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tiegel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tiegel m.

Bd. 21, Sp. 494
tiegel, m. catinus, ahd. mhd. tëgel und mit erhöhung des ë zu i tigel (Graff 5, 378 und dazu Dief. 110a), nhd. im 15. jahrh. tegel, degel und tygel voc. 1482 gg 5a. e 7a, diegel Dief. 110a. 321c, im 16. jahrh. bei Luther tigel und tiegel; die wörterbücher seit Stieler (bei Dasypodius und Maaler fehlt das wort, vgl. 6) haben tiegel, nur Aler daneben tigel; baier.-östr. tegel (tögl Lexer 61); mnd. degel, deigel (Schiller-Lübben 1, 496a), nd. degel, westerw. diel (Schmidt 255); altn. digull deigull, schwed.n. digel. — wahrscheinlich aus derselben wurzel wie teig Fick3 3, 147. 11) feuerfestes gefäsz, um metalle darin zu schmelzen, schmelz-, probiertiegel (test oder irdin tegel, darauf man silber prennet. voc. 1482 gg 4a, in welchem das silber geschmoltzen und auch nach gelegenheit beschicket wird. Hübner naturlex. 1876, tiegel beim probieren und schmeltzen sind gewisse irdene gefäsze, wie becher, unten ein wenig zugespitzet. ebenda): von deme fiuri irhartet der tegel (testa). Notker ps. 21, 16 Wiener hs.; die rede des herrn ist lauter, wie durchleutert silber im erdenen tigel. ps. 12, 7; ein man wird durch den mund des lobers bewert, wie das silber im tigel. spr. Sal. 27, 21; im tiegel wirt erkennt das gold. Albertinus hauspol. 1, 22b; werft die münze in den tiegel, wenn ihr ihren gehalt wissen wollt. Göthe 33, 111; es prüft sein schwert an flock' und flaum, sein gold im tiegel der kenner. Geibel neue ged. 147. übertragen und bildlich: diu mînen wort muoʒ er mir lân durch den vil liehten tegel gân der camênischen sinne, und muoʒ mir diu dar inne ze fremedem wunder eiten (brennen, schmelzen). Tristan 4888; sîner (des teufels) heiʒer flammen tigel (: igel) wolde uns hân mit rouche erdempfet. Konrad lied. 1, 58; im Homer ... ist die darstellung ein product der kunst, und wenn auch der stoff immer ... aus der realität aufgegriffen ist, so gestaltet er sich doch zu einem poetischen gebilde, gleichsam umgeschmolzen im tiegel des menschlichen geistes. H. Heine 12, 75. 22) der innere herd im schmelzofen, in welchem das aus dem erz geschmolzene metall zusammenflieszt. Chemn. bergm. wb. 554b. 33) als küchengerät, frixorium, lebes Dief. 248b. 321c f. (ein geschirr mit drei beinen, als koch-, leimtiegel. Frisch 2, 372b, ein rund breit irdenes oder aus eisernen blech getriebenes gefäsz mit einem stiel und drei hohen beinen versehen, worinnen die gekochten speisen wieder aufgewärmt werden. Amaranthes frauenzimmerlex. 2017, vgl. Schultz alltagsleben einer deutschen frau 145): wenn jemand etwas opfern wolt, so kam des priesters knabe, weil das fleisch kochet, und hatte eine krewel mit drei zacken in seiner hand, und sties in den tiegel oder kessel u. s. w. 1 Sam. 2, 14; depf, diegel und pfannen Michelsen Mainzer hof 19, diggel 35; tiegel oder breitiegel Stieler 287; von thon gebrannter tiegel zu gestürzten eiern, so viel runde kleine formen in sich hat, worinnen die eier gestürtzet werden. Amaranthes 2018, s. eiertiegel (Stieler 287). 44) sonst ein gefäsz für flüssigkeiten, farben u. s. w.: weisz und schwartz ausz éinem tigel malen. Frank sprichw. 2, 16b; ein digel voll wasser. Ayrer 3117, 29; der teuffel bringt zwen tügel ... in eim ist blut, in dem andern schwertz 1903, 15; s.schmelz-, tintentiegel. — kärnt. übertragen, ein unbehülflicher ungeschickter mensch Lexer 62. 55) lampe in tiegelform (s. lichttiegel, tiegellicht): so sie ein pfennig davon verliert, so godt sie hin und zündet einen tygel an ... und suocht fleiszigklich. Keisersberg post. 3, 39a, s. Frisch 2, 372b. 66) zündpfanne eines gewehrs: es geschah mir auch ein pos mit der bügsz .. wolt sy abschieszen, druckt ab, so wolt sy nit los gon, ursach dasz der han so hart uf dem tigel lag, dasz er nit mocht ufgon; so baldt ich den hanen wil wider ufzien vom digel und ich in ein wenig tupf, lauft das rad umb und der digel uf und falt der han mit dem stein in digel, gibt feur und goth die bügsz ab u. s. w. F. Platter 292 Boos. 77) an der buchdruckpresse eine horizontale metallplatte, welche den druck auf den papierbogen ausübt. Hübner naturlex. 1876.
4137 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tiegel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Tiegel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Tiegelchen, Oberd. Tiegellein. 1. Der Nahme eines Gefäßes, wo es d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tiegel

    Goethe-Wörterbuch

    Tiegel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tiegel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tiegel , ein Gefäß aus Eisen, Silber, Platin, Porzellan, feuerfestem Ton, Graphit mit Ton, Kalkstein etc., das in der Te…

  4. modern
    Dialekt
    Tiegel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Tiegel Band 3, Spalte 3,1443

  5. Sprichwörter
    Tiegel

    Wander (Sprichwörter)

    Tiegel 1. Der Tiegel schilt die Pfanne, dass sie schwarz. Die Slawen drücken den Gedanken sehr mannichfach aus. Die Klei…

  6. Spezial
    Tiegel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tie|gel m. (-s,-) 1 (flacheres rundes Gefäß) fana (-nes) f. 2 (für Tinte) calamer (-s) m. , gote dala tinta m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tiegel

35 Bildungen · 30 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von tiegel 2 Komponenten

tie+gel

tiegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tiegel‑ als Erstglied (30 von 30)

tiegelbrei

DWB

tiegel·brei

tiegelbrei , m. in einem tiegel gekochter oder kuchenartig gebackener brei von verschiedenen bestandtheilen. Zink öcon. lex. 2939 . Amaranth…

Tiegelbrey

Adelung

tiegel·brey

Der Tiegelbrey , des -es, plur. inusit. in den Küchen, eine Art Breyes, von Mehl, Grieß, Hirse, Reiß u. s. f. welcher mit Milch und Butter i…

tiegelchen

DWB

tiegel·chen

tiegelchen , n. diminut. zu tiegel, westerw. dielchen Schmidt 255 ; tiegelein Stieler 287 , kärnt. tögile Lexer 61 .

Tiegeldiz

RhWB

tiegel·diz

Tiegel-diz (-dietrich) -de·i.ts Merz-Mettlach m.: im Tiegel gebackener dicker Pfannkuchen.

Tiegeldruckpresse

Meyers

tiegel·druckpresse

Tiegeldruckpresse , eine Presse zum Drucken von Akzidenzarbeiten, deren Konstruktion im Prinzip auf der der Flachdruckmaschinen (s. Schnellp…

Tiegeleisen

RhWB

tiegel·eisen

Tiegel-eisen Bernk-Neumag n.: viereckiges, etwa 5—8 cm dickes, 1, 5 m grosses Stück Stahl mit 3 bis 4 konischen Löchern von verschiedener We…

tiegelfusz

DWB

tiegelfusz , m. untersatz oder fusz eines kleinen schmelztiegels Jacobsson 4, 404 a .

Tiegelhänschen

RhWB

tiegel·haenschen

Tiegel-häns-chen Wend-Sotzw , Saarl , Merz , Saarbg n.: scherzh. dicker Eierpfannkuchen, im Tiegel gebacken; auch d. Kartoffelreibekuchen.

Tiegelknall

RhWB

tiegel·knall

Tiegel-knall dijəlts-, dī·ə.lts- [ dī·ə.nts- Sieg-Menden OKassel , MülhRh-Langel ] Sieg , MülhRh , Bo , Köln-Kalk m.: sehr dicker Kartoffelr…

tiegelkuchen

DWB

tiegel·kuchen

tiegelkuchen , m. topfkuchen Rückert 4, 331 ; nassauisch diggelskoochen Kehrein 1, 404 .

tiegellicht

DWB

tiegel·licht

tiegellicht , n. was tiegel 5, tegel- oder scherbenliecht Schm. 2 1, 596 ( vom j. 1746).

Tiegelmachen

DRW

tiegel·machen

Tiegelmachen, n. Herstellen von Tiegeln (I) daß einem jeden lehrjungen, gesellen und meister dießes handwercks [rothschmiede] ... eingebunde…

Tiegelnagel

RhWB

tiegel·nagel

Tiegel-nagel -n:l Mos in Trier u. Bernk m.: Holznagel, womit die Dauben des Fassbodens verbunden werden.

Tiegelöfen

Meyers

Tiegelöfen , s. Tafel »Metallurgische Öfen« (Bd. 14), S. IV.

tiegelofen

DWB

tiegel·ofen

tiegelofen , m. der ofen, in welchem die liegel eingesetzt und die metalle in flusz gebracht werden. Scheuchenstuel 243 .

tiegelprobe

DWB

tiegel·probe

tiegelprobe , f. probe, die der münzmeister aus dem beschickten, im tiegel flieszenden silber oder gold nimmt, bevor es in zinn gegossen wir…

Tiegelwärter

DRW

Tiegelwärter, m. auch -warter Silbergießer in einer Münzstätte vgl. Schmelzer (I), Tiegel (I) der muͤntz-meister sol ... den tiegelwärter un…

tiegelzange

DWB

tiegel·zange

tiegelzange , f. , oder schnabelzange, womit man die groszen schmelztiegel aus dem feuer hebt. Jacobsson 4, 404 a . 13 b .

tiegel als Zweitglied (5 von 5)

damtiegel

DWB

dam·tiegel

damtiegel , m. brummkreisel, franz. toupie bourdonnante. engl. hummingtop. ein kinderspiel Frisch 1, 183 . tiegel bezeichnet auch sonst wol …

schmelztiegel

DWB

schmelz·tiegel

schmelztiegel , m. 1 1) gefäsz von gereinigtem, feuerfestem thon in gestalt eines abgeschnittenen kegels zum schmelzen von metallen Scheuche…

vortiegel

DWB

vort·iegel

vortiegel , m. , in den hütten soviel als vorderherd Krünitz öcon. encycl. 231, 359 : deszgleichen hat der spleiszofen einen vortiegel, dari…

zährtiegel

DWB

zährtiegel , m. im hüttenbau ein irdener tiegel zum schmelzen von erzen Adelung , Jacobsson 4, 679 b , auch zahrtiegel Minerophilus bergwerk…