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Tiegel

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Adelung
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15 in 14 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Tiegel

Bd. 4, Sp. 602
Der Tiegel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Tiegelchen, Oberd. Tiegellein. 1. Der Nahme eines Gefäßes, wo es doch nur in einigen einzelnen Fällen vorkommt. (1) Das flache Gefäß einer Lampe heißt im Oberdeutschen der Kampentiegel, daher eine Lampe eben daselbst noch hin und wieder ein Tiegel genannt wird, wovon Frisch ein Paar Beyspiele aus dem Kaisersberg anführet. (2) Der Schmelztiegel oder Gießtiegel, in der Metallurgie und Chymie, ist ein irdenes Gefäß in Gestalt eines runden und unten ein wenig zugespitzten Bechers, Metalle und andere Mineralien darin zu schmelzen. Oben ist er oft drey- oder viereckig. (3) In den Küchen und der Haushaltung ist der Tiegel ein[] flach rundes gemeiniglich irdenes Gefäß mit drey Beinen, Fett darin zu zerlassen, Speisen darin aufzuwärmen u. s. f. der Kochtiegel. Einen ähnlichen Leimtiegel von Eisen oder Kupfer haben die Buchbinder und Holzarbeiter. Im Oberdeutschen wird ein solcher Tiegel ein Rain genannt, hingegen führet (4) daselbst ein jeder irdener Napf den Nahmen eines Tiegels. 2. An den Buchdruckerpressen ist der Tiegel eine schwere messingene oder eiserne Platte, welche vermittelst der Presse auf den Bogen gedruckt wird, und den Abdruck der Lettern auf demselben eigentlich verrichtet. Anm. In der ersten Bedeutung bey dem Notker Tegel, im Nieders. Degel, im Schwed. Digel, im Isländ. Deigul, im Pohln. Tygiel, im Ital. mit einem andern Endlaute Tegame, Tegamino. Da Tigel, im Angels. ein Ziegel, Tegula, heißt, so glaubt Ihre, daß ein solches hohles Gefäß von diesem Lateinischen Worte, aus eben der Ursache Tiegel genannt worden, aus welcher andere ähnliche Gefäße Scherben und Teste genannt werden. Indessen scheinet es ein altes Deutsches Wort zu seyn, welches zu Teich und dessen Verwandten gehöret, ein Gefäß, einen hohlen Raum zu bezeichnen. Die Ableitungssylbe -el bedeutet so wohl ein Werkzeug, als auch ein Ding oder Subject. In der zweyten Bedeutung, wo der Tiegel der Buchdrucker nichts ähnliches mit einem Gefäße hat, sondern eine ebene Platte ist, ist es wohl unstreitig aus dem Latein. Tigillum, ein Balke, entlehnet; es müßte denn seyn, daß diese Platte von dem in der Mitte befindlichen stählernen Pfännchen, worin sich der Zapfen befindet, den Nahmen bekommen hätte, welches doch eben nicht sehr wahrscheinlich ist. Die Buchdruckerkunst hat mehrere Kunstwörter aus dem Lateinischen angenommen, und es ist glaublich, daß dieser Tiegel in der Kindheit der Kunst ein wahrer Balken gewesen ist.
2474 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tiegel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Tiegel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Tiegelchen, Oberd. Tiegellein. 1. Der Nahme eines Gefäßes, wo es d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tiegel

    Goethe-Wörterbuch

    Tiegel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tiegel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tiegel , ein Gefäß aus Eisen, Silber, Platin, Porzellan, feuerfestem Ton, Graphit mit Ton, Kalkstein etc., das in der Te…

  4. modern
    Dialekt
    Tiegel

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Tiegel Band 3, Spalte 3,1443

  5. Sprichwörter
    Tiegel

    Wander (Sprichwörter)

    Tiegel 1. Der Tiegel schilt die Pfanne, dass sie schwarz. Die Slawen drücken den Gedanken sehr mannichfach aus. Die Klei…

  6. Spezial
    Tiegel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Tie|gel m. (-s,-) 1 (flacheres rundes Gefäß) fana (-nes) f. 2 (für Tinte) calamer (-s) m. , gote dala tinta m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tiegel

35 Bildungen · 30 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von tiegel 2 Komponenten

tie+gel

tiegel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tiegel‑ als Erstglied (30 von 30)

tiegelbrei

DWB

tiegel·brei

tiegelbrei , m. in einem tiegel gekochter oder kuchenartig gebackener brei von verschiedenen bestandtheilen. Zink öcon. lex. 2939 . Amaranth…

Tiegelbrey

Adelung

tiegel·brey

Der Tiegelbrey , des -es, plur. inusit. in den Küchen, eine Art Breyes, von Mehl, Grieß, Hirse, Reiß u. s. f. welcher mit Milch und Butter i…

tiegelchen

DWB

tiegel·chen

tiegelchen , n. diminut. zu tiegel, westerw. dielchen Schmidt 255 ; tiegelein Stieler 287 , kärnt. tögile Lexer 61 .

Tiegeldiz

RhWB

tiegel·diz

Tiegel-diz (-dietrich) -de·i.ts Merz-Mettlach m.: im Tiegel gebackener dicker Pfannkuchen.

Tiegeldruckpresse

Meyers

tiegel·druckpresse

Tiegeldruckpresse , eine Presse zum Drucken von Akzidenzarbeiten, deren Konstruktion im Prinzip auf der der Flachdruckmaschinen (s. Schnellp…

Tiegeleisen

RhWB

tiegel·eisen

Tiegel-eisen Bernk-Neumag n.: viereckiges, etwa 5—8 cm dickes, 1, 5 m grosses Stück Stahl mit 3 bis 4 konischen Löchern von verschiedener We…

tiegelfusz

DWB

tiegelfusz , m. untersatz oder fusz eines kleinen schmelztiegels Jacobsson 4, 404 a .

Tiegelhänschen

RhWB

tiegel·haenschen

Tiegel-häns-chen Wend-Sotzw , Saarl , Merz , Saarbg n.: scherzh. dicker Eierpfannkuchen, im Tiegel gebacken; auch d. Kartoffelreibekuchen.

Tiegelknall

RhWB

tiegel·knall

Tiegel-knall dijəlts-, dī·ə.lts- [ dī·ə.nts- Sieg-Menden OKassel , MülhRh-Langel ] Sieg , MülhRh , Bo , Köln-Kalk m.: sehr dicker Kartoffelr…

tiegelkuchen

DWB

tiegel·kuchen

tiegelkuchen , m. topfkuchen Rückert 4, 331 ; nassauisch diggelskoochen Kehrein 1, 404 .

tiegellicht

DWB

tiegel·licht

tiegellicht , n. was tiegel 5, tegel- oder scherbenliecht Schm. 2 1, 596 ( vom j. 1746).

Tiegelmachen

DRW

tiegel·machen

Tiegelmachen, n. Herstellen von Tiegeln (I) daß einem jeden lehrjungen, gesellen und meister dießes handwercks [rothschmiede] ... eingebunde…

Tiegelnagel

RhWB

tiegel·nagel

Tiegel-nagel -n:l Mos in Trier u. Bernk m.: Holznagel, womit die Dauben des Fassbodens verbunden werden.

Tiegelöfen

Meyers

Tiegelöfen , s. Tafel »Metallurgische Öfen« (Bd. 14), S. IV.

tiegelofen

DWB

tiegel·ofen

tiegelofen , m. der ofen, in welchem die liegel eingesetzt und die metalle in flusz gebracht werden. Scheuchenstuel 243 .

tiegelprobe

DWB

tiegel·probe

tiegelprobe , f. probe, die der münzmeister aus dem beschickten, im tiegel flieszenden silber oder gold nimmt, bevor es in zinn gegossen wir…

Tiegelwärter

DRW

Tiegelwärter, m. auch -warter Silbergießer in einer Münzstätte vgl. Schmelzer (I), Tiegel (I) der muͤntz-meister sol ... den tiegelwärter un…

tiegelzange

DWB

tiegel·zange

tiegelzange , f. , oder schnabelzange, womit man die groszen schmelztiegel aus dem feuer hebt. Jacobsson 4, 404 a . 13 b .

tiegel als Zweitglied (5 von 5)

damtiegel

DWB

dam·tiegel

damtiegel , m. brummkreisel, franz. toupie bourdonnante. engl. hummingtop. ein kinderspiel Frisch 1, 183 . tiegel bezeichnet auch sonst wol …

schmelztiegel

DWB

schmelz·tiegel

schmelztiegel , m. 1 1) gefäsz von gereinigtem, feuerfestem thon in gestalt eines abgeschnittenen kegels zum schmelzen von metallen Scheuche…

vortiegel

DWB

vort·iegel

vortiegel , m. , in den hütten soviel als vorderherd Krünitz öcon. encycl. 231, 359 : deszgleichen hat der spleiszofen einen vortiegel, dari…

zährtiegel

DWB

zährtiegel , m. im hüttenbau ein irdener tiegel zum schmelzen von erzen Adelung , Jacobsson 4, 679 b , auch zahrtiegel Minerophilus bergwerk…