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verbinden

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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65
Verweise raus
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

verbinden

verbinden

binden Vb. ‘durch Umwinden, Verknüpfen zusammenfügen’, insbesondere ‘fesseln’, auch allgemeiner ‘fest miteinander vereinigen’, ahd. bintan (8. Jh.), mhd. binden ‘umwinden, verknüpfen, fesseln’ führt wie die Entsprechungen asächs. aengl. got. bindan, afries anord. schwed. binda, mnd. mnl. nl. binden, engl. to bind auf germ. *bindan. Es läßt sich mit aind. badhnā́ti ‘bindet’, bandháḥ ‘Band, Fessel’, bándhuḥ ‘Verbindung, Verwandtschaft, Verwandter’, griech. pé͞isma (πεῖσμα) ‘Tau, Seil’, pentherós (πενθερός) ‘Schwiegervater’ (auf die durch Heirat entstehende Bindung bezogen), lat. offendīx ‘Kinnband der Priestermütze’ an ie. *bhendh- ‘binden’ anschließen (s. auch 1Band m. und 3Band n., 2Bande, Bund). – Binde f. ‘um etw. herumgewundener Stoffstreifen’ (als Verband, Schmuck, Kennzeichen), ahd. binta (8./9. Jh.), mhd. binde ‘Binde, Verband’, aengl. binde, engl. bind ‘Binde, Band’. Binder m. ‘Böttcher’, ahd. bintāri (10. Jh.), mhd. binder ‘Faßbinder’, nhd. bis zur Gegenwart landschaftlich für Böttcher (s. d.). entbinden Vb. ‘lossprechen, befreien’, auch ‘gebären’, ahd. intbintan ‘aufbinden, lösen, befreien, einer Verpflichtung entheben’ (8. Jh.), mhd. enbinden ‘befreien, lösen, erklären’, asächs. antbindan, aengl. onbindan, engl. to unbind, got. andbindan. Das ursprünglich ‘losbinden, von Fesseln befreien’ bedeutende Verb kommt früh und im Nhd. überwiegend in metaphorischen Verwendungen vor; es bezeichnet bereits im 14. Jh. (wohl vom Trennen der Nabelschnur ausgehend) auch den Geburtsvorgang, wobei die Frau oder das Kind als Objekt des transitiven Verbs eintreten. Jung ist dagegen der intransitive Gebrauch ‘Mutter werden, gebären’ (um 1880); dazu Entbindung f. ‘Geburt’ und ‘Befreiung, Entlastung’, anfangs für unterschiedliche Vorgänge des Befreiens, Lösens, frühnhd. enpindung, en(t)pintung ‘Trennung. Auflösung, Erklärung’ (14. Jh.), dann namentlich ‘Absolution, Lossprechung von Sünden’, vgl. mnd. entbindinge ‘Zügellosigkeit’; im Sinne von ‘Niederkunft, Geburt’ seit dem 17. Jh. verbinden Vb. ‘mit einer Binde bedecken, verknüpfen, zusammenfügen’, übertragen ‘enge Beziehungen zwischen Personen herstellen’, ahd. firbintan ‘umwickeln, zubinden’ (um 1000), mhd. verbinden ‘zusammenfügen, zubinden, einschließen, verpflichten’; westgerm. Präfixbildung (vgl. mnd. vorbinden, nl. verbinden, aengl. forbindan), im Dt. die beiden Bedeutungsstränge ‘mit einer Binde bedecken’ (schon ahd.) und ‘fest zusammenfügen’ (mhd.) entwickelnd; in einigen der sich an die zweite Bedeutung anschließenden Verwendungen schwindet die Vorstellung des Umwindens, Verknüpfens völlig; dazu Verbindung f. ‘Zusammenhang, enge Beziehung’, auch ‘Vorgang des Verbindens’, zuerst (15. Jh.) ‘Verpflichtung’, vgl. mnd. vorbindinge ‘Verbindung, Bündnis’; Verband m. ‘eine Wunde bedeckende, schützende Binde’ (18. Jh.), ‘Gruppierung, Vereinigung, Organisation’ (19. Jh.).
2861 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbindenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    ver-binden stv. BMZ abs. mit mörtel verbinden, ausfüllen Tuch. 68,21 ; im brettspiele bünde ( s. bunt) gewinnen od. solc…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbinden

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verbinden , verb. irregul. act. S. Adelung Binden , welches nach Maßgebung der Partikel ver von verschiedener Bedeutung …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbinden

    Goethe-Wörterbuch

    verbinden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verbinden

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verbinden Band 2, Spalte 2,859f.

  5. Spezial
    verbinden, sich mit etw. v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    verbinden , v , sich mit etw. ~ присоединяться/присоединиться , гл к чему-н.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbinden

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verbinden

ver- + binden

verbinden leitet sich vom Lemma binden ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbinden 2 Komponenten

ver+binden

verbinden setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbinden als Zweitglied (1 von 1)

ȫverbinden

MNWB

oever·binden

° ȫverbinden , ōver- (auer-) , stv. : zusammenbinden , „circumligare” (Voc. Strals. ed. Damme).

Ableitungen von verbinden (1 von 1)

Mißverbinden

Campe

Mißverbinden , v. trs . unregelm. ( s. Verbinden ), Mittelw. d. verg. Z. mißverbunden , auf eine unrechte, fehlerhafte Art, wie auch auf ein…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbinden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbinden/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „verbinden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbinden/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbinden". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbinden/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_verbinden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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