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Assimilation

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Assimilation

Bd. 1, Sp. 890
Assimilation (lat., »Verähnlichung«), der Vorgang, durch den Bestandteile der Nahrung innerhalb der lebenden Wesen zu Bestandteilen von deren Körper werden. Hierhin ist bei den Tieren zu rechnen die Verwandlung der im Verdauungskanal aus den genossenen Eiweißkörpern entstandenen Peptone in organisiertes Eiweiß (Zellprotoplasma), die Bildung der in der Leber sich aufspeichernden tierischen Stärke (Glykogen) aus dem Zucker der Nahrung, die Entstehung des Blutfarbstoffes u. a. – In der Botanik versteht man unter A. die Bildung von Kohlehydraten aus Kohlensäure und Wasser unter Abscheidung von Sauerstoff. Letzterer Vorgang ist auf das chlorophyllhaltige Assimilationssystem (Assimilationsgewebe) beschränkt und an die Mitwirkung des Sonnenlichtes gebunden. Das Assimilationssystem tritt nur in grünen Blättern und Stengelteilen auf und besteht in der Regel aus schlauchförmigen Zellen, die zur Oberfläche des tragenden Pflanzenteils senkrecht gestellt sind (sogen. Palisadengewebe), und deren zahlreiche Chlorophyllkörner der bessern Durchleuchtung wegen an den Seitenwandungen der Zellen angehäuft sind, während sie in den vielarmigen, durch zahlreiche Luftgänge unterbrochenen Schwammparenchymzellen ihre Stellung je nach der Lichtintensität ändern. Das Assimilationsgewebe nimmt ferner, um die günstigsten Durchleuchtungsbedingungen zu erhalten, stets eine möglichst peripherische Lage an der Pflanze ein und ist deshalb an zylindrischen Organen allseitig im Umkreise derselben, bei einseitig beleuchteten horizontalen Blättern dagegen nur an der Oberseite entwickelt. Vertikal gestellte, flache Blattorgane haben eine an beiden Seiten gleichmäßig ausgebildete chlorophyllführende Schicht. – In der Grammatik bezeichnet A. die ausgleichende, nivellierende Wirkung, die benachbarte Laute auseinander ausüben. Progressive, d. h. vorwärts wirkende, A. liegt z. B. vor in dumm, dummes aus mittelhochdeutsch tump tumbes und in lateinisch anatem (»Gans«) für anitem. Noch häufiger ist die regressive, d. h. rückwärts wirkende, A. Beispiele für dieselbe sind auf dem Gebiete der Vokale im Deutschen der Umlaut (s. d.) und die Brechung (s. d.), im Griechischen die Epenthese (s. d.) des i. Regressive A. der Konsonanten zeigt sich z. B. im italienischen sette, fatto aus lateinisch septem, factus, im lateinischen summus für sup-mus etc. Als gegenseitige A. kann man es bezeichnen, wenn durch Verschmelzung zweier benachbarter Laute ein dritter, in der Mitte liegender, entsteht, z. B. ai zu e, au zu o im Französischen und Sanskrit.
2537 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Assimilation

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    assimilieren Vb. ‘angleichen, anpassen, verschmelzen’, entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus lat. assimilāre (häufiger assimu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Assimilation

    Goethe-Wörterbuch

    Assimilation physiol: Aufnahme u Verarbeitung von Nahrung 1) [ üb Infusorien ] einfache Gestalten .. die sich denn herna…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Assimilation

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Assimilation , d.i. Verähnlichung, heißt der physiologische Vorgang, durch welchen der aus der aufgenommenen Nahrung dur…

  4. Spezial
    Assimilation, vorauswirkendef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +10 Parallelbelege

    Assimilation , f , vorauswirkende ассимиляция , ж , прогрессивная → FiloSlov Assimilation, progressive , f

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