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vorteilhaftig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vorteilhaftig adj.

Bd. 26, Sp. 1738
vorteilhaftig, adj. (s. auch vortelhaftig), in gleicher bedeutung wie das vorhergehende wort, in älterer sprache häufiger als dieses; rixosus vorteylhefftig Diefenbach gloss. 499c; vorteilhafftiger kempffer Faber thes. (1587) 136a, s. unter 2; vortheylhafftig, vortheylig, dem es nur umb nutz und gewinn zu thun ist Hulsius-Ravellus (1616) 390b; vortheilhafftiger spieler, der die karten packen und die würffel kneipen kan Rädlein (1711) 1018a; avantageux vortheilhafftig, ein- träglich Wächtler (1714) 49; ebenso Ludwig t.-engl. lex. (1716) 2350; Aler (1727) 2, 2129a; vortheilhaftig verzeichnet als gleichbedeutend mit vortheilhaft Steinbach 2, 806, ebenso Frisch 2, 367b. Adelung und Campe erwähnen es nicht mehr, im laufe des 18. jh. ist es veraltet. mnd. vordêlhaftig Schiller-Lübben 5, 331b, vgl. brem. wb. 1, 439. 11) vorteil wird in älterer sprache von besonderen kunstgriffen, besonders des handwerks, dann freier von jeder geschicklichkeit, die für einen bestimmten zweck besonders dienlich und förderlich ist, gebraucht (s. vorteil 5 u. 6). in entsprechendem sinne erscheint vorteilhaftig: hertzog Wenceslaus, als ein lustiger und vorteilhafftiger mann Rätel Curäi schles. chron. (1607) 106; die rechenkunst rechnet die zahlen zusammen, wie sie durch einander vortheilhafftig (kunstgerecht) mögen summiret ... werden Comenius janua (1644) 240; neue vortheilhafftige art, einen ast geschwind von einem baum abzuhauen Agyrtas grillenvertreiber (1670) 219; nicht eine verzagte flucht, sondern eine vortheilhaftige kriegesart Lohenstein Armin. (1689) 1, 38b. — als adv.: wann sie sich nit vortheilhaftig in die wag stellen Fischart Garg. 341 ndr.; diese leichte wahre (Kroaten) ging sehr vortheilhafftig durch Grimmelshausen Simpl. 135 ndr.; wollen sie aber je zur seiten aus, musz ihnen fein vortheilhafftig vorgelaufen werden Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 282; wie vortheilhafftig Herrmann die schlachtordnung gemacht Lohenstein Armin. (1689) 1, 3. — im gegensatz zu mühevoll: viel wird durch grosze mühe, viel leicht und vortheilhafftig ergriffen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 5, 9. 22) besonders häufig aber wird diese bedeutung fördernder geschicklichkeit verschlimmert, zunächst etwa zu listig, verschlagen, dann aber vor allem zu eigennützig, gewinnsüchtig, mit betrug, gewinn und vorteil suchend, vgl. vorteil 7, vorteilhaft 1: der wein ist ein vorteilhaftiger kempffer (dolosus luctator), er hemmet oder nimpt gefangen die füsze vorerst Faber thes. (1587) 136a; noch vil billicher und mehr soll man dise streitige und vorthailhaftige reden aus der ehlichen gemeinschaft verbannen Fischart 3, 142 Hauffen; Dasus, des Pamphili knecht, ist verschmitzt, listig und vorteilhafftig Riccius Terentii com. Andria (1586) 57; saget, dasz er wol ursach hette, dem feindseligen und vortheilhafftigen gegentheil im wenigsten nicht zu willfahren Ayrer hist. proc. juris (1604) 577; du steckest voller bösen list, dein hertz gar vortheilhafftig ist Spreng Ilias (1610) 4b; (füchse, welche, wenn sie) gefahr vermercken, eben so geschwind als vortheilhafftig sich aus dem staub machen Grimmelshausen Simpl. 3, 43 Keller.zur weiteren verschlimmerung der bedeutung vgl. die oben vor 1 angeführten wörterbücher: vortheilhafftig, suo lucro inserviens Frisch 2, 367b; durch ettlicher handthierer und vorkäuffer eygennützigs, vortheylhafftigs suchen und beginnen ordnunge, wie sich handtwercker u. handthierer verhalten sollen (1579) a 2a; ihr vortheilhafftigs, betrieglichs hertz mit dem kleid der einfalt bedecken Critiphilus martyrolog. Hordei 25; (ob er) redlich ... oder aber geitzig ... vortheilhafftig ... sey Hohberg georg. curios. (1682) 1, 12. ein vortheilhafftig mensch verhaszt ihm nimmer nicht benügen laszt zu seinem teil H. Sachs 19, 57 K.-G.; wer vorteilhafftig ist, brauchet vil dück und hinderlist 20, 505. adv.: (sich) schendlich oder vortheilhafftig nehren Mathesius Sarepta (1578) 26b; pikken, abpikken, das ist, ihm vortheilhaftig zuheimschen Schottel haubtspr. 334b; (der) ihme dessen meiste haabe durch seine bunden stäbe, ein gantz unlöbliches, ja gleichsam diebisches mittel, gansz vortheilhafftig abgezwackt Grimmelshausen 4, 722 Keller. 33) schon in älterer sprache und bis ins 18. jh. hinein in der üblichsten bedeutung von vorteilhaft, nützlich, förderlich: wo man aber dieffe wassergreben mag haben, ist forteilhaftiger Dürer underricht zur befest. d. stett (1527) a 1b; dasz viel vortheilhafftiger were, kleinere stück zu brauchen Fronsperger kriegsb. 2 (1573) e 5a; eine vortheilhafftige heyrath Chr. Weise polit. redner (1677) 486; ist nichts vortheilhafftiges auszzurichten Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 34; ein süszes und vortheilhafftiges praemium laborum Neukirch anfangsgründe z. t. poesie (1724) 364; weil sie eine solche arbeit für vortheilhaftig gehalten Gottsched beytr. z. crit. historie (1732) 1, 1; (da bei Homer) die kunst mehr in der wahl der gedancken und vortheilhaftigsten umstände ... verstecket liegt Breitinger crit. dichtk. (1740) 1, 41; sein (Jesu) leiden wäre ihnen vortheilhaftig A. v. Haller br. über d. wichtigsten wahrh. d. offenbarung (1772) 174. 44) in eigentümlicher anwendung auf eine person bezogen: gewehr und waffen ... machen die wehrlosen menschen ... bewehrt, starck und fortheilhafftig (setzen sie in vorteil) Kentz guldener handwercksboden (1629) 66. 55) bei der anwendung auf militärische, kriegerische verhältnisse ist die beziehung auf orte besonders zu beachten, vgl. vorteilhaft 4, 6: werder ..., so gar vortheilhafftig lag Grimmelshausen Simpl. 1, 392 Kurz; (mit der reiterei) bei einem vortheilhaftigen orte mit gewalt einzubrechen Schottel horr. bellum grammaticale (1673) 60; auff einem vortheilhafftigen hügel Lohenstein Armin. 1, 810a; (festungen anlegen) an die vortheilhafftigsten örter und grentzen v. Fleming d. vollk. t. soldat 391. — wetzten gleichwohl durch etliche vortheilhafftige treffen die scharte ein wenig wieder aus Lohenstein Armin. 2, 37a. 66) das adv. in der allgemeinen bedeutung von vorteil bringend, nützlich, förderlich, günstig: die wissenschaft, sich fremder thorheit vortheilhafftig zu bedienen Lohenstein Armin. 2, 181a; wie vortheilhaftig konnt er nicht von leichtvergeszlich hohen sachen fast ewige begriffe machen Stoppe Parnasz 373. 77) wie vorteilhaft und günstig in veredeltem sinne (s. vorteilhaft 5), guten eindruck machend und von dem eindruck, der bewirkten meinung selbst: eine vortheilhafftige arbeit (wird gebildet) durch den gehörneten Bacchum mit einer sichel in den händen Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 106; (sie) sind nach und nach bei uns dieser von seinem stilo gefaszten vortheilhaftigen begriffe los geworden J. P. Weise ungezwungene heimbeleuchtung (1747) 14. — ermangelte er nicht, dann und wann gar vorteilhaftig von meinem bruder zu reden A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 174; dasz das annehmlichste frauenzimmer sich meiner so vortheilhafftig erinnert Menantes allerneueste art höfl. u. gal. zu schreiben (1718) 122; da selbiges (urteil der kritiker) vor meine parthie nicht allzu vortheilhafftig klappen solte Schnabel insel Felsenburg vorr. 3 Ullrich; wegen seines angenehmen witzes dem kaiser vortheilhaftig bekannt geworden A. v. Haller Usong 343; ich hört auch, wie dein mund ... von meiner redlichkeit so vortheilhaftig sprach Günther 1, 156 Krämer.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    vorteilhaftigadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    vorteilhaftig , adj. ( s. auch vortelhaftig), in gleicher bedeutung wie das vorhergehende wort, in älterer sprache häufi…

  2. modern
    Dialekt
    vorteilhaftig

    Bayerisches Wörterbuch

    vorteilhaftig Band 3, Spalte 3,1511

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Ableitung von vorteilhaftig 2 Analysen

vorteilhaft + -ig

vorteilhaftig leitet sich vom Lemma vorteilhaft ab mit Suffix -ig.

Alternativen: vorteil+-haft+-ig

Zerlegung von vorteilhaftig 2 Komponenten

vorteil+haftig

vorteilhaftig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

vorteilhaftig‑ als Erstglied (2 von 2)

vorteilhaftigkeit

DWB

vorteil·haftigkeit

vorteilhaftigkeit , f. , zu vorteilhaft gebildet, zugleich auf vorteilhaftig bezogen, angeführt bei Schottel haubtspr. 71 , Campe unter vort…

vorteilhaftiglich

DWB

vorteil·haftiglich

vorteilhaftiglich , s. vortelhaftiglich, ungebräuchlich: ' die oberdeutsche mundart ... gehet in häufung der ableitungssylben oft sehr weit,…

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Cotta, M. (2026). „vorteilhaftig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/vorteilhaftig/dwb?formid=V15712
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Cotta, Marcel. „vorteilhaftig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/vorteilhaftig/dwb?formid=V15712. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „vorteilhaftig". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/vorteilhaftig/dwb?formid=V15712.
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