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Theilen

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Theilen

Bd. 4, Sp. 1147
Theilen 1. Beim Theilen zeigt sich an der rechtschaffene Mann. Engl.: All the honesty, is in the sparting. 2. Der Aeltere theilt, der Jüngere kiest. – Braun, I, 4481. 3. Gleich und recht theil mit männiglich, und nicht nach Gunst das Urtheil sprich; den Armen hör, sein Noth betracht, wirst bei Gott vor der Welt geacht, denn wo du hältst unrecht Gericht, wird dirs Gott wieder schenken nicht. – Töppen, 88, 89. Stand als Inschrift in der alten Rathsstube zu Wittenberg. 4. Theile und herrsche. Gebiete und entzweie. Ein wörtlich aus dem Lateinischen in unsere Literatur übergegangener Spruch, in den einst Augustus das Geheimniss seiner Herrschaft fasste und der noch bis auf unsere Zeit in den verschiedensten Lebensverhältnissen zur Anwendung gebracht wird. Lat.: Divide et impera. (Schulblatt, 475; Binder II, 821.) 5. Wenn du theilst, so theile gleich. Engl.: Share and share alike; some all, some ne'er a white. (Bohn II, 131.) 6. Wenns geht an ein theilen, so gehets an ein scheiden (rauffen). – Petri, II, 672. 7. Wer nicht weiss zu theilen, muss oft lassen feilen. – Körte, 6780. Wo dann gewaltsam getrennt wird, was nothwendig zueinander gehört. 8. Wer theilt, bekommt den schlechtesten Theil. Span.: Quien departe lleva la peor parte. (Bohn I, 248.) 9. Er theilt mit ihm, wie der Pfaff von Kalenberg mit des Herzogs Thürwart. – Eiselein, 359. Dieser Schalksnarr machte dem Herzog von Oesterreich einen grossen Fisch zum Geschenk; und da er dem Thürwart die Hälfte des Trinkgeldes versprochen, so bat er um nichts als einige Maulschellen, die er sodann redlich mit dem Lakei theilte. 10. Er theilt und wählt zugleich. Auf dem Gebrauche des Theilens und Wählens (s. Aelterer) beruht, wie W. Wackernagel nachweist, eine sprichwörtliche Redensart, die uns bei den Dichtern des Mittelalters häufig begegnet. Von einem, der die ganze Fülle des Glücks und der Gewalt in Händen hat, wird gesagt, er allein theile und wähle zugleich. Die letztwillige Verfügung jemandes über den Eintritt anderer in sein Eigenthum wird im Altdeutschen mit dem Zeitwort »theilen« bezeichnet. Es liegt darin beides ausgedrückt, die Sonderung des Guts in seinen Bestandtheilen und die Bestimmung der einzelnen Personen, welche dieser und jener zufallen sollen. In der Regel war den Erben überlassen, nach bestehendem Recht die Sache unter sich selbst zu ordnen. Durch alle deutsche Stämme und durch alle Jahrhunderte hindurch ging aber das Gesetz, wo zwei zu einem Erbe geboren seien, solle der ältere theilen, der jüngere wählen; der ältere die Erbschaftsmasse in zwei Hälften zerlegen und dann der jüngere zuerst sich erklären, welche der beiden Hälften er wolle. Damit wurde sowol der Erstgeburt ein Vorrecht, dem gereiftern Alter ein Uebergewicht der Verständigkeit, als auch dem jüngern sein gutes Anrecht, eine freie Willkür des Thuns und Lassens zugestanden, hier und dort aber dem übergreifenden Eigennutze wirksam vorgebeugt. (Vgl. darüber W. Wackernagel bei Haupt, II, 542 fg.) 11. Er theilt, wie der Allgäuer die Dampfnudeln. – Fischart. Sodass ihm alles verblieb. 12. Ich will theilen, ihr sollt wählen. – Eiselein, 593. 13. Sie haben getheilt, wie die Jungen die Eier (Vögel). (Eifel.) 14. Sie theilen gleich und eben, der eine bekommt's Haar und der andere das Fleisch vom Kalbe. – Luther. 15. Sie theilen sich drein, wie Pfarrers Kühe in die Wicken. (Frankenwald.) 16. Theilen wie ein Schweinfuss. Nach der alten Rechtssprache in zwei gleiche Hälften, z.B. den Nachlass. (Vgl. Gierke, Der Humor im deutschen Recht.) [Zusätze und Ergänzungen] 17. Wir wollen christlich theilen, was du verdienst, sagte Meister Kniff, was du verlierst, darfst du allein tragen. Böhm.: Mĕjme spolu, co vydĕláš; však škoduj sám, co prodĕláš. (Čelakovsky, 57.) 18. Sie theilen es mit einander wie die Buben die Vogelnester. – Heinmar, I, 172.
3836 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Theilen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Theilen , verb. regul. act. was in Eines beysammen ist, oder beysammen gedacht wird, absondern, Dinge, welche ein Ganzes…

  2. Sprichwörter
    Theilen

    Wander (Sprichwörter)

    Theilen 1. Beim Theilen zeigt sich an der rechtschaffene Mann. Engl. : All the honesty, is in the sparting. 2. Der Aelte…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit theilen

27 Bildungen · 0 Erstglied · 20 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von theilen 2 Komponenten

the+ilen

theilen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

theilen als Zweitglied (20 von 20)

abtheilen

DWB

abt·heilen

abtheilen , separare, nnl. afdeelen, eigentlich absondern, abtrennen, abscheiden: so ist ein ehebrecher auch schon gescheiden, nicht durch m…

aburtheilen

DWB

aburtheilen , abjudicare. ein richter, der viel zank und hader den jünglingen abgeurtheilt. Voss Od. 12, 440 ; einem das leben aburtheilen. …

austheilen

DWB

aust·heilen

austheilen , distribuere, nnl. uitdeelen: und er teilet das volk aus in die stedte, von einem ort Egypten bis ans ander. 1 Mos. 47, 21 ; des…

Beêrbtheilen

Adelung

* Beêrbtheilen , verb. reg. act. welches nur in einigen Gegenden Westphalens und des Niederrheines für erben üblich ist. Daher die Beerbthei…

betheilen

DWB

bethe·ilen

betheilen , participem facere: der seine macht noch nie hat abgeleget, der alles heil und schutz zu wirken pfleget, die ganze welt betheilet…

beurtheilen

DWB

beurtheilen , judicare, nnl. beoordeelen: ich beurtheile dich nach deinen handlungen; andere mögen beurtheilen, ob ich zu viel gesagt habe; …

bevortheilen

DWB

bevor·theilen

bevortheilen , fraudare, wie beeinträchtigen, milder als betriegen. dies wort ist kein gegensatz von benachtheiligen und drückt nicht aus ei…

eintheilen

DWB

eint·heilen

eintheilen , distribuere, disponere, nnl. indeelen, schw. indela, dän. inddele. 1 1) mit bloszem acc., die felder eintheilen; die thiere, di…

ertheilen

DWB

ert·heilen

ertheilen , ahd. arteilan, irteilan, mhd. erteilen, ags. âdælan, alts. âdêlian. heute auf die bedeutung des austheilens, zutheilens, imperti…

Hineintheilen

Wander

hinein·theilen

Hineintheilen Sie theilen sich hinein, wie die Raubvögel ins Aas. Lat. : Corvus oculos voret, canis intestina, caetera membra lupus. ( Faset…

mittheilen

DWB

mitt·heilen

mittheilen , verb. theilend einem etwas mit- oder hingeben, zu theil werden lassen: mit teilen, impartire, impartiri. voc. inc. theut. n 8 a…

übervortheilen

DWB

ueber·vortheilen

übervortheilen , v. , untrennb. verbindung, trans., jem. ü., den vortheil über ihn gewinnen, ihn durch list oder gewandtheit überwinden, täu…

urtheilen

DWB

urt·heilen

urtheilen , v. , in geistreichelnder etymologischer willkür von Börne gebraucht: eine wirkliche sache oder deren spiegelbild (begriff) u., s…

vertheilen

DWB

vert·heilen

vertheilen , verb. schon got. fradailjan in demselben sinne wie heute: fradailiþ wesi þarbam, ἐδόθη πτωχοῖς Joh. 12, 5 . aber ahd. fartailja…

verurtheilen

DWB

ver·urtheilen

verurtheilen , v. , mhd. wb. 3, 24, Lexer 3, 282 , in den frühnhd. wörterbb. allgemein. mundartlich selten gebucht. bis in die neuzeit hält …

vervortheilen

DWB

ver·vortheilen

vervortheilen , v. , seit dem 16. jahrh. belegt und gebucht: Schöpper syn. b 4 c , Schwartzenbach (1578) 24 a , Faber thes. 129 a , älter mn…

Viertheilen

Adelung

viert·heilen

Viertheilen , (sprich virrtheilen, im gemeinen Leben vírrteln,) verb. regul. act. in vier Theile theilen, am häufigsten von derjenigen Straf…

Vórtheilen

Adelung

vort·heilen

* Vórtheilen , verb. regul. neutr. welches mit dem Hülfsworte haben gebraucht wird, aber nur im gemeinen Leben einiger Gegenden üblich ist, …

zertheilen

DWB

zer·theilen

zertheilen , verb. , got. disdailjan, ahd. ziteilen (< * -tailjan), ziteilôn, as. tedêlian, ags. tódǽlan, afries. todêla, mhd. zerteilen, mn…

zutheilen

DWB

zutheilen , v. , mhd. zuoteilen L. 3, 1188, mnd. tôdêlen Schiller-Lübben 4, 559 , afries. todela Richthofen 1089 a . s. auch tôdêl, m. wie t…

Ableitungen von theilen (7 von 7)

betheilen

DWB

betheilen , participem facere: der seine macht noch nie hat abgeleget, der alles heil und schutz zu wirken pfleget, die ganze welt betheilet…

ertheilen

DWB

ertheilen , ahd. arteilan, irteilan, mhd. erteilen, ags. âdælan, alts. âdêlian. heute auf die bedeutung des austheilens, zutheilens, imperti…

getheilen

DWB

getheilen , die präfigierte form des verbums ist auf die ältere sprache beschränkt. auszer den fällen, in denen das präfix bedeutungslos ist…

Mißtheilen

Campe

Mißtheilen , v. trs . Mittelw. d. verg. Z. mißgetheilt , unrecht, ungleich theilen; im Osnabrückschen gewöhnlich. D. Mißtheilen. D. — ung .

urtheilen

DWB

urtheilen , v. , in geistreichelnder etymologischer willkür von Börne gebraucht: eine wirkliche sache oder deren spiegelbild (begriff) u., s…

vertheilen

DWB

vertheilen , verb. schon got. fradailjan in demselben sinne wie heute: fradailiþ wesi þarbam, ἐδόθη πτωχοῖς Joh. 12, 5 . aber ahd. fartailja…

zertheilen

DWB

zertheilen , verb. , got. disdailjan, ahd. ziteilen (< * -tailjan), ziteilôn, as. tedêlian, ags. tódǽlan, afries. todêla, mhd. zerteilen, mn…