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stets

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stets adv.

Bd. 18, Sp. 2580
stets, adv. , 'beständig, immer', spätmhd. stætes; gen. von stet. norw. stedse, schwed. städs, ältern. steds, nl. steeds aus mnd. stedes, nhd. stets, s. Falk-Torp 1155; Frank et. nl. wb. 660; so wohl auch afries. stedes Richthofen [] 1045. — seit ausgang der höfischen periode bezeugt, erst im 16. jh. in ganzer fülle; bis heute gleichbleibend erhalten. in den mundarten selten bezeugt, und dann wohl aus der schriftsprache, s. Albrecht Leipziger ma. 217b; luxemburg. ma. 425; Martin-Lienhart 2, 620; Fischer schwäb. 5, 1649; Überfelder kärnt. 123; Schröer ungr. bergl. 253; fehlt im bair. ganz, vgl. Bayerns ma. 1, 227; in einigen nd. und md. maa. in der wendung stets und ständig, s. teil 10, 2, 774; auch Schön Saarbrück. 201; stetsständig 'fortwährend' Frischbier preusz. 2, 370. 11) anhaltend, andauernd, ununterbrochen: iz was ein frouwe zu Erferte gesezzin, di brach di gicht also unmezlichen sere, daz si stetes zu bette muste legin leben des heil. Ludwig 87 Rückert; des paums holz ist gnuog hert, aber ez ist gar wurmæzig, ez sei dan stætes mit rauch umbvangen Konrad v. Megenberg buch der natur 323 Pfeiffer; der bach sol von dem obern Tum bis an den undern sauber belaiben stätes, und soll darin kainerlai unseubrung niemant thun in kainem weg österr. weist. 3, 25; der new spital sol auch gebunden sein, stettes zwen karren und darauf zwey vasz zu haben, und wenn fewr aufgeet, so söllen die von stat an emssiclich wasser damit zu füren Tucher baumeisterbuch 329; könig Marbod, ... der achzigtausend mann stets auf den beinen hielte, habe ... bedencken gehabt Lohenstein Arminius 1 (1689) 23a; der kruok ward in ein warme stuben beschlossen, die stetes hitzig was Th. Murner bei U. v. Hutten op. 5, 408 Böcking; gesundheit nicht stets wehren kan, sie ist wandelbar wie der mond Lehman flor. polit. (1662) 1, 328; dass, was ist, beständig sey, macht diess stets vereinte drey Brockes ird. vergn. 2, 213; warum muss des glückes hafen mir denn stets verschlossen seyn? B. Neukirch ged. (1744) 15; doch blieb ihm stets die hohe achtung für einige grosze stücke seines lehrers Herder 17, 29 S.; zum küssen stets bereiter mund ... zum trinken stets bereiter schlund Göthe 6, 39 W.; er hat euch die gestirne gesetzt als leiter zu land und see, damit ihr euch daran ergetzt stets blickend in die höh ebda 6, 8; dasz er das wohl und wehe seines landes ... stets im auge behielt E. Th. A. Hoffmann s. w. 10, 37 Grisebach; ich habe als minister stets ein landsmannschaftliches wohlwollen für eingeborne preuszische diplomaten gehabt Bismarck ged. u. erinn. 1, 21 volksausg.; um so lange wie möglich durch die stets geöffneten fenster ins innere des stübchens starren zu können Holtei erz. schr. 2, 94; Britannien ist eine stets verschleierte schönheit Moltke ges. schr. u. denkw. 6, 323; 'ununterbrochen': dann wir muszten von stund an den nächsten gantzen tag stätz streitten X. Betuleius Ferd. Cortes (1550) 30a; und weret derselb krieg vil jar, ... dasz die Römer statz in groszer zwitracht, angst und gfarlikait stundend J. von Watt deutsche schr. 1, 518. vereinzelt mit dem nebensinn 'unbewegt', vgl.stet A: gebeut den dienern, das sie stetz und fest halten und sich vor zitteren hüten H. Braunschweig chirurgia (1539) 94a; ähnlich: darnach lasz den zirckel mit dem ein fusz stetz in den centrum ... steen Dürer underweysung der messung (1525) b 4a. — in noch geringerem unterschied von 'immer': wer werden wil der toren gesel, der rede stetes was er wel Basler Alexander 108 Kinzel; war das weib ganz unrüebig und lag dem gueten doctor stetts in oren Zimmer. chron. 2, 366; si eciam dives fueris, non alienum esse a labore, sunder du solst stetis arbeytten Luther 29, 442 W.; lungensüchtige, die stäts husten Bock kreutterbuch (1587) 15a; darumb ... got ... alweg gehilflich gewesen, und meine sach sich stäcz gemeret und gepessert haben Arigo decam. 24 Keller; diese (dreistigkeit) steiget stets auf einen höhern grad Bodmer v. d. wunderbaren 116; [] dann, während in des engels mienen das abendroth stets matter glüht Rückert 1, 115 Sauerl.; es ist dem gang der natur gemäsz, stets von den einfachern (zurüstungen) zu den zusammengesetztern fortzuschreiten Schiller 9, 132 G.; die einzelnen motive wie unter einer stets wechselnden beleuchtung zu einem reichen und glänzenden gemälde gruppirt O. Jahn Mozart 4, 58; wenn ich vergangnen ganzen winter ... stets an dich dachte Göthe IV 36, 110 W.; für die söhne, deren er stets gedachte v. Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 10; aber als grundlage überall das gemeine recht, welche alle deutschen volksstämme stets an ihre unauflösliche einheit erinnerte v. Savigny beruf unserer zeit (1814) 43. — vereinzelte wendungen: wir sind für stets dem guten geist zu theile Göthe 16, 336 W.; hat sie, nachdem sie sich mit dir auf stets entzweyet, was sie nicht ändern kann, nicht wenigstens gereuet? J. E. Schlegel werke (1761) 1, 232; sehr stets hat die natur beherzet und lieben in einen hohen sinn zusammen eingeschrieben Opitz opera (1690) 3, 71. 22) in älterer sprache zuweilen mit stärkerer beziehung auf das subject der handlung, dann mit dem nebensinn 'beharrlich', vgl.stet A 3: er spricht: fur war daz wizzet, swer sich stætes flizzet, daz er hab ælleich edelen smack, dem chumt noch ein solich tack, daz er mit stanck wirt uberladen leben Christi in: zs. f. d. a. 5, 17; daz se durch neheyne sculde nimber solten sin abghen, und solten bi im stetes sten Braunschweig. reimchron. 4951; eyn gud wyff schal syn van guden tuchten unde holden stedes godesvruchten Hans v. Ghetelen narrenschyp 32; Isot also gesitet was, und was ir ouch gezæme genuok, daz sie states gerne truok ein frisches bluomen krenzelin uf dem gebende sidin Heinr. v. Freiberg Tristan 3764; die zehen gebott tatents tragen und stetis in ir herz haben, der tætend si kaine brechen teufels netz 13611 Barack; man macht viel ordnung und gesetz, niemand helt drüber fest und stets, alls im pappier bleibt stecken Fischer-Tümpel kirchenlied 1, 77; want ick stedes trachte in dinem gesette B. Rotmann restitution 21 ndr.; das wir von allen sünden rein, leben stetz nach dem willen dein Kehrein kirchenl. 1, 286; wenn der tüffel sicht, das eyn sölicher christenlicher bilger gottes stettes sinen weg gat der tugenden Keisersberg bilgersch. (1512) 26b. 33) 'immer wieder, jedesmal'; zwischen dieser iterativen bedeutung und der der lückenlosen erstreckung (1) ist die grenze nicht scharf; die iterative bed. tritt seit dem 16. jh. heraus: der teufel leszt stets eyn gestanck hinder im Tappius adag. cent. septem (1545) h 5; herr faulbelz klagt, er sei verdrossen und erschlagen, und disz verspür er stäts vor trüben regentagen J. Grob dichter. versuchg. (1678) 13; die haiden sint versuncken stez int grueb, die sie gmacht hetten, ir fues ist gfangen in dem netz H. Sachs 22, 110 G.; in diese stadt kum ich nicht gern, dann mir stets drin zu heisz wil wern Eyering prov. copia (1601) 1, 550; ampt und person musz man stets underscheiden Lehman flor. polit. (1662) 1, 19; setzet sich die nachtigall, ... musz man recht vergnüget stehen, denn diesz vögleins helles singen kan uns stets ergötzung bringen Ettner v. Eiteritz med. maulaffe 20; [] erst seit dem 18. jh. regelmäszig: so sage doch, dasz ich mein geld bekommen kann. nun ja; ihr sollts bekommen, wie ihrs stets bekommen Lessing 3, 45 L.-M.; ein tiefes, ein an biegung reiches werk ist die musik; sie findet stets ein neues dem aus, der sie versteht Herder 22, 180 S.; stets ist die sprache kecker als die that Schiller 12, 80 G.; was ist verwünscht und stets willkommen? was ist ersehnt und stets verjagt? was immerfort in schutz genommen? Göthe 15, 9 W.; wer immerdar nach schatten greift, kann stets nur leere luft erlangen ebda 5, 44; vereinigen wollte sie (die reflexion) vielmehr, was die mythologie stets unter ihren händen in zwei getrennte welten wieder zerfallen sah Lotze mikrokosmus 1, 11; der beifall, ... der ihm so wohl that, wurde ihm stets zu theil, so oft er sich in Wien hören liesz O. Jahn Mozart 3, 199; dessen absichten sich stets mit dem wahren interesse Deutschlands übereinstimmend gezeigt haben Treitschke deutsche gesch. im 19. jh. 1, 234; dabei lieben sie die abwechselung der meinungen und grundsätze und sind stets den tag darauf, nachdem eine regierung gewählt ist, in der opposition gegen dieselbe G. Keller 4, 10; stets wich die nacht dem morgenrot, wir wuchsen im ertragen Kolbenheyer in: kameraden der zeit (1936) 8.
8506 Zeichen · 172 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêts

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stêts , adverb. ununterbrochen fortwährend, im gemeinen Leben immer. Meine Augen sehen stets zum Herren, Ps. 25, 15. Den…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stets

    Goethe-Wörterbuch

    stets [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stëts

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB RhWB stëts [táts Ndhsn. Hf. ] Adv. immer. Er is t s. uf de n Bein en Ndhsn. Verstärkend stëts und immer Hf. — Baye…

  4. Spezial
    stets

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    stets adv. dagnora, tres, decontin, vigni momënt.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stets

10 Bildungen · 9 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

stets‑ als Erstglied (9 von 9)

STETSCHE

BMZ

stet·sche

STETSCHE ? swv. Ruodolf begunde in zorne stetschen anstossen, stottern? MS. 2, 190. b. vletschen MS. H. 2,286. a. vgl. etwa contus stötsche,…

stetschen

Lexer

stets·chen

stetschen swv. BMZ Msh. 2. 286, XII. 1,3 var. zu vletschen u. wol schreib- oder lesefehler für fletschen ( Bartsch lied. 87, 225 hat die les…

stetsfort

DWB

stets·fort

stetsfort , adv. , ' anhaltend fortgesetzt ': manche prächtige ahorngruppe bewundernd und stetsfort den schönsten blick auf das hauptthal ge…

stetsgrün

DWB

stets·gruen

-grün , adj. , auch stetsgrünend, stetgrünend, besonders im 17. jh. beliebt: die belobte redlichkeit kriegt doch endlich noch zu lohne den s…

stetswach

DWB

stets·wach

-wach , -wachend, -wachsam, adj.: dieweil mit segenswinke sie Jupiter vertheidigt, und stetswache sorgfalt löset aus spitzigen jähn des krie…

stetswährend

DWB

stets·waehrend

stetswährend , adj. , fortdauernd, s. auch DWB stetwährend : stetswährende fiebers febris continua Chr. Wirsung artzneybuch (1588) reg.; o l…

stetswährenheit

DWB

-währenheit , f. , ' dauer, beständigkeit ': wenn sie nicht von ihrer muttersprache die hülfe der stetswehrenheit hochvernünftlich genommen,…

stetswährigkeit

DWB

stets·waehrigkeit

-währigkeit , f. , ds.: das fünffte kennzeichen der kirchen, welches D. Scheffler die stetswährigkeit nennet, dasz die kirche nie untergegan…

stetswierig

DWB

-wierig , adj. , soviel wie stetswährend, s. auch u. stetwierig: der gütige himmel, unsere unbereitschafft sehend, mit stätswürigem regenwet…

stets als Zweitglied (1 von 1)

allstets

DWB

all·stets

allstets , adv. semper, verstärktes stets, w. m. s.: ich verharre allstets ew. gehorsamer diener. Rabener 3, 50 ; er sei allstets glücklich …