Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
SÎDE stswf.
a. von sîden wât wurken Iw. 228. 234. von edeler sîden wol gebriten Trist. 667. vil seckel wol genæte mit ûʒ erwelter sîden troj. s. 178. d. welch wîp verseit im einen vaden? guot man ist guoter sîden wert Walth. 44,10 u. anm. vgl. noch Weinhold die deutschen frauen 226. Weiske in Weimar. jahrb. f. d. spr. 1,365. ein sîden faden Basel. r. 12,6. leseb. 985,37. plural. die sîden Mar. 102. 103. mit kleinen sîden næ ich ûf sîn gewant ein kriuze Nib. 847,1. — dô du (Maria) Christus wurde swanger, dô want sîden zuo dem golde gotes wîsheit misc. 2, 244. dô menschlich wart dîn bilde zart, dô war sich under sîden flahs MS. 2,199. b. vgl. palmâtsîde und Gr. z. g. sm. 34,11. — sîde dient bisweilen dazu, die negation zu verstärken, vgl. Zingerle bildl. verstärkung der negation s. 41. Rückert zu Lohengr. 545. so namentl. sîden breit, sîden grôʒ Tit. 403,4. 446,2. 3766, 3. 4438,1 H. Hadam. 358. diu gein einer sîden kund an in geprüeven kein unprîse Tit. 2911 H.
b. seidener stoff, seidenes gewand. bôt in phellil unde sîde L. Alex. 4371 W. glaube 2416. manegen tûren borden trûgen die frouwen wol mit golde genât ûf die phellîne wât, ûf samît unde ûf sîde En. 341,9. von Ninnivê der sîden si den borten truoc Nib. 793,1. die Arâbischen sîden wîʒ alsô der snê, unde von Zazamanc der grüenen sô der klê Nib. 353,1. von Aʒagouc der sîden einen wâfenroc si truoc das. 417, 6. nu lât mir erfüllen zweinzec leitschrîn von golde und ouch sîden das. 488,3. — jâ truoc si ob den sîden manegen goldes zein das. 413,3.