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Unwille

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Unwille

Bd. 4, Sp. 949
Der Unwille, des -ns, plur. car. unangenehme Empfindung über das bemerkte Böse, und in engerer Bedeutung über das Mißverhalten anderer; wo Unwille theils einen geringern Grad dieser unangenehmen Empfindung ausdruckt, als Zorn, aber einen höhern, als Mißfallen, theils als eine allgemeine, doch glimpfliche Benennung der mehresten übrigen Stufen gebraucht wird. Unwillen und Verdruß über etwas empfinden. Einen Unwillen wider jemanden fassen, wegen seines Mißverhaltens, oder des an ihm bemerkten Bösen. Mit Unwillen Almosen geben, 2 Cor. 9, 7. Seinen Unwillen fahren lassen, ihn an jemanden auslassen. Anm. Schon bey dem Ottfried in der heutigen Bedeutung Unuuille, in der Schweiz Aberwille, S. auch Widerwille, welches in manchen Fällen mit diesem Worte gleich bedeutend ist. Un bezeichnet[] hier nicht bloß eine Abwesenheit des Willens oder Wollens, sondern einen harten Gegensatz des guten Willens, d. i. der guten Gemüthsstellung. Ehedem bedeutete Unwillen, so wie Widerwillen, auch physischen Ekel, Neigung zum Erbrechen, wovon Frisch einige Beyspiele anführet. Horneck gebraucht für Unwille Unmynn, den Gegensatz von Minne, Liebe. Von der Declination dieses Wortes S. Wille.
1179 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unwilleswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    unwille swm. 1. das nicht wollen. mit willen oder mit unwillen sînes vaters Freiberg. str. 173. vgl. dissensio offen unw…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unwilleM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    unwille , M. nhd. „Unwille“, Nichtwollen, übler Wille, Verdruss, Unmut, Ärger, Groll, tatsächlicher Streit, Zwietracht, …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unwille

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Unwille , des -ns, plur. car. unangenehme Empfindung über das bemerkte Böse, und in engerer Bedeutung über das Mißve…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unwille

    Goethe-Wörterbuch

    Unwille [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Unwillem.

    Westfälisches Wb.

    Un-wille m. Unwille ( Min Ha).

  6. Sprichwörter
    Unwille

    Wander (Sprichwörter)

    Unwille 1. Besser der erste Vnwille als der letzte. – Henisch, 931. 2. Es ist so mehr der erste Vnwill als der letzte. –…

  7. Spezial
    Unwille

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|wil|le m. (-ns) 1 (Aufgebrachtheit) indignaziun (-s) f. 2 (Groll) rüja (rüjes) f. 3 (Zorn) sënn (-s) m . , moca (moch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unwille

10 Bildungen · 10 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unwille 2 Analysen

un- + wille

unwille leitet sich vom Lemma wille ab mit Präfix un-.

Alternativen: unwillen+-e

unwille‑ als Erstglied (10 von 10)

unwillech

KöblerMnd

unwillech , Adj. Vw.: s. unwillich (1)

unwilleclîche

Lexer

unwille·cliche

un-willeclîche , un-willeclîchen adv. BMZ invitus, invite Dfg. 307 a . Er. 4364. Reinfr. B. 27380. Apoll. ( Goth. hs. ) 15486. Mgb. 341,6. W…

unwilleclîchen

BMZ

unwillec·lichen

unwilleclîchen adv. mit unwillen. ich hân solhe arbeit erliten, daʒ aller mînes herzen rât unwilleclîchen stât Er. 4364.

unwilleclīche

KöblerMhd

unwilleclīche , Adv. Vw.: s. unwilliclīche

unwillendes

MNWB

unwillen·des

unwillendes , -willens , adv. : 1. gegen den eigenen Willen, unkontrolliert, „ eyn ovel, dat is gonorrea ghenant, dat is, dat deme menschen …

unwillenes

KöblerMnd

unwille·nes

unwillenes , Adv. nhd. widerwillig, nicht freiwillig, gegen den eigenen Willen, unkontrolliert, ohne Absicht Hw.: s. unwillendes E.: s. un..…

unwillens

DWB

unwillens , s. unwillen, m., 1 d. —

unwillentlich

DWB

unwillentlich , adj. , nicht willentlich ( s. d. ): dieser unwillentlichen und gleichsam instinctmäszigen ehrerbietung K. Fr. Cramer Nesegga…