lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Verbinden

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
65
Verweise raus
35

Eintrag · Campe (1807–1813)

Verbinden v., trs

Bd. 5, Sp. 267a
Verbinden, v. trs. unregelm. (s. Binden). 1) Mehrere Dinge an einander Binden, wo es jedoch nur in weiterer und uneigentlicher Bedeutung gebraucht wird, für, an einander befestigen, mit einander zu einem Ganzen vereinigen, in Gemeinschaft bringen. Einen Theil mit dem andern verbinden, wo die Art und Weise unbestimmt bleibt. Ein Faß verbinden, mit den gehörigen Bändern oder Reifen versehen und dadurch die einzelnen Theile des Fasses zusammenhalten. Die Ständer durch Balken und Riegel mit einander verbinden. »Ein Haus, das fest in einander verbunden ist.« Sir. 32, 9. Eine Mauer verbinden, die Steine beim Aufführen derselben auf gewisse Art legen und verbinden, und in jedem Falle so, daß nicht Fuge auf Fuge zu stehen kömmt. Ein Tief verbundenes Schiff, Zwischendeck. S. Tief 1). I der Pflanzenlehre sind verbundene Blätter (Folia connata) solche, welche, einander gegenüber sitzend, mit ihrem untern Ende verbunden sind. Die Theile einer Rede mit einander verbinden. Die Wörter sind nicht gehörig mit einander verbunden. Eine Gruppe wohl mit einander verbundener Gestalten. I der Seife ist das Fett mit dem Laugensalze aufs genaueste verbunden. Er verbindet die Deutlichkeit mit der Zierlichkeit des Ausdrucks. Er verbindet die alte deutsche Ehr= lichkeit mit feinen Sitten. Eine Wissenschaft mit der andern verbinden und eine durch die andere deutlich machen. Beide Sätze lassen sich nicht mit einander verbinden. Einen Gedanken mit dem andern verbinden. Mit dem Begriff einer Wirkung ist der einer vorhergehenden Ursache verbunden. »Was mit und nach eigener Wahl geschiehet, ist mit einer Sittlichkeit und Zurechnung verbunden.« Ad. Ein verbindendes Urtheil, in welchem Begriffe mit einander verbunden werden (ein synthetisches), auch ein zusammensetzendes, in Gegensatz von einem zergliedernden (analytischen). Verknüpfen bezeichnet eine stärkere, festere Vereinigung. I engerer uneigentlicher Bedeutung. (1) Sich mit jemand verbinden, in ein engeres Verhältniß mit ihm treten, eine gewisse Absicht zu erreichen, wo die nähere Art und Weise, der Zweck und die Sittlichkeit unbestimmt bleibt »Daß ihr euch alle verbunden habt wider mich.« 2 Sam. 22, 8. Beinahe alle Mächte des festen Landes sind jetzt gegen England verbunden. Sich mit einem Eide unter einander zu etwas verbinden, sich verschwören, welches jedoch ein härterer Ausdruck ist, der zugleich den Begriff der Unrechtmäßigkeit einschließt. Die Unzufriedenen haben sich verbunden, ihn seiner Gewalt zu berauben und zu verbannen. Die Verbundenen wurden uneinig untereinander. Zwei Personen ehelich mit einander verbinden, sie einander zur Ehe geben, besonders, sie trauen. So sagt man, zwei Personen verbinden sich, wenn sie sich heirathen. »Edle Seelen entdecken einander mitten in dem Gedränge der Welt, die sich nur aus Eitelkeit und Eigennutz zu verbinden pflegt.« Gellert. (2) Sich zu etwas anheischig machen, feierlich versprechen, weniger als, sich verpflichten. Sich verbinden etwas zu thun, oder, sich zu etwas verbinden. »Wenn jemands Gesinde gelobet, oder sich mit einem Eide verbindet über seine Seele.« 4 Mos. 30, 11. Sich zur Bezahlung für einen Andern verbinden. Sich für jemand verbinden, für ihn etwas zu thun, zu leisten versprechen, auch, für ihn Bürge werden. »Er hat das Recht mich zu etwas zu verbinden.« Bahrdt. (R.). (3) Starke Beweggründe zu einer Handlung geben, so daß diese nicht wol abzulehnen oder zu unterlassen ist, diese Beweggründe mögen Gesetze sein, ein gegebenes Wort, oder Gefälligkeiten und Wohlthaten, welche zu gleichen Gefälligkeiten  auffodern; weniger als verpflichten. Das Gesetz verbindet alle Menschen, legt allen Pflichten  auf. Ih bin dazu nicht verbunden, kein Gesetz nöthiget mich dazu. Ih fühle mich dazu verbunden, durch ein inneres Gebot. Dazu verbindet mich meine Aufrichtigkeit, meine Liebe, meine Pflicht  Einen verbinden, ihn ein Versprechen, etwas zu thun, ablegen lassen und ihn dadurch nöthigen, es zu thun; oder auch nur, ihn durch Gefällig keiten zu einem gleichen Betragen zu bewegen suchen. Sich jemand durch Aufmerksamkeiten, Höflichkeiten und Gefälligkeiten verbinden. »Ih hätte sehr gewünscht, ihn mir verbinden zu können.« Lessing. Sie werden mich dadurch sehr verbinden. Ih bin Inen dafür sehr verbunden, ich bekenne, daß ich Inen dafür großen Dank schuldig bin. Einem eine verbindende Antwort geben; gewöhnlicher aber nicht besser, eine verbindliche. I der Höflichkeitsprache ist es eine bloße Redensart, so wie man sich da auch den sehr verbundenen, den verbundensten Diener eines Andern nennt. Ehemahls wurde verbinden auch für bezaubern gebraucht. 2) Durch Binden verschließen, bedecken; zubinden. »Du sollst dem Ochsen, der da drischet, nicht das Maul verbinden.« 5 Mos. 25, 4. Eine Flasche verbinden, gewöhnlicher zubinden. Einem die Augen verbinden, ihm ein Tuch davor binden, sie damit bedecken und verschließen. Mit verbundenen Augen. Sich den Kopf verbinden, ein Tuch um denselben binden. Eine Wunde verbinden, ein Pflaster darauf legen und binden, oder vermittelst eines Verbandes befestigen. Mit verbundenem Arme, Fuße gehen Einen Verwundeten verbinden, seine Wunden. 3) I verschiedene Theile legen und binden. Allen Flachs in Kloben verbinden. Zuweilen auch, unter andere Dinge binden. Den schlechten Flachs unter den guten verbinden. 4) Durch Binden, zum Binden verbrauchen. Der Bindfaden, die Strohseile sind schon wieder verbunden. 5) I Binden verändern, anders binden. So gebraucht man es in der Schifffahrt für úmbinden. S. d. 6) Falsch binden, im Binden fehlen. Besonders bei den Buchbindern, welche ein Buch verbinden, wenn sie ein Blatt oder mehrere Blätter und Bogen an der unrechten Stelle, oder bei mehrern zusammengebundenen Theilen, einen spätern Theil vor einen frühern binden; auch verheften, sofern ein solcher Fehler im Heften geschieht. D. Verbinden. D. — ung. S. d.
5890 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbindenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ver-binden stv. BMZ abs. mit mörtel verbinden, ausfüllen Tuch. 68,21 ; im brettspiele bünde ( s. bunt) gewinnen od. solc…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbinden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verbinden , verb. irregul. act. S. Adelung Binden , welches nach Maßgebung der Partikel ver von verschiedener Bedeutung …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbinden

    Goethe-Wörterbuch

    verbinden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verbinden

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verbinden Band 2, Spalte 2,859f.

  5. Spezial
    verbinden, sich mit etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    verbinden , v , sich mit etw. ~ присоединяться/присоединиться , гл к чему-н.

Verweisungsnetz

81 Knoten, 77 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Hub 1 Wurzel 4 Kompositum 56 Sackgasse 11

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbinden

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verbinden

ver- + binden

verbinden leitet sich vom Lemma binden ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbinden 2 Komponenten

ver+binden

verbinden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbinden als Zweitglied (1 von 1)

ȫverbinden

MNWB

oever·binden

° ȫverbinden , ōver- (auer-) , stv. : zusammenbinden , „circumligare” (Voc. Strals. ed. Damme).

Ableitungen von verbinden (1 von 1)

Mißverbinden

Campe

Mißverbinden , v. trs . unregelm. ( s. Verbinden ), Mittelw. d. verg. Z. mißverbunden , auf eine unrechte, fehlerhafte Art, wie auch auf ein…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbinden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbinden/campe?formid=V00332
MLA
Cotta, Marcel. „verbinden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbinden/campe?formid=V00332. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbinden". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbinden/campe?formid=V00332.
BibTeX
@misc{lautwandel_verbinden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verbinden"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/verbinden/campe?formid=V00332},
  urldate      = {2026-05-18},
}