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Stärke

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stärke

Bd. 4, Sp. 300
Die Stärke, plur. inusit. das Abstractum von dem Bey- und Nebenwort stark, welches der Schwäche entgegen stehet. 1. Als ein eigentliches Abstractum, die Eigenschaft eines Dinges, da es stark ist, wo es in allen Bedeutungen dieses Wortes, außer der veralteten eigentlichen gebraucht wird. (1) Von dem körperlichen Umfange, besonders als ein anständiger Ausdruck für Dicke, ohne doch den Begriff eines beträchtlichen Grades der Karft auszuschließen. Die Stärke der Glieder, des Leibes. Der Baum hält 20 Zoll in der Stärke. (2) Von der Zahl und Menge. Die Stärke eines Kriegesheeres, eines Haufens, einer Famile u. s. f. (3) Von der Zeit und dem Raume; obgleich seltener. Die Stärke der Stunde, einer Meile. (4) Am häufigsten von einem beträchtlichen Grade der Kraft, oder einem beträchtlichen Grade des Vermögens, Widerstand zu überwinden, wiederum in allen den Fällen, in welchen das Beywort gangbar ist. Leibesstärke, Riesenstärke. An Stärke zunehmen. Eine große Stärke in den Armen haben. Die Stärke der Seele, des Gedächtnisses, des Verstandes, der Beurtheilungskraft u. s. f. Laß diesen Verlust deine Stärke nicht beugen, die Stärke deiner Seele. Die Gelassenheit ziehet ihre Stärke aus dem Bewußtseyn höherer Güter, als die sind, die wir entbehren, Gell. Ingleichen, die Stärke einer Festung, einer Mauer, eines Zeuges, des Weines u. s. f. Da es denn (5) eben so oft auch als eine bloße Intension, einen hohen Grad der innern Kraft eines Dinges ausdruckt. Die Stärke der Leidenschaft, des Schmerzens, des Verlustes u. s. f. 2. Der Ort, wo ein Ding seine vorzügliche Stärke hat, auch im Gegensatze der Schwäche. So wird bey vielen Künstlern und Handwerkern der dickste und stärkste Theil eines Dinges dessen Stärke genannt. An den Degen- und Rappierklingen heißt in der Fechtkunst der Theil von dem Stichblatte bis zur Mitte der Klinge, die Stärke, weil die Klinge hier mit der größten Kraft wirket, welcher Theil denn wieder in die ganze und halbe Stärke getheilet wird. Auch in der Ringekunst hat man sowohl am Kopfe, als an den Armen, und dem Leibe die ganze und halbe Stärke. 3. Was stark, d. i. steif macht, doch nur in einigen Fällen. So ist die Stärke, oder weiße Stärke das von seinen alkalischen Theilen geschiedene und getrocknete Weizen- oder Dinkelmehl, weil man die Wäsche damit zu stärken, d. i. steif zu machen pflegt; Engl. Starch, Schwed. Stärkelse, Nieders. Stievels, Holländ. Styfsel. Im gemeinen Leben pflegt man auch die klar geriebene blaue Smalte blaue Stärke (Nieders. Blauels) zu nennen, weil die Wäscherinnen sie unter die weiße Stärke zu mengen pflegen, der gestreiften Wäsche dadurch ein bläuliches Ansehen zu geben. Anm. Als ein Abstractum schon bey dem Notker Starchi, im Schwabenspiegel Sterke für Tapferkeit, im Schwed. Styrka, im Griech. σηριγμά.
2783 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stärke

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Stärke , plur. inusit. das Abstractum von dem Bey- und Nebenwort stark, welches der Schwäche entgegen stehet. 1. Als…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stärke

    Goethe-Wörterbuch

    Stärke [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stärke

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stärke ( Stärkemehl, Satzmehl, Kraftmehl, Amylum ), ein Inhaltsbestandteil vieler Pflanzenzellen, der in Form organisier…

  4. modern
    Dialekt
    Stärke

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stärke , Stärkt [ʿStèrkə Hi. Co. ; ʿStèrikə Dü. U.; ‘Stærkt Wh. ] f. Stärke, Kraft. Ër pra h lt mit sinere S., un d ër h…

  5. Sprichwörter
    Stärke

    Wander (Sprichwörter)

    Stärke 1. Brauch dein sterck wider das glück, nit wider den man. – Franck, I, 57 b ; Petri, II, 51; Egenolff, 325 b . La…

  6. Spezial
    Stärkef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Stärke , f сила , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staerke

47 Bildungen · 43 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

staerke‑ als Erstglied (30 von 43)

Stärkeakzent

FiloSlov

staerke·akzent

Stärkeakzent , m ударение , ср , динамическое → FiloSlov Akzent, dynamischer, m

stärkeblau

DWB

staerke·blau

stärkeblau , n. : stärkblau, schmalte, zur stärke genommen um die wäsche damit zu bläuen. Campe ; stärkenblau Jacobsson 4, 260 a .

Stärk(e)bund

PfWB

staerke·bund

Stärk(e)-bund m. : 'Bundkuchen', Stäʳkebindel Dim. [ BZ-Billh ]; Syn. s. Bundkuchen . —

stärkefabrik

DWB

staerke·fabrik

stärkefabrik , f. fabrik, in welcher stärke, stärkemehl bereitet wird: Polex selbst hat keine stärke- noch puderfabrik, noch ölschlägerei, s…

stärkekleister

DWB

staerke·kleister

stärkekleister , m. kleister aus stärke anstatt aus gewöhnlichem mehl bereitet: stärkenkleister, besonders von den buchbindern gebraucht. Ja…

Stärk(e)kragen

PfWB

staerke·kragen

Stärk(e)-kragen m. : 'mit Wäschestärke gesteifter Kragen', Stäʳkkrage, -krache [ KL-Lind PS-O'simt NW-Neidfs Wachh ].

stärkekuchen

DWB

staerke·kuchen

stärkekuchen , m. kuchen, mit stärkemehl gebacken. dazu deminut. stärkeküchlein, stärkküchlein, n. allgemein, kleiner kuchen, welcher stärke…

stärkemacher

DWB

staerke·macher

stärkemacher , m. einer, der für den händlerischen vertrieb stärke, stärkemehl bereitet. Adelung.

stärkemehl

DWB

staerke·mehl

stärkemehl , n. : stärckmehl, amido, amilo. Kramer dict. 2 (1702) , 910 b ; stärckmeel, womit man die zarte wäsche steiff macht, amylum. Fri…

stärken

FWB

1. ›jn., js. Körper, Glieder, körperliche Funktionen kräftigen, stärken; sich verstärken (z. B. von der sucht)‹; vereinzelt: ›etw. (z. B. ei…

Stärkende Mittel

Meyers

staerkend·e·mittel

Stärkende Mittel ( tonische Mittel , Tonica, Roborantia ), Mittel, die bei Schwächezuständen die Tätigkeit und Ausdauer des ganzen Körpers u…

Stärkenkalb

Campe

staerken·kalb

Das Stärkenkalb , — es, Mz. — kälber , das Kalb von einer Stärke oder von einer Kuh, welche zum ersten Mahle wirft, das Erstlingskalb .

Stärkepapp

PfWB

staerke·papp

Stärke-papp m. : ' aus Stärkemehl und Wasser selbstgemachter Kleister ', Stäʳkbap [ RO-Obd ]; vgl. Papp 2, Mehlpappe . Els. II 67 Stärikbäpp…

stärkequirl

DWB

staerke·quirl

stärkequirl , m. aus holz geschnitzter quirl, welcher zum umrühren des mit wasser angesetzten stärkemehls dient: stärkenquirl Amaranthes 189…

Stärkerer

Wander

staerk·erer

Stärkerer 1. Dem Stärkern weich', halt dich an deinesgleich'. – Körte, 5699; Lehmann, II, 60, 62. Frz. : Contre le pot de fer se prise le po…

stärkerin

DWB

staerk·erin

stärkerin , f. zu dem vorigen: o süsse frülingszeit, wer kan dein lob verhälen? du bist der starcken merckerin, du bist der schwachen stärck…

stärkerrecht

DWB

staerker·recht

stärkerrecht , n. recht des stärkeren: sie ( die groszen geister ) haben vor den seltnen wunderthieren ein stärkerrecht, dasz man sie sorgsa…

staerke als Zweitglied (1 von 1)

Bauernstärke

Wander

bauern·staerke

Bauernstärke Wann 'ne Biurenstärcke eist (erst) mal össet heöt, dann kann se äuk wol än geringer Mann kriegen. ( Sauerland. )

Ableitungen von staerke (3 von 3)

Gestärke

Campe

Gestärke , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

Unstärke

Campe

Die Unstärke , o. Mz . der Mangel der Stärke, die Schwäche.

urstärke

DWB

urstärke (ur- C 4 a) Gries verliebter Roland 4, 284 . —

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „staerke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/staerke/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „staerke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/staerke/adelung. Abgerufen 13. May 2026.
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Cotta, Marcel. „staerke". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/staerke/adelung.
BibTeX
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