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Tiegel

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Tiegel Der

Bd. 4, Sp. 825b
Der Tiegel, — s, Mz. gl; Vw. das — chen, O. D. — lein. 1) I der weitesten Bedeutung, ein hohler Raum, etwas darein zu fassen, darin zu bearbeiten oder zuzubereiten. So heißt in den Hüttenwerken, der innere Herd im Schmelzofen, in welchem das aus dem Erze geschmolzene Metall zusammenfließt, der Tiegel. I engerer Bedeutung, ein Gefäß, welches für den verschiedenen Gebrauch, den man davon macht, auch von verschiedener Art ist. So nennt man (1) im O. D. das Gefäß einer Lampe Lampentiegel, daher eine Lampe selbst zuweilen ein Tiegel genannt wird. (2) Bei den Scheidekünstlern, Goldschmieden  ist der Tiegel ein irdenes Gefäß in Gestalt eines Bechers, unten enger und oben gewöhnlich drei= oder viereckig, Metalle  darin zu schmelzen; der Schmelztiegel, Gießtiegel. (3) I den Küchen, ein rundes flach vertieftes gewöhnlich irdenes Gefäß mit einem Griffe und drei Beinen oder auch ohne Beine, in welchem Falle es auf einen Dreifuß übers Feuer gesetzt wird, Fett darin zu zerlassen, verschiedene Speisen darin zu bereiten, in Butter zu braten, oder auch nur aufzuwärmen. Eiserne Gefäße dieser Art und auch tiefe kupferne, inwendig verzinnte, Fische  darin zu sieden, nennt man Pfannen. Ähnliche aber tiefe eiserne oder kupferne Gefäße haben die Buchbinder, Tischler  den Leim darin flüssig zu erhalten, der Leimtiegel. I O. D. nennt man einen solchen Tiegel einen Rain, und Tiegel heißt daselbst in weiterer Bedeutung jeder irdene Napf. Davon das Tiegelbein, der Tiegelfuß, der Tiegelgriff , das Bein, der Fuß, der Griff  an einem Tiegel. 2) An den Buchdruckerpressen wird eine schwere messingene oder eiserne Platte, welche vermittelst der Presse auf den Bogen gedruckt wird und eigentlich den Abdruck bewirkt, Tiegel genannt. I N. D. lautet es Degel.
1768 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tiegel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Tiegel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Tiegelchen, Oberd. Tiegellein. 1. Der Nahme eines Gefäßes, wo es d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tiegel

    Goethe-Wörterbuch

    Tiegel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tiegel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tiegel , ein Gefäß aus Eisen, Silber, Platin, Porzellan, feuerfestem Ton, Graphit mit Ton, Kalkstein etc., das in der Te…

  4. modern
    Dialekt
    Tiegel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Tiegel Band 3, Spalte 3,1443

  5. Sprichwörter
    Tiegel

    Wander (Sprichwörter)

    Tiegel 1. Der Tiegel schilt die Pfanne, dass sie schwarz. Die Slawen drücken den Gedanken sehr mannichfach aus. Die Klei…

  6. Spezial
    Tiegel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tie|gel m. (-s,-) 1 (flacheres rundes Gefäß) fana (-nes) f. 2 (für Tinte) calamer (-s) m. , gote dala tinta m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tiegel

35 Bildungen · 30 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von tiegel 2 Komponenten

tie+gel

tiegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tiegel‑ als Erstglied (30 von 30)

tiegelbrei

DWB

tiegel·brei

tiegelbrei , m. in einem tiegel gekochter oder kuchenartig gebackener brei von verschiedenen bestandtheilen. Zink öcon. lex. 2939 . Amaranth…

Tiegelbrey

Adelung

tiegel·brey

Der Tiegelbrey , des -es, plur. inusit. in den Küchen, eine Art Breyes, von Mehl, Grieß, Hirse, Reiß u. s. f. welcher mit Milch und Butter i…

tiegelchen

DWB

tiegel·chen

tiegelchen , n. diminut. zu tiegel, westerw. dielchen Schmidt 255 ; tiegelein Stieler 287 , kärnt. tögile Lexer 61 .

Tiegeldiz

RhWB

tiegel·diz

Tiegel-diz (-dietrich) -de·i.ts Merz-Mettlach m.: im Tiegel gebackener dicker Pfannkuchen.

Tiegeldruckpresse

Meyers

tiegel·druckpresse

Tiegeldruckpresse , eine Presse zum Drucken von Akzidenzarbeiten, deren Konstruktion im Prinzip auf der der Flachdruckmaschinen (s. Schnellp…

Tiegeleisen

RhWB

tiegel·eisen

Tiegel-eisen Bernk-Neumag n.: viereckiges, etwa 5—8 cm dickes, 1, 5 m grosses Stück Stahl mit 3 bis 4 konischen Löchern von verschiedener We…

tiegelfusz

DWB

tiegelfusz , m. untersatz oder fusz eines kleinen schmelztiegels Jacobsson 4, 404 a .

Tiegelhänschen

RhWB

tiegel·haenschen

Tiegel-häns-chen Wend-Sotzw , Saarl , Merz , Saarbg n.: scherzh. dicker Eierpfannkuchen, im Tiegel gebacken; auch d. Kartoffelreibekuchen.

Tiegelknall

RhWB

tiegel·knall

Tiegel-knall dijəlts-, dī·ə.lts- [ dī·ə.nts- Sieg-Menden OKassel , MülhRh-Langel ] Sieg , MülhRh , Bo , Köln-Kalk m.: sehr dicker Kartoffelr…

tiegelkuchen

DWB

tiegel·kuchen

tiegelkuchen , m. topfkuchen Rückert 4, 331 ; nassauisch diggelskoochen Kehrein 1, 404 .

tiegellicht

DWB

tiegel·licht

tiegellicht , n. was tiegel 5, tegel- oder scherbenliecht Schm. 2 1, 596 ( vom j. 1746).

Tiegelmachen

DRW

tiegel·machen

Tiegelmachen, n. Herstellen von Tiegeln (I) daß einem jeden lehrjungen, gesellen und meister dießes handwercks [rothschmiede] ... eingebunde…

Tiegelnagel

RhWB

tiegel·nagel

Tiegel-nagel -n:l Mos in Trier u. Bernk m.: Holznagel, womit die Dauben des Fassbodens verbunden werden.

Tiegelöfen

Meyers

Tiegelöfen , s. Tafel »Metallurgische Öfen« (Bd. 14), S. IV.

tiegelofen

DWB

tiegel·ofen

tiegelofen , m. der ofen, in welchem die liegel eingesetzt und die metalle in flusz gebracht werden. Scheuchenstuel 243 .

tiegelprobe

DWB

tiegel·probe

tiegelprobe , f. probe, die der münzmeister aus dem beschickten, im tiegel flieszenden silber oder gold nimmt, bevor es in zinn gegossen wir…

Tiegelwärter

DRW

Tiegelwärter, m. auch -warter Silbergießer in einer Münzstätte vgl. Schmelzer (I), Tiegel (I) der muͤntz-meister sol ... den tiegelwärter un…

tiegelzange

DWB

tiegel·zange

tiegelzange , f. , oder schnabelzange, womit man die groszen schmelztiegel aus dem feuer hebt. Jacobsson 4, 404 a . 13 b .

tiegel als Zweitglied (5 von 5)

damtiegel

DWB

dam·tiegel

damtiegel , m. brummkreisel, franz. toupie bourdonnante. engl. hummingtop. ein kinderspiel Frisch 1, 183 . tiegel bezeichnet auch sonst wol …

schmelztiegel

DWB

schmelz·tiegel

schmelztiegel , m. 1 1) gefäsz von gereinigtem, feuerfestem thon in gestalt eines abgeschnittenen kegels zum schmelzen von metallen Scheuche…

vortiegel

DWB

vort·iegel

vortiegel , m. , in den hütten soviel als vorderherd Krünitz öcon. encycl. 231, 359 : deszgleichen hat der spleiszofen einen vortiegel, dari…

zährtiegel

DWB

zährtiegel , m. im hüttenbau ein irdener tiegel zum schmelzen von erzen Adelung , Jacobsson 4, 679 b , auch zahrtiegel Minerophilus bergwerk…