hoffmann v. Fallersleben 5, 190 (1872). doch kommt es auch für 'Italiener' vor, z. b. in angriffen gegen die römische kirche: deutsche männer, zu den waffen! untergang den welschen pfaffen und der ganzen lügenbrut! Hoffmann v. Fallersleben 5, 191 (1872); so gewisz als das deutsche volk die Wälschen über den Rhein geschlagen hat, so gewisz wird es auch die Wälschen über die alpen zu schlagen verstehen. J. Völk bei Flathe deutsche reden 2, 194 (jesuitendebatte). auch von der sprache ist es üblich, wenn der gegensatz gegen deutsch betont werden soll: so geredet doppelzüngig hab' ich einst auf Welschlands flur, welsches mit den Welschen sprechend, mit den Deutschen deutsches nur. Rückert ges. ged. 1, 424; ich sah die überschriften (die französischen schilder in Mainz) verlöscht an thür und thor, die man mit welschen schriften geschrieben hie zuvor. es treten die verwischten, die deutschen neu heraus. 3, 418; hier (in Avignon), wo ach! nur welsche laute längst mein schmachtend ohr umtönt. Kinkel ged.2 203. ohne nebensinn ist es litterarisch jetzt wenig mehr im gebrauch und findet sich fast nur in schriften, die entweder auf landschaftlichem boden stehen oder denen eine alterthümliche sprache eigen ist: auch ging mir ... das welsche (italienische) lied der schönen gnädigen frau von gestern noch immer im kopfe hin und her. Eichendorff 2, 427 (taugenichts) Dietze; wäre nur die wälsche sprache nicht so verzweifelt konfus gewesen. Gaudy 2, 69 (tagebuch eines schneidergesellen) Müller; sie schien nach einzelnen welschen worten zu schlieszen ... eine Französin zu sein. Rosegger schelm a. d. alpen 2, 46; das lied des Welschen (Ariosts) wandelt voller glanz. C. F. Meyer Huttens letzte tage 67. durchaus üblich ist dagegen das wort noch in süddeutscher volkssprache, und zwar bedeutet es, je nach der nachbarschaft, entweder vorwiegend 'französisch' oder vorwiegend 'italienisch'. so in der Schweiz Stalder 2, 431. Tobler 439. Hunziker 286, im Elsasz Martin-Lienhart 2, 822, in Baiern Schmeller 2, 905, in Tirol Schöpf 797, in Kärnten Lexer 249. auch in Luxemburg ist es 'fran zösisch' Gangler2 474. dagegen scheint es sonst in Mittel- und Norddeutschland nur in übertragenem sinn üblich zu sein. 99) übertragene verwendungen. 9@aa) wälsch kann, von der sprache oder ausdrucksweise gebraucht, überhaupt 'unverständlich, fremdartig' sein, so fast überall in den mundarten, auch in solchen, die das wort in der eigentlichen bedeutung nicht mehr gebrauchen, z. b. oberhess. welsch Crecelius 903, in Lippe wälsk Frommann 6, 492: aber Gabriel sagt herrn Gottfridt Wernhern ainsmals, wie er sein eltern brueder ... het hören welsch reden. ... er hett gesagt 'schwarzen wein! schwarzen wein!' den hett er gefordert. ich glaub, es seie zum schlafftrunk beschehen, da redt man zum oftermal so welsch, das keiner den andern versteet, was deutsch, oder welsch. Zimmerische chronik2 2, 309, 35; Andrä. lasz dir dran g'nügen, dasz i's nit sagen mag, weil du mir dazu z'lieb bist und sie mir's war. Philipp. du red'st wällisch, dös müszt'st mir erst ausdeutschen. Anzengruber 9, 72 (fleck auf der ehr 2, 12). wälsch wird in der Schweiz von jeder sprache gesagt, die man nicht versteht: ich verstehe nicht welsch, hat schon mancher Schweizer ... dem Hochdeutschen, der in der Schweiz reisete, geantwortet. Stalder 2, 431. eine wälsche 'fremdsprachliche' nation: es ist ein welsche nation, die pflegt sich ynn Deutschen landen zuneeren ... die werffen einen konig auff und ziehen durch Deutsche land, die nennt man Zigeuner oder Tattern. Agricola sprichw. 2 (1529), 64b. 9@bb) vielfach kommt, auch abgesehen von der sprache, wälsch als 'fremdartig, unbekannt' vor: es ist bey inen nit adelisch noch junckerisch, gelehrt seyn, bey disen zum grössern theil ist mein heylsam evangelium gar wellsch, darumb lassen sie es fahren. quelle des 16. jahrh.; es ging sogleich an ein gewaltiges lernen, zumal in lateinisch, biblischer geschichte, botanik und geographie. mir machte das alles vielen spasz und ich dachte nicht daran, dasz das welsche zeug mich vielleicht heimat und schöne jahre kosten könne. H. Hesse Peter Camenzind 26; das kommt ihm wälsch (wie: spanisch) vor. Rädlein 1045b; das kommt mir welsch vor, cela me paroît bien étrange. Rondeau; denn das (l. des) vaters eiffer war fast, ich weis nicht ob ich weltsch sagen soll oder spanisch. polit. stockf. 336. 9@cc) wälsch kann dann auf den redenden selbst übertragen werden. von einem, der undeutlich spricht, sagt man in Appenzell wältsch Tobler 439, im Elsasz e welscher Martin-Lienhart 2, 823. indem darin eine wesenseigenthümlichkeit gesehen wird, entwickelt sich die bedeutung 'unklar, verwirrt', die auch aus dem Elsasz angegeben wird, ferner aus Tirol (Frommann 4, 342), Ostfranken (Bayerns mundarten 2, 333) und jedenfalls weiter verbreitet ist: ich mag der's gar nit sage, was er mir zumudhe als durch's schlüsselloch hot wolle; ich war ganz welsch un werr, un ruf als dir, schtatt dasz ich feuerjoh! hätt rufe solle. Nadler fröhlich Palz 272. speciell dem Erzgebirge scheint die daraus geflossene bedeutung 'wild, ausgelassen' anzugehören: walsch Göpfert 115. Bayerns mundarten 2, 333. vielleicht gehört hierher die folgende stelle: dweil er aber des weins nit gewohnet, warde er bald truncken also, das er gantz und gar uff welsch angethon warde, das er weder kopf, händ noch füsz regen oder heben kundt oder mocht. Frey gartenges. 51, 33 Bolte. 9@dd) siebenbürg. walesch ist 'übermäszig grosz und dick'. Kramer 138. 9@ee) wälsch kann auch auf jemand gehen, der nach wälscher weise leben will, mit tadelndem nebensinn: wenn man so prangen und welsch seyn wil. theatrum diabolorum 2, 18a; dasz sich unsere Teutschen jederzeit einer recht mannhafften zierligkeit beflissen, jetzo aber schier der meiste theil zu gar zart und welsch werden wollen, und in weichen kleydern ... auffgezogen kommen. auffrichtiger teutscher soldaten regul (1620) 16; es kommen aber unsere nicht Teutsche sondern Teutschlinge und welsch-frantzösische teutsche jünckerlin auffgezogen und sagen, es stehe ja tausentmal zierlicher, wann man im parliren, discouriren zum öffteren die sprachen changirt, die discours mit frantzösischen, spanischen und italianischen, auch lateinischen terminis nettement lardirt. Schill der teutschen sprach ehren - krantz (1644) bei H. Schultz die sprachgesellschaften 88; frembde kleidung, so die teutschen Frantzosen, die welschen Teutschen mit heraus bringen. Mengering gewissens-recht (1653) 748; die Franzosen sind hier noch gar nicht ausgestorben, besonders unter den beamten tragen noch viele ein falsches und wälsches herz. Arndt über Preuszens rheinische Mark (1815) 10. bei Göthe die Wälschen 'die undeutsch gesinnten': so sey es denn mein schicksal, wie es dein schicksal ist, himmelanstrebender thurm, und deins, weitverbreitete welt gottes! angegafft und läppchenweise in den gehirnchen der Welschen aller völker auftapezirt zu werden. 44, 13 (3. wallfahrt nach Erwins grabe). dagegen ein Wälscher 'der die wälsche sprache spricht': ich bin überhaupt kein groszer Wälscher, und der zischende dialekt der Venetianer ist mir gar nicht geläufig. Seume 87a (spaziergang). 9@ff) nicht klar ist, was auf wälsch an folgender stelle ausdrücken soll (unaufrichtig, hinterlistig?): wie nun ain capitular nach dem andern kam, mit dem newen erwelten bischof (von Augsburg) zu sprachen, so kompt under anderm herr Gregori vom Stain, und als im der bischof die handt bott, spricht er ganz lecherlich: 'ach, gnediger fürst und herr, ewer gnaden wellen mir hinfüro die handt nit uf welsch bieten!' das muest der bischof domals verlachen und zu eim schimpf halten. Zimmerische chronik2 3, 416, 17. 1010) wälsch erscheint in vielen verbindungen für dinge, die aus der fremde nach Deutschland gekommen sind, hauptsächlich aus den romanischen ländern, Italien und Frankreich, doch bezeichnet der zusatz oft nur ganz allgemein die fremde herkunft. auf den verschiedensten gebieten verraten sich durch diese ausdrücke fremde kultureinflüsse, gegen deren übermacht schon im 16. und noch mehr im 17. jahrh. die freunde der angestammten art ankämpfen: man ... wil alle neuwe tracht und muster haben, denn welscher arbeit in gemählden und gebäuwen, und kleydung, von türckischer naht, spanischen stichen, frantzösischen trollen und bünden, mit den dingen ist viel unrahts und unglücks unter die leut kommen. Joach. Westphal hoffarts - teuffel, theatrum diabolorum 2, 31a; reiche bürger möchten ... der welschen seltzamen arbeyt müssig gehen, unsere vorfahren ... haben doch nicht viel spanischer, welscher arbeyt, von gebäuwen, gemählden, nähen, wircken, säitenspielen, unkost, speisz und tranck, gehabt. 2, 35b; welsch und niderländische gemälde, rosse, kleydung, hunde, trinckgefesz, vögel, welsche doctores, die alle viel geld kosten, summa, es musz alles welsch, ober- und niderländisch seyn, türckisch, frantzösisch. 2, 50b; die mehrere aber haben ihr absehen vornemblich dahien, wie sie ein wälsch kleid, wälsche geberden, wälsch wesen, wälschen übelstand, ein wälschen bart, wälschen hut, wälsch haar, wälschen überschlag, wälsches wambst, wälsche hosen, wälsche strümpf, wälsche stiffel, wälschen mantel, wälschen degen, wälsch gehenck mit nach hausz bringen mögen: und dasz das ärgste ist, offt die Frantzosen gar im hertzen. Philander 2, 12. 10@aa) speise und trank: welscher wein, vino d'Italia. Krämer 1226b; vin d'Italie. Rondeau; und gap ir dar zuo lûtern tranc, ûʒ einem velse der enspranc, den trunken die gelieben hie wêrlîch unde dûchte sie der allerbeste welsche wîn, der in den landen mochte sîn. Heinr. v. Freiburg Tristan 3363 Bechstein; wir schülln in fürn zum wellisch wein und wollen trinken und essen wol. fastnachtsp. 787, 27; swaʒ man auch weines frt ber di pruk, eʒ sei osterwein oder wælisch wein, so geit man ie von dem roʒʒe 4 phenning Ötingær. monum. Boica 36, 2, 50 (Pfarrkirchen anf. 14. jahrh.); daʒ nieman dhainen ungarischen oder welhischen wein an deu ende der stat, daʒ der purchvrid haiʒʒet, sol fueren ze verchoufen. geschichtsquellen der stadt Wien 1, 1, 115 (1340); von einem som oder eimer Zürichwin 6 pfennig. von einem som guotz welsches wins, darnach und es je kostlicher überm Elsesser ist, nach marchzal. zeitschr. f. d. gesch. des Oberrheins 37, 119 (Aarau 1394); man szoll aber keinen süszen wein als malvasier, rivahl, welschen wein, clareth oder dergleichen schenken. d. städtechron. 27, 232, 30 (Magdeburg 1505); wiert die nun mertayls welschen weyn als malvaseyer, und muscateller, Reinfelder, Felteliner und ander auszschanckten, deren waren bey 83. Seb. Fischer chronik von Ulm 199 Veesenmeyer; hat er ... bratten, kramatsfögel und anders, auch gueten welschen wein mitgepracht. Zimmerische chronik2 3, 229, 37; anno 1425 kauffte man zu Augspurg ein zweypfündig masz Neckerwein umb 2 pfenning, Elsässer und Ostereicher umb 5 pfenning, und welschen wein umb 8 pfenning. Martin Zeiller kleines schwäb. zeitbuch (1653) 58. elsäss. welscher win, französischer, spanischer oder italienischer rotwein. Martin-Lienhart 2, 823. in der Schweiz ist weltscher wein wein vom ufer des Genfersees. v. Rütte glossar zu Gotthelf. wälsche speisen: ouch welsche spise und melunen, rebhüener, urhanen, wachtlen und capunen, claret, ipocras und malvasier, muscateller, rapiser und rommanier und suster vil der welschen trachten: deren wir wenig in unseren hüsren machten. H. R. Manuel 304, 29. 33 Bächtold; man bracht under andern welschen drachten kleine merfischlin. Zimmerische chronik2 3, 559, 8; mit essen und trinken war er nit costlich, fragte auch den frembden speisen nichs nach. er wolt dieselbigen und was sonst von welschen essen waren, in seiner haushaltung nit gedulden und liesz dem alten deutschen brauch nach über ein essen, oder so er ehrlich gest, über zwai zumal nit ufstellen, derhalben, so er an die frembde kam, ase er von kainen bastetten, torten oder andern frembden speisen. 4, 186, 10; daʒ wælisch eʒʒen git man niur zwir in dem jar, an send Johans tag und ze herrensvasnacht ... zu dem wælischen eʒʒen ghorent zwen pachen ... und zwelf wrst und sehs brot und driuzehn hner. pfründeordnung des kl. Geisenfeld (quellen u. erörter. 1, 416); Ulenspiegel ... schneid roszmarin da mit er die hüner füllen wolt, uff welsch monier. Eulenspiegel 98 neudr.; wälsch hammen zumachen. Balth. Steindl kochbuch (1549) 29a; welsche würste zu machen. die curieuse köchin (Nürnberg 1706) 74; welsche strauben 364. 10@bb) tracht und kleidung: wälsch bart weiber art: lappen bart nimmer gut ward. Philander 2, 78; ich aber (die Jugend) schmuck mich grosz und prechtlich, mit guter klaydung, seyden wat, auf newe sitten schön und glat, auf welsch und frantzösisch manier. H. Sachs 4, 47, 3 Keller; wir Teutschen ... mengen ... alles durcheinander, tragen welsch, frantzösisch, husernisch, und gar nahe, ja aller dinge türckisch darzu. Joach. Westphal hoffarts-teuffel, theatrum diabolorum 2, 30a; er lag nach dem schmalkaldischen krieg zu Brüssel am hof und het ein grosz panketiern, lies auch sich und sein gesündt cöstlich klaiden, darumb herr Hainrich Has nit unbillich zu im gesagt: 'herr, sehet für! es mag nit lang thuen uf deutsch essen und welsch klaiden'. Zimmerische chronik2 4, 70, 11; deszgleichen sollen sie sich aller auszländischen frembden trachten, manier und muster in kleidung, es sey spanisch, frantzösisch, englisch, welsch ... gäntzlich enthalten. Berlepsch chronik vom schneidergewerk 58 (sächsische kleiderordnung von 1612). wälsche leinwand, wälsches tuch, wälscher rock, mantel, pelz, kürasz: euwer seidin gewandt sey frömmigkeit, euwre köstliche schwäbische, welsche und andere köstliche reine klare leinwad sey ware heiligkeit. Joach. Westphal hoffarts-teuffel, theatrum diabolorum 2, 27b; das ich Ott Ruland dem Hanns Gienger von Ulm schuldig bin vier welsche tuch, und ye ain tuch umb 40 reinisch gulden. Ott Ruland handlungsbuch 22; fur 6½ eln schwarcz welisch tuch a 25 β. Tucher baumeisterb. 132; 6½ eln welisch tuch a 7 ₰. 138; nit alleyn allerley leinwadt, sunder auch allerley tuoch bey inen gemacht wirt, als sammat, seiden, atlas, stammer, angstertam, lindisch tuoch auff allerley farb. item welsch und niederländisch tuoch und paret. S. Franck weltbuch (1542) 53a; welsch tücher, wulisch peya, granat tücher. quellen zur gesch. d. stadt Wien 1, 5, 218 (1624); 2 bar hosen von weltschem tuch kost 1 ell ein neue kronen. histor. neujahrsblatt von Uri 14, 49 (1734); der Tucherin meiner schnur czum newen jar 6 eln perpianisch tuch czu einem welischen rock pro 6 fl. Tucher baumeisterb. 76; zu Rom hat er (Karl d. gr.) nur zwier ... ain grossen weiten und braiten rock angetan, darob ain welschen mantl. Aventin 5, 153, 6 Lexer; als nun dieser unversehene stosz kommen, bin ich gefallen, das der kopf und die arme albereit dem wasser näher als dem schiff gewesen .., bis mich Stammer bey dem langen welschen peltze noch erhalten, das die füsze nicht hernach gegangen. Christian der jüngere von Anhalt, tagebuch 175 (Venedig 1623) Krause; vor inn tratt her gar ungehür ain übergrosser vintlich man. der hett ain welschen kürisz an und truog ein mordaxt in der hand. Herm. v. Sachsenheim mörin 488 Martin. wälsche jacke, wälsche hosen, kragen, stiefel u. s. w.: die gefütterten und ungefütterten jacken, hispanisch, welsch und teutsch. Joach. Westphal hoffarts - teuffel, theatrum diabolorum 2, 21a; wann ein son kaum kan auff ein spenlein hofieren, so muosz er zerhauwen hosen haben, nit nach seines lands brauch und art, sonder nach welschem und sächsischem brauch; das gefält dann dem vatter wol. Schumann nachtbüchlein 45, 13 Bolte; welsche und spanische krägen, mit viel abhängenden schnürlein, tragen ir eins theils auch. Joh. Strausz kleyder- und kröszteuffel, theatrum diabolorum 2, 68a; es sollen auch hinfüro weder weiber noch jungfrawen ... auff welsche oder niderländische art mit offenem halse oder brust gehen. Berlepsch chronik vom schneidergewerck 62 (sächs. kleiderordnung von 1612); het auch welsche stifelein an, wie ein ander edelmann. Lindener Katzipori 101 Lichtenstein; daʒ ein ieclich burger ... kain silberin gürteln mer tragen sol danne di einer halben mark silbers wert sei, noch kaine silberin taschen noch kain silberin welchisch messer. Nürnberger polizeiordnungen 66 Baader. 10@cc) leibesübungen und vergnügungen: mit den armen sie sich swiefen ze ringen und ze lenken, mit den vüeʒen ze schrenken; mit den brüsten vil manegen druc, dar zuo ouch manegen welschen tuc (kunstgriff) ir ietweder erzeigte. H. v. d. Türlin crone 12104; damit er an dem andern tag mocht im welschen gestech bestan. Teuerdank 102, 70; des andern tags solt Tewrdanck stechen und auf welisch holtz zubrechen. 102, 75; darinn (in der harnischkammer) auff rossen sassen zwen gantz kürisz dermassen, als solten sie mit zier inn eym welschen thurnier ein ehrlich treffen thon. H. Sachs 3, 244, 4 Keller; das wälsche gestech über das till, wo die kämpfenden durch eine niedrige breterwand (schranken) getrennt waren, über welche die stösze geführt wurden. E. frh. v. Sacken die Ambraser - sammlung 1, 89; wir ... wissen darvon zu sagen, was ein welsch pancket und schauwessen koste. Joach. Westphal hoffarts - teuffel, theatrum diabolorum 2, 18a; weisz nicht, ob die grossen cantoreyen, und seltzame säitenspiel, falsche, wolt sagen welsche stück und gesänge, etc. allezeit ausz andacht herkommen. 2, 15a; des wegen gefallen uns die freudenspiele, so nach der welschen art, in der schönheit der personen, und kleider, benebens der lieblichkeit des gesanges bestehen. Harsdörffer frauenzimmer gesprechspiele 6, 157. wälscher tanz: daheim liesz, da hastu bücher viel, oder lehrn etwas auf seytenspiel, als gradigkeit, fechten und singen, welsche dentz oder springen! H. Sachs fastnachtsp. 6, 106 Götze; der schäffer tanz, der bawren tantz, der welsch tantz, der edelleuten tantz. Keisersberg narrenschiff 554 Scheible; wolt man die gäst erlusten und auff einen tantzboden füren, ein kleynes holdtseliges wälsches tänzlein zuthuon auff guot bayerisch. Lindener Katzipori 137 Lichtenstein; sie kundte wol so arthig das wälsche täntzlein springen und herrlich darzuo singen. 156; da halff kein halsz auffrecken, kein welsch, frantzösisch höflich tantzen. Joach. Westphal hoffarts-teuffel, theatrum diabolorum 2, 21b; do danzet der polnisch orator Lasca mit des curfürsten bei Rein gemahl, wollt welsch danzen, kont aber das deutsch nit wol. Zimmerische chronik2 2, 231, 15; von der neuen Gaillartischen volta, da man eynander im welschen dantz an schamigen orten fasset, und wie eyn getribener topff herummher haspelt und wirbelt, und durch die zauberer ausz Italien inn Franckreich ist gebracht worden. Bodin, daemonomania, übers. v. Fischart (1581) 317; den rundtdantz, den polnischen, niderländischen, spanischen, frantzösischen, welschen und teutschen dantz. Albertinus de conviviis (1604) 75a. s. auch theil 11, 117. wälsche karten, wälsches kegelspiel (bildlich gebraucht): landgrave der zog beiweil ins Riesz, vermischt ward im die karten; er hat ain spil gefangen an, der würfel er nit kennen kan, vil mer der welschen karten. Liliencron hist. volksl. 4, 538, 42 (1546); tag und nacht will ich (Hutten) mich besynnen, wie ich die kugel well dahinnen schyeben krumb über die letze hand. ich wirff sy durch alle land teütsch und welsch dem bapst zuo laid. kögelspil A 2. 10@dd) musik: dô wart ein wälhische videl gerüeret nâch ir süeʒem sit. Reinbot v. Durne heil. Georg 2482 Kraus; di schone sungen, dise mit den herphen klungen, dy mit welischen geygen. H. v. Neustadt Apollonius 13177 Singer; harpfen und auch zytoln, psalterien und welsche fioln. gottes zukunft 4670 der suchet ein welhisch videllin, ein herpflin und ein zitolin. Hugo v. Trimberg renner 16751; do hueb mann ann aller hand seitenspil, besunder hub man an ein welschi fidelen, darzue sang ein frouw. deutsche volksbücher 288, 5 Bachmann u. Singer; in dise hasengesellschafft gehören ebenfalls diejenige, welche, nach dem sie wein gefast, nur nach schönen frauen trachten, von einer mitternacht zur andern mit grossen welschen violen, lauten, geigen, harpffen, zittern, fiedlen, zincken und pfeiffen, auff der gassen herumblauffen. Albertinus de conviviis (1604) 72b; ja auch die lebendigen müssen noch reden ausz euch stummen, und wann sie darauff sich nicht füssen, so trumpt ir red welsch trummen. Garg. 444 Alsleben. 10@ee) malerei, goldschmiedekunst, sculptur, baukunst: mit groszem kost die altar zieren, mit taflen uf die welsch monieren. Schade satiren 2, 433, 140, 3; im gewolb silber und gulden geschir ... item 1 cop mit eym deckel, hat eyn kron, mit einer hanthab ... item 1 cop mit eym deckel, hat ein welsch blum und hat eyn hanthab. Fr. Bothe Frankfurter patriziervermögen im 16. jahrh. 88; 1 gulden becher .., hat eyn deckel, daruff eyn welsch blum, und ist buntztniert, stet druff Paris. ebenda; auff eynem runden berg er lag (der saal), von merbel-quader auffgefüret, mit gewaltig seulen, wîe gebüret, welschen symsen und holkeln, mit bildwerk, gewechs und kapteln. H. Sachs 1, 437, 24 Keller; habens seyner mayestat zu ehren zu rüsten lassen zu einer zier mit grosser unkost auf welsch monier zehen gar köstlich triumph-bogen. 2, 382, 1; (eine ehrenpforte) zierlich bekleydet hin und her, als ob sie merbelstaynen wer, mit welsch columnen und capteln, mit schön gesimsen und hol-keln. 2, 382, 26; der (hof) war zu beyden seytn mit mawren undterfarn. darauff gesetzet warn welsch seulen, kostbar, wichtig. 3, 191, 10; sach ich von meisterlichen stucken ein künstenreiche festin hencken, oben über die gassen schwencken, mit grünem laubwerck, gülden knöpffen, welschen gewächssen, löwenköpffen, mit granatöpffeln, pommerantzen, gut contrafeet, darausz ward glantzen manch edle frucht, löblich gebildt. 16, 428, 4 Keller-Götze; wurden (bei empfang des königs) 5 hübsche welsche gehäng über zwerch aufgemacht, mit schönen runden schilden, darinnen waren ihrer königl. majestät herrschafftliche wappen gemahlet. citat bei H. Sachs 16, 427 anm.; derselbig domherr, als er ein groser curtisan zu Rom und in Italia wol erkant, bawete geen Augspurg, do er ein domherr, ein schöns haus uf die welschen manier. ... 'der pfaff', sprach der ein, 'hat welsch wellen bawen, kans noch uf deutsch nit, es muesz und wurt fallen'. Zimmerische chronik2 4, 42, 22. 37; die stadt (Innsbruck) ist auff welsche art mit niedrigen häusern und schwibbogen gebawet. Neumair reise durch Welschland (1622) 4; wälsches dach oder wälsche haube, ein geschweiftes dach mit mehrfachen aus- und einbiegungen. Mothes baulex.3 2, 83b. 84b. Krünitz 237, 195: das dach (des fasanenhauses) wird mit einer welschen haube versehen. Döbel jäger-practica2 1, 135a; darnach baweten die bürger eine mühle bei dem welschen torme. Pomarius Magdeburgische stadtchronick (1587) L 3b; in welcher (kirche) auff der rechten seiten am eingange unter einem viereckigen stein, in einem gewölbeten grossen welschen grabe, mein gewesener küchenmeister soll ... begraben worden (sein). Christian der jüngere von Anhalt, tagebuch 279 (1624) Krause; im undern somerhausz ... 1 hantfas; item 2 welsch bronnen. Fr. Bothe Frankfurter patriziervermögen im 16. jahrh. 104; ward er in ain lustgarten vorm schlosz, den herr Wilhalm uf die welsch manier mit bronnen und ander zuristen lassen, gefürt, spricht er: 'das ist fürwar ein hüpsche geucherei'. Zimmerische chronik2 4, 301, 3. 10@ff) rechenkunst: die wälsche praktik, vorteile, deren man sich beim rechnen (kopfrechnen) bedienen kann, z. b. durch zerlegung einer gröszeren zahl in kleinere. Ch. Wolff math. lex. (1716) 1089. Hübner (2727) 2083; haben sie es durch regul falsi subtrahirt, so wöllen wir es durch die welsch pratic summirn. Fischart trostb. 13, 27 Hauffen; für lehrngelt solle ime alle quattember von aines jedtwedern khindts wegen bezahlt werden, wie hernach volgt. ... von einem, welches die welsch practica lehrnt 1 fl., aber von eins, welches die gemain rechnung lernt, 30 kr. altbayer. monatsschrift 2, 132 (1622); addiren und multipliciren war ihm ein baggatell, denn er brauchte darzu keine exempel nach der regula de tri oder nach der welschen pracktica mit tinte zu machen. leichen- u. gedächtniszpredigt (1711) 3a. 10@gg) landbau: nachdem ... an etlichen andern orten im jar der wymmat zway sein, als gschlafen, das man nennt welsch, das ee zeitig wirdt, und das recht wymmat, das man nennt lagreyn oder teutsch. tirolische landtordnung (1538) buch 5 tit. 29; welsche gärtner hat man geheiszen, die mit ausländischen gewächsen umzugehen wissen. Jablonski (1721) 868. 10@hh) handel: der ein kaufman ist, der sol geben von sinem wælschen kaufschatze unde swaʒ er darumbe her wider bringet ein halp phunt phœffers ze jarzolle. monumenta Boica 33, 1, 161 (Augsburg 1282); und nemen die welschen krämer von uns gut gelt, und geben uns sammete und seidene lumpen darfür. Osiander, theatrum diabolorum 2, 58a. wälsche früchte (im handel) s. 11, b, α. 10@ii) handwerk. 10@i@aα) gold- sive welsche wage, libella nummularia. Stieler 2521a. 10@i@bβ) wälsches schlosz: so will ich mich auch sicherlich mit einem welschen schlosz versehen, und es vor ihre cammer legen. Amaranthes ged. 2, 387; nicht weit davon ist die rüstcammer, darein ... ein welsches weiberschlosz. Ferdinand Albrecht von Braunschweig, wunderliche begebnüssen (1678) 55. in der gaunersprache ist wälsch (als neutr.) 'dietrich' (Kluge rotwelsch 1, 413) oder 'hauptschlüssel' (Ostwald rinnsteinsprache 43). wälsch echeder heiszt ein dietrich, der besondere schlösser sperrt. vocabulare der gaunersprache bei Gross handb. f. untersuchungsrichter 331. wälsche falle, fallbeil: erstlich Friedrich v. Östreich under einer welschen falle enthauptet worden ist und darnach Conradin seinen halsz under die fallen gesteckt hat. historia von den letzten herzogen in Schwaben bl. 15. wälsches eisen, nach italienischer methode bereitetes eisen, vgl. wälscheisen: sodann sollen die von Leoben bei ihren altherkommlichen 16 deutschen und 2 wällischen feuern in den hämmern bleiben. Muchar gesch. des herzogth. Steiermark 8, 213 (1502); alles auf den wälschen hämmern geschmiedete eisen. Beck gesch. des eisens 2, 611; selbst das alteingelebte gewerbe der eisenerzeugung beeinfluszten die Wälschen insoferne, dasz sie die hämmer wirkungsvoller machten, und haben die sogenannten 'wälschen hämmer' noch lange ... sich erhalten. Jos. v. Zahn Styriaca 169. 10@i@gγ) wälscher band bei den buchbindern, mit pergament oder leder am rücken und an den ecken, halbfranzband. Jacobsson 8, 189b. Krünitz 237, 195. Spemann künstlerlex. 1011: vier partes in weltzschweis gebunden. schriften d. ver. f. d. gesch. Leipzigs 2, 174 (1564); fünff partes in poppen weltzsch gebunden. 2, 174. 10@i@dδ) wälscher korb: 3 henckel-körbe, 1 welschen henckelkorb, 3 klein brot-körbigen. zeitschr. f. kulturgesch. 8, 202 (Nieder - Wildungen 1612). 10@i@eε) wälsches fasz: drú welschi vas mit saltz gent 16 hllr. stadtrecht von Brugg 42, 19 (1460) Merz; welschfasz, labellum. voc. theut. (1482) nn 6b. 10@i@zζ) wälsche kämme, doppelte kämme zur zurichtung der wolle. Adr. Beier vom handwerkszeuge (1722) 193. Zedler 48, 474; der bracht Walchen heraus von Rom und lies sie zuo Ulm tuoch machen auff die welsch art. Rems Augsburger chron., d. städtechron. 23, 24, 6. 10@i@hη) wälsche arbeit, opus italicum, die stickerei auf weiszzeug. Müller u. Mothes archäol. wörterb. 975b; modelbuoch, aller art nehewercks und stickens. mit ettlichen newen ... stucken .., als venedigische stern und gewirck. uff der laden, und nach der zal. die welisch, weisz arbeit. glattstich, creutzstich, stickwerck etc. zu Franckenfort, am Meyn, bei Christian Egenolff (1527). 10@kk) die kehrseite zu den im ganzen doch wohlthätigen kultureinflüssen, die Deutschland durch das ausland erfahren hat, bilden die wälschen krankheiten, namentlich die am ende des 15. jahrh. eingedrungene syphilis, die Franzosen: vor den stein helt man es (das wasser von Montortone) auch trefflich gut. ... vor andere welsche kranckheiten sol es auch gar gut sein. Christian der jüngere von Anhalt, tagebuch 146 (1623) Krause; von wannen komment sölch geschwer, die man die welschen purpel nent, in allen landen wol erkent. Weller dicht. des 16. jahrh. 95; Johann Haselbergk, von den wälschen purppeln (1533), citirt bei Häser gesch. d. medicin2 2, 196; in Deutschland (war die populäre bezeichnung für syphilis) welsche bossen oder purpeln. Ziemssen handb. d. spec. pathologie u. therapie 3, 4; mal franzoso, lues celtica, welsches übel. Proksch gesch. d. vener. krankheiten 2, 150; welsches oder neapolitanisches übel. Zedler 46, 1719; wälsche raude, scabies gallica, wälsche pocken, Franzosen, syphilitische hautkrankheit. Höfler krankheitsn. 498a; ey des hab dir die welschen kretz! H. Sachs fastnachtsp. 4, 154 Götze. in der gaunersprache kommt walschi für 'venerisch' vor. vocabulare der gaunersprache bei Groos handb. f. untersuchungsrichter 331. 1111) sehr häufig ist auch wälsch in thier- und pflanzennamen, wo es meist nur eine ausländische (häufig bessere, gröszere) art, im gegensatz zu der in Deutschland alteinheimischen, bezeichnet. 11@aa) thiere. 11@a@aα) allgemein: beim schlosz ist ein lustgarten S. James Park benahmset, allda allerhand seltsahme wälsche vögel und thiere zu sehen, unter andern ein weisse rabe, rohrdommel, vile schwartze weisse und graue dannthiere. Ferdinand Albrecht von Braunschweig, wunderliche begebnüssen (1678) 212. 11@a@bβ) wälsche eidechse, die grosze oder grüne eidechse, lacerta viridis (maculata): die welsche oder sprenglichte eydex. Comenius janua (1644) 62. 11@a@gγ) wälsche gans, eine besonders grosze art. Trochus prompt. H 3a. 11@a@dδ) wälscher gickel, truthahn. Crecelius 904. Askenasy 127. 11@a@eε) wälsche goldammer, die grau-ammer, emberiza miliaria L. Naumann vögel Deutschlands 4, 213. 11@a@zζ) wälscher hahn, der truthahn, meleagris gallopavo, der 1524 aus Nordamerika nach Europa kam: welscher han sive truthan, et indianischer, et kalekutischer han, gallus Indicus. Stieler 749; gallo d'India. Krämer 1226b; welscher hahn, druthan, coq d'Inde, dindonneau. Rädlein 1045a; ein welscher, oder calecutischer hahn, a turkycock. Ludwig 2444; gallus Indicus. Frisch 2, 438a; welscherhan (vgl. die schreibung bei Göthe), coq d'Inde. Rondeau; ich habe niemals danach gefragt: von welchen schnepfen und fasanen, capaunen und welschenhahnen ich mein bäuchelchen gemästet. Göthe 47, 77. auf den gespreizten gang des wälschen hahns wird gern angespielt: wann ich einen pfau oder welschen hahn sehe, der sich ausspreitet und so etwas daher kollert. Simpl. 1, 347, 11 Kurz; es gieng ein welscher hahn, in stolzer sicherheit, aus seinem hof ins feld, und musterte die herden. Hagedorn 2, 127; hat welscher-hahn an seinem kropf, storch an dem langhals freude. Göthe 3, 252 (zahme xenien). darnach auch in vergleichen: der jungfer hals hat weisz, schwartz, blau, gelb hangen an, mehr als gekröse trägt der bunte welsche hahn. Rachel sat. ged. 9, 88 neudr.; kommt auf einmal der Franzos den gang herangestiegen, wie ein welscher hahn. Herm. Kurz der sonnenwirth 1, 120; so aber zog er triumpfirend und einem welschen hahn nicht ungleich durch die reihen der bauern. Rebmann Hans Kiekindiewelt2 24. 11@a@hη) wälscher hänfling, der grünfink, fringilla chloris L. Döbel jäger - practica2 1, 62. Naumann vögel Deutschlands 5, 62. 11@a@thθ) wälsches huhn. 1) eine aus Italien stammende besonders grosze hühnerart. F. B. Weber ökon. lex. suppl. 83a. das grosze wälsche huhn, der paduanische hahn. Krünitz 26, 17. — 2) das truthuhn, vgl. wälschuhn: dinde, dindonneau. nouv. dict. 718b; wurde er von dem rath der stadt (Paola in Süditalien) mit 4 ziegen, guten wälschen hünern, torten, brod und andern lebensmitteln beschenckt. Ferdinand Albrecht von Braunschweig, wunderliche begebnüssen (1678) 133; was ihm geflügel, wild, pasteten, welsches hun, das alles kan mir auch ein guter stokkfisch thun. Rachel sat. ged. 6, 51 neudr. elsäss. welschi hüener Martin-Lienhart 2, 823. 11@a@iι) wälscher kauz, eine eulenart. Stahl forst-, fisch- u. jagdlex. 1, 642. 11@a@kκ) wälscher kreuzschnabel, der kiefernkreuzschnabel, loxia pytiopsittacus Bechst. Naumann vögel Deutschlands 4, 339. 11@a@lλ) wälscher pfau: der hett ... bemeltem Staufer zwen welsch pfawen gebracht von graf Jergen. Zimmerische chronik2 2, 438, 32. 11@a@mμ) wälsches rebhuhn, das steinhuhn, perdrix saxatilis Meyer, aus Südeuropa stammend. Naumann vögel Deutschlands 6, 546. Bechstein naturgesch. Deutschlands 3, 524. 11@a@nν) wälscher spatz: welsch spatz, passer solitarius. Emmelius nomencl. 138, wol der steinsperling, passer petronia L., in Deutschland nur selten und einzeln. 11@a@xξ) wälscher vogel, der braune, europäische sichler, ibis falcinellus Temm. Naumann vögel Deutschlands 8, 539. 11@bb) pflanzen und früchte. 11@b@aα) allgemein, wälscher baum, wälsche früchte: es hat auch heute aufm wege (zwischen Neumarck und Salurn) viel welsche obstbeume gehabt. Christian der jüngere von Anhalt, tagebuch 129 (1623) Krause; da sah ich, wie dein fleisz in frische blüthen schlug, und, wie ein welscher baum, zugleich schon früchte trug. Günther ged. 373; der garten deiner eh ist wie ein welscher baum, hier machen blüth und frucht einander plötzlich raum, die flieht, da jene treibt, und disz ihr fliehen und treiben läst von dem stamm zuletzt nur schwachheit übrig bleiben. 820; und (der gärtner) saget mir von welschen früchtn, wie die da wüchsn in diesem haus, sommer und winter auch durchaus. Wolff Ferber beschreibung eines armbrustschiessens in Dreszden (1610) F 2b; er ... war ausz dem wunderlichen, mit ungewöhnlichen wälschen und anderen seltsahmen früchten überall gezierten Bambergischen garten herrlich beschencket. Ferdinand Albrecht von Braunschweig, wunderliche begebnüssen (1678) 262; mit zuoschickung ... mancherley sorten zuckerwercks und auszbündigen wältschen früchten. Guler v. Weineck Raetia (1616) 170a; welsche früchte (unter den zu verzollenden waren aufgeführt). cod. dipl. Silesiae 17, 310 (1733). 11@b@bβ) wälscher ahorn, der südliche ahorn, acer opulifolium Vill. (acer italica Lauth.). Bechstein forstbot. 202. 11@b@gγ) wälscher baldrian, der grosze baldrian, valeriana phu L.: welscher baldrian, wilder calmus, theriakskraut. Tabernaemontanus (1664) 456 (im register welschbaldrian); welscher baldrian. Marperger kaufmannsmag. 2, 696. 11@b@dδ) wälsche bärenklau, die in Südeuropa wachsende echte bärenklau, acanthus mollis L.: als wir für das gebürge hinausz kommen, liesz sich auch sehen die welsche berenklaw, visnaiga etc. Rauwolf raisz (1582) 285; welsch berenklaw, acanthus. Matthioli durch Camerarius (1586) 226a. Bock (1595) 319a. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 160. Tabernaemontanus (1664) 1063 (den welschen beerentap. 284b). Hübner (1727) 318. vgl: acanthus, welsch-bähren-klee ist eine pflanze, mit deren blättern das corinthische capitäl gezieret wird. Ch. Wolff mathem. lex. (1716) 5. 11@b@eε) wälsche bibernell, der gemeine wiesenknopf, sanguisorba officinalis L.: herrgottsbärtle, welsche bibenell nennet mans darumb, dasz es die Wahlen pimpinella ... deuten. Matthioli durch Camerarius (1586) 361a; von hergotsbärtlein, oder welschen bibernell. Bock (1595) 173b; welsch bibinell, blutströpfflin. Lonicerus (1679) 474; von dem sperbenkraut, oder welschen bibernellen. Tabernaemontanus (1664) 315; dieser begreift darunter auch poterium sanguisorba L. (sanguisorba minor Scop.), die gemeine becherblume; bei Zedler 28, 338 pimpinella vulgaris sive minor, welsche bibernell, kleine welsche pimpinelle. 11@b@zζ) wälsches bingelkraut, eine südliche bingelkrautart, wahrscheinlich mercurialis tomentosa L.: welsch bingelkraut ist auch zweyerley. ... welsch bingelkraut männlein phyllum marificum, welsch bingelkraut weiblein phyllum foeminificum. Tabernaemontanus (1664) 942b. 943a; ähnlich Marperger 2, 696. 11@b@hη) wälsche birne, eine grosze, auf der sonnenseite hellrote, im fleische weisze, sehr saftige herbstbirne. F. B. Weber ökon. lex. (1838) 627b: volemis, walihiscum pirun. Steinmeyer-Sievers gl. 2, 631, 62 (Vergilglossen), 11@b@thθ) wälsche bohne. 11) die stangenbohne, phaseolus vulgaris L., im gegensatz zu der früher meist als bohne bezeichneten buff- oder saubohne, vicia faba L. (teutsch bonen Bock [1595] 299a): welsche bonen ... seind auch erst uffkummen in kurtzen jaren in unseren landen, also das sye yetzundt allenthalben in den gärten gezyelt werden ... wachszent in die höhe und flechten sich usz wie die weinreben, hopffe und geyszblatt. Brunfelsz kreüterbuch (1539) 275; welsche bonen oder steigfaseln, smilax hortensis. Matthioli durch Camerarius (1586) 124a; welsche bonen oder welsche fäselen. Bock (1595) 228b; welsche bonen, smilax hortensis. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 123a; türckische oder welsche bone. Tabernaemontanus (1664) 876a; faselen oder welsch bonen. Lonicerus (1679) 516; wältsch bonen, faseolus. Maaler 481c; welsche bonen, phaseolus. Stieler 211. Dentzler 2, 347b. Steinbach 1, 149; fagiuoli firentini. Krämer 1226b; welsche bohnen, kidney-beans, french beans. Ludwig 2444; welsche (türckische) bohnen, roomsche boontjes. Kramer (1719) 264a; welsche bone, faseole. Rondeau. — 22) die zwergbohne, phaseolus nanus L., eine varietät der stangenbohne: welsche bonen, phasiolus. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 98. vgl. Berendes 211. Lonicerus 516. — 33) die in Südeuropa sehr verbreitete saubohne, vicia faba L. Pritzel - Jessen 437a; walske bonen, wälsche oder grosze bohnen. ten Doornkaat Koolman 3, 503; walsche bon Danneil 242. 3@iι) wälsche distel. 11) die artischocke, cynara scolymus L.: welscher distel. Fuchs kreüterb. (1543) 340; strobildorn, welschdistel. Matthioli durch Camerarius (1586) 223a. Bock (1595) 319b. Lonicerus (1679) 190; welscher gartendistel, cinnara. Maaler 488c; welsche distel, carduus Italicus. Emmelius nomencl. 72; scolymus, cinarta, strobilus, welsche dystel, artischoken. Chytraeus (1594) 447; die welsche distel oder artischoken, scolymus it. l'articiocco o carcioffo. Comenius janua (1644) 32. — 22) der in Süditalien wachsende schirmsaflor, carthamus corymbosus L.: welschdistel, chamaeleon niger. Tabernaemontanus (1664) 1070a. 2@kκ) wälsches eichenlaub, der aus Südeuropa stammende eichenblättrige gänsefusz, chenopodium botrys L. Tabernaemontanus (1664) 47b. Marperger 2, 696. Holfert-Arends volksthüml. arzneimittelnamen3 218. 2@lλ) wälsches eisenkraut, das kriechende eisenkraut, verbena supina L.: hispanisch eisenkraut, welsch eisenkraut. Tabernaemontanus (1664) 381a. Marperger 2, 696. 2@mμ) wälsche erbse, dasselbe wie wälsche bohne 1: smilax hortensis, wältschärbs, rot oder teilt, under vil farben, wältschbonen. Frisius 1217b; welsch erbesen, smilax hortensis. Emmelius nomencl. 62; smilax hortensis, kleine fasseln, sind eine art welscher bonen, welscherbs. Calepinus (1605) 1353b; wälsch-erbs, stangenbohne, phaseolus vulgaris. schweiz. idiot. 1, 431. Pritzel - Jessen 271a. in Appenzell wältsch ärbs oder wältsch chefa. Tobler 97. 2@nν) wälsche espel, dasselbe wie wälsche mispel. Nemnich 2, 1268. Pritzel-Jessen 116a. Campe. 2@xξ) wälscher fenchel, die italienische süszere art des gemeinen fenchels, foeniculum officinale All. Marperger 2, 696. 2@oο) wälsches flohkraut, der flohsamenwegerich, plantago psyllium L.: welsch flöhsamenkraut, welsch flöhkraut. Tabernaemontanus (1664) 425a; welsches flöhkraut. Marperger 2, 696. 2@pπ) wälsches fünffingerkraut, italienische arten des fingerkrauts, wol potentilla alba und caulescens L.: quinquefolium italicum album, purpureum, welsch weisz, welsch purpurroth fünffingerkraut. Tabernaemontanus (1664) 355b; ähnlich Marperger 2, 697. 2@rρ) wälsches geiszblatt oder wälsche specklilie, das garten-jelängerjelieber, lonicera caprifolium L. Bechstein forstbot. 685. 2@sσ) wälscher ginst, das binsenpfriemenkraut, spartium junceum L. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 333. 2@tτ) wälsches gras, s. wälschgras. 2@yυ) wälsche hagenbutte, frucht des südeuropäischen brustbeerenbaums, zizyphus vulgaris Lam. (rhamnus zizyphus L.): jujuben, welsche hanbutten. Zedler 4, 1661. Ludovici kaufmannslex. 3, 703. Pritzel-Jessen 451b. 2@phφ) wälsches harnkraut, der zwiebelpfeffer, sedum cepaea L. Tabernaemontanus (1664) 832a. Marperger 2, 696: das welsche hornkraut, cepaea. Nieremberger; welsch-harnkraut, cepaea. Kirsch 2, 388a. 2@chχ) wälsche haselnusz, frucht des lambertsnuszstrauchs, corylus tubulosa Willd.: welsche haselnusz, von einem ℔ 1 kr. (abgabe). quellen z. gesch. d. stadt Wien 1, 5, 341 (1672); nuces Ponticae, welsche haselnüsse, aus Italien. Zedler 12, 695. 2@psψ) wälsche heide, südliche erika-arten: welsche heyde, erica italica. Matthioli durch Camerarius (1586) 43a. Tabernaemontanus (1664) 1517b. 2@oω) wälsche heidelbeere, die myrte, myrtus communis L., wegen ihrer schwarzen beeren: vom myrtenbaum oder welschen heydelbeeren. Matthioli durch Camerarius (1586) 71b; die frucht desz fremden myrtenbaums, welche man auch fremde oder welsche heydelbeer nennet. Lonicerus (1679) 108. 2@o@aaαα) wälsche hirse. 11) die mohrhirse, kafferkorn, sorghum vulgare Pers. (holcus sorghum L.): welscher hirsz, sorgsame. Fuchs kreüterbuch (1543) 297. Matthioli durch Camerarius (1586) 112a. Bock (1595) 244b; welsch hirse Emmelius nomencl. 62; welscher hirschen, indianischer hirschen. Tabernaemontanus (1664) 652b (vgl.: weiszfarbe boschen .., welche ... denen am welschen hirschen nit ungleich seind. Rauwolf raisz [1582] 198); der welsch hirsen. Lonicerus (1679) 527; welscher hirsen. Marperger 2, 696; welsche hirse. F. B. Weber ökon. lex. (1838) 648a. — 22) der rote fuchsschwanz, amarantus caudatus L.: der hanenkamm aber wird in vielen orten welscher hirsch oder rother hirsch genannt. Tabernaemontanus (1664) 818a. 2@bbββ) wälsche lange hohlwurzel, aristolochia longa L. Marperger 2, 696: lange wahre oder welsche osterluzei- oder hohlwurzel. Göbel pharmac. waarenkunde 2, 49. 2@ggγγ) wälscher holunder, türkischer, spanischer flieder, syringa vulgaris L. Pritzel - Jessen 394a: blaue blüte, alias zirenen et welscher holunder. Stieler 201. 2@ddδδ) wälscher kerbel, myrrhis odorota Scop. (scandix odorota L.): welscher körffel Marperger 2, 696; welscher körbel Linné's pflanzensystem 6 (1780), 155. wegen der formen vgl. theil 5, 599 f. 2@eeεε) wälsche kiefer, die pinie, pinus pinea L. Bechstein forstbot. 506. 2@zzζζ) wälsche kirsche. 11) der gelbblühende hornstrauch oder hartriegel, die kornelkirsche, cornus mas L., mit roten früchten (in Süd- und Mitteleuropa heimisch): vom cornellbaum, kürbeeren, welschen kirschen. Matthioli durch Camerarius (1586) 87a; welsch kirszen Bock (1595) 378b; welschkirschenbaum Tabernaemontanus (1664) 1460a; wältsch kirszbaum, cornutus. Maaler 481c; cornelbaum, dierlebaum, dirlitzen, welsch kirschbaum, cornus. Henisch 616, 58; welscher kirschbaum, cerasus corna. Stieler 114; guignier Rädlein 1045a; welsche kirschen, corniuole; guignes, bigarreaux. 1045a; cornelbeere, cornelkirschen, herlsken, thierlein, welsche kirschen oder zieserlein. Zinke (1753) 522; welsche kirschen, kirbeeren, dirrlitzen, harlitzen und zieserl. Marperger 2, 696; welscher kirschbaum. Bechstein forstbot. 420. Pritzel-Jessen 112a (Thüringen). — 22) welschi chriesi sind im kanton Zürich grosze, braune, weiche kirschen. schweiz. archiv f. volkskunde 4, 200. 2@hhηη) wälscher kohl, s. wälschkohl. 2@ththθθ) wälsches korn, s. wälschkorn. 2@iiιι) wälsche krebsblume, färber-croton, lakmus, croton tinctorium L.; welsch krebsblumen, heliotropium tricoccum. Tabernaemontanus (1664) 438a. Marperger 2, 696. 2@kkκκ) wälscher kümmel, das stöchaskraut, lavandula stoechas L.: römischer oder grosser welscher und fremder kümmel. Tabernaemontanus (1664) 759b. Zinke (1753) 1557. Marperger 2, 696. Zedler 40, 268. 2@llλλ) wälscher liebstöckel, abart des liebstöckels, ligusticum L. Matthioli durch Camerarius (1586) 267b. Tabernaemontanus (1664) 204b. Marperger 2, 695. 2@mmμμ) wälsche linse, der gemeine blasenstrauch, auch linsenbaum, colutea arborescens L.: welsch linsen. Fuchs (1543) 169. Tabernaemontanus (1664) 1503a. Lonicerus (1679) 104; die welschen linsen, colutea. Nieremberger; welsch linsenbohm. Chytraeus (1594) 413. F. B. Weber ökon. lex. (1838) 648b. 2@nnνν) wälsche löhne, die platane, platanus orientalis L.: ein welsche löhn. Chytraeus (1584) 410. 2@xxξξ) wälsche mispel, der azarol-weiszdorn, crataegus azarolus L., dessen früchte die grösze der mispeln haben und in Italien gegessen werden. Leunis botanik3 2, 186; welsche espel, welsche mispel. Pritzel - Jessen 116b; welsch nespeln, mespilus aronia. Tabernaemontanus (1664) 1447b. 2@ooοο) wälsche möhre, die rote möhre, carotte, daucus carota L. Zedler 21, 766. 2@ppππ) wälsches mondkraut, eine art des nagelkrauts, paronychia L. Lonicerus (1679) 466. Marperger 2, 696. 2@rrρρ) wälsche narde, der keltische baldrian, valeriana celtica L.: welscher nardus. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 5; wälsche narden. Zedler 54, 1606. 2@ssσσ) wälsche nessel, die römische nessel, kugelnessel, urtica pillulifera L. Tabernaemontanus (1664) 920b. Lonicerus (1649) 256. F. B. Weber ökon. lex. (1838) 711a. Pritzel-Jessen 421b: nim von scharpffen welschen nesseln, so man urticam grecam nennet. Ryff thierbuch Alberti magni D 2b. 2@ttττ) wälsche nieswurz, die weisze nieswurz, germer, veratrum album L. Marperger 2, 696. 2@yyυυ) wälsche nusz, die baumnusz, walnusz, juglans regia L.: wälschnusz Pinicianus prompt. (1516) B 1a; welschnusz (pl. die welschennusz) Fuchs (1543) 142. Bock (1595) 407a. Emmelius nomencl. 51; welsche nüsz. Matthioli durch Camerarius (1586) 95b. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 81. Tabernaemontanus (1664) 1383c; welsche nusz. Stieler 2423. Krämer 1226b. Rädlein 1045a. Ludwig 2444. Rondeau; wälsche nusz. Adelung; nux haiʒt ain nuʒpaum ... diu nuʒ haiʒt ze däutsch ain wälhisch nuʒ, diu auf dem paum wechset, dar umb, daʒ man ir ain underschaid hab von den haselnuʒʒen und von ander lai nuʒʒen. K. v. Megenberg 333, 31; und hatte har einer welischen nuosz farwe. Matthias v. Beheim s. xv; als er ein welsche oder baumnusz funden. Kirchhof wendunm. 1, 160 Österley; und gott erbarm es .., das ein yeder Teutscher yetzund will welsche nusz reden, so er doch kaum haselnusz verstehen oder beyssen kan. Lindener Katzipori 64 Lichtenstein; er wölle dann ein grösserer ... dieb, als sie sein, die wol dörffen eingemachte welsche nusz für muscatnusz ... verkauffen. Rauwolf raisz (1582) 35; hierinn ist zusehen ein perle in gold eingefast, welches so grosz ist als eine grosse welsche nusz. Eyszlinger italiänischer wegweiser (1664) 32; da holte es (das schneiderlein) ganz gemächlich, als hätt es keine sorgen, welsche nüsse aus der tasche, bisz sie auf und asz die kerne. Grimm märchen (1843) 2, 173; ich war annoch so klein, dasz ich mit schwachen stangen noch keine welsche nusz vom baume konte langen. König ged. (1745) 57; denn wenn ich mir, es frey zu sagen, ja eine baumfrucht loben musz, so lob ich mir die welsche nusz. Lessing 1, 128; was rauscht und klappert dort und kracht? da hagelts welsche nüsse! frisch, abgehülst und ausgemacht! wie euch der kern entgegen lacht, milchweisz, voll mandelsüsze! Voss 4, 198; hier spielt man nicht um welsche nüsse. Schiller 13, 380 (Turandot 2, 3). die benennung ist jetzt wenig mehr üblich, da man in Norddeutschland walnusz, in Süddeutschland schlechtweg nusz zu sagen pflegt. Gerson 102 führt sie aus der jüdischdeutschen sprache in Ruszland an. 2@phphφφ) wälscher nuszbaum, der walnuszbaum: der schwartze zimmetbaum ... ist unserem wälschen nuszbaume fast gleich. Zesen Assenat (1670) 446. 2@chchχχ) wälsche ochsenzunge, die italische ochsenzunge, anchusa italica Retz. (βούγλωσσον des Dioscorides). Matthioli durch Camerarius (1586) 340b. Bock (1595) 90a; Tabernaemontanus (1664) 804a. Lonicerus (1679) 326. Marperger 2, 697. 2@pspsψψ) wälsche osterluzei, dasselbe wie wälsche hohlwurzel. 2@ooωω) wälscher pfriemen, das binsenpfriemenkraut, spartium junceum L.: welsche pfriemen, spartium hispanicum. Tabernaemontanus (1664) 1513a; welsche pfriemen, spartum vel spartium. Steinbach 2, 185. 2@oo@aaaααα) wälsche pimpernelle, dasselbe wie wälsche bibernelle. Tabernaemontanus (1664) 316b. 2@oo@bbbβββ) wälsche pimpernusz, die echte pimpernusz, pistacea vera L., mit wohlschmeckenden früchten, in den Mittelmeerländern wachsend: welsch pimpernüszlein. Tabernaemontanus (1664) 1433; welsche pimpernüszlein. Zedler 28, 519. Marperger 2, 697. 2@oo@gggγγγ) wälscher quendel, der garten-thymian, thymus vulgaris L., auch römischer quendel, oder der kopf-thymian, thymus capitatus Lk. (satureja capitata L.): welscher quendel, thymus. Maaler 488c. Ryff lustgarten d. gesundheit 51a. Matthioli durch Camerarius (1586) 248a. Bock (1595) 17b. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 175. Krämer 1226b. Marperger 2, 697. Bechstein forstbot. 782. 2@oo@dddδδδ) wälsche rübe, vielleicht die carotte (s.wälsche möhre) oder der kohlrabi: wir dancken dir sere dynes guten jars, der pomerancien, des guten wyns und welschen ruben, uns gesant. Steinhausen privatbriefe des mittelalters 1, 74 (von 1466). 2@oo@eeeεεε) wälscher scharlach, die scharlach salbei, salvia horminum L. Marperger 2, 697. Zedler 52, 1609. 2@oo@zzzζζζ) wälsche schlutte, der ostindische herzsame, cardiospermum halicacabum L.: welsch schlutten. Fuchs (1543) 265; welsche schlutten, münchsköpflein. Bock (1595) 331. Tabernaemontanus (1664) 1275b. Lonicerus (1679) 201, Marperger 2, 697. 2@oo@hhhηηη) wälsche schwertel, eine iris- oder gladiolusart: welsch schwertel, sphatula foetida. Bock (1595) 333b; gladiolus italicus. Tabernaemontanus (1664) 1024a. 2@oo@thththθθθ) wälsche senesstaude. 11) die aus Südeuropa stammende senesstaude: die welsche senet, welsch senetkraut, sena italica. Tabernaemontanus (1664) 903b; welsche senesblätter, sena italica. Marperger 2, 697. — 22) der blasenstrauch, colutea L., mit dessen blättern die echten senesblätter verfälscht wurden: colutea, welsch-senetbaum, falsche senetblätter. Zedler 6, 776. 2@iiiιιι) wälsches silberkraut, die achtblättrige silberwurz, dryas octopetela L.: von dem welschen silberkraut, chamaedrys alpina, argentina Mompeliaca. Tabernaemontanus (1664) 365. Marperger 2, 697. 2@kkkκκκ) wälsche specklilie, s.wälsches geiszblatt. 2@lllλλλ) wälscher spick, dasselbe wie wälsche narde. Zedler 19, 1541. 2@mmmμμμ) wälsche stabwurz, eine art der stabwurz, artemisia abrotanum L.: welsch stabwutrz, abrotanum humile, odoratum. Tabernaemontanus (1664) 53a. Marperger 2, 697. 2@nnnννν) wälscher steinbrech. 11) eine seselart Südeuropas, seseli tortuosum L.: welsch steinbrech, seseli Massiliense, foenicuhum tortuosum. Matthioli durch Camerarius (1586) 257a. — 22) eine steinbrechart (?): welscher steinbrech, saxifraga altera. Matthioli durch Camerarius (1586) 334a. Tabernaemontanus (1664) 1222b. — 33) der steinbibernell, pimpinella saxifraga L.: welscher steynbrech, bibinell, pimpinella. Emmelius nomencl. 71. 3@xxxξξξ) wälscher steinklee. 11) in Italien wild wachsende steinkleeart, melilotus Neapolitanus L.: welscher steinklee, melilotus. Dioscorides durch Danz u. Uffenbach (1610) 177. Tabernaemontanus (1664) 894b. Zinke (1753) 2811. — 22) der eppich, apium grave olens: mit welschem steinklee oder epffich. Ryff lustg. d. gesundheit 53a. 2@oooοοο) wälsche tanne, dasselbe wie wälsche kiefer. Tabernaemontanus (1664) 1346a. 2@pppπππ) wälsches veilchen, arten von cheiranthus L.: von welschveieln. weisz welsche veieln, leucoium album. braune welsche veieln, leucoium purpureum. veielbraun welsch veieln, leucoium violaceum. Tabernaemontanus (1664) 693 (die ersten beiden sind varietäten der winterlevkoje, cheiranthus incanus L., das dritte der gemeine lack, goldlack, cheiranthus cheiri L.); winterviolen oder welsch violen. Lonicerus (1679) 396. Zedler 57, 1007; welsches veil, viola matronalis. Marperger 2, 697. 2@rrrρρρ) wälsche veilwurz, die wohlriechende wurzel der florentinischen schwertlilie, iris Florentina L. Zedler 54, 1609. 2@sssσσσ) wälscher wegerich, der bergwohlverlei, arnica montana L. Nemnich 5, 636. auch andere pflanzen: butterballen, welsch wegericht, frawenschuch, damasonium nothum. Henisch 573, 47; welsch wegerich, alisma, damasonium. Lonicerus (1679) 323. Marperger 2, 697. 2@tttτττ) wälsche weinbeere, rosine: umb seck czu den fieschen und velesweymber. quellen z. gesch. d. stadt Kronstadt 2, 87 (1528); veleschveymper 2, 96. 2@yyyυυυ) wälscher weizen, der mit groszen grannen versehene bartweizen. Weber ökon. lex. (1838) suppl. 82b: das dritt geschlecht mit den langen rauhen spitzlin, nent man welschen weytzen, und weytzenkolb. Fuchs (1543) 251; ähnlich Bock (1595) 235b (nach Pritzel-Jessen 413b triticum turgidum L.); da pflegen sie alle monat durch das gantze jar eine neuwe frucht zu säen, als ... bonen, erbes, cicern, welschen wäytzen. general chronicen (Frankf. 1576) 79a; welscher weytze, staudenkorn, typha. Emmelius nomencl. 62; welscher wäitzen, triticum typhinum. Tabernaemontanus (1664) 597b. daneben unterscheidet er noch drei andre arten, von denen eine mit nebenähren wol triticum compositum L. und triticum nigrum, mit schwarzbraunen harten körnern, wol triticum durum entspricht. 2@phphphφφφ) wälscher wermut, der römische beifusz, artemisia Pontica L.: welscher wermuth, absinthium Ponticum. Tabernaemontanus (1664) 17. Zinke (1753) 318b. Marperger 2, 697. 2@chchchχχχ) wälscher zirbelbaum, s.wälsche kiefer. dazu wälsche zirbelnusz, die rundlichen pinienzapfen: pinions, the kernels of pine-appels. Ludwig 2444; pitache Rondeau.
102048 Zeichen · 1980 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wälsch

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Wälsch , adj. et adv. ein altes, aber jetzt großen Theils ungangbar gewordenes Wort. 1. Fremd, ausländisch überhaupt, ei…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wälsch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wälsch und Zusammensetzungen, s. Welsch etc.

  3. modern
    Dialekt
    wälsch

    Rheinisches Wb.

    wälsch węltš: 1. Adj. a. wallonisch, französisch; w.(ə) Nöss Walnüsse Koch , Rip, SNfrk; dat es de richtig w. Frau sie i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waelsch

58 Bildungen · 52 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von waelsch 2 Komponenten

wal+sch

waelsch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

waelsch‑ als Erstglied (30 von 52)

wälschbirne

DWB

waelsch·birne

wälschbirne , f. eine birnensorte, jargonelle. Oken 3, 2079 . Krünitz 237, 195 . vgl. wälsche birne (wälsch 11, b, η ).

wälschbuhlerei

DWB

waelsch·buhlerei

wälschbuhlerei , f. bewerbung um die gunst des auslands: dem durch fremdsucht getrübten, durch wälschbuhlerei verblendeten auge der ... Sche…

wälscheisen

DWB

waelsch·eisen

wälscheisen , n. nach italienischer art hergestelltes eisen, vgl. wälsches eisen (wälsch 10, k, β ): steir. wallischeisen ' eisen für herste…

wälscheln

DWB

waelsch·eln

wälscheln , verb. , das elsäss. welschele. Martin-Lienhart 2, 824 , von Jahn und Arndt in übertragenem sinn gebraucht. 1 1) französisch rede…

wälschen

DWB

wals·chen

wälschen , verb. ein in allen südd. mundarten verbreitetes wort: schweiz. weltsche Stalder 2, 432 . Tobler 439 . Hunziker 286 . Seiler 309 ,…

wälscher

DWB

wals·cher

wälscher , m. 1 1) einer, der italienisch, französisch oder überhaupt eine fremde sprache spricht. 2 2) einer, der undeutlich redet. elsäss.…

wälschgezier

DWB

waelsch·gezier

wälschgezier , n. geziertes wälschendes wesen: dadurch hat er ( Ziegler in der asiat. Banise ) den ... stoff in die klatschstuben herunterge…

wälschgras

DWB

waelsch·gras

wälschgras , n. das bandgras, weisz und grün gestreifte spielart des rohrglanzgrases, phalaris arundinacea L.: gramen sulcatum, pictum, span…

wälschgropp

DWB

waelsch·gropp

wälschgropp , m. eine abart der groppe, cottus gobio L. ( obd. gropp, groppen, m. Martin-Lienhart 1, 279 . schweiz. idiot. 2, 788. Schmid 24…

wälschhahn

DWB

waelsch·hahn

wälschhahn , m. , s. wälscher hahn (wälsch 11, a, ζ ): so sahe er ihm umb ein bezöpfftes auszstracktieff und beginenpflaster umb, zu beförde…

wälschhammer

DWB

waelsch·hammer

wälschhammer , m. ein auf italienische art eingerichteter eisenhammer, im gegensatz zum deutschhammer. Unger-Khull 616 a , s. wälscher hamme…

wälschheidelbeere

DWB

waelsch·heidelbeere

wälschheidelbeere , f. , s. wälsche heidelbeere (wälsch 11, b, ω ): der grünen ... kupfferigen welschheydelberfresserin ... Venus. Fischart …

wälschheit

DWB

waelsch·heit

wälschheit , f. wälsche art: wie man das jugendliche gemüth aus dem vaterlande in die fremde treibe ... zuletzt als impfling der wälschheit …

wälschhold

DWB

waelsch·hold

wälschhold , adj. dem wälschthum geneigt: es ist unleutseelig und wälschhold, wenn die denktafeln bei ehrensäulen ... dem volke durch fremde…

wälschhuhn

DWB

waelsch·huhn

wälschhuhn , n. , vgl. wälsches huhn (wälsch 11, a, θ ). 1 1) das sich durch grösze auszeichnende italienische huhn: pullus procerus, ein we…

wälschin

DWB

wal·schin

wälschin , f. Italienerin, Französin: a. 1552 den 15. nov. quam ein Welschen jonge frauwenperson ... von Reissel uis Brabant mit einem kinde…

wälschkohl

DWB

waelsch·kohl

wälschkohl , m. der wirsing, Savoyerkohl, wälschkraut, brassica oleracea sabauda L. Leunis botanik 3 2, 434 ( nach Nemnich 1, 670 brassica v…

wälschkorn

DWB

waelsch·korn

wälschkorn , n. 1 1) der türkische weizen, mais, zea mais L., aus Amerika stammend, von Italien aus nach Deutschland gekommen. Oken 3, 400 .…

wälschkornbrei

DWB

waelsch·kornbrei

wälschkornbrei , m. : die Italiener machen aus dem mehle einen brei, welcher vom landvolke täglich unter dem namen polenta (welschkornbrei) …

wälschkraut

DWB

waelsch·kraut

wälschkraut , n. , dasselbe wie wälschkohl. Nemnich 1, 670 . Leunis botanik 3 2, 434. Campe. nach Pritzel-Jessen 64 b schlesisch, aber auch …

wälschländer

DWB

wälschländer , m. Italiener, Franzose. nouv. dict. 718 b .

wälschland

DWB

waelsch·land

wälschland , n. , zusammengerückt aus wälsch land, das wälsche land (wälsch 3, a ), im 16. jahrh. auch noch öfters getrennt geschrieben; der…

wälschler

DWB

waelsch·ler

wälschler , m. einer der wälsch redet oder wälsches einmengt. elsäss. Martin-Lienhart 2, 824 .

wälschlich

DWB

waelsch·lich

wälschlich , adv. : dasz ein Deutscher ... einen unserer höchsten und gewaltigsten menschen auf eine solche weise allen Wälschen und alten w…

wälschling

DWB

waelsch·ling

wälschling , m. ein wälsch gesinnter: daran darf man sich nicht kehren, wenn findlinge, denen die muttersprache nicht die sprachmutter gewes…

wälschlüstern

DWB

waelsch·luestern

wälschlüstern , adj. dem wälschen zugethan: die Altdeutschen ... konnten alles ausdrücken, was zu einer begriffsbezeichnung nothwendig war, …

waelsch als Zweitglied (4 von 4)

Kauderwälsch

Adelung

kauder·waelsch

Kauderwälsch , -er, -este, adj. et adv. im gemeinen Leben, unverständlich der Sprache nach, im verächtlichen Verstande. Kauderwälsch reden. …

Rothwälsch

Adelung

roth·waelsch

Das Rothwälsch , plur. car. ein Nahme, womit man zunächst diejenige gemischte Sprache verstehet, welche die Europäischen Zigeuner, Spitzbube…

Schwarzwälsch

Adelung

schwarz·waelsch

Schwarzwälsch , adj. et adv. welches von einer Art Weinstöcke üblich ist, welche schöne große hangende Trauben mit großen schwarzbraunen Bee…

Ableitungen von waelsch (2 von 2)

verwälschen

DWB

verwälschen , verwelschen, v., transitiv: die reine teutsche sprach mit ihren satten worten ward dergestalt vermischt, verwelscht, vermumt H…

Wälsche

Campe

Wälsche , — n, Mz. — n, s. Wälsch 2).