vorteil,
m. ,
mit kurzer erster silbe, vgl. furtheil teil 4, 1, 1,
sp. 904 (
nur einmal belegt). II.
mhd. vorteil
mhd. wb. 3, 22
b; Lexer 3, 482;
mnd. vordêl
Schiller-Lübben 5, 331
a;
mnld. voredeel Verwijs-Verdam 9, 969;
aus dem nd. entlehnt ist dän. fordel;
aventagium vorteil Diefenbach
gloss. 60
b;
devantagium 177
c;
preminentia vor-, fortail 453
b;
principatus vurdeil 460
a; vorteil, der, vorzug
praerogativa Maaler 476
d; vorteil,
commodum, emolumentum Stieler 2271; vortheyl, nutz, gewinn Hulsius-Ravellus (1616) 390
b; vortheil Zehner
nomencl. (1645) 421;
gleiche schreibung bei Kramer
t.-ital. dict. 2 (1702) 1066
c, Steinbach 805, Frisch 2, 367
b (
aber: theil oder teil 367
a), Adelung
und Campe. —
lange hält sich neben dem m. das n., Luther
scheint nur das n. zu brauchen: primas partes fero ich hab das vorteyl Alberus (1540) Cc 1
a; davon hat er das vorteil, das er kein böse gewissen hat
Sirach 20, 23; hie ist das vorteyl Luther
w. 18, 360
W.; vgl. noch z. b. 18, 300; 29, 596; 32, 533; 28, 11; 19, 461; eyn kleyn fürtheyl macht grosze buoben Tappius
adagiorum cent. septem (1545) o 5
a; das vortheil schlegt den mann Petri
d. Teutschen weiszheit (1604) 2, m 6
b; das fürtheil unrer berechtigung S. v. Birken
fortsetz. d. Pegnitz-schäferey (1645) 22; das fohrteil bekommen Zesen
Ibrahim (1645) 2, 542;
mnd. dat vordel
dtsche städtechron. 7, 320 (
Magdeburg); (
als) blosz die tugend nur das vortheil hat genommen Opitz (1690) 1, 51; (
die stadt Leipzig) musz ihrer vorstadt zier mit eigner hand verbrennen, dem heere so ihr naht, das vortheil abzurennen 2, 37; so schwingt er sich herab durchs vortheil einer hand Dietrich v.
d. Werder
Ariost 6, 23; was dir, gelehrter Hahn, dein eignes vortheil schenckt Joh. Chr. Günther
ged. (1751) 379.
zu beachten ist auszerdem, dasz in älterer sprache oft nicht zu erkennen ist, ob m. oder n. gemeint ist. —
spurweise findet sich auch ein f.: da musz wein nach der vorteil auffgesetzet werden, oder es gilt nichts Huberinus
spiegel d. haustzucht (1553) 255
b; zum uberflusz köndt ihr die gantz choroana (
karawane), oder die caravanische cameelsaum und gesellenschar, die
von und auff Mecha walfartenweisz wie die aumeisen ausz und einziehen, mit kauffmanschatz beladen, zur vortheyl haben Fischart
Garg. 352
ndr.; vgl. unten die stelle aus J. v. Watt.
im ahd. ist ein f. forateila
tatsächlich belegt, aber ein fortleben des wortes ist sonst nicht nachzuweisen. —
in der sprache der gegenwart wird das präfix mit kurzem vokal gesprochen, die oben aus Zesen
angeführte stelle erweist länge des vokals, s. auch 2vorteil. —
der zweite teil des wortes ist wie bei urtel
oft verkürzt; vortel,
das unten für sich behandelt wird, ist aus der schriftsprache verschwunden. —
eine mundartliche schreibung ist pfortail, pforteil: sein pfortail Unvest
chron. carinthiacum (1724) 725; mit untreuw oder beschwärlicher pforteil J. v. Watt
hist. schr. 1, 40
Götzinger. IIII.
bedeutungen. II@11)
das was jemand vor anderen voraus bekommt; oder was jemandem als besondere gabe zuteil wird. von Adelung
wird diese anwendung als veraltet bezeichnet, vgl. Fischer schwäb. wb. 2, 1682:
prerogatio, prerogativa, ein sunderlich vorteil Diefenbach
gloss. 456
a; zu vorteil, oder einen vorteil machen Frisius
dict. (1556) 1040
b zu praelegare; mannesvorteil
bei der erbteilung zu gunsten der söhne Schmeller-Fr. 1, 599; müntzvorteihl,
rimedio per il maestro di zecca Kramer
t.-ital. dict. 2 (1702) 1069
b;
im kärntischen der betrag an lebensmitteln, den die von der wirtschaft zurücktretenden eltern bekommen Lexer
kärnt. wb. 56; item 3
m. den selben geschenkt zu vorteil von des meisters geheise seliges gedechtnise
Marienb. treszlerbuch 423
Joachim; das ihme ein par trabanten gehalten und ein vortheil mit wägen und troszpferden gethan würde Fronsperger
kriegsb. 1 (1578) q 3
a; einem obersten-leutenambt über 2000 knechte sol fur alle und jede vortheil monatlich gegeben werden ...
verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 115
Palm. II@22)
in älterer sprache in besonderer anwendung der bei schützenfesten oder anderen wettkämpfen für preise ausgesetzte betrag oder diese selbst, auch das zehrgeld für schützen, die in eine andere stadt geschickt werden (Fischer
a. a. o. unter c),
eine aus der gemeindekasse zu einem trunk gestiftete summe (Fischer
unter b); buchdruckervortheil,
besondere an die gesellen von dem verleger gegebene vergütung Klenze
druckerspr. 108
a; 20 guldin den buchsenschützen zuo irm vortail
dtsche städtechron. 23, 121,
anm. 2;
vgl. 25, 276; item vil bancket mit inen gehalten ... geselschaften und krentzelmal gehalten, vortheil ausgeschenckt 32, 137 (
Augsburg);
s. hierzu noch Unger-Khull
steir. wortschatz 246
b; Müller-Fraureuth 2, 630
a. II@33)
es entwickelt sich dann aus der unter 1
dargelegten bedeutung die anwendung in freierem sinne, im allgemeinen enger gefaszt in älterer, weiter in neuerer sprache. zunächst ist vorteil
ein vorrecht, das materiell, aber auch in höherem sinne genommen werden kann; dann aber greift die anwendung weiter, vorteil
bezeichnet dann alles, was eine person oder sache im vergleich zu andern günstiger stellt oder auch auszeichnet, so dasz vorteil
in den sinn von vorzug
übergehen kann; natürlicherweise wird sich damit meistens schon die vorstellung der förderung, des erfolges, des nutzens verbinden, doch kommt es eben darauf an, dasz durch den vergleich mit minder begünstigtem noch eine verbindung mit dem ursprünglichen sinne des wortes fühlbar bleibt. in engerem sinne bezeichnet vorteil
das in streit und kampf gewonnene übergewicht oder die günstigere lage, in der sich der eine gegner gegenüber dem andern befindet; von diesen vorstellungen aus entwickeln sich dann eine reihe von wendungen ganz allgemeinen sinnes. II@3@aa)
in engerem sinne, vorrecht: meine ehren und würden, mein vorthail, recht und gerichtszwang Brandis
gesch. d. landeshauptleute von Tirol 42 (
v. 1319); preferentie oder vortheil
ordnung, statuten u. edict keiser Carols V. (1540) a 4
a; das der minst in Rom inen gleich sein und sie (
die patrizier) gar keyn vortheyl haben solten Carbach
Livius (1551) 49
b; das einzige vorrecht und vortheil, die das glück ... ihnen zugeschantzt hätte Lohenstein
Armin. (1689) 1, 14
a; da Jacob, der junge dein, das erste vorteil und den sein hatte gar benumen nu seinem bruder Esau
hist. d. alten e 728
Gerhard. II@3@bb)
dann aber freier und besonders in neuerer sprache in den sinn von vorzug
übergehend oder die begünstigtere lagestellung u. ä. bezeichnend: wo yhr gut gewissen habt, so ist bey euch das trostliche vorteyl, das euch gott wird beystehen Luther 18, 300
W.; (
es) ist ein herrlicher vortheil vor den Wahlen Moscherosch
gesichte (1650) 2, 327; (
was uns) einen unbeschreiblichen vortheil über die alten ertheilen würde Breitinger
crit. dichtkunst (1740) 1, 115; zween minister von gleichen naturgaben und gleichen äuszerlichen vortheilen Lavater
physiogn. fragm. (1775) 1, 31; mit allen vortheilen, die blondinen eigen sind Göthe 24, 210
W.; ein vortheil des bewährten feldherrn ists, das er nicht nöthig hat zu schlagen Schiller
Piccolomini 2, 7;
Adam: frauennägel sind es nicht.
Walter: glaubs. auch ein vorteil noch der hagestolzen H. v. Kleist
d. zerbr. krug auftritt 10. II@3@cc)
in diesem freieren sinne in z. t. festen verbalen wendungen; der begriff des vorzugs neben dem des nutzens kann dabei dadurch hervorgehoben werden, dasz das verglichene bezeichnet wird: priores partes habere apud aliquem den vorzug oder vorteil gegen eim haben Frisius
dict. (1556) 950
b; die erste gepurt war köstlich und hatt tzwey grosze forteyl fur allen anderen kinderen Luther 7, 26
W.; was haben denn die jüden vorteils
Röm. 3, 1; lasz in doch etlich dise tage bei mir den vortheil haben Boltz
Terenz (1539) 34
a (
Eunuch. 151); wie denn der präceptor ... uns ganz strenge gehalten, wiewohl ich allezeit ein vortheil vor dem jungen herrn und Logau gehabt Schweinichen
denkw. 15
Ö.; ein ehrlich und tugendreich kind hat billich ein vortheil für der, die der ehr nicht hat wöllen erwarten Petri
d. Teutschen weiszh. (1604) 2, t 2
b; die ädelgebohrne haben groszen vortheil, vorzug und genade in dem mänschlichen geschlecht Moscherosch
gesichte (1650) 2, 354; das vogelwildpret ... einen solchen vortheil hat, durch das dünneste und subtileste element der luft fortzukommen Aitinger
weidbüchl. (1681)
widm. 1
b; (
dasz) französische poeten einen groszen vortheil vor uns haben Bodmer
samml. crit. poet. schr. (1741) 1, 119; (
umstand,) worin Psyche ... den vortheil über Danae hatte Wieland (1794) 2, 189; allso der mensch erkoren, weil er herrscht über sie (
die tiere) vor andern stets will haben gar, ein vortheil und ein vorzug gar Höck
schönes blumenfeld 116
ndr. natürlich können auch wendungen wie den vorteil genieszen, sich des vorteils bedienen
u. ä. in dem oben angegebenen sinne gebraucht werden. II@3@dd)
einige besondere wendungen; günstigerer umstand: so luog zuom ersten, wie oder welchen weg er (
ein arm) herusz ist, so hast du gar ein groszen vorteyl in wider in zuothun Gersdorff
wundarznei (1517) 44
b; wer lang nägel hat, würdt ein vortheil zuokratzen haben Fischart
praktik 4
ndr. — jemandem einen vorteil tun,
ihm einen vorzug zuteil werden lassen: in summa, die heyden thaten ihren abgöttern kein ehre noch vortheil Fischart
bienenkorb (1588) 203
b; den kühen aber, so gekalbet und kälber zu nehren haben, denen wird vor andern ein vortheil gethan
viehbüchlein 26. — diese deine liebe dir solte ein vortheil geben vor mir?
theatrum amoris (1626) 34. (
die mönche) han den vortheil eyngenommen, das niemand mehr zum sprung kan komen Fischart
dicht. 1, 138
Kurz; ich bin ihm gleich, so lieber man, als eben ihr, herr Peter mein, wiewol ihr nemt den vorteil ein, das ihr könt machen gros geplerr Hayneccius
Hans Pfriem s. 68
ndr. II@3@ee)
ebenso auch von unbelebtem und unsinnlichem, wenn ein vorzug vor einer anderen sache, lage, umständen u. s. w. bezeichnet, angedeutet wird oder aus dem zusammenhange zu erschlieszen ist; natürlich ist auch hier meist die vorstellung des nutzens mit eingeschlossen: es ist ein vorteyl auff allen dingen, dann ie eins besser ist dann das ander
sprichw. (1548) 166
a. II@3@e@aα)
oft mit dem genit. verbunden, meist in neuerer sprache in allgemeinerer bedeutung: sie hatten den vortheil des windes Kramer
t.-ital. dict. 2 (1702) 1069
b; den vortheil des ortes in acht nehmen Steinbach 2, 805;
vgl. Schiller 4, 236
G.; eyn sunderliche ehre und vorteyl der ebreischen sprach Luther 15, 37
W.; dasz er (
der bär) seinen feinden mit dem vortheyl der hörner begegnen möcht
sprichwörter (1548) 173
a; die moralischen vollkommenheiten und vortheile unsrer natur Cramer
d. nord. aufseher (1758) 35; um die vortheile der schönheit in der welt zu genieszen, müssen andere leute glauben, dasz man schön sey Lichtenberg
verm. schr. (1800) 2, 81; das sind vortheile der groszen stadt, die wir entbehren Göthe IV 27, 17
W.; wie unabsehbar sind die vortheile einer schönen musik E. T. A. Hoffmann (1900) 1, 33; in wenig minuten war er angekleidet, ein vorteil halb soldatischer erziehung Fontane I 1, 24; Plato, der erste heyde weisz, beschreibt uns die schön mit fleisz, nennt sie ein vortheil der natur H. Sachs 16, 450
K.-G. II@3@e@bβ)
in andern wendungen: in summa, dieses ist der romanisten meinung, dasz die sünde, so vor dem tauff geschehen, kein vortheil auszerhalb den andern haben Fischart
bienenkorb (1588) 109
b; (
das kreuz,) welchs ein sonderlichen vortheil uber alle andere bilder ... hat 192
b;
vgl. 193
a (vortheil thun,
bevorzugen); und sollen die vier hauptthöne der vier gekrönten meister für andern thönen keinen vortheil haben Puschmann
meisterges. 29
ndr.; der unsern nachtheil nach der griechischen und lateinischen, aber vortheil vor der französischen sprache zeigt Herder 1, 233
S.; was den westlichen provinzen an sich einen geographischen vorteil über die östlichen ... gibt Ranke (1867) 8, 11. — sollte das altdeutsche aber nicht reicher gewesen seyn und wir den vortheilen nachher entsagt haben br. Grimm
an Benecke (1889) 19; (
der greis) fühlt alle schwächen, die unvermeidlichen genossen des alters, aber er deutet sie tröstlich in vortheile um W. Scherer
kl. schr. 1, 15. II@3@ff)
auch in der verbindung zum vorteil
kann das wort in dem engeren sinne von vorzug
gebraucht werden, eine verbesserung der umstände, erhöhung des wertes u. ä. bezeichnen: er ist zu seinem vorteil verändert,
wobei eine vergleichung mit einem früheren zustande stattfindet; es gereicht ihm zum vorteil,
erhöht seinen wert, sein ansehen u. s. w.: die übrigen abweichungen des deutschen verfassers von dem originale gereichen mehr zum vortheile des stücks Lessing 9, 254
M.; wenn eine verschiedenheit zwischen Agathon und den besten ist, ... so ist sie gänzlich zu seinem vortheil Wieland
Agathon (1766) 1, 226; (
muszte) sich fragend verhalten, wobei denn niemand zum vortheil erscheint Göthe 24, 134
W.; sie führten die trümmer organischer meeresbewohner ... zu ihrem vortheil an (
etwas zu beweisen) 25, 27; (
unreine stimme,) wie sie den unteren volksklassen ... nicht gerade zum vorteil eigen ist Fontane I 5, 5; (
kleid, das) die gewölbte brust, den schlanken wuchs der zu ihrem vortheil zeigt glieder J. A. Schlegel
verm. ged. (1787) 2, 246. ein junger mensch ... zu seinem vortheil gekleidet Göthe 47, 355
W. II@3@gg)
eine grosze anzahl vielgebrauchter wendungen geht von dem übergewicht, dem erfolge, der günstigeren lage, der überlegenheit in streit und krieg aus und findet allgemeine anwendung auf andere verhältnisse. über die besondere entwicklung des auf wirklichen krieg sich beziehenden gebrauchs in der älteren sprache vgl. unten g
γ. II@3@g@aα) keinen vorteil für einem im krieg haben Steinbach 2, 806; der bassa ... greyff sie nach vortheil an Stumpf
Schweizerchron. (1606) 25
b; ein rechtschaffener heldenmuth hat sein vortheil an der gerechtigkeit seiner waffen Winckler 2000
gutte gedancken (1685) b 6
b; einige vortheile über die feinde Wieland
Agathon (1766) 2, 209; dasz die schlacht sich zum vortheil der Deutschen wendet Gerstenberg
Hamb. nat.-zeitung 283
lit.-denkm.; in verschiednen treffen hatten die Schweizer den gröszten vortheil grafen zu Stolberg (1820) 6, 194; beym vortheil keine ... beute zu machen Klinger (1809) 4, 194; sie griffen die von Nürnberg mit vortheil an A. v. Arnim 21, 248; kan Osman wider uns mit einem vortheil kämpffen? A. Gryphius
trauersp. 183
Palm. II@3@g@bβ)
häufigere und besondere verbale wendungen. im vorteil sein,
besonders in neuerer sprache oft übertragen: Berlichingen gab unerhört nach, wie er immer thut, wenn er im vortheil ist Göthe 8, 6
W.; er focht unbesonnen in blinder eifersucht, und ich war im vortheil Eichendorff (1864) 2, 328; Marcelline mit den ihrigen ist im vortheil, Figaro mit den seinigen im nachtheil O. Jahn
Mozart (1856) 4, 246. — die durch ihre neuen erwerbungen sehr in vortheil kommenden fürsten Ranke (1867) 31/32, 127;
A: ich nehm die feldflasch!
B: ich trink aus dem helm!
A: da kommst du in vortheil Brentano (1852) 7, 409; im vortheil sitzen, stehen Kramer
t.-ital. dict. 2 (1702) 1069
b; (
der) gegen ihn wenigsten darin im vortheil steht, immer offenen helmes gegangen zu sein Grillparzer 18, 193
Cotta; selbst der sonst beschränkteste unter ihnen wird gegen den gescheidtesten Münsterländer fast immer im vortheil stehen A. v. Droste-Hülshoff 2 (1878) 352; das ich, das mich von hier verzagte, stand im vorteil gegen mich H. v. Kleist 1, 235
E. Schm.; damit wir uns indesz zum kriege rüsten und durch den ersten streich in vorteil setzen Raupach
dram. w. ernster gattung (1835) 5, 31. vorteil erfechten, erlangen, gewinnen
u. ä.; er lief mir den vorteil ab Steinbach 2, 806; in dem tetten sie sich aus dem dorf, gewünnen auch ainen groszen vortail
Wilw. v. Schaumburg 42
K.; wenn ich nur eine linie breit vortheil über ihre eigenliebe gewonnen habe S. v. Laroche
gesch. d. frl. v. Sternheim (1771) 1, 216; er wandte sich gegen Geldern und erfocht einige vortheile Ranke (1867) 1, 92; umsonst! wenn sie auf ihn kein vortheil kan erlangen A. Gryphius
trauersp. 293
Palm. dann zum gegensatz in älterer sprache: die Deutschen waren gar zu sicher, ubergaben allen forteil Hennenberger
erclerung d. preusz. landtaffel (1595) 17. wem der vorwitz so sehr beliebt, das er sein vortheil ubergibt, felt darnach in der feinde hendt, dem geschicht recht, das er wirdt geschendt B. Waldis
Esopus 1, 353
Kurz. II@3@g@gγ)
eine eigentümliche entwicklung nimmt die anwendung des wortes in älterer sprache; vorteil
bezeichnet die günstigere lage, die bessere stellung, kann aber dann eine ganz örtliche bedeutung annehmen, einen durch natürliche sicherungen oder auch durch befestigungen geschützten ort bezeichnen, vgl. Fischer
schwäb. wb. 2, 1683: in der schantz ligen, oder sich in seinem vorteil enthalten Frisius (1556) 848
a; sie ab und aus dem vorteil zu schieszen
Wilw. v. Schaumburg 185
K.; da wischeten die Hungern ausz dem vortheyl herfür S. Franck
chron. Germ. (1538) 84; der in seinem forteil sicher ligt
sprichw. (1548) 57
a; (
die festungen sollen) mit guoten vortheilen und schieszlöchern dermaszen gefasst sein, dasz man sich darhinder wehren und erhalten mag Fronsperger
von geschütz u. feuerwerck (1564) 25
b; die ubrigen entrunnen uber das wasser in ihren vorteil Stumpf
Schweizerchron. (1606) 428
a; wir sind auszer unserm vortheil (
nicht in gesicherter stellung) A. Gryphius
Horrib. 10
ndr.; (
er konnte) die Römer aus ihrem läger und vortheil ins freye feld locken Lohenstein
Armin. (1689) 1, 26
b; zwei vorteil wir verlieszen, im dritten begriffen wir den stand Liliencron
hist. volksl. 4, 510; zuo letst hand wir üch funden in groszem vorteil stan mit gräben oben und unden Nikl. Manuel 25
B.; ein ausgeruhtes heer, stoltz von der alten zeit, das zweymahl stärcker war, im vortheil (
der verschanzung) anzugreiffen Besser
schr. (1732) 1, 46.
unbestimmter: vortheil ist ein besserer soldat als übereilung (
advantage is a better soldier than rashness)
Shakespeare Heinrich V. 3, 6. —
übertragen: wir können durch die beyhülfe einer gesunden weltweisheit diese lichtscheuenden aus ihrem vortheile treiben Schwabe
belust. (1741) 1, 158; die liebe sucht ein hertze, das sich im leid und schertze nicht ausz dem vortheil gibt Chr. Weise
d. grün. jugend überflüss. gedanken 76
ndr. II@3@g@dδ)
in älterer sprache dann auch im sinne von hinterhalt: wann ich auff vorteil (
λόχονδε 14, 217) oder zuo aim scharmützel bin auszgeschickt worden Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 60
a; darin (
sie sich) ... in vorteil gelegt hatten Stumpf
Schweizerchron. (1606) 501
b; in solchen busch und graben wurden etliche königl. schwedische musquetierer ... zum vortheil geleget Chemnitz
schwed. krieg 2 (1653) 165. II@3@g@eε)
in der unter γ behandelten bedeutung auch von tieren: so offt eyn hirtz seinen vortheyl einnimpt Sebiz
feldbau (1579) 587; (
das wild) gibt sich ausz dem vortheyl und laufft davon 591. II@3@g@zζ)
in wendungen wie seinen vorteil ersehen, wahrnehmen
u. ä. kann das wort die günstige lage, aber besonders auch den günstigen augenblick bezeichnen: man soll nit allezeyt mit dem feind schlagen, sonder des vortails war nemen Mayr
sprichw. (1587) d 2
a; (
als) der straszenreuber sein vortheil ersahe Hertzog
d. schiltwache d 2; einsmals ersahe ein soldat seinen vortheil ... nahm sie bey dem kopff und gab ihr einen kusz Abr. a
s. Clara
etwas für alle 2 (1711) 217; endlich ersah ich meinen vortheil und sprang zum offenen fenster hinaus Göthe 25, 49
W.; der wolff sprang für, die gansz folgt nach, nit lang, bisz sie irn vortheil sach, da flog sie hin und sang: gagag Waldis
Esopus 2, 225
Kurz. II@3@g@hη)
in älterer sprache werden adverbiale wendungen mit vorteil
gebildet, durch die das ordnungsgemäsze oder vollkommene bezeichnet wird, vgl. hierzu unter 5: das (
pferd) geht nit zum vortheyl, das ist stettig, das schlegt und beiszt Seb. Franck
sprüchw. (1541) 2, 71
a; gott sahe alles, was er gemacht hett, und es war seer und von forteyl gut
sprichw. (1548) 121
a; also hat man uns nach allem vortheyl ... gespickt Fischart
Garg. 207
ndr.; grosz bäum fällen musz mit vortheil geschehen Lehman
floril. polit. (1662) 1, 67; so man (
die wünschelrute) mit vorthail zu beyden hängen gefasset Hohberg
georg. curios. 3 (1715) 1, 349
b; die sauen mit vortheil packen Heppe
aufricht. lehrprinz (1751) 13; Reichart fasset den stein in forteil Wickram 2, 147
B.; (
dein pferd) das dich ein gantzen tag muoz tragen und das nach forteil sey beschlagen
ders., d. irr reitend bilger (1556) h 3;
obszön: (
die tochter) liesz ihn also den teuffel nach allem vortheil in die helle thun Tabeus
Mägnhincklers sack (1612) b 2
b. —
der genit. adverbial: kilch oder allgemeine versammlung, dero der nam vorteils (
vorzugsweise) und eigenlich zimmt Zwingli
dtsche schr. (1828) 1, 199. II@44)
am meisten wird das wort im nhd. im sinne von nutzen
und im gegensatze zum schaden
gebraucht. die ursprüngliche vorstellung des dadurch begünstigt-, bevorzugtseins kann dabei einerseits ganz zurücktreten, anderseits aber auch mit eingeschlossen oder doch gefühlt werden. bei der nahen berührung der vorstellungen sind eine ganze reihe von wendungen und verbindungen beiden sinngebieten gemeinsam. II@4@aa)
im engeren sinne erzielter oder sonstwie zugefallener gewinn, wobei unter umständen das wort ganz dinglich aufzufassen ist: interesse, gewinn, vortheil, nutz Belemnon
curiös. bauernlex. (1728) 93; einen vortheil machen, '
im gemeinen leben, einen gewinn an etwas haben' Adelung; profit, nutzen, vortheil, gewinn Kinderling
reinigk. d. dt. sprache (1796) 144; wenn sie nur ihren gewinnsüchtigen vortheil wol in acht nehmen Rist
d. friedejauchz. Teutschland (1653) 30; (
ich) versilberte sie (
die ketten) zu meinem vortheil Zend. a Zendoriis
t. winternächte (1682) 178; wird ... nach befindung seines dabey gehabten vortheils bestrafft v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 141
b; liegende gründe, die ich mit vortheil verkaufen kann Lessing 2, 90
M.; balanz von kosten und vortheil Hippel
kreuz- u. querzüge (1793) 1, 19; sein vortheil hingegen darf nur bis zu einer bestimmten summe steigen Göthe IV 12, 293
W.; 'die spieler', zum vortheil des verfassers gegeben Schiller 3, 585
G.; (
ich) habe in meinem geschäft den erlaubten kaufmännischen vortheil genommen Immermann 2, 140
B.; dem könig werde ein vortheil von 72 millionen bleiben Ranke (1867) 8, 164; mit einigem vorteil verkauft G. Keller (1889) 2, 104; dat gift noch mennigem goet vordeel und profit Lauremberg
scherzged. 3, 94
L.; ihr sagtet, wie mich dünkt, dasz ihr auf vortheil (
upon advantage) weder leiht noch borgt Shakespeare
kaufmann v. Venedig 1, 3. II@4@bb)
bei der freieren und allgemeinen anwendung, wobei das wort auch auf unbelebtes und abstracta bezogen werden kann, findet einerseits eine veredlung des begriffes statt, anderseits kann die vorstellung des materiellen nutzens mit eingeschlossen sein. II@4@b@aα)
die menge der wendungen, in denen das wort gebraucht wird, ist nicht zu erschöpfen, vgl. von etwas, aus etwas vortheil ziehen, von etwas vorteil haben, vorteil gewinnen, genieszen, zum vorteil gereichen, geraten, ausschlagen, vorteil von etwas erwarten, sich versprechen, seinen vorteil in etwas finden, seinen vorteil suchen, vorteil bringen, gewähren, erlangen, es liegt im vorteil jemandes, seinen vorteil suchen, verstehen, im auge halten, behalten, haben, auf vorteil bedacht, an seinen vorteil denken, sich des vorteils bedienen, vorteil erwächst
u. s. w. II@4@b@bβ)
andere wendungen sind seltener: die sälig mesz das vortail geit
Cl. Hätzlerin liederb. s. 255; wer einen solchen tausch beginnt, dem wird er wenig vortheil geben Triller
poet. betracht. (1750) 1, 346; schaffend bis ans grab, was künstlich war, und nicht was vortheil gab Göthe 16, 137
W. sie haben euch nur forteyl gethan Luther 15, 71
W.; was ein gebürg für groszen vortheil thut zur weid, jagt Sebiz
feldbau (1579) 5. — dasz einer aus des andern unglück ihme seinen vorteil machen könne Butschky
Pathmos (1677) 47; vielleicht macht man ihnen vortheile, die ich ihnen nicht machen könnte Schiller
br. 1, 39
J. — weil ich gesehen habe, wie schlechten vortheil dieselbe geschaft Lessing 8, 30
M.; der himmel wird den segen geben, der tausend vortheil schaffen kann Gottsched
ged. (1751) 1, 253; so wie immer Odysseus vor allen menschen auf erden wuszte was vortheil schafft (
κερδέα πολλὰ) Voss
Od. 19, 286
Bernays. soll dieser rath uns seinen vortheil schenken J. J. Schwabe
tintenfäszl (1745) 27; (
die schriften der Griechen) diese werden euch den schönsten vortheil stiften Gottsched
versuch einer crit. dichtkunst (1751) 41. seinen eigenen vortheil aber gar davon abziehen Lohenstein
Armin. (1689) 1, 21
b. durch welche (
vorsehung) warlich nichts geschieht, als was uns lust und vortheil zieht Joh. Chr. Günther
ged. (1735) 15.
vgl. noch einige freiere wendungen: wer jederzeit im rath- und richten nur will auf seinen vortheil dichten Brant
narrenschiff s. 5
Z.; thut alle ding nur auff ein schein, zu seinem vorteil eilet Ringwaldt
evang. (1581) q 6
b; könnt ich den vorteil so erlauschen, ich wollte nicht mit Paris tauschen Stieler
geharnschte Venus 109
ndr.; was vortheil wird denn nicht aus deinem grabe sprossen?
bei Hoffmannswaldau
u. and. Deutschen ged. (1697) 2, 170; weil die ergebung vortheil regnet Seume
ged. (1804) 44. II@4@b@gγ)
gern verbindet sich vorteil
mit verwandten oder dem zusammenhange angepaszten begriffen: nutz und vortheil Calepinus
dict. XI ling. (1598) 46
a; Moscherosch
insomn. cura parentum 64
ndr.; Lehman
floril. polit. (1662) 1, 379; Grillparzer 14, 114
Cotta; weil die gunst tritt meistens hin, wo geniesz und vortheil sind Logau 237
E.; itzt kan die schmeicheley bey vortheil und gewinn mit fettem maule lachen Stoppe
Parnasz (1735) 321.
freiere verbindungen: vortheile und vergnügen Herder 12, 151
S.; d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 180; mit glück und vorteil G. Keller (1889) 6, 59; wie allen leibesgliedern frommt des rosenhonigs scharfe kraft und ihnen heil und vorthel schaft Zesen
helikon. rosentahl (1669) 88; bisher hat Marpurg deinem wesen mit lust und vortheil zugesehen Gottsched
ged. (1751) 1, 152; was euch die heilige preszfreiheit für frommen, vortheil und früchte beut Göthe 3, 255
W. II@4@b@dδ)
im gegensatze zu nachteil, schaden
oder damit verbunden: es ist kein nachteyl on ein vorteyl Seb. Franck
sprüchwörter (1541) 2, 149
b; also ist kein vorteyl, es hat sein nachteyl 1, 128
a; dieser schade ist gegen die vortheile nicht zu rechnen Ramler
einl. in d. schön. wissensch. (1758) 1, 173; (
es hat) seine vortheile und nachtheile Görres
br. (1858) 3, 22; stets ohne schaden dumm, und nie mit vortheil klüger Giseke
poet. w. (1767) 70. wat een sien schadd is, is den annern sien vördeel Mensing
schlesw.-holst. wb. 5, 469. II@55) vorteil,
besonders im plural, bezeichnet dann die besonderen geschicklichkeiten, kunstgriffe und arbeitserfahrungen eines berufs, besonders des handwerks, dann freier (
vgl. hierzu oben 3 g
η)
mittel, die für eine bestimmte tätigkeit, einen bestimmten zweck besonders geeignet sind, vgl. Martin-Lienhart 2, 675
b; Seiler
Basler mundart 120
b; Fischer
schwäb. wb. 2, 1683; Schmeller-Fr. 1, 599; vortheil, griff, kunstgriff Rädlein (1711) 1018
a;
secretum, ... eine geheime kunst, vortheil oder kunststück in der natur, medicin oder mathesi Sperander (1727) 681
a;
encheiresis, handgrif, vorteil, '
zeigt eine geschicklichkeit, eine fertigkeit in solchen arbeiten an, die mit der hand volbracht werden' Blancard
arzneiwb. (1788) 1, 791
a: sundere vortail (
beim rechnen) Schirmer
wortschatz d. mathematik 16 (
von 1526); ich habe aber in meinen fabeln nie den vortheil brauchen wöllen, so dem mehrer theil der jhenen, die rheimen machen sehr gemein und ihr bester behelff ist Er. Alberus
fabeln 4
ndr.; vortheil und rahtschlag (
der hebammenkunst) Ruoff
hebammenbuch (1580) 66; melonen zu pflantzen ... haben die Russen sonderliche vortheil und handgriffe Olearius
pers. reisebeschr. (1696) 78; (
die lehrlinge) wissen noch nicht den bescheid und vortheil Abr. a
s. Clara
etwas für alle 2 (1711) 48; (
karten) nach besonderen vortheilen illuminiren v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 36; nur fehlt ihm (
in seinem klavierspiel) da und dort noch mancher vortheil, den ich ihm herzlich gern sagen wollte Schubart
br. 2, 56
Strausz; ich begriff die vortheile des handwerks sehr bald Göthe 24, 23
W.; vgl. 43, 324; die grosze kunst (
des fechtens) besteht nur in zwey vortheilen, immer zu treffen und nicht getroffen zu werden Meisl
theatr. quodlibet (1820) 2, 129; während dieses alters üben sie das geschäft, den vortheil, oder was sie sonst gelernt haben G. Keller (1889) 4, 8; den griff, den vorteil, welchen sich ein musicus kan merken Heinichen
generalbasz (1728) )( 3.
ins dingliche übergeleitet: mit garnen und hunden und anderen dergleichen vortheylen (
jagen) Sebiz
feldbau (1579) 563. II@66)
freiere anwendung: mit was vortheyl und hoher vernunfft Scipio sein anschlag gemacht Carbach
Livius (1551) 1
a; in allem thun den rechten griff und vortheil wissen Lehman
floril. polit. (1662) 2, 869; dasz die jetzige spitzfindige ihnen ... trefflichen vortheil ersonnen Grimmelshausen 2, 311
Kurz; sein gröszter vortheil bestund im schwören Rabener (1777) 2, 51; drumb hastu (
gott) auch hingegen ein vorteil auserdacht, wie du der offnen schuld kanst einen durchstrich tun und wieder werden huld Fleming
dtsche ged. 1, 14
L. II@77)
diese bedeutung wird dann mehr und mehr verschlimmert, und grade in diesem sinne wird vorteil
in der älteren sprache oft gebraucht, auch mundartlich ist sie erhalten, vgl. z. b. Lexer
kärnt. wb. 56; Martin-Lienhart 2, 676
a; Fischer
schwäb. wb. 2, 1683; Müller-Fraureuth 2, 629
b.
im engeren sinne bezeichnet es unredlichen gewinn, lug und trug im erwerbsleben: irs geytz, wuchers und allen vorteyl und finantzerey Luther 34, 2, 95
W.; beschisz, vorteil, betrug Zwingli
dtsche schr. (1828) 1, 323; so von zinsen und wucher leben in allerley vorteil und buberey Eberlin v. Günzburg 3, 167
ndr.; durch eigenen nutz und bösen vortheil Thurneyszer
magna alchymia (1583) 70; heimliche tück und vortheil Lehman
floril. polit. (1662) 1, 237; mit allerhand vortheilen hintergehen Leibniz
dtsche schr. (1838) 1, 257. neuw vortheil, eigennutz und stoltz jagen allzeit ihr eigen holtz Kirchhof
wendunm. 2, 295
Ö.; da war kein mein und dein, kein vorteil kein betrug Fleming
dtsche ged. 1, 131
L. II@88) vorteil
begegnet in zahlreichen sprichwörtern und redensarten; es liegt in der art solcher wendungen, dasz sie mehrdeutig und auf verschiedene fälle anwendbar sind; vorteil
kann nutzen und gewinn, erlaubte oder unerlaubte mittel bezeichnen, in den bedeutungen 4—7
gebraucht sein: vorteyl hat bald feyerabend Seb. Franck
sprüchw. (1545) 1, 20
b; vorteil schlegt d leut 1, 57
b; ein klein vorteyl macht grosze buben,
occasio facit furem 2, 85
b; es ist kein spil, es ist ein vorteyl (
kniff) drauff 1, 103
a;
vgl. Pauli
schimpf u. ernst 229
Ö.; vorteyl gehet für sterck
sprichw. (1548) 179
b; es ist kein narr, er ist seines vortheyls gescheid 156
b; das fette wil einen vortheil haben Petri
d. Teutschen weiszheit 2, m 1
a; desz verlornen vergessen ist der gröszest vorteil 2, p 8
b; wer vortheil will nehmen, der musz vortheil geben Lehman
floril. polit. (1662) 2, 801; es ist kein vortheil, sich mit einem kahlkopffe zurauffen Winckler 2000
gute gedancken (1685) f 8
a; da fällt niemand gerne ohne vortheil von der bank Sperling
Nicodemus quaerens 2 (1718) 218;
derber: er scheiszt nicht ohne vorteil Fischer
schwäb. wb. 2, 1683; klein vordel tt den man ut synen kleideren Tunnicius
sprichw. nr. 429
Hoffmann v. F.; vgl. Petri
a. a. o. 2, x 3
b.
noch jetzt viel gebraucht ist: alle vorteile gelten Campe;
d. junge Göthe 2, 215
Morris; erweitert: alle vorteil gelten, aber das musz dabey stehn, welche ehrlich sind Chr. Weise
d. drey klügsten leute (1676) 114; alle vorteile gelten, sagte der bauer und fuhr um den zoll Rother
d. schles. sprichwörter 418
b; es gelten alle vorteile, als (
auszer) die man nicht weisz Fischer
a. a. o., wo noch andere redensarten zu finden sind;
vgl. im übrigen auch Wander
dt. sprichw.-lex. 4, 1703. II@99)
einzelnes. II@9@aa)
untersatz, stein, bank, schemel, bequemer aufs pferd zu steigen: aufsitzvortheil Kramer
t.-ital. dict. 2 (1702) 1069
b; gewänen deshalben ire gäul auf die knig zu niederzufallen und sich zu dem faulen vortail zubucken Fischart 3, 131
Hauffen; soll es (
das pferd) jederzeit zuo einem vorthail gefürt werden Hörwart v. Hohenburg
kunst d. reiterei (1581) 26
b; vortheil mit etzlichen stufen v. Fleming
d. vollk. t. soldat (1726) 25; aufs pferd ohn vortheil sitzen er kan im freien feld W. H. v. Hohberg
d. habsburg. Ottobert (1664) Kk 6
b. II@9@bb)
auflagevorrichtung beim schieszen mit der armbrust: es soll ouch ein jegklicher sinen geschribnen boltz schieszen, uffrecht mit schwebendem arm, on vorteil und uffsatz (
von 1452) Tschudi
chron. Helvet. (1734) 2, 563
a. II@9@cc)
in der buchdruckerei eine einzelne, oft vorkommende zeile oder wort, das die setzer nicht ablegen, sondern auf das vortheilschiff
setzen, um es wieder zu benutzen Krünitz
öconom. encycl. 231, 482; Klenz
druckersprache 108
b.