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strand

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strand m.

Bd. 19, Sp. 834
strand, m. , dem ufer des meeres vorgelagerter sandiger oder steiniger streifen, der sich über den meeresspiegel nicht merklich erhebt. herkunft und verbreitung. im nordgerm. heimisches wort: altnord. strǫnd, f., strand, auch 'rand des schildes'; norw. schwed.n. strand. im ablaut zu altnord. strind 'rand'. strand und strind werden zu idg. wörtern der grundbed. 'lang gebreiteter streifen' gestellt, s. Walde-Pokorny 2, 639 s. v. *ster- 'ausbreiten'; Franck etym. woordenb. 674. finn. ranta und frz. estran sind aus dem germ. entlehnt.ins englische und deutsche gelangte strand erst aus dem skandin., s. Edw. Schröder nord. lehnw. u. wanderw. in d. deutschen spr. (nachr. ak. d. w. Gött. [1941] 294 ff.). engl. strand tritt erst nach der wende des jahrtausends auf. im deutschen wurde neben den von anfang an heimischen gestade und ufer das neue strand [] durch ostseefahrende aus dem skandin. entlehnt. die entlehnung fand wahrscheinlich im nordosten des deutschen gebietes statt; die ältesten zeugnisse für strand finden sich in der deutschordens-literatur in bereits starker verbreitung des wortes: livl. reimchron., passional, Daniel, Hiob, Nicolaus v. Jeroschin; weiter in preuszischen urk. d. 15. jh., in Grunaus preusz. chron., Hennenbergers landtafel, Schütz hist. rer. pruss.; vom nordosten aus drang das wort an der ostsee entlang nach westen vor: bezeugt i. j. 1324 in Pommern, s. urk.-buch 6, 212 Heinemann; im 15. jh. in hansischen urk., im seebuch (s. 115 Koppmann), bei Korner (Schiller-Lübben mnd. 4, 427); im 14. jh. im mnl., s. Verwijs-Verdam 7, 2275. strand gelangte nicht bis ins ältere fries.von den modernen maa. haben nur die am meer das wort, s. Outzen fries. 346; Schmidt-Petersen nordfries. 129; Jensen nordfries. 591; Dijkstra friesch. wb. 2, 217; Siebs Helgoland 291; Mungard Sölring spraak 213; Doornkaat-K. ostfries. 3, 332; Mensing schlesw. - holst. 4, 878; Mi mecklenburg. 87; Dähnert pomm. u. rüg. 466; Frischbier preusz. 2, 377; Fischer Saml. 87; Hupel Lief- u. Esthl. 229. — durch landesbeschreibungen und reisen drang das wort in die literatursprache auch bei nicht meeranwohnenden autoren ein; der hessische verf. der mecklenburg. reimchron. (14. jh.) lernte das wort in Mecklenburg kennen, Oswald v. Wolkenstein (15. jh.) im nordosten. im 16. jh. gebrauchen z. b. Luther (obwohl er strand kannte, s. br. 10, 646 W.), Hans Sachs, Seb. Franck, Fischart nur ufer, doch der md. Joh. Mathesius schon strand. im 17. jh. ist strand stark im vordringen: Lohenstein, Treuer, Gryphius, Grimmelshausen, Butschky haben es; reisen führten zu immer weiterer verbreitung des wortes, so bei Phil. Zesen, Olearius, G. Neumark, Sigm. v. Birken. im 17. jh. erscheint das wort auch schon vereinzelt bei obd. autoren, z. b. bei Hohberg. doch ist strand, anders als z. b. ufer, auszerhalb des eigentlichen bereichs des meeres bis heute mehr oder weniger ungewöhnlich und fremd geblieben, s. u. 1 b. — der plur. von strand ist sehr selten, s. Paul deutsche gramm. 2, 15, 151: an allen stränden Gloger in P. Fleming dt. ged. 2, 654 lit. ver.; manche stränder Oken allg. naturgesch. (1839) 5, 380; meeresstrände E. T. A. Hoffmann; strande Steinbach dt. wb. (1734) 2, 735; auf Garza's sonnenreichen stranden J. D. Gries Tasso 2 (1837) 168. bedeutung und anwendung. 11) ufer des meeres. auf diese der herkunft des wortes entsprechende bedeutung beschränkt sich die moderne umgangssprache nahezu. 1@aa) im realen bereich 'sandstreifen am meer': da liet bie des meres strant ein gegende heizet Kurlant livl. reimchr. 357 Meyer; durch Reussen, Preussen, Eyffenlandt gen Litto, Liffen, übern strant gen Tenmarck, Sveden, in Prabant Oswald v. Wolkenstein 244 Schatz; so müssen do zum strande komen alle umbligende pauer, und sie so nackt mit kesseren lauffen der unden nach, in welcher der birnstein schwimett Sim. Grunau preusz. chron. 1, 49 Perlbuch; und die Griechen, siegestrunken, ... saszen auf den hohen schiffen längs des Hellespontos strand Schiller 11, 390 G.; der ganze strand wimmelte von menschen Forster s. schr. (1843) 2, 45; die weite schau über haide, strand und marschen Storm s. w. 3 (1898) 208. die ortsangabe auf dem strand ist alt: bi einem wazzirvlize na daz ist genant di Treidera, uf des meris strande Nicolaus v. Jeroschin kron. v. Pruzinl. 20972 Strehlke; dornoch kumpt man an das mer Occeanum, und uf deme strande do lyt eyne groze stat Marco Polo 9, 18 Tscharner; [] das dort in Walen lande wart vunden uf dem strande eyn walvisch groz zu schouwen Hiob 15194 Karsten; in jüngerer zeit gilt diese wendung für gestrandete schiffe (s. u.), dagegen ungewöhnlich: wurden sie auf dem strande einige einwohner gewahr, die ein canot ... ins wasser setzen wollten G. Forster s. schr. (1843) 1, 123. auch die heute herrschende verbindung mit an ist bereits alt: die jungeren also quamen die ieren meister trugen ... bi daz mer an den strand passional 220 Hahn; dasz ... (bernstein) von der erden oder felsen am strande, so ins meer stechen, abgestoszen oder abgewaschen würde Mathesius Sarepta (1578) 56a; die falcken auf dem lande und im gebürge haben gelbe hände, dagegen haben die, so an der seeküsten oder am strande sich auffhalten, ... etwas grünlichte v. Fleming vollkomm. teutsch. jäger (1719) 319; den kahn hatte man zwar so weit als möglich auf den strand gezogen Göthe I 33, 184 W.; der hat sich eine villa gebaut am strande Holtei erz. schr. (1861) 1, 155; sie wollte allein sein ... mit ... dem heiligen meer ... eines tages gehen Schnurren burg-Mixpickels am strande spazieren Immermann w. 1, 57 Hempel; modern an den strand gehen. das scheitern der schiffe und das recht der anfallenden güter spielen im realen bereich des wortes eine besondere rolle: vom gutte, das uff dem strande wirt gefunden, ... eyn mogelich und redlich bergegeld czu nemen (1451) acten d. ständetage Preuszens 3, 275 Toeppen; item dat ore vogede den strand beroveden unde (sich) sodans seedrifftigen gudes wedder alle billicheyt underwunden (1486) hans. urkdb. 11, 48 W. Stein; da war auch das recht, alles was strandet, gehört den herrn des strandes Hennenberger preusz. landtafel (1595) 144; besonder die mit streittes heer die heyden suchen vber meer, behüt für clippen und für strandt und hilff jn gnediglich zuo landt Joh. Freder bei Wackernagel kirchenl. 3, 212; die trümmer meines fahrzeuges liegen nicht ferne von hier am strande Petrasch s. lustsp. (1765) 1, 166; gott segne unsern strand kirchliches gebet um reiches strandgut in seeanwohnenden gemeinden, seit dem 18. jh. bezeugt, s. W. Lüpkes seemannsspr. 131 ff; 155 ff.: erst in unserem jahrhundert ist das gräszliche gebet: herr gott, segne unsern strand! auf den friesischen inseln verstummt Liliencron s. w. 3 (1900) 32; an den strand schlagen, treiben: so des koffmans gütere mit den schiffen an den strant unseres ordens slagen acten d. ständetage Preuszens 5, 375 Toeppen; so nahmet ihr verlieb, was an den holen strand aus euren schiffe trieb an früchten, brod und sonst G. Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 117; ein sturm ..., welcher die meisten schiffe ... verschlug, viele auf den strand trieb Niebuhr m. gesch. 3 (1832) 553. ein schiff auf strand setzen in seenot rücksichtslos auf land fahren: andere riethen, man solte die tauen kappen und das schiff am strand setzen traur. zeitung aus Cadix (1683) 380; dasz das schiff ... auff den strandt gesetzet wurde Olearius bei Kluge seem. wb. 761; dasz sie (ein schiff), um ein sinken zu verhüten, auf strand gesetzt werden muszte Hamb. corresp. (abendbl.) 26. 1. 1907. up'n stran'n geraden Mi mecklenburg. 87; manche schiffe wurden von der ebbe übereilt und saszen fest auf dem strande Schiller 9, 76 G. 1@bb) häufig verallgemeinert im sinn der küste eines landes überhaupt, ohne die eigentliche engere bedeutung; in geographischen bezeichnungen: diese sehe ... erstrecket sich zwischen ... Dennemarcken vnd Schweden auff jenner seiten vnd den wendischen, pommerischen, preusznischen vnd lieffländischen stranden auff dieser deutschen seiten Schütz hist. rer. prussic. (1592) 1b (buch 1); weil aber die [] natur unsere nähiste nach bawren am preuszischen strande auch zum theil aus Pommern mit einem herrlichen wunderlichen segen des bern- oder agtsteins begabet Micraelius altes Pommerland (1640) 1, 3; waren wir allzu nahe an die dännemarckische seite gekommen ... und war unsere farth gleich auff den schonischen strandt gerichtet Olearius verm. reisebeschr. (1696) 32b; mich wird der kühne wind und ein verwognes schiff weit führen über see, da hoff ich an den stränden des prächtigen Derbents mit freuden anzuländen Paul Fleming dt. ged. 525 lit. ver.; der Cappadocier, der ganze Phryger strand, Ciliciens geschlecht, und was Aegyptens land an braunen kriegern zieht, steht rüstig in den waffen L. A. Gottsched br. 3, 205 Runkel; von dem in wolken verborgenen gipfel der Sudeten bis zum strande der Ostsee Jahn w. (1884) 1, 20; dieser metaphorische gebrauch lebt in der gehobeneren literatursprache: wer wird, besteintes land, nicht deinen strand verfluchen? Gryphius trauerspiele 454 lit. ver.; dein name ... durchkreuzt so manche see, umschifft so manchen strand Stoppe Parnass (1735) 122; flög ich ins tiefste meer und an den letzten strand so wär ich dennoch, herr, auch hier in deiner hand Neukirch ged. (1744) 99; der Sparter nie besiegte schaaren bedräuen dich mit kriegsgefahren, schon nahe sind sie diesem strand Schiller 11, 231 G.; den blick zum theuren vaterlande zurückgewandt, an fremdem strande Gaudy s. w. (1844) 4, 10; legt mich nicht in fremde erde, bringt mich nach dem heimschen strand M. Schneckenburger dt. lieder (1870) 11; rückgekehrt vom land des rausches reicher strände frucht und blüte Stefan George stern des bundes (1922) 65; im zweiten zeitraum wagen sie (die Wikinger) sich weiter fort von strand und schiff, ... nehmen land in besitz Georg Weber allgem. weltgesch. 5 (1883) 678; zu strande kommen statt des in der modernen umgangssprache gebräuchlichen an land kommen: käm er (der feind) mit neuer macht uns wiederum zu strande Gryphius trauerspiele 402 lit. ver.; und bald waren es der (vom feinde) zu strande gebrachten truppen, tanks, geschütze und jederlei bedarfe mehr, als wir wieder ins meer zu werfen vermochten Th. Mann doktor Faustus (1948) 533; küste ist ein gelehrtes, vornehmes, kaltes wort, das nur geographische vorstellungen erzeugt; strand würde ich lieber sagen. strand reimt sich auf sand, wie zecher auf becher L. Bucher bei H. v. Poschinger ein achtundvierziger (1891) 2, 93; metaphorisch für 'ort' überhaupt: Orest, ich rufe dich, dich ruft das vaterland; ... an welchem strand bekriegt dein früher muth des waldes ungeheuer? Gotter ged. (1788) 2, 14. 1@cc) strand ist in der poesie in romantischen und groszartigen szenerien beliebt, besonders bei nicht von der küste stammenden autoren; im allgemeinen sinn von 'meeresufer': das abendroth am strand hinzieht Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz 16 Steig; die meerfrau steigt aus den wellen und setzt sich zu mir an den strand Heine s. w. 1, 101 Elster; erhalten wir dem kaiser thron und lande, so kniest du nieder und empfängst die lehn von gränzenlosem strande Göthe I 15, 256 W.; die wendung strand des meeres in junger zeit bei nicht vom meer stammenden autoren, vgl. dagegen die alten zeugnisse, o. sp. 835: lasz mit der theuren frucht uns an den strand des meeres zu den Coräern fliehen samml. v. schausp. (1764) 5, l. kom. 11; wie der nixenbräutigam, tot, mit sieben roten wunden, hoch am strand des meeres schwamm Mörike ges. schr. 1 (1905) 150 G.; [] und an des abendmeeres strande da weidet seiner lämmer schaar; der treue hund liegt auf dem sande und spielt mit einem blonden haar W. Müller ged. 168 Hatfield; besonders poetisch der öde strand: verstosz mich! lasz mich fliehen zum unwirthbarsten strande theater der Deutschen 18 (1776) 249; wer wird nach dem düstern strande meines grames bote sein? Schiller 11, 200 G.; nein, ich will ausharren an dem öden strand Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 187; wo die sonne nicht wird tagen an dem ewig finstern strand Bettine Günderode (1840) 1, 99. auf binnenländische autoren ist auch die anwendung von strand auf das ufer von binnenseen beschränkt: am strande (des Bodensees) spaziert er aber täglich eine stunde A. v. Droste-Hülshoff br. 1, 565 Schulte-K. 22) 'ufer eines flusses'. diese bed. hat sich neben 1 in der modernen schriftsprache gegenüber ufer nicht eigentlich durchgesetzt; doch schon im 14. jh. bezeugt, in der nähe des meeres: und buweten in den zitin nider baz uf der Wizlin strant eine burc Torun genant Nicolaus v. Jeroschin kron. v. Pruzinlant 3697 Strehlke; von der Memel, ebda 16096; an dy uf den stranden der Wisere da wonende sin Ernst v. Kirchberg mecklenburg. reimchron. 669 Westph.; von der Elbe, ebda 704. seit dem 17. jh. in ununterbrochener tradition, nahezu auf nicht von der seeküste stammende autoren beschränkt, meist in geographischen angaben: der Oder, Elb und Schelde strand Simon Dach 752 lit. ver.; allda wir uns auf die Donau satzten ... die weibsbilder, so an dem strand wohnen Grimmelshausen Simpl. 381 Kögel; die am Rheine gepflanzten weinberge würden auch die Römer ... an diesen strand ... locken Lohenstein Arminius (1689) 2, 296; nun fleuszt die Donau schnell und breitet ihren strand gedoppelt aus, wenns berg und fels gestatten Gottsched neueste ged. (1750) 71; in der altstadt Branden burg war ein gar munterer verkehr. zumal am strande; denn die Havel lag voll groszer kähne Alexis Roland v. Berlin (1840) 3, 1; ganz nahe an der Passer strand ich Hofers kleines häuschen fandt L. Steub drei sommer in Tirol (1895) 2, 277. diese bedeutung lebt besonders im höheren stil, ähnlich wie 1 c und b: wein aus Burgund, wein von der Mosel strande, einheimschen wein, wein aus dem Frankenlande Lessing 1, 113 L.-M.; solang ein tröpfchen blut noch glüht, noch eine faust den degen zieht, und noch ein arm die büchse spannt, betritt kein Welscher deinen (des Rheines) strand M. Schneckenburger deutsche lieder (1870) 20; geh — du weists nun was an Lethes strande mich noch bannte Schiller 2, 161 G.; hierher auch: jetzt erblühten Athen und Rom neu am strande der Seine Birch-Hirschfeld gesch. d. frz. lit. 2 (1913) 188; ich verliesz Kaisersaschern und siedelte mit weib und kind an den strand der Isar über Th. Mann doktor Faustus (1948) 414; auch in der niederen poesie unseres jahrhunderts: ich hab mein herz in Heidelberg verloren, mein herz das liegt am Neckarstrand lied (1920) wer weisz, wann wir uns wiedersehn am grünen strand der Spree couplet (1874) bei Büchmann 27276. [] auch auszerhalb geographischer bezeichnungen, einfach im sinne von 'ufer': sie (die götter) ... brachten uns glücklich bisz auf den andern strand des stroms hinüber Parisz v. d. Werder frauen-reden (1659) 17, 6; ... ein silberheller flusz ... es zittern well und flut, so folg ich voller lust dem angenemen strande Drollinger ged. (1743) 75; wie fühl ich mich verloren hier an dieses flusses strand! Hoffmann v. Fallersleben ges. w. (1890) 1, 78; am strand der bäche klebt (die weide) Mastalier ged. (1774) 26; droben an des gieszbachs strand, an des silberhellen, jauchz ich Herwegh ged. eines lebendigen 2 (1843) 49. 33) übertragener gebrauch. metaphorisch für den ort auszerhalb des eigentlichen elementes, des lebens usw.; erst seit dem 17 jh.: die stürzen sich in ein meer der sorgen und unkosten und werden am strande der armut ... die späte nachreu finden Butschky Pathmos (1677) 135; an dem öden strand des lebens, wo sich dün auf düne häuft, ... setze dir ein ziel des strebens Göthe I 3, 65 W.; am strand des lebens irr ich, starre düster ins todesmeer, umhüllt von nebelflor Lenau s. w. 17 Barthel; ich sasz, ihr wiszt, auf thronen an der verbannung strand Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 106. in fester ausbildung das bild des am strande scheiternden schiffes und seiner besatzung: (er) mus ankern allezeit auf urteil und verstand: so bleibt er wohl bewahrt und stöszt an keinen strand Ph. Zesen helikon. rosenthal (1669) 70; was können sie für den gefahrvollen strand, an dem der bedachtlos vertrauende zufällig scheitert? so ist ihre natur, dasz ihnen die meinige zuwider sein musz Bettine bei Pückler briefw. u. tageb. (1873) 1, 143; auf den strand laufen miszerfolg erleiden: wer sein gemüth ohne unterlasz dem sturme der leidenschaften preisgiebt, ... der rennt auf den strand Knigge umgang mit menschen (1796) 1, 132; (minister) Neckers gebrechlicher nachen lief ... kläglich auf den strand Dahlmann gesch. d. franz. revol. (1845) 258; wie ein schiff auf strand in verlegenheit W. Lüpkes seemannsspr. (1900) 5; für 'ausschalten': dummes zeug, wobei alles bischen menschen verstand und auch der kantische kategorische imperativ auf den strand gesetzt wird Friedr. Arndt bei E. M. Arndt schr. f. u. an s. l. Deutschen (1845) 1, 10. auszerdem mehr oder weniger individuelle wendungen: sein auszenbleiben hat vieles auf dem strande gelassen, was flott werden sollte Göthe IV 38, 39 W., 'ungeschehen gelassen'; unsere im allgemeinen schon auf den strand gekommene literatur Gutzkow ges. w. (1872) 3, 99, 'herunter gekommen'; häufiger der fisch auf dem strand der aus seinem element geworfen ist: Olivie ... bewies sich ungeduldig, wie ein fisch auf dem strande Göthe I 28, 35 W.; alte müszige matronen ... jappen nach visiten ... wie auf den strand geworfene fische nach wasser Zimmermann über die einsamkeit (1784) 1, 12; jem. an den strand werfen aus dem bereich des lebens werfen: die welt ist für mich todt und ich bin der welt gestorben, sie ist mir ein öder strand, an den mich ein unglücklicher schiffbruch warf L. Tieck schr. (1828) 8, 313; schwimme, braver schwimmer! ich bin leider an den strand geworfen Göthe I 13, 1, 278 W.; mit 2) spielend: dasz er in Kirch-Göritz (an der Oder) lebt ... welche schicksalswelle hat ihn an diesen strand geworfen? Fontane ges. w. I 1 (1905) 230. nur selten als ort der geborgenheit: wie vom zufriednen strand, gesichert vor den stürmen, ein wandrer ruhig sieht, dasz sich die wogen thürmen Wieland s. w., suppl. 1 (1797) 15; rühmt nicht des wissens bronnen, nicht der künste friedensreichen strand! Körner w. 1, 138 Hempel.
18265 Zeichen · 455 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    strandst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    strand , st. M. (a) nhd. Strand, Ufer E.: s. germ. *strandō, st. F. (ō), Rand, Strand; vgl. idg. *ster- (5), *sterə-, *s…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    strand

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    strand s. stranc.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strand

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Strand , des -es, plur. inusit. die Seite des festen Landes, wo es an das Meer oder an die See anstößet, das Meer- o…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strand

    Goethe-Wörterbuch

    Strand [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strand

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Strand , das niedrige Meeresufer, welches zur Fluthzeit mit Wasser bedeckt ist.

  6. modern
    Dialekt
    Strandm.,, n.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia Strand m., n. Strand 1. Meeresufer: de Strand Ro; oft; nah dat Strand Ro Rostock@Ribnitz Ribn ; nah 't Strand W…

  7. Sprichwörter
    Strand

    Wander (Sprichwörter)

    Strand 1. Am Strande ist das Seewasser billig. – Altmann V, 112. In den Sprichwörtern der russischen Küstenländer hat de…

  8. Spezial
    Strand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Strand m. (-[e]s, Strände) 1 (Rand eines Gewässers) spona (-nes) f. 2 (Ufer) spona (-nes) f. 3 (Badestrand) spona (-nes)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strand

258 Bildungen · 211 Erstglied · 45 Zweitglied · 2 Ableitungen

strand‑ als Erstglied (30 von 211)

Strandbad

SHW

Strand-bad Band 5, Spalte 1505-1506

Strandkorb

SHW

Strand-korb Band 5, Spalte 1505-1506

strandamt

DWB

strand·amt

strandamt , n. , amt zur verwaltung gestrandeten gutes: der vorsteher eines strandamts strandungsordnung v. 17. 5. 1874 bei Kluge seemannssp…

strandanzug

DWB

strand·anzug

strandanzug , m. , ausdruck der mode, seit aufkommen der freibäder: es ist gut, dasz du den strandanzug eingepackt hast. es wird frühling, u…

Strandartikel

DRW

strand·artikel

Strandartikel, m. (einzelne) Bestimmung des Strandrechts II [haben wir] nicht allein bey den alten strand-articuln den anfang genommen, sond…

strandaster

DWB

strand·aster

strandaster , f. , aster tripolium L., s. Holl wb. d. pflanzenn. (1833) 363 ; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 500 ; wächst die violette str…

strandbad

DWB

strand·bad

strandbad , n. , badeanlage unter freiem himmel am meere, an binnenseen und flüssen: ein kaffeehaus, ein kino und ein strandbad zu bauen qu.…

Strandbambus'

MeckWB

strand·bambus

Wossidia Strandbambus' Pl. -bambusen m. Spottname im Munde der Matrosen für Jungen, die nicht zur See gingen Wo. Sa.

strandbatterie

DWB

strand·batterie

strandbatterie , f. , die am strande in stellung ist, dass. wie ' küstenbatterie ', s. Hoyer allg. wb. d. art. (1804) 1, 137 : kommt meinen …

strandbauer

DWB

strand·bauer

strandbauer , m. , bauer, der am strande wohnt, s. Voigtel wb. (1793) 3, 367 : unteutsche prediger sind nohtig, sonderlich bei des hertzogen…

Strandbauernhaus

DRW

strand·bauernhaus

Strandbauernhaus, n. Unterkunft eines ¹Strandbauern in den strand-bauren-haͤusern soll der boͤrnstein-verwalter zum oͤfftern haussuchung thu…

Strandbediente

Adelung

strand·bediente

Der Strandbediente , des -n, plur. die -n, in Preußen, obrigkeitliche Bediente, welche die Aufsicht über die Einsammlung des von der See an …

strandbedienter

DWB

strand·bedienter

strandbedienter , m. : strandbediente sind in Preuszen beamte, welche die aufsicht über die einsammlung des bernsteines haben Hübner zeitung…

Strandbereiter

DRW

strand·bereiter

Strandbereiter, m. wie Strandreiter [daß wer am strande was zu thun oder zu sehen haͤtte] zuvorn bey unserm boͤrnstein-meister sich angebe, …

strandberg

DWB

strand·berg

strandberg , m. , der am strande gelegen ist: den gräbereibetrieb ( nach bernstein ) in den strandbergen Muspratt chemie (1888) 4, 82 ; dann…

strandbeute

DWB

strand·beute

strandbeute , f. , beute aus gestrandeten schiffen: welche sie ... in hoffnung einer reichen strandbeute gefangen nahmen Lohenstein Arminius…

strandbewohner

DWB

strand·bewohner

strandbewohner , m. , die am meer wohnen, vgl. DWB strand 1: sahe er ... einige strandbewohner die überbleibsel der ladung des zertrümmerten…

strandbinse

DWB

strand·binse

strandbinse , f. , pflanzenname, juncus maritimus Lam., s. Dietrich lex. d. gärtn. (1811) 5, 155 ; Schlechtendal flora von Deutschland (1880…

Strandbörs

Adelung

strand·boers

Der Strandbörs , des -es, plur. die -börse, in einigen Gegenden ein Nahme des Seebörses, Perca marina Linn. weil er am Strande gefangen wird…

Strandboot

MeckWB

strand·boot

Wossidia Strandboot f., n. Boot, mit dem vor der Meeresküste gefischt wird, im Gegensatz zum Fischerboot für den Bodden Rud. Handb. Boote 85…

Strandbröke

MeckWB

Wossidia Strandbröke m. a. Spr. Strandgut infolge von Schiffbruch: 'weret dat dar strantbroke uppe deme eren (auf den ihnen gehörigen Strand…

Strandbuhnen

Meyers

Strandbuhnen , zum Schutze des Strandes und zur Verhinderung der Bildung größerer Vertiefungen (Priehle), unterscheiden sich von den Flußbüh…

Stranddieb

DRW

strand·dieb

Stranddieb, m. wie Strandräuber idt sint ock in dersuluigen tidt veele strandtdeue geworden, den veele gesindecken ... ahne allen schuve kis…

strand als Zweitglied (30 von 45)

badestrand

DWB2

bade·strand

badestrand m. (sandiges meer)ufer, zum baden u. zur erholung eingerichtet: v1856 der Engländer, der mit seiner miß an den badestrand immer g…

Blumenstrand

Campe

blumen·strand

Der Blumenstrand , des — es, d. Mz. ungew. ein mit Blumen bewachsener Strand. »Der duftige Blumenstrand.« Kosegarten.

doppelstrand

DWB

doppel·strand

doppelstrand , m. strand mit zwei seiten. und wo die Bacchiaden vom doppelstrande Korinthus, zwischen dem gröszeren hafen und kleinern, maur…

dünenstrand

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duenen·strand

dünenstrand m. : 1907 C. Hauptmann Einhart 2,86. 1953 Miegel ges. w. [ 1952 ] 2,189.

elbstrand

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elb·strand

elbstrand , m. er holte vom elbstrande eine nit geringe erbschaft. Mestwert fluchteufel 61 .

felsstrand

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fels·strand

felsstrand , m. litus petrosum: selige mächte der tief, und so viel des umsandeten felsstrands wogigen kies ihr bewohnt. Orpheus Arg. 334 .

fuszstrand

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fuszstrand , m. ein flacher strand an der seeküste. nnl. voetstrand. Bobrik 304 b .

goldstrand

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gold·strand

goldstrand , m. , wofür jetzt goldküste ( s. d. ): ein horn ( aus elfenbein ), dergleichen die schwartzen am goldstrande, bei ihren feldzüge…

heimatstrand

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heimat·strand

heimatstrand , m. : so wächsest du ( pflanze ) am heimathstrande. Uhland ged. 64 ; in jener urne, die vom heimathstrande ich hergebracht. 12…

klippenstrand

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klippen·strand

klippenstrand , m. klippiges ufer. Voss (1825) 4, 82 . Platen 116 . Ostseeklippenstrand Strachwitz lieder eines erwachenden (1850) 133 .

Marstrand

Herder

mar·strand

Marstrand , Wilhelm, geb. 1810, berühmter dän. Genremaler.

meeresstrand

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meer·es·strand

meeresstrand , m. : dem meeresstrande. Gellert 1, 326 ; da trugen sie das ungeduldge kind zum sonnig heitern meeresstrand hinab. Uhland ged.…

meerstrand

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meer·strand

meerstrand , m. wie meeresstrand: meer- sive seestrand, littus maris Stieler 2188 ; wenn man die höhe der felsenwände erstiegen hat, welche …

mohrenstrand

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mohr·en·strand

mohrenstrand , m. strand eines mohrenlandes: trink, alter halbgott, diesen wein! er röthet sich im morgenland, am allerfernsten mohrenstrand…

muschelstrand

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muschel·strand

muschelstrand , m. mit muscheln bedeckter strand: wo irr ich um den muschelstrand, wo find ich armer sie? Fr. Müller 1, 218 .

nebelstrand

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nebel·strand

nebelstrand , m. ein nebliger strand: geflattert hat die aufruhrfahn' auf diesem nebelstrande. Freiligrath (1870) 1, 193 .

Oosterstrand

MeckWB

oost·er·strand

Wossidia Oosterstrand m. der Strand östlich der Warnow: de Oosterstrand lett sick hüren, denn gifft 't god' Wäder (1930) Ro Rostock@Warnemün…

sandstrand

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sand·strand

sandstrand , m. aus sand bestehender, sandiger strand: so bekommt man alsdann voraus einen weiszen sandstrand. Manson seebuch, übers. von Wi…

seestrand

DWB

see·strand

seestrand , m. riva, costa, lido del mare. Kramer dict. 2, 730 b ; littus maris, meer, sive seestrand .. lustiger seestrand, actae, littora …

stapelstrand

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stapel·strand

stapelstrand , m. : heil, heil dem freien wein, den du ( Elbe ) uns führst herein von deines meeres stapelstrand in unser liebes vaterland! …

Südwestenstrand

MeckWB

suedwesten·strand

Wossidia Südwestenstrand m. im Südwesten gelegener Strandabschnitt: de Südwestenstrand roort so, dat gifft Unwäder Wo. Seem. 2, 166.

Ableitungen von strand (2 von 2)

bestranden

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bestranden , littore aggredi, am strand angreifen: daselbst hast du den feind zu wasser angefaszt, und kräftig ihm gezeigt, dasz in Europen …

verstranden

DWB

verstranden , verb. , bei Campe für das übliche stranden angeführt, ' verschlagen werden ': das schiff musz irgendwo verstrandet sein. vgl. …