strand,
m. ,
dem ufer des meeres vorgelagerter sandiger oder steiniger streifen, der sich über den meeresspiegel nicht merklich erhebt. herkunft und verbreitung. im nordgerm. heimisches wort: altnord. strǫnd,
f., strand, auch '
rand des schildes'
; norw. schwed. dän. strand.
im ablaut zu altnord. strind '
rand'. strand
und strind
werden zu idg. wörtern der grundbed. '
lang gebreiteter streifen'
gestellt, s. Walde-Pokorny 2, 639
s. v. *ster- '
ausbreiten'; Franck
etym. woordenb. 674.
finn. ranta
und frz. estran
sind aus dem germ. entlehnt. —
ins englische und deutsche gelangte strand
erst aus dem skandin., s. Edw. Schröder
nord. lehnw. u. wanderw. in d. deutschen spr. (
nachr. ak. d. w. Gött. [1941] 294
ff.).
engl. strand
tritt erst nach der wende des jahrtausends auf. im deutschen wurde neben den von anfang an heimischen gestade
und ufer
das neue strand
durch ostseefahrende aus dem skandin. entlehnt. die entlehnung fand wahrscheinlich im nordosten des deutschen gebietes statt; die ältesten zeugnisse für strand
finden sich in der deutschordens-literatur in bereits starker verbreitung des wortes: livl. reimchron., passional, Daniel, Hiob, Nicolaus v. Jeroschin;
weiter in preuszischen urk. d. 15.
jh., in Grunaus
preusz. chron., Hennenbergers
landtafel, Schütz
hist. rer. pruss.; vom nordosten aus drang das wort an der ostsee entlang nach westen vor: bezeugt i. j. 1324
in Pommern, s. urk.-buch 6, 212
Heinemann; im 15.
jh. in hansischen urk., im seebuch (
s. 115
Koppmann),
bei Korner (Schiller-Lübben
mnd. 4, 427);
im 14.
jh. im mnl., s. Verwijs-Verdam 7, 2275. strand
gelangte nicht bis ins ältere fries. —
von den modernen maa. haben nur die am meer das wort, s. Outzen
fries. 346; Schmidt-Petersen
nordfries. 129; Jensen
nordfries. 591; Dijkstra
friesch. wb. 2, 217; Siebs
Helgoland 291; Mungard
Sölring spraak 213; Doornkaat-K.
ostfries. 3, 332; Mensing
schlesw. - holst. 4, 878; Mi
mecklenburg. 87; Dähnert
pomm. u. rüg. 466; Frischbier
preusz. 2, 377; Fischer
Saml. 87; Hupel
Lief- u. Esthl. 229. —
durch landesbeschreibungen und reisen drang das wort in die literatursprache auch bei nicht meeranwohnenden autoren ein; der hessische verf. der mecklenburg. reimchron. (14.
jh.)
lernte das wort in Mecklenburg kennen, Oswald v. Wolkenstein (15.
jh.)
im nordosten. im 16.
jh. gebrauchen z. b. Luther (
obwohl er strand
kannte, s. br. 10, 646
W.), Hans Sachs, Seb. Franck, Fischart
nur ufer,
doch der md. Joh. Mathesius
schon strand.
im 17.
jh. ist strand
stark im vordringen: Lohenstein, Treuer, Gryphius, Grimmelshausen, Butschky
haben es; reisen führten zu immer weiterer verbreitung des wortes, so bei Phil. Zesen, Olearius, G. Neumark, Sigm. v. Birken. im 17.
jh. erscheint das wort auch schon vereinzelt bei obd. autoren, z. b. bei Hohberg.
doch ist strand,
anders als z. b. ufer,
auszerhalb des eigentlichen bereichs des meeres bis heute mehr oder weniger ungewöhnlich und fremd geblieben, s. u. 1 b. —
der plur. von strand
ist sehr selten, s. Paul
deutsche gramm. 2, 15, 151: an allen stränden Gloger
in P. Fleming
dt. ged. 2, 654
lit. ver.; manche stränder Oken
allg. naturgesch. (1839) 5, 380; meeresstrände E. T. A. Hoffmann; strande Steinbach
dt. wb. (1734) 2, 735; auf Garza's sonnenreichen stranden J. D. Gries
Tasso 2 (1837) 168.
bedeutung und anwendung. 11)
ufer des meeres. auf diese der herkunft des wortes entsprechende bedeutung beschränkt sich die moderne umgangssprache nahezu. 1@aa)
im realen bereich '
sandstreifen am meer': da liet bie des meres strant ein gegende heizet Kurlant
livl. reimchr. 357
Meyer; durch Reussen, Preussen, Eyffenlandt gen Litto, Liffen, übern strant gen Tenmarck, Sveden, in Prabant Oswald v. Wolkenstein 244
Schatz; so müssen do zum strande komen alle umbligende pauer, und sie so nackt mit kesseren lauffen der unden nach, in welcher der birnstein schwimett Sim. Grunau
preusz. chron. 1, 49
Perlbuch; und die Griechen, siegestrunken, ... saszen auf den hohen schiffen längs des Hellespontos strand Schiller 11, 390
G.; der ganze strand wimmelte von menschen Forster
s. schr. (1843) 2, 45; die weite schau über haide, strand und marschen Storm
s. w. 3 (1898) 208.
die ortsangabe auf dem strand
ist alt: bi einem wazzirvlize na daz ist genant di Treidera, uf des meris strande Nicolaus v. Jeroschin
kron. v. Pruzinl. 20972
Strehlke; dornoch kumpt man an das mer Occeanum, und uf deme strande do lyt eyne groze stat
Marco Polo 9, 18
Tscharner; das dort in Walen lande wart vunden uf dem strande eyn walvisch groz zu schouwen
Hiob 15194
Karsten; in jüngerer zeit gilt diese wendung für gestrandete schiffe (
s. u.),
dagegen ungewöhnlich: wurden sie auf dem strande einige einwohner gewahr, die ein canot ... ins wasser setzen wollten G. Forster
s. schr. (1843) 1, 123.
auch die heute herrschende verbindung mit an
ist bereits alt: die jungeren also quamen die ieren meister trugen ... bi daz mer an den strand
passional 220
Hahn; dasz ... (
bernstein) von der erden oder felsen am strande, so ins meer stechen, abgestoszen oder abgewaschen würde Mathesius
Sarepta (1578) 56
a; die falcken auf dem lande und im gebürge haben gelbe hände,
dagegen haben die, so an der seeküsten oder am strande sich auffhalten, ... etwas grünlichte v. Fleming
vollkomm. teutsch. jäger (1719) 319; den kahn hatte man zwar so weit als möglich auf den strand gezogen Göthe I 33, 184
W.; der hat sich eine villa gebaut am strande Holtei
erz. schr. (1861) 1, 155; sie wollte allein sein ... mit ... dem heiligen meer ... eines tages gehen Schnurren burg-Mixpickels am strande spazieren Immermann
w. 1, 57
Hempel; modern an den strand gehen.
das scheitern der schiffe und das recht der anfallenden güter spielen im realen bereich des wortes eine besondere rolle: vom gutte, das uff dem strande wirt gefunden, ... eyn mogelich und redlich bergegeld czu nemen (1451)
acten d. ständetage Preuszens 3, 275
Toeppen; item dat ore vogede den strand beroveden unde (
sich) sodans seedrifftigen gudes wedder alle billicheyt underwunden (1486)
hans. urkdb. 11, 48
W. Stein; da war auch das recht, alles was strandet, gehört den herrn des strandes Hennenberger
preusz. landtafel (1595) 144; besonder die mit streittes heer die heyden suchen vber meer, behüt für clippen und für strandt und hilff jn gnediglich zuo landt Joh. Freder
bei Wackernagel
kirchenl. 3, 212; die trümmer meines fahrzeuges liegen nicht ferne von hier am strande Petrasch
s. lustsp. (1765) 1, 166; gott segne unsern strand
kirchliches gebet um reiches strandgut in seeanwohnenden gemeinden, seit dem 18.
jh. bezeugt, s. W. Lüpkes
seemannsspr. 131
ff; 155
ff.: erst in unserem jahrhundert ist das gräszliche gebet: herr gott, segne unsern strand! auf den friesischen inseln verstummt Liliencron
s. w. 3 (1900) 32; an den strand schlagen, treiben: so des koffmans gütere mit den schiffen an den strant unseres ordens slagen
acten d. ständetage Preuszens 5, 375
Toeppen; so nahmet ihr verlieb, was an den holen strand aus euren schiffe trieb an früchten, brod und sonst G. Treuer
dt. Dädalus (1675) 1, 117; ein sturm ..., welcher die meisten schiffe ... verschlug, viele auf den strand trieb Niebuhr
röm. gesch. 3 (1832) 553. ein schiff auf strand setzen
in seenot rücksichtslos auf land fahren: andere riethen, man solte die tauen kappen und das schiff am strand setzen
traur. zeitung aus Cadix (1683) 380; dasz das schiff ... auff den strandt gesetzet wurde Olearius
bei Kluge
seem. wb. 761; dasz sie (
ein schiff), um ein sinken zu verhüten, auf strand gesetzt werden muszte
Hamb. corresp. (
abendbl.) 26. 1. 1907. up'n stran'n geraden Mi
mecklenburg. 87; manche schiffe wurden von der ebbe übereilt und saszen fest auf dem strande Schiller 9, 76
G. 1@bb)
häufig verallgemeinert im sinn der küste eines landes überhaupt, ohne die eigentliche engere bedeutung; in geographischen bezeichnungen: diese sehe ... erstrecket sich zwischen ... Dennemarcken vnd Schweden auff jenner seiten vnd den wendischen, pommerischen, preusznischen vnd lieffländischen stranden auff dieser deutschen seiten Schütz
hist. rer. prussic. (1592) 1
b (
buch 1); weil aber die natur unsere nähiste nach bawren am preuszischen strande auch zum theil aus Pommern mit einem herrlichen wunderlichen segen des bern- oder agtsteins begabet Micraelius
altes Pommerland (1640) 1, 3; waren wir allzu nahe an die dännemarckische seite gekommen ... und war unsere farth gleich auff den schonischen strandt gerichtet Olearius
verm. reisebeschr. (1696) 32
b; mich wird der kühne wind und ein verwognes schiff weit führen über see, da hoff ich an den stränden des prächtigen Derbents mit freuden anzuländen Paul Fleming
dt. ged. 525
lit. ver.; der Cappadocier, der ganze Phryger strand, Ciliciens geschlecht, und was Aegyptens land an braunen kriegern zieht, steht rüstig in den waffen L. A. Gottsched
br. 3, 205
Runkel; von dem in wolken verborgenen gipfel der Sudeten bis zum strande der Ostsee Jahn
w. (1884) 1, 20;
dieser metaphorische gebrauch lebt in der gehobeneren literatursprache: wer wird, besteintes land, nicht deinen strand verfluchen? Gryphius
trauerspiele 454
lit. ver.; dein name ... durchkreuzt so manche see, umschifft so manchen strand Stoppe
Parnass (1735) 122; flög ich ins tiefste meer und an den letzten strand so wär ich dennoch, herr, auch hier in deiner hand Neukirch
ged. (1744) 99; der Sparter nie besiegte schaaren bedräuen dich mit kriegsgefahren, schon nahe sind sie diesem strand Schiller 11, 231
G.; den blick zum theuren vaterlande zurückgewandt, an fremdem strande Gaudy
s. w. (1844) 4, 10; legt mich nicht in fremde erde, bringt mich nach dem heimschen strand
M. Schneckenburger
dt. lieder (1870) 11; rückgekehrt vom land des rausches reicher strände frucht und blüte Stefan George
stern des bundes (1922) 65; im zweiten zeitraum wagen sie (
die Wikinger) sich weiter fort von strand und schiff, ... nehmen land in besitz Georg Weber
allgem. weltgesch. 5 (1883) 678; zu strande kommen
statt des in der modernen umgangssprache gebräuchlichen an land kommen: käm er (
der feind) mit neuer macht uns wiederum zu strande Gryphius
trauerspiele 402
lit. ver.; und bald waren es der (
vom feinde) zu strande gebrachten truppen, tanks, geschütze und jederlei bedarfe mehr, als wir wieder ins meer zu werfen vermochten Th. Mann
doktor Faustus (1948) 533; küste ist ein gelehrtes, vornehmes, kaltes wort, das nur geographische vorstellungen erzeugt; strand würde ich lieber sagen. strand reimt sich auf sand, wie zecher auf becher L. Bucher
bei H. v. Poschinger
ein achtundvierziger (1891) 2, 93;
metaphorisch für '
ort'
überhaupt: Orest, ich rufe dich, dich ruft das vaterland; ... an welchem strand bekriegt dein früher muth des waldes ungeheuer? Gotter
ged. (1788) 2, 14. 1@cc) strand
ist in der poesie in romantischen und groszartigen szenerien beliebt, besonders bei nicht von der küste stammenden autoren; im allgemeinen sinn von '
meeresufer': das abendroth am strand hinzieht Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz 16
Steig; die meerfrau steigt aus den wellen und setzt sich zu mir an den strand Heine
s. w. 1, 101
Elster; erhalten wir dem kaiser thron und lande, so kniest du nieder und empfängst die lehn von gränzenlosem strande Göthe I 15, 256
W.; die wendung strand des meeres
in junger zeit bei nicht vom meer stammenden autoren, vgl. dagegen die alten zeugnisse, o. sp. 835: lasz mit der theuren frucht uns an den strand des meeres zu den Coräern fliehen
samml. v. schausp. (1764) 5,
l. kom. 11; wie der nixenbräutigam, tot, mit sieben roten wunden, hoch am strand des meeres schwamm Mörike
ges. schr. 1 (1905) 150
G.; und an des abendmeeres strande da weidet seiner lämmer schaar; der treue hund liegt auf dem sande und spielt mit einem blonden haar W. Müller
ged. 168
Hatfield; besonders poetisch der öde strand: verstosz mich! lasz mich fliehen zum unwirthbarsten strande
theater der Deutschen 18 (1776) 249; wer wird nach dem düstern strande meines grames bote sein? Schiller 11, 200
G.; nein, ich will ausharren an dem öden strand Pückler
briefw. u. tageb. (1873) 1, 187; wo die sonne nicht wird tagen an dem ewig finstern strand Bettine
Günderode (1840) 1, 99.
auf binnenländische autoren ist auch die anwendung von strand
auf das ufer von binnenseen beschränkt: am strande (
des Bodensees) spaziert er aber täglich eine stunde A. v. Droste-Hülshoff
br. 1, 565
Schulte-K. 22) '
ufer eines flusses'.
diese bed. hat sich neben 1
in der modernen schriftsprache gegenüber ufer
nicht eigentlich durchgesetzt; doch schon im 14.
jh. bezeugt, in der nähe des meeres: und buweten in den zitin nider baz uf der Wizlin strant eine burc Torun genant Nicolaus v. Jeroschin
kron. v. Pruzinlant 3697
Strehlke; von der Memel, ebda 16096; an dy uf den stranden der Wisere da wonende sin Ernst v. Kirchberg
mecklenburg. reimchron. 669
Westph.; von der Elbe, ebda 704.
seit dem 17.
jh. in ununterbrochener tradition, nahezu auf nicht von der seeküste stammende autoren beschränkt, meist in geographischen angaben: der Oder, Elb und Schelde strand Simon Dach 752
lit. ver.; allda wir uns auf die Donau satzten ... die weibsbilder, so an dem strand wohnen Grimmelshausen
Simpl. 381
Kögel; die am Rheine gepflanzten weinberge würden auch die Römer ... an diesen strand ... locken Lohenstein
Arminius (1689) 2, 296; nun fleuszt die Donau schnell und breitet ihren strand gedoppelt aus, wenns berg und fels gestatten Gottsched
neueste ged. (1750) 71; in der altstadt Branden burg war ein gar munterer verkehr. zumal am strande; denn die Havel lag voll groszer kähne Alexis
Roland v. Berlin (1840) 3, 1; ganz nahe an der Passer strand ich Hofers kleines häuschen fandt L. Steub
drei sommer in Tirol (1895) 2, 277.
diese bedeutung lebt besonders im höheren stil, ähnlich wie 1 c
und b: wein aus Burgund, wein von der Mosel strande, einheimschen wein, wein aus dem Frankenlande Lessing 1, 113
L.-M.; solang ein tröpfchen blut noch glüht, noch eine faust den degen zieht, und noch ein arm die büchse spannt, betritt kein Welscher deinen (
des Rheines) strand
M. Schneckenburger
deutsche lieder (1870) 20; geh — du weists nun was an Lethes strande mich noch bannte Schiller 2, 161
G.; hierher auch: jetzt erblühten Athen und Rom neu am strande der Seine Birch-Hirschfeld
gesch. d. frz. lit. 2 (1913) 188; ich verliesz Kaisersaschern und siedelte mit weib und kind an den strand der Isar über Th. Mann
doktor Faustus (1948) 414;
auch in der niederen poesie unseres jahrhunderts: ich hab mein herz in Heidelberg verloren, mein herz das liegt am Neckarstrand
lied (1920) wer weisz, wann wir uns wiedersehn am grünen strand der Spree
couplet (1874)
bei Büchmann
27276.
auch auszerhalb geographischer bezeichnungen, einfach im sinne von '
ufer': sie (
die götter) ... brachten uns glücklich bisz auf den andern strand des stroms hinüber Parisz v.
d. Werder
frauen-reden (1659) 17, 6; ... ein silberheller flusz ... es zittern well und flut, so folg ich voller lust dem angenemen strande Drollinger
ged. (1743) 75; wie fühl ich mich verloren hier an dieses flusses strand! Hoffmann v. Fallersleben
ges. w. (1890) 1, 78; am strand der bäche klebt (
die weide) Mastalier
ged. (1774) 26; droben an des gieszbachs strand, an des silberhellen, jauchz ich Herwegh
ged. eines lebendigen 2 (1843) 49. 33)
übertragener gebrauch. metaphorisch für den ort auszerhalb des eigentlichen elementes, des lebens usw.; erst seit dem 17
jh.: die stürzen sich in ein meer der sorgen und unkosten und werden am strande der armut ... die späte nachreu finden Butschky
Pathmos (1677) 135; an dem öden strand des lebens, wo sich dün auf düne häuft, ... setze dir ein ziel des strebens Göthe I 3, 65
W.; am strand des lebens irr ich, starre düster ins todesmeer, umhüllt von nebelflor Lenau
s. w. 17
Barthel; ich sasz, ihr wiszt, auf thronen an der verbannung strand Rückert
ges. poet. w. (1867) 1, 106.
in fester ausbildung das bild des am strande
scheiternden schiffes und seiner besatzung: (
er) mus ankern allezeit auf urteil und verstand: so bleibt er wohl bewahrt und stöszt an keinen strand Ph. Zesen
helikon. rosenthal (1669) 70; was können sie für den gefahrvollen strand, an dem der bedachtlos vertrauende zufällig scheitert? so ist ihre natur, dasz ihnen die meinige zuwider sein musz Bettine
bei Pückler
briefw. u. tageb. (1873) 1, 143; auf den strand laufen
miszerfolg erleiden: wer sein gemüth ohne unterlasz dem sturme der leidenschaften preisgiebt, ... der rennt auf den strand Knigge
umgang mit menschen (1796) 1, 132; (
minister) Neckers gebrechlicher nachen lief ... kläglich auf den strand Dahlmann
gesch. d. franz. revol. (1845) 258; wie ein schiff auf strand
in verlegenheit W. Lüpkes
seemannsspr. (1900) 5;
für '
ausschalten': dummes zeug, wobei alles bischen menschen verstand und auch der kantische kategorische imperativ auf den strand gesetzt wird Friedr. Arndt
bei E.
M. Arndt
schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 10.
auszerdem mehr oder weniger individuelle wendungen: sein auszenbleiben hat vieles auf dem strande gelassen, was flott werden sollte Göthe IV 38, 39
W., '
ungeschehen gelassen'; unsere im allgemeinen schon auf den strand gekommene literatur Gutzkow
ges. w. (1872) 3, 99, '
herunter gekommen'
; häufiger der fisch auf dem strand
der aus seinem element geworfen ist: Olivie ... bewies sich ungeduldig, wie ein fisch auf dem strande Göthe I 28, 35
W.; alte müszige matronen ... jappen nach visiten ... wie auf den strand geworfene fische nach wasser Zimmermann
über die einsamkeit (1784) 1, 12; jem. an den strand werfen
aus dem bereich des lebens werfen: die welt ist für mich todt und ich bin der welt gestorben, sie ist mir ein öder strand, an den mich ein unglücklicher schiffbruch warf L. Tieck
schr. (1828) 8, 313; schwimme, braver schwimmer! ich bin leider an den strand geworfen Göthe I 13, 1, 278
W.; mit 2)
spielend: dasz er in Kirch-Göritz (
an der Oder) lebt ... welche schicksalswelle hat ihn an diesen strand geworfen? Fontane
ges. w. I 1 (1905) 230.
nur selten als ort der geborgenheit: wie vom zufriednen strand, gesichert vor den stürmen, ein wandrer ruhig sieht, dasz sich die wogen thürmen Wieland
s. w., suppl. 1 (1797) 15; rühmt nicht des wissens bronnen, nicht der künste friedensreichen strand! Körner
w. 1, 138
Hempel.