lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Verbannen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
22 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
27
Verweise raus
28

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Verbannen

Bd. 4, Sp. 990
Verbannen, verb. regul. act. welches nach den verschiedenen Bedeutungen der Wörter Bann und bannen ehedem in verschiedenem Verstande gebraucht wurde, und zum Theil noch gebraucht wird. 1. * Von bannen, gebiethen, befehlen, war verbannen ehedem verbiethen; eine sehr alte Bedeutung, in welcher dieses Wort schon im achten Jahrhunderte forbannen lautet, Ißländ. förbanna. Besonders bey Strafe verbiethen. Das Recht verbannen, ehedem, es bey Strafe zu hindern oder zu stören verbiethen. Noch jetzt sagt man in einigen Gegenden, ein Feld, eine Wiese verbannen, die Hut auf denselben bey Strafe verbiethen. Ein verbannter Weg, welcher zu befahren verbothen ist. 2. * In den Bann thun, mit dem Banne belegen, wofür Ottfried firmeinsamen, nach dem Lat. excommunicare gebraucht; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, wofür man jetzt lieber sagt, in den Bann thun. 3. * In der Deutschen Bibel altes Testamentes bedeutet dieses Wort sehr häufig in engerm Verstande, ein Ding Gott so widmen, daß es nicht mehr zum gemeinen Gebrauche dienen konnte, sondern getödtet oder zerstöret und verbrannt werden mußte, da es denn oft auch für ausrotten, niedermachen und zerstören gebraucht wird. Wer den Göttern opfert, der sey verbannt, 2 Mos. 22, 20. Dem Herren verbannt seyn, 3 Mos. 27, 28. Ein verbannter Acker, V. 21. Der Herr wird verbannen den Strom des Meeres in Egypten, Es. 11, 15. Und so in vielen andern Stellen mehr, wo auch mit dem Schwerte verbannen, so viel, als niedermachen ist, in so fern man glaubt, Gott einen Dienst damit zu thun. 4. * Verwünschen, verfluchen, sich verbannen, sich zusammen verschwören, eine im Hochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung, welche noch im Neuen Testamente vorkommt. Die Juden schlugen sich zusammen und verbannten sich, weder zu essen noch zu trinken u. s. f. Apost. 23, 12. 14, 21; sie verschworen sich. Ich habe gewünscht verbannet zu seyn von Christo, Röm. 9, 3; anathema fieri. und wird kein Verbanntes mehr seyn, κάτάνάθημά, Offenb. 22, 3. 5. Von Bann, die Gränze, vielleicht auch von bannen, befehlen, gebiethen, ist verbannen, durch ein Urtheil aus den Gränzen eines Gerichtsbezirkes oder einer Provinz vertreiben, ehedem auch ausbannen, verbannisieren. Bey dem Ottfried irbannen, im mittlern Lat. exbannire, elimitare. Daher ein Verbannter, Ital. bandito, wovon nachmahls Bandit üblich geworden. Es kommt auch hier im eigentlichen gerichtlichen Verstande im gemeinen Sprachgebrauche wenig mehr vor, indem[] verweisen, und in manchen Fällen in die Acht erklären, dafür üblicher sind. Am häufigsten gebraucht man es noch in weiterer und figürlicher Bedeutung für vertreiben und verjagen überhaupt, besonders in der höhern und dichterischen Schreibart. Jemanden aus seiner Gegenwart von sich verbannen. Verbanne Gram und Sorgen. Die Liebe verbannt die Furcht. Gram und Sorge verbannen die Heiterkeit aus meinem Gesichte, Dusch. So auch die Verbannung. Anm. Bey dem Ottfried irbannen. Ver hat hier die erste Bedeutung des fort und fern, gleichsam von einem Orte wegbannen. Im Österreichischen ist verbannt durch viele Verweise verstockt gemacht, von dem veralteten banne, ausfilzen, Schwed. banna.
3141 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verbannenstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    ver-bannen stf. BMZ unter strafandrohung gebieten od. verbieten. daʒ holz verb., die betretung u. benutzung des waldes v…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    verbannenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    verbannen , st. V., sw. V. Vw.: s. vörbannen* (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbannen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verbannen , verb. regul. act. welches nach den verschiedenen Bedeutungen der Wörter Bann und bannen ehedem in verschiede…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbannen

    Goethe-Wörterbuch

    verbannen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    verbannen

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    verbannen Band 1, Spalte 1,1064f.

  6. Spezial
    verbannen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|ban|nen vb.tr. 1 (ausweisen) mené tl esil, esilié (-iëia) 2 ‹fig› (ausschließen) bandí (-dësc), stlüje fora.

Verweisungsnetz

51 Knoten, 42 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Wurzel 1 Kompositum 28 Sackgasse 15

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbannen

4 Bildungen · 0 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von verbannen

ver- + bannen

verbannen leitet sich vom Lemma bannen ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbannen 2 Komponenten

verb+annen

verbannen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verbannen als Zweitglied (3 von 3)

ausverbannen

DRW

aus·verbannen

ausverbannen jemanden ausweisen wer bürger anzunehmen oder auszuverbannen habe? oJ. GrW. VI 488 Faksimile

Ableitungen von verbannen (1 von 1)

unverbannen

Lexer

un-verbannen part. adj. nicht verboten Mone z. 2,288.