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stet

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stet adj.

Bd. 18, Sp. 2545
stet, adj. , beständig. herkunft. ahd. state, mhd. stæte, stæt, mnd. stede; altfries. stede. im ablaut zu altnord. -stœðr feststehend (hagstœðr, hugstœðr); dazu altnord. stœda zum stehen bringen, got. anastodjan, dustodjan anfangen. alle mit t-suffix zu *sthā stehen. das mit d. stet weithin gleichbedeutende engl. steady gehört mit mhd. stetec störrisch (s. stätig, teil 10, 1, 935) ebenfalls zu stehen, doch stellen diese die kurze ablautstufe dar, s. Torp bei Fick vgl. wb. 478; Falk-Torp et. wb. 1144; 1155; 1198. zur verbreitung von stet in den deutschen maa. s. u. C 2. die schreibung stät kommt auch in der neueren zeit noch vor, und zwar besonders dann, wenn in der bed. des wortes der positive charakter stark betont ist (s. u.C); auszerdem ist diese schreibung manchmal durch die mundartliche herkunft der autoren bedingt; zur offenen aussprache von stet vgl. Paul deutsche gramm. 1, 185 ff. bedeutung und anwendung. die bed. 'beständig', entsprechend der herkunft des wortes eigentlich 'stehend, zum stehen geeignet', erleidet seit der ahd. bis in die neueste zeit weder besondere einschränkungen, noch werden entscheidende bedeutungen neu hinzugewonnen. auch der unterschied des 'in sich fest stehend' (A) von 'in der zeit andauernd' (B) scheint weniger geschichtlich entwickelt zu sein, als vielmehr dem wort von vornherein innezuwohnen. AA. 'feststehend, unbewegt': stät, stet, stait stabilis Diefenbach 550a; stede solidus 541a. A@11) ein bereich eigentlicher anwendung ist auch in ältester zeit nur in geringem umfang ausgebildet.in einigen adverbiellen anwendungen im älteren nhd.: und must in (den arm) also mith bendern bewaren, das im der arm dister steter ligen möge unde dister weniger müde werde Pfolsprundt bündthertznei 30 s.-Midd.; stet halten, stet bleiben: solches eisen soll man auch nit wacklend, sunder gantz stet und fast steif halten Ryff spiegel der gesundheit (1544) 135b; diser kolben wird dermassen mit dem breiten sturtzdeckel zusammen gefüget, das einer den anderen satt und stät halten muss Sebiz feldbau (1579) 404; von der konstruction einer kugel aus dem kreis: doch mus im umbwenden die axt in den punckten c. b. stett bleiben Dürer underweisung (1525) a 3a; dann leg man ein richtscheit ... an den puncten o. und lasz das steet daran beleiben Dürer etl. underr. z. bef. d. stett. (1527) a 4a; ebenso: erstlich zeuch ein zwerch lini, der anfang sei a und endt b, mach dise lini fest und stett, aber ausz dem puncten a streicht ein ander lini, der endt sei c Dürer underweisung (1525) o 3a; hierher auch 'festen preis halten': de olie holt noch stede bei Schiller-Lübben 4, 376. — auch bei Notker im eigentlichen sinn, obwohl schon von der menschlichen haltung (u. 3): aut quis stabit in loco sancto eius? alde wer ist dar state in sinero heiligun stete? Notker 2, 75 Piper. stete sterne als bezeichnung der fixsterne: alle sternen an dise siben heizent die steten sternen oder die gesteten. wonde si gestetent sint in die witen, die da heizit daz firmamentum ... die steten sternen gant von dem oriente zuo dem occidente naturliche. den ganc hant si. aber die planete hant zwene genge Meinauer naturlehre 2 Wackernagel; damit man könne und möge die leuff der stäten sternen auszreiten, so haben wir hie nachvolgendt ein tafel dern leuffe des achten himmels M. Pegius geburtsstundenbuch (1570) g 5b; 'unbeweglich': aber sein augen waren wie horn stäet, wie eisen, kein auglid er gewändt hett (ὀφθαλμὸι δ' ὡσὲι κέρα ἔσταμεν) Joh. Heroldt von der zung (1544) 51b; anders, wohl in bloszer enallage für stet ansehen (B 2 e): der jüngling von ungeschicht an einem tisch sasz, da er die junckfrau ... mit steten augen ansehen mocht Wickram 1, 206 Bolte; vgl. auch: stete o. stäte augen, occhi fissi e fermi Kramer 2 (1702) 967b. — ebenso vielleicht noch im concreten sinn von 'fest': zeter! waffen! von herzengrunde sei geschriren uber das jar, uber den verworfen tag und uber die leidigen stunde, darin mein steter, herter diamant ist zerbrochen, darin mein rechte furender leitestab unbarmherziglich aus den henden mir wart gerucket ackermann aus Böhmen 5, 13 Bernt. den eigentlichen sinn 'fest' zeigen auch noch abstracte anwendungen: es sy dann, das stäte gegründte lere in das volck werd gebracht, mag im nümmer heil geschähen Eberlin v. Günzburg 1, 50 ndr.; sus swebeten sine sinne in einer ungewissen habe: trost truog in an und zwivel abe er vant niht stætes an in zwein Gottfried v. Straszburg Tristan 893 Ranke.schon in ältester zeit verwischt sich die grenze zwischen 'in sich, an seinem ort fest' und 'in der zeit unvergänglich' (B): min wort ist also state, also diu scrift des scriben, menniscon wort zegat Notker 2, 168 Piper; des gelouben gruntveste, diu stætest und diu beste Barlaam 81 Pfeiffer; der glaub sol stet und fest stehen Luther 10, 3, 7 W.; sô tuo daz dînem namen ze lobe, und hilf uns, daz wir mit dir obe geligen und daz dîn kraft uns gebe sô starke stæte widerstrebe Walther v. d. Vogelweide 3, 20 L.; wie stæte ist ein dünnes îs, daz ougestheize sunnen hât, ir (der frauen) lob vil balde alsus zergat Wolfram v. Eschenbach Parzival 3, 8; dem juristischen stet bleiben 'gültig bleiben' (u. 2, sp. 2547) nahe: ach gott, soll warheit haben endt, dein heilig stiftung werden ztrenndt, die du doch gsätzt auf festen grundt, gelernet hast mit eignem mundt und woltest das die bliben stedt U. v. Hutten opera 3, 455 Böcking. — 'fest' im sinne von 'gleichbleibend, gleichmäszig', hier weniger im sinne der zeitlichen unveränderlichkeit als der inneren stärke: es sei dan durch die waagmaister besicht und gewegen auf ihrer waag, doch dasz sie jeder zeit haben ein stette gerechte waag mit rechtem gewicht österr. weist. 6, 115; mich wil duncken, daz die zyt engsticklich halten ein schad und verderben sye einer stäten und ewigen grechtikeit Zwingli v. freiheit d. speisen 37 ndr.vgl. auch die entsprechungen von lat. continens (u. B 1 b). A@22) 'rechtsgültig, verbürgt', lat. ratus genau entsprechend: steyde constans, stabilis, ratus voc. v. 1445 bei Schiller-Lübben 4, 372; sted und vest ratus Alberus dict. (1540) v 1b; steif, stät, vest ratus Calepinus undec. ling (1598) 1250a; die häufigsten ausdrücke stet haben, stet halten, stet machen entsprechen ratum habere, ratum ducere. in dieser anwendung findet die bed. 'fest' in alter zeit ihre erste starke verbreitung. schon früh findet innerhalb dieser anwendung ein übergang von 'rechtsverbindlich in seinem charakter' zu 'ewig geltend, in der zeit unveränderlich' statt. in ihrem ursprünglichen terminologischen bereich lebt die anwendung bis ins 16. jh.; im anschlusz an die jüngere bed. 'dauerhaft' (B) kommen auch jüngere zeugnisse vor. A@2@aa) im sicheren anschlusz an 'feststehend', ohne anteil der bed. 'andauernd'; etwa 'üblich, dem geltenden brauch entsprechend': item 4 m. dem felkener syn lon, das ist stete Marienburger tresslerbuch 593 Joachim; meistens in civilrechtlicher terminologie 'rechtlich anerkannt': (dasz der sohn seinen tod für den des vaters anbietet) dyt let de richter wesen stede, men henck den sone in groter lede meister Stephan schachbuch 4312; iewelkes gevangenen gelobede ne sol durch recht nicht stete sin, daz her binnen venknisse lobet Sachsenspiegel III 41 Eckhardt; die uber vierzehen jar sind, die sollen pfleger haben bis auf fünfundzwentzig jar. was die thun mit iren pflegern, das soll stät sein S. Meichszner land- u. lehenrecht (1566) 68a; von verträgen und abmachungen aller art 'rechtskräftig': un daz dis war un steite si, so han wir der vorgenantin vrowen von Klingen disen brief besigilt gebin Baseler urkd. 2, 386; und das sij ein gestabet eid, dasz es stede solle wesen, dasz mer sin nicht loszen genessen! Alsfelder passionssp. 2480; und wenne daz pfant dreistunt berueft ist und daz man ez dar hat geslagen, so sol der chauf stäte sein österr. weist. 5, 384; tho eneme steden, vasten, eweghen unwaderrupeleken koften kope (1397) Mecklenburg. urk.-buch 23, 182; heute noch im schwäb.: stäter kauf 'definitiver, ohne reufrist' Fischer 5, 1649; wir gern stäter suone. der ist uns reken not: wir han von iwren degnen manegen lieben friunt tot Nibelungennot 310, 3; thugen unde bekennen in desseme breve, dat wy belovet hebben unde loven an desseme breve ene stede, ganze, vaste sone mid den erbaren vorsten (1346) Mecklenburg. urk.-buch 10, 7; durch daz diu richtung und der spruch unverzôgenlîch ain friuntlichen ûztrag gewunne ûf ainen getriuwen frid oder ûf ain ganze richtung und ain êwige stæte süene jahrb. d. stadt Zürich 80 Ettmüller. in seltenerer anwendung: zu behülf der gedächtnus wöllen wir nun in gestalt einer stäten gesatzlichen verordenung unseres feldbawes euch fürstellen ein feldgut Sebiz feldbau (1579) 2; 'im wert beständig, gültig': was de gemeyne rat ... mit gildemestern und hovetluden overein gekomen, dat me den brunszwigkeschen penning wedder vor einen steden penning ... geven und nemen scholde städtechron. 35, 1, 17. reichste anwendung finden die ausdrücke stet machen, lassen, haben, bleiben, halten. — stet machen 'bekräftigen': in Masphat, das er alda die glübede machte stete sa, das si got ze gote heten und sinin willin tetin und ir abgot abe liezen Rud. v. Ems weltchron. 22466; 'garantieren': dô er im diu lant verlêch, der gnâden er in niht verzêch, er macht im stæte unde sleht mit hantvesten sîniu reht Ottokar v. Steiermark 19902 Seem. — stet lassen 'rechtsansprüche und versprechen anerkennen, ausführen': gût mach die herre setzen sunder manschaph eyneme manne. daz steit upphe des herren trûwe, daz her iz deme manne stêde lâze Sachsenspiegel 205, 21 Eckhardt; als si gebot unde bat, und enphie des rehte sicherheit daz er ir dehein leit für die zit getæte, daz liez er harte stæte Hartmann v. Aue Gregor 2012 Paul; 'gelübde halten': wie es stat geschriben da, das man gelúpte stæte la Wernher Marienleben 1462 Päpke. — stet haben 'rechtlich anerkennen', in obd. zeugnissen: und haben wir ... gesworn, ... dis alles ganz und stete ze habende ane geverde, unde haben den selben ait gesetzet uf alle unser nahkomen, stete ze habende alles, das davor von uns und unserm convente beschehen ist (1317) thurgauisches urk.-buch 4, 351; das als, das da vor geschrieben stat, min wille ist und ich es han getan und stete wil han, und bitte disen brief besigellen mit den vorgenanten ingesigeln Baseler urk. 2, 394; die obgenannten sache und artikel bestäten wir alle nach unser lieben fürsten und veteren pet und willen, ... also das wir di stät habn und volfüren Veit Arnpeck chron. 564. — stet bleiben 'rechtskräftig anerkannt bleiben': das in das alles stet und unzerprochen beleib, geben wir den oft genanten unserm markt zu Liechtenwald und den burgern darinne disen offen brief fur uns und fur unser nachkamen österr. weist. 10, 267; und darumbe das dis stiete von mir und von minen eirben belibe, so gib ich den vorgenanten heirren disen brief besigelt und bestietet mit mime ingesigele Baseler urk. 3, 214; dat desse ding stede unde vast bliven, so hebbe ik, Gereke Warenborch, ein hovetman desses kopes, ... tu tughe unse ingesegele an dessen brief gehenget (1375) Mecklenburg. urkundenbuch 18, 561; und damit dise unser majestät schencke allweg stät und von menigklichen unverletzt und unzerbrüchlich in ewigkeit belibe, habend wir diesen brief ... geschriben Tschudi chron. Helvet. 1, 53. — ebenso: dat lovede bestunt under in stade menege tit sächs. weltchron. (anh.) 259. am häufigsten stet halten 'verträge, abmachungen u. ä. anerkennen, einhalten, ausführen': daz wolt der bischof nüt stete halten, und do er wider heim kam, do krieget er also vor städtechron. 8, 140; globendt sie (die dinge) einander stette zu halten, und niemer darwider ze thunde weisth. 4, 191; also ist der bund zwischen den Römern und den Juden aufgerichtet. so aber hernach dieser oder jener teil bedächten, mehr stücke dazu zu setzen oder etwas davon zu tun, so sollen beide teile darüber sich vertragen. und was sie dazu setzen oder davon tun werden, soll alles stät und fest gehalten werden 1. Macc. 8, 30; alle desse vorscreven stucke love wi Hans unde Mathias vorbenomet, ... in guden truwen stede unde vast to holdende sunder yengherleye hulperede unde sunder alle arich (1400) Mecklenburg. urk.-buch 24, 28; daruff globend wir beidersidt für uns, ... dise ... meynung dis briefs stät ze halten Riederer spiegel d. waren rhetoric (1493) z 2a; und daz solicher vertrag stedt und onverrucklich gehalten würd, soll er sein zwen ältere sün zu bürgen setzen Seb. Münster cosm. 206; verkoft ein gemedet knecht sines heren gut, unde wil de here de kopinge nicht stede holden, de knecht mut sveren uppe den hiligen, dat he den kopere nicht waren mœge, also ungeit he des cod. Lubec. 1, 707; damit aber dise ordnung und aufgerichte albenbrief unzerprechlich vöst und stadt gehalten werden, und jeder sich vor straff und schaden zu hieten wisse, welcher darwider handlet oder tuet, also seind zu been aufgesözt worden unnachlaszlich zu bezallen der obrikeit drei dukaten österr. weist. 6, 471. so noch vereinzelt im 17. jh., nun wahrscheinlich anders verstanden (s. u.b): wo die gesatz und ordnungen nicht stät und unverbrüchlich gehalten werden, da ist kein beständig regiment Lehman flor. polit. 2 (1662) 603; jedoch musten wir ihm zuvor folgende fünf puncten wahr, stät, vest und unzerbrüchlichen zu halten, bey christlicher treue und altteutschen bidermanns glauben versprechen Grimmelshausen Simplic. 580 Kögel. A@2@bb) in gleicher anwendung wie a, jedoch individuell mehr oder weniger stark an 'ewig bestehend' (B), die verbalen wendungen auch an 'treu' (3 d), angelehnt; meist, im unterschied zu a, bei poetischen autoren; im 16. jh. reicher bezeugt als a: als ir mich e hortent sagen, iuwer stete gewaltes übertragen, iuwer hantveste suln stæte sin, da mite ir in ir ordenunge bewæret Ulrich v. Eschenbach Alexander 1623 Toischer; und bat in das er stete die gnade gein im hete Rud. v. Ems weltchron. 24595 dtm; bischop Giseler toch om entgegen und kreich gnade, wol dat se nicht stede bleif städtechron. 7, 72; also das die búnd, so wir zuo inen und si zuo uns gesworn hatten, ewenklich stät beliben söllent qu. z. Schweiz. gesch. 18, 67; denn saltz vor alters thet bedeuthen ein stätten bund unter den leuten W. Spangenberg ausgew. dicht. 50 Martin; nun geb euch der got Abraham Isaac und Jacob zusam ... nun last uns die heyrat beschreibn, auf das sie ewig stet sol bleyben! H. Sachs 1, 149 K.; es (das verabredete) soll und musz auch also steiff und stet bleiben, das semlichs nyemandts dann der todt wenden soll Wickram 1, 261 Bolte; ohn gottes wort er mich nicht kan gewinnen, er mus bleiben lan, denn dis bleibt ewig stet und fest, wie es vom anfang ist gewest Thym Thedel v. Wallmoden 1133 ndr.; die lantscheide wart beschriben, die ummer sider stête ist bliben Livländ. reimchron. 2062 Meyer. stet halten verändert seinen charakter dadurch, dasz es weniger prädikativ als adverbiell aufgefaszt wird, also gegenüber 'etwas als stet anerkennen' (a) mehr den sinn 'etwas in steter haltung (3 c) anerkennen, halten' bekommt: daz (eine verhaltungsvorschrift) halt stete, so bistu wirdich. tustu anders, du vazzest in dich die ewige vortuomnusse Schönbach predigten 1, 5; du waist wol, wie du mich und ich dich lie, mein höchster hort, zwar ich halt stät die wort, wurd mir der kranz von rosental Osw. v. Wolkenstein 84 Schatz; das wir ... der propheten und apostel wort stet und fest halten lerneten Mathesius Sarepta (1571) 68b; die warheit ... solt du also lieben, dasz du alle deine wort stet haltest, als hettestu sie geschworen Lehman flor. polit. 3 (1662) 185; vgl., deutlicher im juristischen sinn (a): die baten den herren von Saphoy, das er stät haben welt sine fürstliche wort, die er gesprochen het Justinger Berner chron. 322; dagegen nahe an 'treu' (3 d) angeschlossen: Reymand ... schwur ir, dasz er sein gelübd und auch eyd an ir stett halten wolt buch der liebe (1587) 266, 3; sin herze hate versworn valsch und alle dörperheit und behielt ouch vaste den eit stæte unz an sîn ende Hartmann v. Aue armer Heinrich 53 Paul. besonders charakteristisch ist die verschiedene auffassung als 'rechtsgültig' oder 'ewig' in steter friede und den zugehörigen verbalen wendungen, noch im juristischen bereich verharrend: so si unz an den vierden tac stæter vride zwischen uns beiden Ottokar reimchron. 7096 Seem.; do quemen syner amptlude ... und segeden, se wolden all de heren hyr umme lanck to vasten steden vrede brengen und wolden em grote schattynge geven Münster. chron. d. ma. 134 Ficker; keiser Heinrich und künig Heinrich von Franckrich ... beschlussend mit einandren ein stäten friden Tschudi chron. Helvet. 1, 18; hêr keiser, swenne ir Tiuschen fride gemachet stæte bî der wide, sô bietent iu die fremeden zungen êre Walther v. d. Vogelweide 12, 19 L.; wo sich ain rumor erhebt, wer daselbs frit peit, es sei frau oder man, jung oder alt, so soll demselben frit iederman stätt und vest halten, als het in der phleger oder der ambtman selbs geboten österr. weist. 2, 73; der juristischen terminologie ferner: wann ich jetz bin darzu bereit wol in der gantzen christenheit zu machen einen stäten friden P. Gengenbach 15 Gödeke; sie ... küsset in lieblich an seinen mund, vergass aller feindschaft und hass und saget ihm zu steten frieden und freundschaft buch d. liebe (1587) 83c. — vgl. auch: staten frido firmum Notker bei Graff 6, 645. A@33) 'standhaft, treu', von charakter und haltung. dieser andere anwendungsbereich der bed. 'fest stehend' ist ebenfalls seit alters bezeugt und kaum über das 16. jh. hinaus lebendig geblieben; doch unterscheidet er sich weit geringer von den modernen anwendungen des wortes als 2 und ist daher auch der verquickung mit B immer ausgesetzt gewesen. A@3@aa) direkt auf den menschen bezogen. mit ergänzenden bestimmungen, besonders in alter zeit: darumb bis stät in deinem gueten fürnemen, so wil got allzeit mit seiner hilf mit dir sein Ulr. Füetrer bayr. chron. 109 Spiller; doch bin ich stæte in dem willen Ottokar v. Steiermark 35240 Seem.; gott ist einich und stete in seinem göttlichen willen C. Bockshirn erweisung des freyen willens (1524) c 3b; sün, bis stet in dinen liden, wann ich wil alzit by dir bliben und stercken dich in diner not schauspiele d. mittelalt. 2, 265 Mone; daz er wârhaft, stæt und menlich mit sînen worten und mit tæte was jahrb. d. stadt Zürich 56 Ettmüller; diner wort wær du stæte, erwünschten muot du hæte, als künic von rehte haben sol Ulrich v. Eschenbach Alexander 27423 Toischer; dû solt mich schiere sehen, ob dû mir sîst mit truwen stæte sunder wanc Walther v. d. Vogelweide 89, 16 L. an etwas, jemandem stet sein, wie stet bleiben (u. d): der künec ist an mir stæte ân valsches herzen ræte Wolfram v. Eschenbach Parzival 712, 30; sy ... zerten in ir fleisch mit krapfen ab irem leib, dennocht waren sy stät an got summerteil 46a; Uli, du gast dem Trinli nach und bist nit frumm und stät an mir, ich bin ein arbeitseligs tier, dass ich an dir bin frumm und stät, dann ichs sunst mit keim andern tät N. Manuel 274 Bächtold; verbum tuum permanet in celo. in himele weret iemer, truhten, din wort. angeli sancti sint dar state an iro dieniste Notker 2, 523 Piper; aber da er sach, wie stete und veste sü worent an irme glouben, do wart er in holt und det in vil zuht und ere städtechron. 8, 349. ohne einschränkung vom menschen in seiner gesamthaltung: an dem (stein) man vint zwo perinne und zwischen in ain slangen, der macht den menschen kündich und macht in stark und stæt und genæm allen läuten Konrad v. Megenberg buch der natur 469 Pfeiffer; de richter de schal wesen stede, dorch de leve noch dorch lede noch dorch ienich erdesche ghut schal de wandelen sinen mut van deme weghe der rechticheyt meister Stephan schachbuch 1143; er (gott) ist state, ih pin unstate Notker 2, 155 Piper; dorumb mein lieben brúder seint stet und unbeweglich: begnúget ze allen zeyten in dem werck des herrn erste deutsche bibel 2, 106 lit. ver.; ir gotshuslüt, sind stät und fest, betrachtent was üch sig das best, land üch vom land nit triben! schweizer. volksl. 75 Tobler nachdem er sie geweret wol und eines hirten tochter nimbt ... find er sie trew, stet und demütig, mit wort und wercken still und gütig H. Sachs 2, 40 K.; ick wer wall truwe und stede, ... der my desgeliken dede Husemann spruchsamml. (1575) 133 Weinkauff, und so noch Lehman flor. polit. (1662) 3, 158; kein freund so gewisz und stet nicht ist, den nicht natur, zeit, glück und list verwent, wens gleich der beste ist Petri d. Teutschen weish. (1604) 2, Ll 3b. als attribut der person: diu guote, diu stæte, diu reine Floræte Gottfried v. Straszburg Tristan 1903; unvolsagenlich herzenleit ist mir geschehen, do mein zuchtige, trewe und stete hausere mir so snelle ist enzucket ackermann aus Böhmen 21, 8 Bernt; desshalb er die grosse barschaft ... mererenteils anwendet, nach helfern und stäten dienern ze stellen Tschudi chron. Helvet. 1, 6; seyt mir zu tausendmal willkomm, vil steter ritter starck und fromm Ayrer dramen 1165 lit. ver. A@3@bb) von den geistigen und seelischen organen des menschen; gegenüber c herrscht hier die bedeutung 'standhaft' noch ausschlieszlich: neigit si (die seele) sich uffe zitliche dinc, so wirdit si unstede; heldit si sich an di ewikeit, so wirdit si stede und starc. und mit der sterke und stedikeit uberwindit si wandilhaftige dinc paradisus animae 104 Strauch; do her der vrouwen herte vant stede meister Stephan schachbuch 890; ein standtmüttig steet hertz und unwanckelbar gemüt, das sich nit gibt Seb. Franck weltbuch (1542) 98b; do Noemi gesach, das Ruth hett geschickt mit stetem gemüte zegeen mit ir erste deutsche bibel 4, 428 lit. ver.; ein stetes gemüt animo fermo, costante Kramer 2 (1702) 967b; wie veste und wie stete ist eines muet, unchewsches rueren ym schaden tuet H. v. Burgus d. seele rat 397 Ros.; un wa zway lieb tragen stätten muot, ir baider er ist wol behuot liederbuch der Hätzlerin 92; wieo unsemfte doh daz si, daz iemannes kedanch in gebete state si Notker 2, 354 Piper; das Maria, als wir lesen, ain tempel ist der dryvaltikait, schon wiss, luter in kunschait mit gantzen stätten sinnen Konr. v. Helmsdorf spiegel d. menschl. heils 191. A@3@cc) 'standhaft und unablässig', von sittlichen kräften und äuszerungen des charakters; stet bezeichnet auszer der standhaftigkeit des charakters an sich nun auch das anhalten des sittlichen verhaltens in der zeit; durch das auftreten anderer beziehungswörter, die im unterschied zu a und b nicht den ganzen menschen bezeichnen, gesellt sich stet der charakter der zeitbestimmung hinzu; doch handelt es sich bei dieser bindung an andere beziehungswörter meist um enallage des adjectivs. diese anwendung weist zu B hinüber und reicht dementsprechend weiter in die neuzeit hinein als die früheren gruppen von A: al disiu welt in stæter phliht mit willen dienet siner maht Konrad v. Würzburg Partonopier 4476; ich götin ehr, deren ihr tag und nacht ewere sehl und hertzen übergebet und, wie ich selbs, in stehter keuschheit lebet Weckherlin ged. 1, 32 lit. ver.; und sol aber ein ganzer wille sin, nit ein gehalbierter wille: 'ich enweiz ob ich ez aber morne tuon'. den willen meine ich nit; ez muoz ein stêter wille sîn mystiker 1, 273 Pfeiffer; steth und still ist mein will Lehman flor. polit. (1662) 3, 325; er was ein bluome der jugent, der werlte fröude ein spiegelglas, stæter triuwe ein adamas Hartmann v. Aue der arme Heinrich 62 Gierach; meine liebste will mit steter treue mein sein ewiglich Rückert 1, 491 Sauerl.; er (der eid) ist noch steter, als die treu der frauen Immermann 16, 394 Boxb.; er enbiut iu minneclîche liep âne leit: stæter friuntschefte der sî er iu bereit Nibelungen not 1172 Lachm.; in steter freundschaft lebt mit gott Treuer Dädalus 1, 42. in besonders fester tradition stete liebe: der creaturen leve ys droghenhafftich unde unstede, de leve Jhesu ys stede unde ghetruwe imitatio Christi 8, 18 dtm; amor non dubitatus. ein gewüsse und stäte liebe Frisius dict. (1556) 86a; flehen und bitten ynn festem glauben, starcker hoffnung und stetter liebe Luther 18, 484 W.; Dido ausz steter liebe rein, sich seines willens hielt allein Spreng Äneis (1610) 10a. in den jüngeren zeugnissen mit stärkerem anteil des sinnes 'ewig dauernd': davon krafft, kühlung, trost ein hertz im ander hat, und wird von steter lieb doch nimmer müth noch matt Zinkgref auserl. ged. 32 ndr.; drum liebe mäszig; solche lieb ist stät: zu hastig und zu träge kommt gleich spät Shakespeare 1, 79. steter fleisz, arbeit, übung 'unentwegt', mit stärkerem einflusz der zeitlichen bedeutung (B), besonders im älter nhd. bezeugt: der lof, uf den sin leben dur na vil zites gerihtet was mit inrlicher übunge, was ein steter flizz emziger gegenwürtikeit in minneklicher vereinung mit der ewigen wisheit Heinr. Seuse deutsche schr. 11 Bihlmeyer; des grimmen geistes weise, wessen lust und steter fleisz nichts von helfen noch erbarmen, sondern nur von kwelen weisz J. Grob dichter. versuchsg. (1678) 42; labore continenti omnia superare mit stäter, steyffer und unablässiger arbeit Frisius dict. (1556) 322a; von ihrer steten, trewen und emsigen arbeit Mathesius Sarepta (1571) 23b; stete arbeit, steter fleisz lavoro assiduo, diligenza indefessa, assidua Kramer 2 (1702) 967b; assiduitas stetigkeit vel stete ubung bei Diefenbach 55c; wenn gott einen menschen aufgerichtet hat, lesset er yhn nicht müssig, sondern ynn steter ubung gehen, das er mer zu erbeyten hat Luther 24, 110 W.; Irene macht die völker grosz, ... indessen dasz ein rüstig heer, bereit zu tapfrer gegenwehr, zu voller sicherheit in steter übung bleibet Gottsched ged. (1751) 43; in steter übung eines edlen betragens Göthe 21, 87 W. noch mit deutlichem einschlusz der bed. 'treu, standhaft', aber schon völlig an 'dauernd' (B) teilnehmend: mit eime geswinden dappferen ernste und mit hertzelichem innigem steten gebette Tauler pred. 82, 26 Vetter; stetes, stetiges gebet orationi assidue, instanti, continone preghiere Kramer 2 (1702) 967b; auf dein innerlich und stetes bitten bin ich bewogen worden engl. comed. u. traged. (1624) t 5b; gib nur ein gnügsam hertz und sinn, denn das ist ja ein grosser gwinn, in steter andacht ligen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 358a; und wil dir stete hulffe tun herzog Ernst d 451 v. d. Hagen; entbydin wir ... unsern steydin willigen dinst und waz wir gutes vormogen (1347) hess. urk.-buch 2, 555; weil sie das leben verwircket, hat man ihnen solches aus gnaden gegen der steten dienstbarkeit geschencket Harsdörffer d. teutsche secret. (1656) A a 7a; (hatte) ihren man durch steten und geflissenen gehorsam ... eingenommen J. Barth weiberspiegel (1565) c 1b. dagegen mehrdeutig, auch als 'stets' (B 2 e) zu verstehen: allein ein weib bleibt stät auf einem sinn den sie gefaszt Göthe 10, 35 W. — an, bei, in etwas, jemandem stet bleiben 'treu bleiben': dâ von die geste dâ beliben an dem gelouben stæte Konrad v. Würzburg Trojanerkrieg 28257 lit. ver., hierum so ermanen und bitten wir euch, also stät an uns ze bleyben Züricher bib. (1531) r 5; aber diese stat Nurenberg beleib stet in vil widerwertigkeit an dem kaiser städtechron. 3, 52; manchmal der juristischen anwendung (o. 2) nahe: (ist) hernach beschribne bestendige ordnung, bei deme firterhin stäät und unverändert zu verbleiben und daraus wenigist nit zu schreiten, fürgenomen worden österr. weist. 3, 68; der mensch ... in disem ellenden gedreng und leiden und verschmächnuss von allen creaturen stät und vest beleibet in ainer gantzen hoffnung Tauler pred. (1508) 32b; auf dasz der glaubing hertz und gmüt bleib im gelauben vest und stet H. Sachs 18, 93 K.-G. A@3@dd) in verbalen wendungen, oft adverbiellem gebrauch, heiszt stet 'standhaft', wenn es auf den charakter der handelnden person bezogen ist, dagegen neigt stet der zeitlichen bed. (B) zu, wenn es auf das andauern der handlung zielt. in stet bleiben, stet halten, meist an, bei jemandem, in etwas auf die charakterliche haltung gerichtet: sie ... begehrten nicht von gott, das ihnen das leiden ... minder würde, sondern allein, das sie stete und beständig blieben Joh. Arndt nachfolgung Christi (1631) 67; so ist das flaisch schlipferig, bleibt nit stet und vest Luther 17, 1, 138 W.; ich (Fortuna) mac niht stæte bliben, ich muoʒ der werlde schiben triben her unde dar Ulrich v. Eschenbach Alexander 6461 Toischer.so noch modern: aber das glück blieb ihm nicht stät Schiller 12, 26 G.der anwendung von 2 b (sp. 2549) nahe, aber auszerhalb des juristischen bereiches: die redlichen kriegsleut werden mit unverzagtem herzen bei euch stet und fest halten Reutter v. Speir kriegsordn. 27; sie wöll die lieb zwischen ihnen, ob gott wil, stätt halten buch d. liebe (1587) 288. in mannigfachen verbalverbindungen. auf den alten juristischen bereich (o. 2 a) weisend: der künec sich bedâhte und schuof daz man in brâhte, unde gelobet im des stæte, ze leistenne swes er bæte Hartmann v. Aue Iwein 4581; alsdenn wil ich mit sampt euch aufstehen, ... und mit schweren, daz wir demselbigen (eid) also stät und recht nachkommen Fronsperger kriegsbuch 1, 95; nur das er stett und feste sich vorpflicht, zu halten ewiglich freundschaft Hayneccius Hans Pfriem 22 ndr. ähnlich wie steter friede u. s. w. (2 b, s. sp. 2549): suche den friden und tue in stete ackermann aus Böhmen 32, 50 Bernt.im sinne von 'treu, standhaft', doch schon mit neigung zu B: nu son wir stete vestenclich den drin dingen wider stan sœlden hort 170 dtm; herr Adelberg Steintuoter, tuond das best und stand bi mir, herr, stät und vest. helfend mir us disen truren N. Manuel 266 Bächtold; ich bitt, wöllest dein trew also stet wie biszher gegen mir erscheinen lassen Wickram 1, 82 Bolte; mein gmüt vor im schier gar vergeht, ihn allein will ich lieben stett Kehrein kath. kirchenl. 112a; die sonne liebt den tag nicht treuer, steter, als wie er mich Shakespeare 1, 231 A. W. Schlegel; liebe, liebe, o du theure seele! wenn du stät und immerdar mich liebest, wird jedwedes gute glück mich treffen, auf der reise also wie im handel Jakob volksl. d. Serben übers. (1835) 2, 45. — schon alt in stark zeitlicher bedeutung, doch von dem stet, das in jüngerer zeit durch stets ersetzt wird (B 2 e), verschieden: Ernst hertze und sin gedang stete tzu Christus grabe rang herzog Ernst d 4338 v. d. Hagen; und her alzcu mal dy werk mit siner gotlichen sterk hat volbracht gar mildiclichen und (Christus) ist zcu hymmel erlichen gevarn uz desem enellende: dez wil ich myn gemute wende, daz ich stet erbeyt sere altd. schausp. 1, 903 Mone; es fraget nit der arge dieb, nach beeder ehgenossen lieb, die sie zusamen trugen stet Spreng Äneis (1610) 10a; die ynnerliche gerechtigkeit ynn dissem leben nimer vol erlangt wird und doch stette zu suchen ist Luther 18, 504 W.; gedächtestu steter und offter an dein sterben Joh. Arndt nachfolgung Christi (1631) 29. BB. 'andauernd, ohne ende', dem modernen gebrauch von ständig entsprechend. diese bedeutung ist in der neuzeit weit stärker ausgebildet als A. B@11) auf die älteste zeit beschränkte concrete anwendungsbereiche. B@1@aa) 'ständig, immer vorhanden', im gegensatz zu 'zeitweilig': durch das tall Josaphat fleust ein bach der auch Cedron oder Torrens heyst, und ist nit ein stett wasser, sonder allein von regen oder schnee geystlich strasz (1521) c 4b; und wer ambtman sei, der sol haben ain stëten stier österr. weist. 7, 786. — terminologisch von abgaben u. ä. 'regelmäszig', im unterschied zu 'einmalig, gelegentlich': das wir ... unserm capellan ... gegeben haben ... stætz iærgeliches geltz in unser ægger ..., ain halp fuoder wines, stætz geltz in unser wingarten qu. v. 1335 in monumenta Hohenbergica 317 Schmid; ich ... vergih und tuon kunt offentlich menchlichen mit urkund dis briefs ... das ich ... gemacht und gegeben han hundert guoter genämer alter rinischer guldin järlichs stätz geltz (1407) monumenta Zollerana 1, 406; er (manceps) nimbt alle tag geld ein, hat seinen steten pfenning Corvinus fons lat. (1646) 517; inventirt und aufschreiben alle des gotzhaus rent, zinsz, gülten, nutzungen, gefällen, landtgarben, stet und unstett, auch aignen guetern (1534) Reyscher altwürttemberg. statutarrechte 54. — ebenso von zu ständiger tätigkeit eingesetzten personen, im unterschied von nur zeitweilig tätigen: dasz ... allweegen neun geschworn richter in dem ampt Böblingen geweesen. ... zu Böblingen ... sollen allweegen zween steet neuner pleiben und sein (1527) Reyscher altwürttemberg. statutarrechte 393; sie schullen auch ainen stäten amptmann haben österr. weist. 7, 789. stete wirte ordentliche, im unterschied von den heckenwirten urk. von 1600 bei Fischer schwäb. 5, 1649; s. auch Schmeller-Frommann 2, 797; swer der burger amptlute und diener sleht ald stozet ald si also übel handelot, so si an der burger dienst sint, es sige der schriber, der gebüttel ald die torbesleizzer ald die scharwahter, si sigen stäte scharwahter ald in von der burger wegen suz geboten ..., der muoz den burgern gen ain pfunt württemb. gesch.-qu. 21, 93; demnach das die güter ferr von festungen oder von orten, die stäte besatzungen haben, gelegen Sebiz feldbau (1579) 10; und liess ... ze Altorff ... ein stangen uffrichten ... und hat dabi ein stäten wächter und hüter bi tag sitzende Tschudi chron. Helvet. 1, 235. ebenso 'stehendes heer', doch so spät ganz vereinzelt: sobald der achte Carl mit einem steten heere Neapels thron erficht L. H. Nicolai verm. ged. (1778) 1, 165. stete wohnung u. ä. 'fest, unveränderlich', von A durch die bed. 'im ablaufe der zeit unveränderlich' geschieden: swem ain zeug mit dem rechten wirt ertailt, der nicht anhaim ist, und stætz wesen hat, und auzzer landes ist, und purger ist ze Münichen, und der durch got oder durch chaufmanschaft auzgevaren ist, dem sol man warten mit der zeugnüss auf sein chunft, und darnach acht tag und auch iar und tag; und swem ain zeug wirt ertailt, der auf dem land sitzet mit stætem wesen, und der doch nicht anhaim ist, dem sol man drey vierzehen tag warten, und swer nicht stætez wesen hat, er sey in der stat oder auf dem land, der nicht anhaim ist, dem sol man auch warten drey vierzehen tag Münchner stadtrecht § 253 Auer; stete wonen persolere md. voc. d. 15. jh. bei Diefenbach 429c; mansionarius ein stedewonhafftig man ebda 347b; darumb wurden sie rhates, in selbigen landen zu verbleiben, gewisse und stete wohnunge zu machen lalebuch 10 Bahder; eine stete wohnung irgend haben haver il fisso, stabile, fermo suo domicilio Kramer 2 (1702) 967b; ähnlich schon älter: die sechzen künigreich hab ich umbvaren und versuecht, pis das ich vant mit treuen neur ain stäten hort Osw. v. Wolkenstein 164 Schatz. B@1@bb) 'in seinem eigenen verlauf ununterbrochen', von der gewöhnlichen bed. 'ewig' (2) dadurch verschieden, dasz dieser eigene verlauf selbst begrenzt ist: dasz kain man so alt nicht was, der all sein tag kain als langen stette keltin nie gedacht städtechron. 25, 11; die Teutschen haben einen steten winter, einen traurigen himmel, ein böses erdreich J. H. Schill ehrenkranz 158; wenn ein lüstiger warmer früling ist, küler mey, nasser brachmon, warmer sommer, truckner herbst und steter winter, so folgen gute fruchtbare jahr Petri d. Teutschen weish. (1604) 2, C c c 1b; item anno dm. 1473 was ain haysser stetter sumer, als nye kain man gedacht in 40 jarn städtechron. 4, 19. — besonders in der entsprechung des lat. continens tritt die bed. 'ununterbrochen' hervor. in stetes land festland, vgl. continent, liegt zwar keine zeitliche, sondern eine räumliche bed. vor, doch handelt es sich im gegensatz zu A auch hier um eine erstreckung: continens ein stät erdtrich, das nit ein insel ist, oder das stracks an einanderen ist Frisius dict. (1556) 322a; deszhalb sie (die Friesen) der Frantzosz mit krieg zuo landt ab dem stähten erdtrich getrieben Chr. Wurstisen Pauli Ämilii historien (1572) 1, 71; in dem theil der insel, das sich gegen dem stätten landt kehret, wachsen an etlichen nidrigen ortern bäum A. Cassiodorus regnum Congo (1597) 1, 9. ebenfalls 'zusammenhängend': diss (Apenninum) ist ein steter berg, welcher alle flüss in Italien abtheilt Xylander Polybius (1574) 188. verschiedentlich: oratio continens ein stäte oder unzertrente red, die gestracks auf einanderen gadt Frisius dict. (1556) 322a; ich will dir nit einreden, sunder ... dein stäte onundterbrochne rede hören J. v. Schwarzenberg Cicero (1535) 44; imber continens ein stäter und langwärender rägen Frisius dict. (1556) 322a; und im prachmonat ain so stätter regen kham, das gemaingkhlich alle wasser uberloffen Jak. Andr. v. Brandis geschichte d. landeshauptleute v. Tirol (1850) 15; ein steter, stätiger regen pioggia continona, incessante Kramer 2 (1702) 967b; (febris) continua steter ritt Diefenbach nov. gl. 111b; cursu continenti sequi fugientem mit stätem oder strengem lauff Frisius dict. (1556) 322a. B@22) als rein zeitliche bestimmung, ähnlich wie immer, ständig, dauernd, ewig, fortwährend. der reichste anwendungsbereich des wortes in der modernen sprache überhaupt, in der mhd. periode dagegen neben A nur schwach bezeugt. B@2@aa) von tätigkeiten, besonders bewegungen 'endlos, dauernd', mit beziehungswörtern verbalen charakters: und enpfohet es (das glied) nut einen steten influs von dem hovbete, es verfulte und verdurbe Tauler pred. 85 Vetter; aber die wunden der nyeren werden nit geheylt, ... auch dorumb, das sye in stäter bewegnusz seint und an sich zychen und von in geben Gersdorff wundarzney (1517) 32. sprichwörtlich: steter tropfen hölt den stein; älter: stets tröpfflen holert den stein ausz Petri d. Teutschen weish. (1604) T t 2a; dem hymmel got geseczet had ein wares tzyl, die speren er in stetem louffen haben wil Heinrich v. Mügeln Göttinger hs. phil. 21, 147a; der himmel ruhet nie, er bleibt in stetem lauffen Neumark neuspr. teutsch palmb. (1668) 27; unter dem menschengeschlechte den steten kreislauf geistiger und natürlicher güter weltbürgerlich zu unterhalten Görres ges. schr. 2, 24; die menschen sind doch immer vor unsern augen — auch in der kleinsten reichsstadt ein steter ab- und zuflusz von unzähligen Lavater physiogn. fragm. 1, 153; wie nun der churfürst also von ihm zu Osteritz geschieden, blieb gen.-lieutenant Arnheim in stetter marche v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 406; diese gestalten ... darf man sich fast nicht anders denken, als auf magern, raschen pferden und in steter bewegung Raumer gesch. d. Hohenst. 4, 67. — in weitestem anwendungsbereich: als er (Alexander) aber zu Babylonia mit baden und allerley leibslüsten seiner pflegen liesz, mit bancketieren, stetem eszen und trincken tag und nacht Kirchhof wendunmuth 2, 18 lit. ver.; ein stetes unterdrücken des individuellen Thibaut üb. d. notwendigkeit eines allg. bürgerl. rechts f. Deutschland 408; in steter nothwehr gegen arge list bleibt auch das redliche gemüth nicht wahr Schiller 12, 188 G.; gleichniss von mutterschafen, die, indem sie gemelkt werden, die stimme der lämmer hören und ein stetes geblök erheben Göthe 41, 1, 273 W.; in stetem umgang mit dem feinern und aufgeklärtern theil der welt, bildete ihn sein genie schnell zum staats- und weltmann H. P. Sturz schr. (1779) 2, 8; durch ununterbrochenes anschauen der natur und kunst, durch lebendiges wirksames gespräch mit mehr oder weniger einseitigen kennern, durch stetes leben mit mehr oder weniger praktischen oder denkenden künstlern Göthe II 4, 288 W.; wo viele menschen in stetem verkehr sind, haben sie sich gegenseitige rücksichten ... zu gönnen Holtei erz. schr. 7, 99. ebenso: ir stette gewonhait was, offenbar züchtiglich gebaren und verborgen der unküschait pflegen Stainhöwel de claris mulier. 286 lit. ver.; vom durst und uberwindung der natur durch steedten gebrauch Heyden Plinius (1565) 30; ward damals die statt s. Gallen von bemeltem keyser Friderichen ... zu stäter und bestendiger verwandnusz desz h. reichs teutscher nation auf die ... järliche reychsteur endtlich empfangen Stumpf Schwytzer chron. (1606) 384b. B@2@bb) von dingen, besonders zuständen, 'dauernd vorhanden, dauernd wirksam': wann so er (der mist) mehr alt ist wan eins iares und besunder wo er feucht gelegen hat, so ist er zu alt. auch wo er alzit heisz an stetem sonnenglantz gelegen ist Petr. de Crescentiis zu teutsch mit figuren 16b; dürre bringt die stete sonne, stetes glück macht stumpf die brust O. Ludwig winterlieder (1891) 1, 3; vor mir erschrickt die welt, die ewig steter frost in eysz gefangen hält Gryphius trauersp. 37 Palm; auch hätten die ... bey denen daselbst steten winden gar leicht in Kokisem ... überschiffen ... können Lohenstein Arminius (1689) 1, 124a; sah ich mein schiff in stetem sturm verwehen, nie, wo es soll, und stets auf andrer gnad A. v. Haller versuch schweiz. ged. (1753) 5; meist im bereiche des menschen: die menschen, die sich auf trincken geben, einen steten dorst haben S. Grunau preusz. chron. 1, 32; wie die narren thun, die stete vigilien halten und stete jartzeyt Luther 10, 3, 409 W.; mit dem beding, dasz ich so wie sie in stetten ceremonien leben solte, wolte ichs nicht ahnnehmen, den ich würde in 8 tagen vor langer weile sterben Elis. Charl. v. Orleans br. 2, 125 Holland. — stet drückt meist nicht eine direkte eigenschaft seines beziehungswortes aus, sondern besagt nur, dasz eine darauf gerichtete tätigkeit u. ä. andauert: und vestent rechte die steten tegelichen sünden mit iren sinnelichen gelüsten fur sich und in sich Tauler pred. 127 Vetter; de wedder god ghesuntheyt socht unde ane de waren wyszheyt begherd, dat he wyl wys syn unde ghelerd; in steder kranckheyt de vorhart, in unsynnicheyt, blyntheyt gantz ernart Hans v. Ghetelen narrenschyp 38, 41; etlich leben in stetter armuot Seb. Franck chron. u. beschr. d. Turkey (1530) g 1b; ach dass ich doch mit dir in die erden solte verscharret seyn, weil mir nunmehro das leben doch nur ein steter tod seyn wird Ziegler asiat. Banise (1689) 277; vgl.: in statero einluzzigheite singulariter Notker bei Graff ahd. sprachsch. 5, 645. mit besonders deutlicher enallage: dasz er (der mensch) also einen stäten spiegel vor sich habe, dasz er also auch gott schuldige Jac. Böhme schr. (1620) 4, 23; hast du denn nicht gesehn, mit was für angst ... die wollustaffen sich nach stetem gelde sehnen? B. Neukirch ged. (1744) 126; unglück und verzweiflung sind mein steter lohn Klinger 4, 258; dieser ofen war für ihn ein steter gegenstand des entzückens Seidel Leb. Hühnchen (1899) 6. modern mannigfaltig: die aristokratischen bestrebungen waren seit dem tode Heinrichs IV in steter aufnahme geblieben Ranke 9, 180; und in diesem misztrauen liegt eine stete und grosze gefahr Moltke ges. schr. u. denkw. 7, 121; ein stetes vorgefühl des irrtums erzeugt ihm bangigkeit Schleiermacher monologen (1822) 38; der Christus, der ihren weltlichen neigungen ... ein steter vorwurf ist fürst Pückler briefw. u. tageb. 1, 264. in bezug auf personen meint stet hier lediglich ihr dauerndes dasein, doch ist gelegentlich auch der sinn 'beharrlich' (A 3) eingeschlossen: nun bedarf ich nicht seiner hülfe — sprach herr Dieterich — ich bin sein stäter feinde, das wisse sicherlich heldenbuch 1, 279 v. d. Hagen; sonderlich die ewige stete feinde sind und sich nicht vertragen lassen, als Christus und der römische antichrist, des satans statthalter Luther 18, 268 W.; dieses letste nun hat die neidische miszgunst als eine stete anfeinderin aller tugend über die masze sehr verdrossen J. Rist friedew. Teutschland (1648) 16; er blieb ein steter feind der sunnitischen Abbassiden Raumer gesch. d. Hohenst. 1, 41; und bin hernach bei ihnen in groszen gnaden gestanden, ... dasz sie ... hernach meine stete gäste geworden Schweinichen denkw. 373 Österley; die handschuhe erscheinen in diesem jahrhundert durchaus als stete begleiter der herren und damen F. M. Böhme gesch. d. tanzes (1886) 88. B@2@cc) der rein zeitliche charakter der bed. tritt besonders in der richtung auf unerfreuliches hervor; von schmerzlichen gefühlen u. ä.: sît hânt ir mir getragen ie stæten haz ân alle schult Konrad v. Würzburg Engelhard 3847 Haupt; wer seinem weibe nicht gelauben und getrawen wil, der muss stecken in steten sorgen ackermann aus Böhmen 27, 23 Bernt; der herrscher trägt die last der steten sorge für aller wohl, für aller sicherheit Raupach dram. w. ernster gatt. 5 (1837) 9; das guotwillig christen in stäte unruow der gewissen setzte Eberlin v. Günzburg s. schr. 1, 17 ndr.; dieser kleine kerl ... ist in steter rastloser unruhe E. Th. A. Hoffmann 14, 167 Grisebach; in schmertzen, qual und traurigkeit mein leben soll passieren, in weh und ach und stetem leid will meine zeit verlieren Spee trutznachtigall 64 Balke; ich bin zu steter angst und leiden nur geboren P. Fleming deutsche ged. 1, 7 Lappenberg; nichts ist schmertzlicher als in stäter furcht leben Lehman flor. polit. (1662) 1, 251; wo er in steter furcht sein muszte O. Ludwig ges. schr. 2, 323; hier musz ich mich mit stätem kummer schlagen, die ruh ist mir ein unbekanntes gut A. v. Haller vers. schweiz. ged. (1753) 5; der lasterhafte, der in einem steten chronischen zorn dem hasz lebt Schiller 1, 163 G.; grafen ... und edelleute waren über die rechtlichen austräge gegen fürsten und churfürsten ... in steter aufregung Ranke 1, 321. von krieg u. ä.: do gab im der künig ledig die marck Oesterreich zu aigen, darumb dann vor ir stäter und strenger krieg gewesen Ulr. Füetrer bayr. chron. 38 Spiller; unser leben allhie ist ein stettes und immerwerendes kriegswesen Albertinus hirnschleiffer (1664) 205; also ist ditz leben, wie Job sagt, nith anders dan ein streyt und steter hadder widder die sund Luther 2, 123 W.; sein ganzes leben ist ein steter kampf auf leben und tod Friedr. Schlegel 5, 33; wie wohl unter einander in stetem kampfe begriffen Ranke 14 (1875) 14. B@2@dd) modern in gewollter gegensätzlichkeit steter wechsel u. ä.: und hier, wo sonder ruh in stetem unbestand, diesz aufwächst, jenes fällt, hält er mit reiner hand die grosze kette fest, die alles so verbindet Giseke poet. w. (1767) 5; aber die natur eilt fort in ihrer stäten verwandlung Fichte 2, 173; wo landlust, pracht und kunst in stetem wechsel streiten v. König ged. (1745) 79; eure leiber haben unterdessen in ihrer innern bildung und zusammenfügung unendliche veränderungen gelitten; alle theile derselben haben aufgehört, die vorigen zu sein, sie sind im stätten wechsel und flusse von veränderungen M. Mendelssohn Phädon 313 Minor; du wirst ... von dem verlauf und dem ende der schrecklichen krankheit unterrichtet gewesen sein, welche während 16 tagen in stetem wechsel von furcht und hoffnung alle unsere kräfte erschöpft hat Moltke ges. schr. u. denkw. 4, 303; sie ist lehr- und lernanstalt zugleich in einem steten wechselgetriebe Fr. L. Jahn 2, 111 Euler; dies jahre durch, in einem muntern leben, in steten abwechslungen, in beständigem kampf mit schwürigkeiten und nothdurft Herder 5, 102 S.; ähnlich: aber mit sich selbst in stetem widerspruch Musäus volksmärchen 1, 5 Hempel; wir entbrechen aus den schrancken und sind steif in stetem wancken P. Fleming geistl. u. weltl. poem. (1651) 307. B@2@ee) adverbiell nimmt stet bis zum ausgang der älter nhd. periode die stelle des heutigen stets ein: die pharisei, die schriber wan stæte Jesu vil gever sœlden hort 8706 dtm; o die totliche menscheit ist stete in engsten, in trubsal, in leide, in sorge ackermann aus Böhmen 32, 36 Bernt; item 4 scot der armen frauwen, dy do stete in der capellen sitzet Marienb. treszlerbuch 533 Joachim; er merckt an ir, das ire liechte augen stät voll träher waren Ulr. Füetrer bayr. chron. 94 Spiller; er wirt nicht stette tzancken Luther 10, 2, 415 W.; o vil noter wer dir den mir das dich die gotter thettn warn, wan du stest in grosen gefarn und must stet leben im unfrid H. Sachs fastnachtsp. 4, 16 Götze; nit unruhigen zfolgen stät, zu glauben, zthun, was jeder räth. sondern treue consilia und heilsam reif judicia in acht zu nehmen jederzeit Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 364; o ihr bawern seyt arge leut, wenn ihr voll für mein hause geht, thut ihr zu trutz mir singen stet Sandrub hist. u. poet. kurzweil 47 ndr.; in präpositionaler wendung: verainigen, vergleichen und vertragen uns noch auf stet, ewig und immerwerendt hiemit in craft disz brifs städtechron. 32, 275; im sinne von 'ununterbrochen', wie o. 1 b: derselbe wynther was stete so warm, das is nye vier tage an eynander kalt wart Rothe thür. chron. 668 Liliencron.modern vereinzelt, in gewollter rückwendung, vgl. auch stet bleiben (A 3 d): wir sprechen dort ein hohes wort, ein brünstiges gebet, dasz gott der Deutschen starker hort verbleibe stæt und stæt Max v. Schenkendorf ged. (1837) 243. B@33) mit bezug auf angenehmes, wertvolles gesellt sich zu dem sinn der reinen zeitbestimmung noch der nebensinn einer steigerung des positiven gehaltes. das erfreuliche des andauerns von annehmlichkeiten beeinfluszt die bedeutung von stet. besonders in jüngerer zeit ausgebildet. doch schon alt: ane die ferrinnenten mendi dirro werlte, in die sich die newellen soufen, die in Syon gedingent stata mendi ze gewunnenne Notker 2, 572 Piper; groz jamer nach der werden diet mich sit von stæten fröuden schiet Wolfram v. Eschenbach Parzival 646, 22; ebenso: also ist die seeligkeit mit einer steten freude verknüpffet Chr. Wolff gedancken v. d. menschen thun u. l. (1720) 34; was er vor hat, wird durch eine stete lust begleitet Chr. Weise polit. redner (1677) 44; sie (die lerche) bleibt des ackermanns stete lust auf dem felde maler Müller 1, 7; der himmel segne euch, und die götter verleihen, dass durch beyderseitige erkäntlikeit ein stetes wohlergehen blühe Ziegler asiat. Banise (1689) 198; dann kehren wieder nach Athen zurück die liebenden, vereint zu stetem glück Shakespeare 1, 247; mit begeisterung erzählte mir die mutter, ... wie ihr das liebe mädchen freude mache mit ... ihrer steten zufriedenheit Hölderlin 2, 50 Litzmann.von schönen bildern der natur: so bleibe, theures zwey, der garten eurer liebe, wie ein Elysien, voll steter blüthe stehn! Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 1, 48; von steten rosen blühn des helden wangen Fouqué held des nordens 2, 5; ihrer tugend werther ruhm steht in steter, voller blüht P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 435a; wol dehm, der sich der lieb ergiebt! der wird bekrönt mit myrtenkränzen genieszen dieses steten lenzen C. Stieler geharnschte Venus 93 ndr.; vom joch des ehestandes frey umflattert uns ein steter mai, und golden ist die welt J. M. Miller gedichte (1783) 4. — mit bezug auf wertvolle geistige haltung und tätigkeit gesellt sich zum rein zeitlichen wieder die bed. 'beharrlich, standhaft', indem stet nicht mehr nur auf das andauern der tätigkeit, sondern auch auf den dahinter stehenden menschlichen charakter gerichtet ist, vgl. auch A 3 c: dasz ... unser träges dahinschlummern in stete wachsamkeit ... sich verwandeln möchte Lavater verm. schr. 2, 286; die kraft ... ihrer ... bildung, vermöge welcher sie ... den ... reichthum contrapunktischer combinationen ... als unerschöpfliche fundgrube wahrhaft genialer productionskraft in steter bereitschaft hielten O. Jahn Mozart 3, 381; das grosze geheimnisz, die menschliche seele durch übung vollkommen zu machen, ... bestehet einzig darin, dasz man sie in steter bemühung erhalte Lessing 8, 24 L.-M.; wüsztest du die anhaltende, dauernde kämpfe meines herzens, das stäte ringen nach gnade Chr. Fr. D. Schubart briefe 2, 13 Strausz; zum steten lernen bleibet auch das alter jung Droysen Äschylus 62; im steten hinblick auf die erscheinungen des deutschen und auch des auszerdeutschen lebens A. Gombert in: zs. f. wortf. 2, 58. wenn das beziehungswort von stet ein verhältnis von menschen zueinander einschlieszt, so nimmt stet an der bed. 'treu' (A 3) teil: mein hertze sol dir grünen in stetem lob und preis P. Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 324; man soll in stiller ruh sich ihrer (der vorsicht) steten huld versichern Gottsched gedichte (1751) 1, 214; sondern es ist mit grosser freudt bey ihnen stete einigkeit B. Ringwaldt christl. warnung (1588) d 2a; vor diesem ... hat man ihnen zu stetem angedencken einen ring aus der ketten ... mitgegeben Harsdörffer gesprächsp. (1641) 1, f 6; gaben ihrem hirten die verdiente ehre und bewahrten seine grosze treue in steter erinnerung W. Grimm deutsche sagen (1891) 1, 194. B@44) 'immer von neuem sich wiederholend'; gegenüber der hauptbedeutung von B 'in endloser zeiterstreckung' nur gelegentlich bezeugt: smercz, elend, kumer, traurn an ent und ewig sterben on den tot dort nümer werden abgewent, sunder mit stetem anefanck Hans Folz meisterlieder 15, 54 Mayer; (Walachia) hat zwar gute bergwerck, aber von wegen des stäten türckischen einfahls werden sie nicht gehawen Stumpf Schweizerchron. (1606) 5b; nun het er stäte botschaft auf dem weg tzu dem künig, und wievil botten kamen, so brachte doch kainer gutte mär Fortunatus (1509) 145 ndr.; wir haben die stete zurückkonfft der ausländischen wörter aus unserer sprache weggeschafft chron. d. ges. d. mahler 17 Vetter; mit stetem abgleiten von den harzigen stöcken H. v. Barth Kalkalpen 321; das stete anprallen der feindlichen schwärme hinderte den vormarsch Mommsen m. gesch. (1874) 2, 148; sie schlief mit steter unterbrechung Holtei erz. schr. 10, 154. oft im plural: seine nachfolger wurden durch stete kriege daran gehindert v. Fleming soldat (1726) 319; die Helvetier, die in den steten kämpfen mit ihren ... nachbarn viel zu leiden hatten Mommsen m. gesch. (1874) 2, 175; reizte der bund ... die bewegung auf, so hatte er auch die unterthanen in steten kriegen wehrhaft gemacht Ranke 2, 133; weil sie ... fühlen mochten, dasz das bei steten persönlichen begegnungen sehr schwer sein würde, so faszten sie den entschlusz, sich nach möglichkeit aus dem wege zu gehen Fontane I 6, 42; als nun Kineas die curie verlassen hatte, ... vergingen tage in steten versammlungen Niebuhr m. gesch. 3, 570; dasz er durch seine einbildungskraft sich zu versuchen, stetten abänderungen, ja, zu vernachlässigungen seines anwesens hinreiszen lasse Stifter 5, 1, 351 Sauer; auch adverbiell: und sach, dasz der künig ... sinen sünen stät vil herrschaften übergab selbs ze regieren ... und aber im ... noch nie Tschudi chron. Helvet. (1734) 1, 234. CC. ruhig. C@11) in sich unbewegt, gleichmäszig, ausgeglichen, wie stetig 4. die neue bedeutung erwächst aus B: das ledigliche gleichbleiben in der zeit erhält den verinnerlichten sinn. daneben findet jedoch auch starke anlehnung an A statt, s. u.die reichste ausbildung erfährt die neue bedeutung an stetig (s. d.); vielleicht wurde stet von da aus gelegentlich beeinfluszt.vielleicht schon im 16. u. 15. jh. als 'fortwährend und gleichmäszig': den hafen füllen, auf einem kleinen stäten glütlein erwallen lassen Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 18b; ein klein liechtlin ... wiewol nun das gar klein war, brandte es doch immer und immer, auch also steht: das wann Cupido nit zuweilen aus kurtzweil darein geblasen hatte, möchten wir es nicht für ein feur gehalten haben Andreä christ. rosencreutz 61 facs.-ausg. Maack. doch noch im 17. jh. nur vereinzelt und erst seit dem 18. jh. voll ausgebildet. C@1@aa) von bewegungen 'im ablauf gleichmäszig, von gleichbleibender geschwindigkeit, geregeltem rythmus': sie (vernahmen) eine nachtigal ..., welche bald den grund langsam mit stetem zuge, bald die höhe mit geschwind- und gedrehetem gelispel ... berührte Zesen rosenmand (1651) 4; nun glaub ich ferner, dasz dieser kern des ganzen menschen weder ab- noch zunehme, obgleich sein kleid, noch decke in stetem flusz begriffen und bald wegraucht, bald wiederum aus der luft oder speise sich vermehrt Leibniz deutsche schr. 1 (1838) 271 Guhrauer; man kann in jedem alter, glaube ich, witzig seyn, nur geht es damit nicht immer in einem so steten strom, wie in der jugend Lichtenberg verm. schr. (1800) 2, 451; den ... schönen gesang ihrer melodien, an deren reinem und stetem flusz man namentlich die auf diesem gebiete so schwere kunst nicht blosz gut anzufangen, sondern fortzufahren und abzuschlieszen bewundern und studieren kann O. Jahn Mozart 2, 40; (wo ist) die flut, die im stetesten takt sich bewegt? das blut, das im herzen des menschen schlägt Rückert 3, 44 Sauerl.; besonders von voranschreitenden bewegungen: es sind wenige biographien, welche einen reinen, ruhigen, stäten fortschritt des individuums darstellen können Göthe 28, 50 W.; dieses zickzack wird im allgemeinen doch nur ein steter weg, ob er zur aufnahme oder zum verfall führt, läszt sich so geschwind nicht beurtheilen Lichtenberg aphorismen 2, 132 Leitzmann; das räderwerk ... werde ich mit wasserblei bestreichen, dieses macht den gang sehr stäte und sanft Lichtenberg verm. schr. (1844 ff.) 8, 164; auch ist ein immerfort steter, affirmativer gang durchaus vortheilhaft; die resultate davon überleben die zeit Göthe IV 36, 225 W. 'auf allmählichem übergang beruhend': ja unendlich inniger, stäter und fortgehender musz dieser unsichtbare zusammenhang (der naturkräfte) seyn, als in unserm stumpfen sinne die reihe äuszerer formen zeiget Herder 13, 169 Suphan; 'gleichbleibend': es gehöret eine ungemein gesunde brust dazu, weil es anhaltenden, stäten und immer fluthenden athem erfordert Schubart ästhetik d. tonk. 325; blieb stätt sein puls, sein herz ihm kalt für busen, aug und locken grafen zu Stolberg ges. w. 5, 231; 'ausgeglichen': der vorsicht macht erhält, vom groszen bis zum kleinen, glück, unglück, lust und schmerz in stetem gleichgewicht v. Cronegk schr. 2, 322 Uz; kennst ein stetres gleichmasz du von blühn und sterben? Immermann 15, 99 Boxb.; ähnlich: da sitzt er, und nichts wildes könnt in seinem antlitz ihr erspähn; nie war ein sturmlos firmament so stet und auch so schön Freiligrath s. w. (1858) 3, 124; 'gleichmäszig': den meisten reiz hat diese stete ruhe für einen gelehrten, der spekulation und studiren liebt Nicolai reise 3, 114; 'ruhig, fest': so wandle du — der lohn ist nicht gering — nicht schwankend hin, wie jener sämann ging, dasz bald ein korn, des zufalls leichtes spiel, hier auf den weg, dort zwischen dornen fiel; nein! streue klug wie reich, mit männlich stäter hand, den segen aus auf ein geackert land; Göthe 2, 147 W.; mit diesen (oktaven) bitte ich meine schwester sich nicht gar zu viel abzugeben, damit sie sich dadurch ihre ruhige und stette hand nicht verdirbt Mozart bei O. Jahn 3, 54; die geschicktesten generale, zahlreiche sieggewohnte armeen, eine gefürchtete marine und der reiche goldene tribut, der nun erst anfing, regelmäszig und sicher aus Westindien einzulaufen — welche furchtbare werkzeuge in der festen und steten hand eines geistreichen fürsten! Schiller 7, 64 G.; bey diesen schieszen musz die flinte allezeit gespannt fertig seyn, und mit steter faust und scharffen gesicht parat gehalten werden v. Fleming soldat (1726) 29; sein antlitz war wie erden; sein auge matt, doch stet Freiligrath ges. dicht. (1877) 2, 193. adverbiell 'ruhig': gemach und stet schritt er wegab Ernst Zahn Lukas Hochstraszers haus (1907) 178; 'gleichmäszig': auf die ... wirkung der stet und ruhig auf alles zeitliche werk einwirkenden natur Cl. Brentano ges. schr. 4, 405; es (mein ich) fibrirt noch viel zu sehr, als dasz meine feder stet zeichnen könnte Göthe IV 1, 264 W.; von der inneren haltung: wohl dem, der immergleiches mutes sein loos empfängt, gefaszt und stät J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 5, 199; der baum, mit allen zweigen zum himmel blickt er stät Strachwitz ged. (1891) 211. C@1@bb) der moderne gebrauch ist häufig kaum von dem alten 'fest, unbewegt' (A) unterschieden; doch besteht im allgemeinen keine historische continuität (vgl. aber A 3 c und d); gelegentlich wird der alte gebrauch den neuen beeinfluszt und befruchtet haben; dasz den autoren oft das besondere ihrer anwendung bewuszt ist, zeigt wohl die sonst (s.B) seltene schreibung stät. in concreten anwendungen: fest und stät zu stehen, gerade und aufrecht zu marschiren, sich rechts oder links zu schwenken J. Moore abrisz d. gesellschaftl. lebens (1779) 325; (wagen der) steter als ein kahn, auf leichten wolken schwebt Wieland s. w. 22 (1796) 233; wenn sie mir mit sorgfalt das kästchen, das auf dem sitze steht, herausheben und hinauftragen wollen; aber ich bitte gar sehr, es recht stät zu tragen und im mindesten nicht zu bewegen oder zu rütteln Göthe 25, 132 W.; sie nahm den faden in die hand: und da es ihr ernst war, hielt sie ihn stät und ohne gemüthsbewegung ebda 20, 339 W.; oftmals hab ich gesorgt, es möchte der krug dir entstürzen, doch er hielt sich stet auf dem geringelten tuch ebda 1, 267 W.; etwas stet halten, tragen tenere, portare una cosa fermo, immoto Kramer 2 (1702) 967b. — abstracter, vgl. A 1: wer nie dem rather folgt, der, was miszräth, räth, und nie, was er gebaut, zerstört, der steht stät auf dieser irdschen welt, die selbst nicht stät steht Rückert 11, 327 Sauerländer; das unstete und flüchtige gut der weiblichen schönheit stet und fest zu machen Musäus volksm. (1826 ff.) 3, 67; das endliche wird gleichsam unendlich, das hinfällige bleibend, das wandelbare stät W. v. Humboldt ges. schr. 1, 150; weil jedoch seine erfahrung sehr sicher und stät, seine kunstbehandlung meisterhaft ist Göthe II 4, 249 W.; über die Messapier war es eine sehr stete meinung, die freilich höchst befremdlich lautet, dasz sie Kreter seien Niebuhr m. gesch. (1833) 1, 156; rauch ist alles irdsche wesen, wie des dampfes säule weht, schwinden alle erdengröszen, nur die götter bleiben stät Schiller 11, 395 G. auf die haltung des charakters gerichtet, auch B 3 (sp. 2558) nahe: nicht ohne einflusz blieb das unstäte leben der kinderzeit auf die seele des mannes: wie tüchtig er war, die stäte ausdauer und frohe kraft fehlte seinen unternehmungen Gust. Freytag bilder a. d. deutschen verg. (1897) 2, 2, 33; 'fest, ruhig, in sich ausgeglichen', vgl.A 3 b: und auf des lebens leicht bewegter woge bleibt dir ein stätes herz, so seh ich dich Göthe 10, 155 W.; doch ich bin standhaft wie des nordens stern, desz unverrückte, ewig stäte art nicht ihres gleichen hat am firmament Shakespeare (1797) 2, 71; der stete, gerade und gesetzte charakter dieser nation Pfeffel pros. vers. 3, 126; doch ihm gebrichts an stetem sinn, für jetzt und immerdar! Bürger 1, 173 Bohtz; die inneren bewegungen zu fühlen vermögen, die sein fester, steter und einfacher freundschafts- und religionssinn ... zu leiden hatten Gervinus gesch. d. deutschen dicht. 5 (1853) 63. wie A 3 a: empfange von meinen händen den regentenstab in meiner abwesenheit! — du bist ein steter mann; du wirst auch ein treuer verwalter, ein treuer unterthan seyn A. G. Meiszner skizzen (1778) 2, 55; er dacht an seinen vater, wie er stät zur arbeit war und trüb und ernst Fr. Wilh. Weber Goliath 27; in werk und wandel stät und weis in zucht und fleisz erstarkt sie ihren arm und gürtet fest die lenden Cl. Brentano ges. schr. 2, 569; hör mein gebet, urewger geist! ... in dir nur bin ich stät und stark Arent-Conradi-Henckell mod. dichtercharakt. 285; aus kenntnis des alten gebrauchs: von solcher treue in jeder noth heiszen die recken manchmal auch nothgestalden, helden zu rechter noth, dann die stäten, die nothfesten, die sturmfesten Uhland schr. z. gesch. d. dicht. u. sage (1865) 1, 256. C@22) 'langsam, still', mundartlich, ohne besondere anknüpfung an eine der historisch bezeugten anwendungen; der zusammenhang mit 1 ist nicht genetisch.im bair. in der form stat, entsprechend dem meist adverbiellen gebrauch, s. teil 10, 934. alem. stet: 'gemächlich, langsam' Fischer schwäb. 5, 1649; s. auch Frommann deutsche ma. 1, 291; 'langsam, vorsichtig' Lenz Handschuhsh. dial. 68b; 'langsam im gehen' Bühler Davos 1, 134. auch im ostmd.: stat 'langsam, still, ruhig' Knothe schles. ma. in Nordböhmen 515; s. auch Müller-Fraureuth obersächs. 2, 553; sded 'langsam, sachte' Gerbet ma. d. Vogtl. 141; 282. — auf mundartlichem gebrauch beruhen: 'nur stet', er machte dann eine ziemliche pause, wie jedes mal, wenn er dieses wort sagte, das als mahnung galt, dasz keiner mucksen dürfe, bis er weiter redete Auerbach Schwarzwälder dorfgesch. (1884) 3, 21; sie ist ganz stat ihres wegs fortgegangen K. Spindler bei Sanders 3, 1181b. — die heute in den mundarten lebendige bedeutung scheint in einigen alten zeugnissen vorzuliegen, 'ruhig, still': wenn hocher wint in luften wæt, so mach das weter stæt hs. von 1468 bei Schmeller-Frommann 2, 797; der artzet greyffet nein und spricht: so halt nur stät und sey auch keck! schaw zu! wol weret sich der geck H. Sachs fastnachtspiele 1, 141 Götze; vgl.: habe am schenckel, sonderlich wenn das wetter unstät gewesen, groszen schmerzen gehabt qu. v. 1697 bei Schmeller-Frommann 2, 797. dagegen wird stet mundartlich in den historisch bezeugten und schriftsprachlichen bedeutungen weit seltener verzeichnet. ähnlich wie A 3: a stater bue Schöpf tirol. 701; s. auch Lexer kärnt. 239; stäte 'langsam, aber ausdauernd' Albrecht Leipz. ma. 216; s. auch Weinhold schles. 93; wie B: steide 'immer, oft' Anton Oberlaus. 13, 7; ähnlich: stete hin langsam vorwärts Hertel thür. 235; dat geid stade weg; dat geid all sin staden gang Doornkaat-Koolman 3, 293.
65581 Zeichen · 1120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stêt

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stêt- s. stæt-.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêt

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stêt , Stêtig, S. Adelung Stät , Adelung Stätig ,

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stet

    Goethe-Wörterbuch

    stet [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    stetAdj., Adv.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    stet Adj., Adv. : 1. 'beständig, standhaft, ohne Unterbrechung', steet (šdēd) [vereinzelt]. RA.: Stereʳ Troppe heelt de …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stet

268 Bildungen · 122 Erstglied · 140 Zweitglied · 6 Ableitungen

stet‑ als Erstglied (30 von 122)

Stetbrief

DRW

stet·brief

Stetbrief, m. bestätigende Urkunde bdv.: Bestätbrief, Stetungbrief waz ich behabp brief und steͣttbrief und lehen brief han, die uber die ob…

steteburgære

KöblerMhd

stete·burgære

steteburgære , st. M. nhd. Stadtbürger Q.: WvÖst (1314) E.: s. stat (1), burgære W.: s. nhd. Stadtbürger, M., Stadtbürger, DW 17, 447 L.: Le…

stetec

Lexer

stetec , stetic adj. BMZ nicht von der stelle (stat) zu bringen, bes. von pferden. zwêne stetige gurren Msh. 3,36 a . ein stetic mûl ib. 27 …

stetehalp

KöblerMhd

stete·halp

stetehalp , Adv. nhd. auf der zur Stadt hin gelegenen Stelle Q.: Urk (1282) E.: s. stete, stat, halp W.: nhd. DW- L.: WMU (stetehalp 532 [12…

Stetehalten

DRW

stete·halten

Stetehalten, n. Zustimmung, Bestätigung (im Rahmen einer gütlichen Einigung) haint die eirsamen burgermeister ... mit stedehalden beider par…

stetel

KöblerMhd

ste·tel

stetel , st. N. nhd. „Städtel“, Städtlein, Städtchen, kleiner Ort, Plätzchen Vw.: s. leger- Q.: HTrist (1285-1290), NvJer, PassI/II, Zitt E.…

stetelîn

Lexer

stet·elin

stetelîn , stetlîn stn. BMZ dem. zu stat, kleiner ort, plätzchen Evang. L. 7,14. ein kleineʒ stetelîn, daʒ muoʒ mîn selbes wonunc sîn Germ. …

stetelīche

KöblerMhd

stetelīche , Adv. Vw.: s. un-, s. statelīche

stetelīn

KöblerMhd

stete·līn

stetelīn , st. N. nhd. Städtlein, Städtchen, Plätzchen, kleiner Ort Vw.: s. bet-*, hove- Q.: LAlex (1150-1170), Enik, SHort, Ot, EckhIII, Ev…

stetemeister

BMZ

stete·meister

stetemeister stm. die zweithöchste würde in der städtischen verwaltung zu Strassburg. si giengen zuo dem, der des mâles stetemeister was Clo…

steten

DWB

ste·ten

steten , vb. , 'stet machen '. mhd. stæten ' befestigen, bestätigen ', schon im 14. jh. erlöschend. später vereinzelt im sinne von ' beruhig…

stetene

BMZ

stet·ene

stetene swv. bringe an eine stat. man beginnet si stetenen in fiurîne chetene pfaffenl. 726.

stetenen

Lexer

stet·enen

stetenen swv. BMZ an eine stat bringen, befestigen. man beginnet si stetenen in fiurîne chetene Prl. 717 (726) u. anm. — mit be-, ge-;

steter

Lexer

ste·ter

steter stm. BMZ stadtbewohner, urbanus Dfg. 630 a Kreuzf. 5025.

stetereht

KöblerMhd

stete·reht

stetereht , st. N. nhd. Stadtrecht, Bürgerrecht, Bürgerabgabe, Leistung für die Stadt Q.: Urk E.: s. stat, reht W.: s. nhd. Stadtrecht, N., …

steteweg

DWB

stet·eweg

steteweg , adv. , ' immerfort, ununterbrochen ', von stet: wiltu gades lof singhen, so mustu ordelik med anderen guden luden stedewech harre…

stetfest

DRW

stet·fest

stetfest, adj., adv. wie stet (II) dat alle zaken ende puncten vors. stedevast tot ewighen daghen bliven sullen 1428 DrentheRbr. 172 desse s…

Stetfestigkeit

DRW

stet·festigkeit

Stetfestigkeit, f. Beglaubigung (einer Urkunde) bdv.: Stetigkeit (I) wann ich [Notar] bey der obgenanten hingebunge, gemechnizze vnd stetves…

Stethabung

DRW

stet·habung

Stethabung, f. wie Stetigkeit (I) vnser ingesigel, ... die wir zuo stethabung dis briefs ... an disen ... gehengkt haben 1493 BergheimUB. 13…

stethaltung

DWB

stet·haltung

stethaltung , f. , ratifizierung, rechtsbekräftigung, von stet halten ( o. sp. 2548): die er nennt eine bekräftigende confirmation und eine,…

stetheit

DWB

stet·heit

stetheit , f. , ' beharrlichkeit ', von stet (A 3), wie stetigkeit: instantia stetheit Diefenbach gloss. 301 c .

Stethograph

Meyers

Stethograph (griech.), ein Apparat, der die Atmungsbewegungen des Brustkorbes graphisch darstellt.

Stethoskop

Pfeifer_etym

-skop Grundwort in Komposita mit neutralem Genus zur Bezeichnung von Instrumenten, mit deren Hilfe eine Beobachtung vorgenommen werden kann.…

stetic

KöblerMhd

ste·tic

stetic , Adj. nhd. „stetig“, nicht von der Stelle zu bringend, störrisch Vw.: s. ban-*, hamel- Hw.: vgl. mnl. stadich, mnd. stādich, stēdich…

stet als Zweitglied (30 von 140)

beangestet

KöblerMnd

*beangestet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. beängstigt, mit Gefährdung seiend Vw.: s. un- E.: s. beangesten

belastet

KöblerMnd

*belastet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. belastet, beladen (Adj.) Vw.: s. un- E.: s. belasten

betastet

KöblerMnd

*betastet , Adj. nhd. betastet, berührt Vw.: s. un- E.: s. betasten

bevestet

KöblerMnd

*bevestet , Adj. nhd. befestigt Vw.: s. un- E.: s. bevesten

brüstet

KöblerMhd

*brüstet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- E.: s. brüsten W.: nhd. DW-

geistet

KöblerMhd

*geistet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ent- Hw.: vgl. mnd. gēstet E.: s. geisten W.: nhd. DW-

gelastet

KöblerMnd

*gel·astet

*gelastet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un- E.: s. ge, lasten (1)

geleistet

KöblerMhd

*geleistet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „geleistet“ Vw.: s. un- E.: s. geleisten W.: nhd. geleistet, Adj., geleistet, DW-

gemistet

KöblerMhd

*gemistet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gemistet Vw.: s. un- E.: s. gemisten, ge, misten W.: nhd. gemistet, Adj., gemistet, DW-

gestet

KöblerMhd

*ge·stet

*gestet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- E.: s. gesten W.: nhd. DW-

glestet

KöblerMhd

*glestet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. über- E.: s. glesten W.: nhd. DW-

knüstet

KöblerMhd

*knüstet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „gestoßen“ Vw.: s. ge- E.: s. knüsten W.: nhd. DW-

knūstet

KöblerMnd

*knūstet , Adj. nhd. knorrig, knollig Vw.: s. drē- E.: s. knūst

rastet

KöblerMhd

*rastet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- E.: s. rasten W.: nhd. DW-

rustet

KöblerMnd

*rustet , Adj. nhd. „rostet“, rostig, verrostet Vw.: s. be- E.: s. rusten

vestet

KöblerMnd

*vestet , Adj. nhd. befestigt Vw.: s. under- E.: s. vesten (1)

vortstet

KöblerMhd

*vortstet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- E.: s. forest

vörhāstet

KöblerMnd

*vörhāstet , Adj. Vw.: s. un-* E.: s. vörhāsten*

vörlastet

KöblerMnd

*vörlastet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un-* E.: s. vör, lasten

vörtrȫstet?

KöblerMnd

*vörtrȫstet? , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un-* E.: s. vör, trȫsten W.: nhd. vertröstet, (Part. Prät.=)Adj., vertröstet, DW-?

vörvestet

KöblerMnd

*vörvestet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un-* E.: s. vörvesten*

vörwȫstet

KöblerMnd

*vörwȫstet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un-* E.: s. vör, wȫsten W.: nhd. verwüstet, (Part. Prät.=)Adj., verwüstet, verheert, DW-?

vürstet

KöblerMhd

*vürstet , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. ge- E.: s. vürste

A(n)(ge)tastet

Idiotikon

A(n)(ge)tastet Band 13, Spalte 1979 A(n)(ge)tastet 13,1979

A(n)rüstet

Idiotikon

A(n)rüstet Band 6, Spalte 1552 A(n)rüstet 6,1552

bevürstet

KöblerMhd

bevür·stet

bevürstet , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „gefürstet“ Q.: Ot (1301-1319) (FB bevürstet) E.: s. be, vüreste* (2) W.: nhd. DW- L.: FB 43b (*bevürste…

bewanstet

Idiotikon

bewanstet Band 16, Spalte 721 bewanstet 16,721

блестеть

RDWB2

bles·tet

блестеть , блеснуть сов. перен. perlen пот блестел на его лице - Schweiß perlte in seinem Gesicht demonstrieren, zeigen, unter Beweis stelle…

Blüestet

Idiotikon

Blüestet Band 5, Spalte 178 Blüestet 5,178

Ableitungen von stet (6 von 6)

bestêten

Lexer

be-stêten swv. s. bestæten.

gestete

MWB

gestete swN. ‘Gestade’ (vgl. gestat ): mit hâken und mit rechen grôz / zugen si die tôten ûf / und truogens an daz gestet ze hûf / und lôste…

gesteten

KöblerMhd

gesteten , sw. V. nhd. fassen, setzen auf E.: s. ge, steten W.: nhd. DW- L.: Hennig (gesteten), DRW

stete

DWB

stete , f. , ' beständigkeit '. ahd. stati, mhd. stæte. von 2 stet, adj. 1 1) im mhd. in starker fülle, kaum ins nhd. hineinreichend. — in d…

unstet

DWB

unstet , unstät , adj. adv. , gth. v. stet, stät. ahd. unstâti, mhd. unstæte; mnd. unstêde, -steide; mnl. nl. on(ge)stade. vgl. urstet Schme…

unstete

DWB

unstete , f. , gth. der stete und mangel daran. ahd. unstâtî, mhd. unstæte, mnd. unstede, mnl. onstede. schon im 17. jh. veraltet ( der Fran…