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Ungleich

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Ungleich

Bd. 4, Sp. 868
Ungleich, -er, -ste, adj. et adv. welches der Gegensatz von gleich ist, aber nicht in allen Bedeutungen desselben gebraucht wird. Es ist, I. Ein Bey- und Nebenwort, wo es fast in allen Bedeutungen des gleich demselben entgegen gesetzet werden kann. 1. Nicht gerade. 1) Eigentlich, wo es, obgleich nur selten, auch für krumm gebraucht wird, noch häufiger aber von der Oberfläche für uneben üblich ist, merkliche Erhabenheiten auf der Oberfläche habend. Der Boden ist, sehr ungleich. Ein ungleicher Boden. Was ungleich ist, soll gleich werden, Es. 40, 4. 2) Figürlich. (a) Sich nicht in allen seinen Theilen ähnlich. Das Blut fließet ungleich. Die Uhr geht ungleich. Die ungleiche Ausdünstung der Erde. (b) Dem Rechte der Billigkeit, und in weiterm Verstande, der allgemeinen Menschenliebe nicht gemäß, wo es oft als ein glimpflicher Ausdruck für ungerecht, unbillig, hart, unfreundlich, nachtheilig, gebraucht wird. Ungleich von jemanden urtheilen. Sich ungleichen Urtheilen aussetzen. Etwas ungleich aufnehmen, auslegen, deuten, übel. 2. Nicht einerley Wesen, Beschaffenheit und Umstände habend; wo es in allen den Schattierungen gebraucht wird, in welchen der Gegensatz gleich üblich ist, welches hierbey nachgesehen werden muß, auch so wie dieses, als ein Nebenwort, die dritte Endung der Person erfordert. Zu ungleicher Zeit ankommen. Einem ungleich seyn. In ungleichem Alter stehen, jemanden an Alter ungleich seyn. Ungleiches Maß. Ungleiche Personen, welche sich nicht dem Stande nach gleich sind. Eine ungleiche Ehe, sowohl, wo die Personen sich am Stande, Vermögen, Alter u. s. f. ungleich sind, als auch, wie sie sich aus Mangel der Übereinstimmung der Gemüther nicht für einander schicken. Aus Gehorsam gegen die Ältern wird man oft einer ungleichen Ehe aufgeopfert, Gell. Ein ungleicher Streit, ein ungleiches Gefecht, wo die streitenden Theile einander an Anzahl u. s. f. sehr ungleich sind. Völker, welche sich an Sprachen und Sitten sehr ungleich sind. Eine ungleiche Zahl, welche mehr oder weniger Einheiten hat, als eine andere. In einem andern Verstande ist eine ungleiche Zahl, welche mit 2 dividiret nicht aufgehet; wofür doch ungerade üblicher ist. II. Als ein Nebenwort allein, wo es nur in der ersten Bedeutung des Gegensatzes gleich gebraucht wird, und auch hier nur im engern Verstande als eine erhöhende Partikel mit den Comparativis, für weit. Paris ist ungleich volkreicher als Berlin. Die Alpen sind ungleich höher als die Apenninen. Eine ungleich schwerere Strafe wartet auf dich. Denn höre mich nur einmahl an, Wie ungleich zierlicher ich singen kann, Willam. Anm. Bey dem Ottfried ungilih, der auch missilich, mißgleich, in eben demselben Verstande gebraucht.
2690 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ungleich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ungleich , -er, -ste, adj. et adv. welches der Gegensatz von gleich ist, aber nicht in allen Bedeutungen desselben gebra…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ungleich

    Goethe-Wörterbuch

    ungleich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    ungleichAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    un-gleich Adj. : 1. 'uneben', -gleich [ KU-Kaulb ]. — 2. 'unterschiedlich, unähnlich' [verbr., Lambert Penns 157]. Des i…

  4. Sprichwörter
    Ungleich

    Wander (Sprichwörter)

    Ungleich 1. Es geht ungleich auf der Welt, der eine hat den Beutel, der andere das Geld. Lat. : Quam inique comparatum e…

  5. Spezial
    ungleich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    un|gleich adj. nia anfat, desfarënt (-nc, -a), desvalí (-is, -ia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ungleich

128 Bildungen · 126 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von ungleich

un- + gleich

ungleich leitet sich vom Lemma gleich ab mit Präfix un-.

Zerlegung von ungleich 2 Komponenten

ung+leich

ungleich setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ungleich‑ als Erstglied (30 von 126)

ungleichalterig

DWB

ungleichalterig , adj. , gth. v. gleichalterig ( s. d. ): Sanders erg. wb. 8 c ; Schwappach forst- u. jagdgesch. 2, 716 ; handwb. d. staatsw…

ungleicharmig

DWB

ungleich·armig

ungleicharmig , adj. , gth. v. gleicharmig: wage, hebel Adelung 2, 712 ; Prechtl techn. encyc. 7, 362 ; Liebig handb. d. chemie 1, 19 ; Lueg…

ungleichartend

DWB

ungleichart·end

ungleichartend , part.-adj. : wenn also verschiedener geschlecht thier sich mit einander vermischen, so werden davon ungleichartende und hal…

ungleichartig

DWB

ungleich·artig

ungleichartig , adj. adv. , gth. v. gleichartig ( s. d. ); vgl. ungleichartend, -geartet, ungeartet, fremdartig, verschiedenartig, nl. ongel…

Ungleichartigkeit

Campe

ungleich·artigkeit

Die Ungleichartigkeit , Mz. — en . 1) Die Eigenschaft zweier oder mehrerer Dinge, da sie ungleichartig sind; ohne Mehrzahl. 2) Eine ungleich…

ungleichbar

DWB

ungleich·bar

ungleichbar , adj. , nicht gleichbar ( s. d. ). nl. ongelijkbaar, -heid. selten: stiller, ungleichbarer gegensatz zu den unthieren drunten H…

ungleichen

DWB

ung·leichen

ungleichen , verb. , nicht gleichen; mhd. ungelîchen; mnl. ongeliken: ein morbum, der sich dem lepra nicht ungleicht Parac. 1, 465 A; unglei…

ungleicher

DWB

ung·leicher

ungleicher , m. , im wortspiel mit gleicher ( s. d. ) J. Paul herbstblumine 154 . —

ungleichfarbig

DWB

ungleich·farbig

ungleichfarbig , veraltet ungleichfärbig, adj., gth. v. gleichfarbig ( s. d. ). für discolor Campe (1811) 5, 167 b : mittelst ungleichfärbig…

ungleichflächig

DWB

ungleich·flaechig

ungleichflächig , adj. adv. , gth. v. gleichflächig inaequabilis Bischoff beschreib. bot. 100 ; adv. u. zugeschärft Zappe miner. handl. 2, 1…

ungleichflanschig

DWB

ungleichflanschig , adj. Schlomann techn. wörterbücher 5, 161 . —

ungleichflieszend

DWB

ungleich·flieszend

ungleichflieszend , part.-adj. , gth. v. gleichflieszend ( s. d. ); nl. ongelijkvloeiend; anomalus, irregularis, bezeichnung des 17. jhs. fü…

ungleichflüg(e)lig

DWB

ungleich·fluegelig

ungleichflüg(e)lig , adj. , gth. v. gleichflügelig, heteropterisch Heyse - Böttger 405 a (ungleichflügler Leunis syn. I 3 2, 1005). vgl. stu…

ungleichförmig

DWB

ungleich·foermig

ungleichförmig , adj. adv. , gth. v. gleichförmig ( s. d. ). in ä. spr. auch ohne umlaut. nl. ongelijkvormig. schwed. olikformig, -het. non …

ungleichförmigkeitsgrad

DWB

ungleichförmigkeitsgrad , m. , degré de régularisation, ratio of synchronisme Blaschke elektrotechnik (1901) 130 ,

Ableitungen von ungleich (2 von 2)

ungleiche

DWB

ungleiche , f. , mangel an gleiche ( s. d. ) und i. a. deren gth. ahd. ungelîchî. für dissimilitudo, inaequalitas, diversitas, discrimina Fr…

verungleichen

DWB

verungleichen , v. , ungleich machen; reflexiv: sich verungleichen dem göttlichen willen Geiler v. Keisersberg pater noster h 4 ; transitiv:…