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unwille

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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18 in 14 Wb.
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

unwille m.

Bd. 3-2, Sp. 728
unwille m. (Pl. -n): 1. Unmut, Verdruss, „Verkricht he synen willen in eynen dynge, he kricht dar vake vijf unde twyntich unwillen weder voer” (Veghe 57), „Hie [de erczebisscup] leet vele vnwillen vmme der kercken to Bremen” (Brem. Chr. 68); — (Vbdgg.:) mit u.n ungern, „alse ick do mit unwillen van dar was” (Brandis 184); — jemdm. u.n dôn Ärger []bereiten, „und deden em alle den unwillen den se konden” (Renner ed. Klink 1, 89); — tô/vȫr u.n nēmen übelnehmen, „Dat nemen ze do to vnwillen, dat me sodane claghebreue vtsanden” (Chr. d. d. St. 36, 168), „dat ock de bisschop nam voer groten unwillen” (Münst. Gqu. 1, 247), (negiert:) „unde beden se, dat se dat vor nenen unwillen nemen” (Chr. d. d. St. 26, 39); — tô u.n wēsen unlieb sein, „Wen se der Selschop to unwyllen weren, so sal men andere Pyper nemen” (Meckl. Jb. 10, 70); — Ärger über einen Verlust, „syntter tyt, dat sie den vnwille gehat, ein nie hoecke quit worden” (Duisb. Notger. 56), „unde breken unde brenden de went in de grunt, dar doch dem eddelen vorsten unwylle ane schach” (Chr. d. d. St. 31, 237); — Ärger über andere, Feindseligkeit, „alle de schelinghe unde unwillen, de de meyne rad to Brunsw(ich) tighen my hadde” (Ub. Brschwg. 6, 852), „Anno 1404 hadde hertoch, Erick ... einen unwillen wedder de Detmarschen, derhalven toch he inn dat lant dorch Holsten, plunderde de geesten und toch wedder wech” (Renner ed. Klink 1, 335). — 2. Ein-, Widerspruch, „Dyt vorbenomde water unde gank moghet se suvern unde reyneghen, wanne on dat bequeme is, ane usen hinder unde unwillen” (Ub. Hildesh. 2, 239), „dat he us nicht enhindere an deme gude, dat us dar anders nener breve, word eder unwillen umme not ensy” (Ub. Goslar 5, 187); — Widerstand, „so gy mit willen nicht fort willen, schal ick ju mit unwillen ut der van Hildesheim gebeide bringen” (J. Brandis 250). — 3. Zwietracht, Streit, (privat:) „uppe dat alzodanes unwille nycht mer en sche, so scholen unde willen Hans Weghedorne unde syne husvrowe holden desse nascreven articule unde punte” (Zs. Hamb. Gesch. 76, 190), (öffentlich:) „Anno lxxxij alse de unwille leip mit der zise” (Brandis 57), „weret dat numer sek jennich stortelinge efte unwille irhove in deme rade” (Ub. Hildesh. 4, 222), „Bischop Johannes was lange in unwillen unnd hader mit den Worstern, darumb dat se vaken int stift to Bremen fellen” (Renner ed. Klink 1, 479); — (Vbdgg.:) u.n māken Streit stiften, „welker naber de vnwillen makett wen de nabers tho hope syndt de schall breken 2 t. mell” (Gartenrecht 19); — u.n. berichten/ nedderslân/slichten/stillen Streit schlichten; — u.n af-, bîdôn/afseggen/bî-, dāl-, wechleggen/ henwech nēmen/slîten/sö̂nen/tôgēven/vorlāten Streit beilegen; — Fehde, Krieg, „Minden, dat Johan van Monnichusen, dar se mede in unwillen stunden, inne hadde” (J. Brandis 8), „welcker Krich und unwillen tusschen den beiden landen veertein jaer geduert” (Beninga ed. Hahn 1, 366).
2955 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unwilleswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    unwille swm. 1. das nicht wollen. mit willen oder mit unwillen sînes vaters Freiberg. str. 173. vgl. dissensio offen unw…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unwilleM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unwille , M. nhd. „Unwille“, Nichtwollen, übler Wille, Verdruss, Unmut, Ärger, Groll, tatsächlicher Streit, Zwietracht, …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unwille

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Unwille , des -ns, plur. car. unangenehme Empfindung über das bemerkte Böse, und in engerer Bedeutung über das Mißve…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unwille

    Goethe-Wörterbuch

    Unwille [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Unwillem.

    Westfälisches Wb.

    Un-wille m. Unwille ( Min Ha).

  6. Sprichwörter
    Unwille

    Wander (Sprichwörter)

    Unwille 1. Besser der erste Vnwille als der letzte. – Henisch, 931. 2. Es ist so mehr der erste Vnwill als der letzte. –…

  7. Spezial
    Unwille

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|wil|le m. (-ns) 1 (Aufgebrachtheit) indignaziun (-s) f. 2 (Groll) rüja (rüjes) f. 3 (Zorn) sënn (-s) m . , moca (moch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unwille

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unwille 2 Analysen

un- + wille

unwille leitet sich vom Lemma wille ab mit Präfix un-.

Alternativen: unwillen+-e

unwille‑ als Erstglied (10 von 10)

unwillech

KöblerMnd

unwillech , Adj. Vw.: s. unwillich (1)

unwilleclîche

Lexer

unwille·cliche

un-willeclîche , un-willeclîchen adv. BMZ invitus, invite Dfg. 307 a . Er. 4364. Reinfr. B. 27380. Apoll. ( Goth. hs. ) 15486. Mgb. 341,6. W…

unwilleclîchen

BMZ

unwillec·lichen

unwilleclîchen adv. mit unwillen. ich hân solhe arbeit erliten, daʒ aller mînes herzen rât unwilleclîchen stât Er. 4364.

unwilleclīche

KöblerMhd

unwilleclīche , Adv. Vw.: s. unwilliclīche

unwillendes

MNWB

unwillen·des

unwillendes , -willens , adv. : 1. gegen den eigenen Willen, unkontrolliert, „ eyn ovel, dat is gonorrea ghenant, dat is, dat deme menschen …

unwillenes

KöblerMnd

unwille·nes

unwillenes , Adv. nhd. widerwillig, nicht freiwillig, gegen den eigenen Willen, unkontrolliert, ohne Absicht Hw.: s. unwillendes E.: s. un..…

unwillens

DWB

unwillens , s. unwillen, m., 1 d. —

unwillentlich

DWB

unwillentlich , adj. , nicht willentlich ( s. d. ): dieser unwillentlichen und gleichsam instinctmäszigen ehrerbietung K. Fr. Cramer Nesegga…