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schwind

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schwind adj. adv.

Bd. 15, Sp. 2645
schwind, schwinde, adj. adv. ein gemeingerm. wort von unbekannter etymologie (Fick3 3, 365 stellt es zu swînan. 42, 323 wird es zu kelt. *sventô, ich kann, altir. fétaim, sétaim, gestellt, ebenso Uhlenbeck s. 140). auch die bedeutungen gehen in den altgerm. dialecten stark auseinander: got. swinþs stark, kräftig, gesund; altn. svinnr klug, verständig; ags. swíþ stark, heftig, geschickt (im compar. rechts), adv. swíðe sehr, auszerordentlich, ältfries. als adv. suithe, suide (heftig, sehr) Richthofen 1062b; alts. swîði, swîð stark, heftig, plötzlich (Hel. und gen.), mnd. swît, swide (adj. und adv.) gewaltig, heftig, stark. Schiller-Lübben 4, 500b f., daneben mit erhaltenem n: swinde (adj. adv.) 498b f.; ahd. swind in der litteratur nicht belegt, aber in unzähligen eigennamen (wie Alfsuind, Wolfswind, Hugiswint, Wicswint, Angilsuinda, Irminswinda u. a.) erhalten. Graff 6, 887 f. Förstemann namenb. 1, 1135—40. 22, 1426 f., mhd. swinde, swint, adv. swint Lexer handwb. 2, 1375 f. vgl. ferner Wachter 1495 f. Grimm gramm. 13, 363. 2, 60. 239. kl. schr. 6, 331. 8, 247. es ist eigenthümlich, dasz das wort in allen germ. schriftsprachen später erlischt. englisch und die nordischen sprachen haben es früh aufgegeben; im hd. ist es im 16. jahrh. noch ungemein häufig, aber schon in der ersten hälfte des 17. finden sich nur vereinzelte nachzügler (bei Zinkgref, Spee, Werder); wenn es im 18. wieder bei Klinger auftaucht, so liegt hier wol eine künstliche erneuerung vor, sonst ist dafür das erst seit dem mhd. nachweisbare compositum geschwind eingetreten, s. dasselbe theil 4, 1, 3994. mundartlich hat sich schwind(e) als adv. in einigen landschaften erhalten, so thüringisch als schwinge in Nordhausen, Mansfeld Schultze 44a. Jecht 102b. Hertel sprachsch. 225, niederrhein. schwind Frommann 6, 415, 27, ferner im henneb. als verstärkendes adv. schwinn, schwen (vgl. sp. 2518), sehr, recht, arg, s. Reinwald 2, 116. Spiesz 231. Frommann 1, 237. 285, 1, 7. 2, 46. 277, III, 19. 3, 424, 15. 4, 239, 7. 14. 5, 184. die form schwinn dringt zuweilen in die litteratur ein: man sol in weisen mit der gschrift und nit durchs entchrists schwinnes gift. Schade sat. u. pasqu. 3, 121, 21; dis stimm ist meinem geist zu schwin. 122, 15. besser ist swinde in den nnd. mundarten gewahrt, meist in der form mit n: osnabr. swyt arg: dat is to swyt un to butt. Strodtmann 239, ebenso brem. swied (al to swied, compar. swider). brem. wb. 4, 1119 f., daneben swind, adj. adv. geschwind. 1123 f., ebenso beide formen bei Dähnert 478b. 479b. auch ostfries. swît, swîd (compar. switer, swider) ten Doornkaat Koolman 3, 384b (danach auch wanger. swith, saterl. swît), daneben swind ('wenig gebräuchlich') geschwind. 382b, sonst nur swinn geschwind Danneil 219a. Mi 91a. Woeste 266b. es scheint mithin, dasz das alte eigentliche nd. swîd nach dem 18. jh. ebenfalls ausgestorben ist, mit ausnahme von Ostfriesland, wo die nähe des friesischen eingewirkt hat. dasz bei den n-formen swinde, swinn(e) hd. einflusz im spiele ist, zeigt der durchgängige unterschied der bedeutung. Schambach 63b gibt sogar geswind, adv. geswinde, geswinne, doch spricht man swinne auch in gegenden, die die vorsilbe ge- sonst erhalten.im folgenden soll der gebrauch von schwind in der nhd. schriftsprache dargestellt werden mit vergleichsweiser hinzuziehung einiger mhd. belege. II. das adjectiv. I@11) ungestüm, gewaltig, heftig. I@1@aa) von naturerscheinungen, wetter u. ähnl., besonders mhd.: ein swinde vinster donreslac zerbrach im sînen mitten tac. der arme Heinrich 153; in tâten wê diu sturmweter swinde. Mai u. Beaflor 204, 1; der may hat uberwunden des chalten swinden winders haʒ. Suchenwirt 9, 29; (im bilde): di hat der tod verderbet gar mit swindem ungewitter. 3, 169. vereinzelt noch nhd.: ob auff diesen tag ein ungewetter oder langwirig schwinde regenwetter einfiel. Reutter v. Speier kriegsordn. s. 43. I@1@bb) schwinde krankheit: und ob es joch ein schwinde kranckheit sey, so gieng sy doch hin zur beruirung seiner hend. quelle vom j. 1476 bei Scherz - Oberlin 1464 (fälschlich mit schwindsucht erklärt); wie einer von den gifftigsten ottern gestochen wird, oder ein heiss schwind fieber oder pestilentz kriegt. Luther 6, 268b. I@1@cc) ähnlich schwinder unfall: wer nun in einem unglück und schwinden unfall gewesen ist, und jm wirt geholffen, da alle menschen verzagten. Egenolff sprichw. 226a, vgl. Frisch 2, 250c; ich weisz wohl: so ihr auf den fels gebauet seyd, dasz euch kein ungestüme der wasser und wind schaden kann; so ihr aber auf dem sand stehet, wird euch ein schwinder groszer fall begegen. Luther br. 2, 107. ähnlich auch: den brûdrin, dî vor swindin nôtin ofte hât irlôst sîn vil zeichinlîchir trôst. Jeroschin 126. I@1@dd) von empfindungen, besonders schmerz, jammer: nie vrouwen wuof sô swinden het man mêre vernomen. klage 1845; ir jâmer wart vil swinde. Wigalois 5237; Maria stuend in swindem smerzen bei dem krewz, und waint von herzen. quelle bei Schmeller 2, 638; von der red wurd mein leid noch schwinder. H. Sachs 1, 109c; o gott wer sich auff dich verlast, ist nie kein angst so schwinde, da nicht, wan er nur haltet fast, er endlich uberwinde. Spee güld. tugendb. 236; o weh der schwinden trawrigkeit! 442; und kummen in grosse schwinde betrübnusz. Tauler (Augsb. 1508) 100b. I@1@ee) mhd. überaus häufig swinde slege: dô wurden slege swindevon sîner hant getân. Nib. 459, 2; ich swinge im alsô swinden widerswanc. Walther v. d. Vogelweide 32, 35; und schermet iuch wîslîchenvor mînen swinden slegen. Alpharts tod 156, 3; sie sluogen swinde smurren. Heinrich v. Neustadt Apollon. 10806; ähnliches: Quartyert, der dik der veinde solt mit swinder tyust enphangen hat. Suchenwirt 10, 251; von ruderschlägen: mit zügen harte swindenkêrte eʒ (das schiff) der gast. Nib. 1504, 1; ferner: eʒ (das glücksrad) nam ir einen swinden swanc unt warf mich sunder mînen danc sô verr hinabe,daʒ ichʒ nie kunde erreichen. Reinmar v. Zweter 247, 10 Roethe; ich sach in alsô blinden mit einem zucke swinden einen vels abe brechen. Albr. v. Halberstadt 33, 170. I@1@ff) abstracter, eine schwinde lüge u. ähnl., stark, in hohem grade: die lüge sint alle swinde. Reinmar v. Zweter 160, 12 Roethe; ach der swinden missetat! Suchenwirt 23, 82. diese beiden letzten verwendungen sind im nhd. nicht mehr nachzuweisen. I@22) von der zeit, schlimm, gefährlich, schwer, unruhig: schwind, sorglich, o. dangereux, pericoloso. es ist ein schwinde zeit, le temps est dangereux. Hulsius 294a; schwind, periculosus. schwinde zeit, sorgliche zeit. Schottel 1413; die zeitläufte sind so gar swynd, geverlich und ungetrewe. briefe von 1450, siehe d. städtechron. 2, 397, 18; nachdem sich die lanntlöffe gegenwürtiklichen schwinde und ungetrüw eroügen. 5, 235, anm. 2 (vom j. 1459); sondern das e. c. f. g. umb dieser schwinde leuffte willen, sich des stücks zum uberflus besorget haben. Luther 4, 470b; so besorge ich mich dieser schwinden zeit, das er (der brief) möcht etwa verrückt auskomen. 5, 72b; sonderlich weil die zeiten so schwinde werden, dasz man geschickter leute bedürfen wird. br. 5, 27; in dysen schwynden lewfften. urkunde von 1524, s. Dief.-Wülcker 850; in diesen schwinden zeiten. urkunde von 1526, s. ebenda; in schweren, schwinden zeiten undt kriegspressuren. urk. v. 1639, s. ebenda; aus gegenwärtiger not der schwinden theurung. P. Rebhun klag des armen manns s. 3; in dieser schwinden zeit. 4; uns kom ein swindiu sumerzît, dâr inne der fürste Friderîch, ... vil jæmerlîchen wart erslagen. Ulr. v. Liechtenstein vrouwendien. 525, 30; swenne dise werlde ie swinder ie grimmer, leider wirt von tage ze tagen. renner 13567; ähnlich auch für schwer, schwierig: swinde ding und alzû swint, dî joch menschinnâtûre sint vil nâ unmuglîch und zû swâr, der mensche angrîfin tar, der gote wol getrûwit. Nic. v. Jeroschin 16125. I@33) von menschen und menschlichem thun, ins ethische gewendet. I@3@aa) von gericht und herrschaft, strenge, hart, grausam: ein schwinder gesetzgeber. Alb. dict.; mildeclîche râtende barmherzikeit unde zu rechte swinde zuchtigunge. quelle im mhd. wb. 2, 2, 797a; disz strafen macht in dem menschen ain schwinds scharfs und hertes urtail. Tauler (Augsb. 1508) 46b; das sprichwort sagt: schwinde gewalt, vergehet bald. Mathesius Syrach 1, 61a; dô was im aber daʒ reht zuo swêre; wan daʒ reht ist immer swinde unde dâ bî diu gnâde linde. Heinr. v. Krolewiz vaterunser 2204; so habn on widersprechlich wir entpfangn ein schwind mandat alhier. Schade sat. u. pasqu. 1, 142, 566. I@3@bb) sonst von menschlichen handlungen, mhd. swinde ræte, schlimme, böse, verderbliche: si hete swinde rætean die geste getân. Nibel. 1848, 4; sie vielen ûffe missetât und vunden einen swinden rât: sie morten sie alle ûf einen tag. livl. reimchr. 774; swinde blicke, grimmige: wan daʒ si swinde blickean ir vîende sach. Nibel. 1687, 4; vgl.: grimme ist swinde mit der angesiht, scharpf mit den worten. d. mystiker 1, 319, 5. — swindiu rede: mit rede harte swindesi rach an Hartmuoten ir anden. Nibel. 1047, 4; swaʒ man mit swinden sprüchen dâ ûf si gebikket, si sint an ganzer wirde und an tugenden gar erlamt. minnes. 2, 232a Hagen. ähnliches im nhd., schwinde that, schlechte, schlimme: dem hat d. Martinus schwinden handel angezeigt, und das er zu keiner rechten antwort komen müge. Luther 1, 111a; es ist aber warlich eyn schwynder griff, der zw erstörungh viller lande woll dynstlich und ist von den geistlichen eyn seligklich wergk, die sulchs suchen, anrichten und fordern, hatt ydermann daruber vordrissz. Weim. urk. v. 1522 bei Dief.-Wülcker 850; in ansehung der schwinden böszen auffsetzigen tathen, angriffen, beraubes und beschedigung. ebenda; weil aber dieser handel etliche zu schwinde gedaucht, ist der hertzog von etlichen darumb angeredt und gefraget, warumb er doch mit dem graffen solcher gestalt gebaret, und jhn mit zweierley straffe gestraffet. Andr. Hondorff hist. u. exempelb. (1572) 267b; als er sich nun hatt wol bedacht, was er für laster hett vollnbracht, da fellt jhm inn ein schwinde that. Alberus fabeln s. 53 neudruck (11, 175). schwinde antwort, grimmige: so hastu doch aus deinem grimme und unschickligkeit, uns so ein schwinde antwort geben, und auch mit mehrer unwarheit weiter angegrieffen. Luther 3, 189b. I@3@cc) von menschen selbst, in verschiedenem sinne; zunächst hart, strenge, vom richter, herrscher u. ähnl.: schwind, ernsthafft, o. choleré. Hulsius 294a; schwinde richter. Lobwasser calend. s. 7; aber in der sachen gottes wort belangend, sol er (herz. Georg zu Sachsen) seer hart und schwind noch sein. (Spalatin bei) Luther 5, 34a: drumb denck daran, wie dieser wei zumal ein schwinder scheidman sei. Alberus fabeln s. 24 neudruck (3, 54); da heben sie (die frösche) zu klagen an, der storck der sey ein schwinder man. 29 (5, 44); der Ablasz war ein schwinder mann, wer jhn veracht, der war im bann. 47 (11, 7). mhd. mit folgendem dativ: (graf Rudolf war) den senften guot, den übeln swinde. Ottokar reimchron. 12674; zu Colmin in dem lande was ein lantcomentûwer, ... den undirtânin swinde und kegn den vîndin linde. Nic. v. Jeroschin 16545. dafür mit: und bis nit dyns muodis swindemit dyme gesinde. Muscatblüt 66, 13. I@3@dd) anderes besonders im mhd., so böse, grimmig: dô Sibche starp, dô lieʒ er kint, diu nû bî disen zîtenalsô swinde worden sint, daʒ man si lîden muoʒ,dâ man ir wol enbære. Reinmar v. Zweter 122, 5 Roethe; mit meʒʒern und mit swerten an lief mich vil ofte der swinde man. Ulrich v. Liechtenstein 547, 8; lâ dich niht dringen hindan den argen tiuvel swint. Ottokar reimchron. 39080; stolz, übermütig: sîn eigen kneht wirt im sô swinde, daʒ er ob im wil twahen sîn hant. Reinmar v. Zweter 139, 9 Roethe. ähnlich noch nhd. (jähzornig, grimmig?): das ich wert unfertreglich, frech, truczig, stolcz, ueppig, schwind und gech. H. Sachs fastn. sp. 6, 74, 250 neudruck. auch für karg (wol aus der allgemeinen bedeutung 'böse' spezialisiert): mange leute sint doch so swinde, daʒ si irem teglichen gesinde des brôtes etswenne niht geben wollen. renner 5283. andrerseits auch in lobendem sinne, thatkräftig: hier engnuogete ime niht mite, daʒ ime die werlt was undertân, er wolde ouch himelrîche hân. er was alse ein swinde man, daʒ eine er mit dem andern gwan. Heinr. u. Kunigunde 185. ähnlich: witzec unde tugenthaft und swinde an allen dingen. Albrecht v. Halberstadt 35, 223. auch sonst durch an näher bestimmt: an roube wart er sô swinde, swaʒ ein ander ligen lieʒ, in sînen sac erʒ alleʒ stieʒ. Helmbrecht 660. in anderm sinne mit zuo, swinde zû koste 'ohne bedenken im kostenpunct', freigebig: der werde furste riche was zû koste swinde. Elisabeth 139. I@3@ee) so auch swinder muot, swinder site u. ähnl.: den übeln hât er swinden muot. Lamprecht v. Regensburg tochter v. Syon 1274; sehet dô kam dort her geriten ein getwerc mit swinden siten. Laurin 152; dise zwên ze Frowenburc zuo riten mit swinden ungetriwen siten. Ulrich v. Liechtenstein 538, 18; den bœsen schalken swindiu bôsheit wol behaget. minnes. 3, 47a Hagen. I@3@ff) vereinzelt wird swinde im mhd. auch von rossen gesagt, wild, unbändig: hêre, iʒ ist Buzival, ein ros vil swinde. Vorauer Alex. 292 (im Straszburger Alex. 344: ein ros freislîch). I@44) dann entwickelt sich schwind besonders im ältern nhd. sehr häufig zu der bedeutung 'listig, schlau, geschickt', die im engl. von vorn herein die herrschende ist (derselbe übergang des begriffes physischer kraft in den geistigen könnens auch in andern sprachen, vgl. z. b. griech. κράτος u. a.). I@4@aa) den übergang von der gewöhnlichen bedeutung (1, f) vermitteln wendungen, wie schwinde list; so sehr häufig: einen armen jungelinc nam er durch swinde klûcheit und tet im an sîne kleit rechte alʒ er eʒ wêre. pass. 226, 93 Köpke; er ist von listen swinden und kan zoubern ouch dâmite. 261, 2; ein Littouwe swindir list. Nic. v. Jeroschin 19339; nun die köngin ist schwinder list zu dem handl wol geschicket ist. H. Sachs 3, 1, 107d; sind worden zu dem mord gezogen von Medea durch schwinde list. 3, 2, 104c; wie du den pfaffen thest bethörn umb sein rosz, durch dein schwinde list. 4, 3, 24d; der stellt sich einfeltig und schlecht, der doch war gar vol schwinder list. 71a. von dem einzelnen schlau erdachten anschlag: hievon gedachte er in der vrist mit valsche ein harte swinde list. pass. 313, 14 Köpke; so wurden die beid uberausz mit einem schwinden list betrogen. H. Sachs 2, 4, 110b; icz felt mir ein ein schwînder list. fastn. sp. 6, 138, 61 neudruck; da brauchet er ein schwinden list. werke 16, 342, 13 Keller-Götze; dasz in dem krieg oft schwinder list gegen den feind fürtreglich ist. 344, 10; das offt der ring mit listen schwind den grosz gwaltigen uberwind. 18; das der frommen papisten schar meist ungelückt in diesem jahr, auch jhr anschlag und schwinde list den krebsweg ausgangen ist. der post reutter (1590) A 4b; doch den mit ihren schwinden listen procuratores und juristen gar oft führen ein krumme strasz. Wolgemut Esop. (1623) 1, 66. I@4@bb) gleichbedeutende verbindungen: suchen, und tichten so behende fündlin, und schwinde griffe. Luther 4, 406b; und ist denn der alber man, unser herr gott, auffs aller feinste geteusscht, das er solche schwinde grieffe nicht sehen noch mercken kan. 5, 417a; (die geistlichen) haben eyn hertz durchtrieben mit geytz .. das sihet man dabey, das sie so viel schwinde und spitzige fundlen erdicht haben, das es unzelich ist, damit sie aller welt gut zu sich bringen. 14, 54, 29 Weim. ausg.; als er das arme weib unser altmutter Eva von gottes wort unnd befelh mit behenden und schwinden tücken verfürt. Er. Alberus ehbüchlin A 2a; unde also untjagede he de viende mit listen, de dar siner swinden toge nicht en wisten. Eberhard reimchron. 1312; auch haben die alten und jungen frawen und jungkfrawen notzwungen eins theils listig mit schwinden rencken. H. Sachs 3, 1, 256a; da ich (Cäsar) gantz blutdürstiger art durch schwinde griff und listen scharpff viel landt und leut unter mich warff. 3, 3, 35c, du must (zu hofe) in all rahtschleg bewilligen ... auch schwinde finantz helffen machen schetz zu samlen, und in krieg sachen must du die feindt helffen mit schwinden verretters stücken uberwinden. 35d (fastn. sp. 3, 44 f. neudruck). I@4@cc) neben andern substantiven nimmt schwind die bedeutung 'klug erdacht, gewandt' an: und vil swinder und behender wort sprach si deme bischove zû. d. mystiker 1, 10, 6; solche antwort und schwinder vortheilhaffter anstalt hat dem keyser also gefallen. Zinkgref apophthegm. 1, 213; listig ersonnen: und dô lieʒ er durch swinden vrumen in deme turne undergraben. pass. 561, 9 Köpke. I@4@dd) von menschen, gewandt, listig, verschlagen: want hie ist also gar swinde mit sinen listigen finden. Alsfeld. passionssp. 179; do von hot dich geloset Jhesus der swinde mit sinen falschen listen. 2899; mit meiner schalckheyt umbadumb bin ich gar schwindt, wo ich hin kumb. H. Sachs fastn. sp. 5, 1 neudruck. I@4@ee) schwinder kopf: es waren schwinde, gelehrte scharpffe köpff, Eusebius und sein anhang. G. Nigrinus papist. inquisition 112; Alexander der weit berüempt und mächtigest künig .. hat von jugent auf ein scharfen schwinden kopf gehabt. Aventin chron. 1, 337, 27; für den menschen: die welt nach ihrer art helt viel von schwinden listigen köpfen. Mathesius Syrach 1, 121b. I@55) endlich geht schwind in die bedeutung 'schnell' über, die sich aus dem ursprünglichen begriff des ungestümen leicht ergibt und bei geschwind heute zur ausschlieszlichen herrschaft gelangt ist. so in den wörterbüchern des 17.—18. jahrh. angegeben: schwind, schnell, hurtig, o. gaillard, agile, habile Hulsius 294a; schwind, schnell, agilis, gaillard Schottel 1413; schwind (adj.) agilis, repentinus, periculosus Steinbach 2, 555; schwind, geschwind, adj. celer. citus, behend, eilend, festinus, velox, schnell, repentinus, subitus, non provisus, unvermuthet, plötzlich. die alten haben noch schwind. Frisch 2, 250c. doch sind die belege für adjectivischen gebrauch in der litteratur überaus selten (häufig als adverb, s. II). I@5@aa) von handlungen, die in schnellem tempo vor sich gehen: nû ... grîfen an diu mære,welch ein swindiu vart mit dem wilden grîfendaʒ kint dannen treit. Kudrun 67, 2. I@5@bb) von menschen, die schnell mit etwas zu stande kommen: vor dem rath oder vor dem richter da ist mein fraw der schwindest tichter. bald sie nur auff die erden sicht, hat schon ein lügen sie erdicht. H. Sachs fastn. sp. 4, 112 neudruck. von wesen, die sich leicht und schnell bewegen: hecht ist ein schwinder schneller fisch. H. Sachs 2, 2, 111b. ähnlich auch: lieber, kan gott solchs thun mit einer leiblichen stimme, warumb solt ers nicht viel mehr thun können mit dem leibe Christi ... weil sein leib viel schwinder und leichter ist denn keine stimme, und ist jm alle creatur durchleufftiger denn die lufft der stimme ist. Luther 3, 461a. I@5@cc) hierauf beruht auch mhd. swinde 'jäh, steil': nu was ein alzu hoher berg, ein rotsche, ein swinde gehe. Elisabeth 3625. IIII. das adverb lautet mhd. swinde (vereinzelt swindes Frauenlob 77, 12), nhd. überwiegend schwind. die bedeutungen sind dieselben, nur nach ihrer häufigkeit anders vertheilt. II@11) gewaltig, heftig, sehr. so besonders im mhd., doch auch noch nhd. II@1@aa) neben äuszern handlungen, swinde slahen, ziehen u. a.: er stach in alsô swinde von dem orse ûf daʒ gras. Wigalois 3022; er het in an daʒ houbet troffen alsô swinde. Heinr. v. Freiberg Trist. 5215; mit beiden viusten er sich sluoc gar swinde gein dem herzen. 6597; nu ziehen mer en swinde! Alsf. passionssp. 4250. II@1@bb) laut: er hürnet alsô swinde, und wart sîn hornschal alsô grôʒ, daʒ der walt dâ von erdôʒ. Heinr. v. Freiberg Tristan 3566; und singet uns dâ swinde vil schône in süeʒem dône! 4690; welhischen rief er swinde. Ottokar reimchr. 608. vom weinen: si weinten harte swinde. Kudrun 1069, 2; si weinte ummâʒen swinde. pass. 665, 42 Köpke. II@1@cc) von empfindungen: in herzen er des swinde erquam und wart dâr umbe erzürnet gar. Heinr. v. Freiberg Tristan 3244; daʒ muot herte swinde, die zuo dem urliuc kunden. Ottokar reimchr. 25407; iʒ wundirte in swinde. Nic. v. Jeroschin 10801; die landen unt den liuten ouch, in selben swindes gremden (auf sie sehr erbittert waren). Frauenlob 77, 12; ob daʒ die pOesen haʒʒen swind. Suchenwirt 38, 95; also verdros Paulum uber die massen schwind, das sein liebes vaterland .. solt den elenden Christum, Josephs son annemen. Luther 8, 278b; vgl. auch: dasz solchs (solche laster) den hangt am meisten an, (dasz es) die zwingt und anficht wunder schwind, die von natur was freuntlich sint, ja auch wie serer ein solchs lüst, je gleicher er eim menschen ist. Schade sat. u. pasqu. 1, 122, 411. II@22, II@2@aa) in andern verbindungen nähert sich swinde der bedeutung 'grimmig, wütend', zunächst neben verben ähnlichen sinnes, swinde rechen, vluochen: an dem sich got sô swinde rach. Konrad v. Würzburg Silvester 448; dem wir sô swinde fluochen. Helbling 2, 518. ähnlich auch: er gedâhte im harte swinde daʒ er in lobte ê bestân. Biterolf 10802. doch auch neben verben von indifferenter bedeutung: von den wirt enphangen sô swinde disiu botschaftdaʒ ich in mîner sinne kraft hân michel sorge darzuowie ich den mæren sô getuo daʒ ich den lîp mäge bewarn. klage 1326; si begunden vil swinde reden ze sînen dingen und in ze mære bringen, er wære ein zouberære. Tristan 8332. doch sind stellen wie die letztern nicht sicher von den bedeutungsclassen 1, b und 3 zu scheiden. II@2@bb) nhd. ähnlich, besonders schwind fahren, strenge, gewaltsam, hart verfahren, u. dergl.: denn sie woltens gern schwind und arg machen. Spalatin bei Luther 5, 36b; sie sagen, das unser gegenteil die doctores, jre verlegung auff unser bekentnis so schwind, hefftig, und hessig gestellt haben, das kei. maie. selbs gesagt hab, es sey zu hessig. 38b; wir müszen uns endlich mit ernst, und schwind gegen ihnen (die romanisten) setzen, weil wir aufs höchst von ihnen beraubt und geplündert werden. Hutten 5, 11; wir bitten so vil unser sint, du wolst nicht farn so ernst und schwint. Schade sat. u. pasqu. 1, 118, 278; das man ein mas in allem halt und nicht schwind fahr und mit gewalt. Lobwasser cal. s. 38. II@2@cc) ähnliche wendungen jedoch auch in anderm sinne, in die bedeutung 3 übergehend, geradezu, unbesonnen, leichtfertig, so bei Luther: so man sie fragt, ob sie jre gerechtigkeit nichts achten, faren sie schwind heraus und sagen, eia des bin ich gewis. 1, 45b (ebenso 3, 27a); und wiewol die leichtfertige jugend, aus ubriger lust des fleischs, in diesen sachen schwind feret, so ist es doch ein gros ding für gott. 170a (2, 167, 9 Weim. ausg.); drumb sollt man vornunfftiger von den sachen reden und nit szo schwind Christum und seyne kirchen ketzer schelten. 6, 79, 27 Weim. ausgabe. II@33) der begriff der schnelligkeit, der im adjectivischen gebrauche (s. I, 5) nur selten eintrat, hat sich beim adverb im nhd. zur vorherschenden bedeutung herausgebildet, begegnet indessen auch schon im mhd. II@3@aa) von handlungen, die in schnellem tempo vor sich gehen, so besonders bei verben der bewegung: dô lief er harte swindedâ er Sîfriden vant. Nibel. 463, 4; ir ros vil edel unde guot si alsô swinde truogen dar. Konr. v. Würzburg Engelh. 2599; unt wie die tag' mîs lebenes loufen von mir swinde. minnes. 2, 258b Hagen; und swer ir îlen het gesehen, der müeste des fürwâr jehen, daʒ nie von kuniges kinde wart gesehen alsô swinde über velt gegangen. Ottokar reimchron. 4710; der kunic gâhte swinde. 7269; ich wele zu minem vater swinde uff faren uber alle winde. Alsf. passionssp. 7876; von dannen so floch ich schwind. fastn. sp. 117, 16; zu der will ich eilen swinde. 412, 8; daʒ firmamentum gat umbe von orient vil swinde zuo dem occident. Meinauer naturl. 294a; nemest du denne einen stein, unde wurfest in hohe uff ... so vellet er swinde. 294c. — sihe, wenn er schwind hinferet, wer wil jn wider holen? Hiob 9, 12; die geister, so schwinde sie lauffen und eilen, so bald gehen sie auch wider unter, und lassen ab. Luther 4, 257a; die (bach) sahe er fliessen als schwind eyn boltz von eynem armbrost geet. Fierrabras G 2a; wie leufft er so ernstlich, er mus freilich eyn gros anligens haben, welchs ihn also schwind treibt. Alberus widder Jörg Witzeln mammeluken K 7a; und wir ruderten jnen auffs schwindest nach wol vier gantzer stunde. H. Stader l 4a; sie eilten auf das schwindeste so sie kondten wider nach dem lande. 4b; er hub an und lieff also schwinde. bergreihen s. 93, 21 neudruck; ey schaw wie saust daher so schwindt ein grawsammer, starcker sturm windt. H. Sachs 3, 1, 158a; da lieffen wir so schwind hinumb. fastn. sp. 2, s. 33 neudruck; das städtlein Emaus ist zwar klein und gar gering, auch von Jerusalem nicht gar zu weit gelegen. wann einer früh auff wär, und nicht sehr schwinde gieng, so käme man doch hin gar leichte für neun schlägen. Werder Tasso 2, 56. so auch mit ausgelassenem verb.: gut gsell, wann her so schwind? H. Sachs 2, 4, 60b; vergl.: wo unerfahren wir mädchen sind. ach! wie der wind, so husch, so schwind. tanzen so eilig u. s. w. Klinger theater 4, 166. neben andern verben: ich ensach nie jungerlernen alsô swinde. Kudrun 370, 3; es sey aber ein solcher strauch, der sehr schwinde wechst, und bald so gros wird. Luther 3, 220a; denn es gehet nicht so schwinde zu, das ein kind in mutterleibe bald zur welt geboren werde, sondern wird langsam gebildet. 6, 305a (das zweite 305, richtig 307); dann dergleichen lieder, wie sie schwind auffkommen, also vergehen sie auch schwind wider. Zinkgref apophthegm. (Straszburg 1626) 1, 83. II@3@bb) von handlungen, die geschwind eintreten, schnell, bald, schleunig, sofort, plötzlich, zuweilen mit dem begriff des unerwarteten: gebiutetʒ aber dîn rôter munt, sô genise ich swinde. Hartmann v. Aue 1. büchl. 1820; 'wie der blix oben vom hymel blixet: ... also wird des menschen son an seynem tag sein', das ist, so schwind und unversehens und plotzlich wird er hereyn brechen. Luther 14, 67, 23 Weim. ausg.; der münch läszt schwind alle säw im dorff zusammen treiben. Zinkgref apophthegm. 1, 212; als nun ein fürnehmer herr fürüber gieng und sagt: an dem hausz stehen trefflich viel narren, und d. Rhodus dieses hörte, antwortet er schwind: es gehen jhr aber noch viel mehr vorüber. 288; ob etliche brueder war tod beliben unnd verlies sein weib an kind, sein brueder sol sy neren schwint unnd erberben seinem brueder ein samen. altd. passionssp. aus Tirol s. 467, 1623; derhalb zwen rhatherren erkoren haben ein bündnusz zsamm geschworen ... den keyser hin zu richten schwind. H. Sachs 4, 2, 99d; ob gleich die welt untergieng, und die berg süncken schwind und rund in die tieffe desz meeres grund. 5, 1, 38c; ein zeter gschrey sie machen schwindt. Rebhun s. 5, 11 Palm (Sus. argum.); ich weis, mein eltern stürben schwindt. Ackermann s. 40, 861 Holstein (Tob. 2, 3).
27153 Zeichen · 646 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwind

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    * Schwind ,

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwind

    Goethe-Wörterbuch

    schwind rasch, eilends bzw gleich, unverzüglich [ Satyros: ] Wer ist dein Vater dann?| [ Arsinoe: ] Er ist der Priester …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwind

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwind , Moritz von, Maler, geb. 1804 zu Wien, kam 1828 nach München zu Cornelius und betheiligte sich daselbst vielfac…

  4. modern
    Dialekt
    schwind

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    schwind Band 9, Spalte 1956 schwind 9,1956

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwind

156 Bildungen · 134 Erstglied · 8 Zweitglied · 14 Ableitungen

Zerlegung von schwind 2 Komponenten

sch+wind

schwind setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwind‑ als Erstglied (30 von 134)

schwindartig

DWB

schwin·dartig

schwindartig , adj. : wenn nun aber auch an entfernten theilen die drüsen anschwellen, ausschläge von verschiedner gestalt, oder geschwüre, …

schwindbeutel

DWB

schwind·beutel

schwindbeutel , m. ' lederner beutel, mit allerlei kräutern, kirchhof-erde, ackermaus-ohren u. s. w. angefüllt, um kühen, die die schwindsuc…

schwindblume

DWB

schwind·blume

schwindblume , f. name einer binsenart, helonias Nemnich. — schwindblümel, name der aurikel, primula auricula Pritzel-Jessen.

schwindel

DWB

schwin·del

schwindel , adj. , ganz vereinzelt für schwindelnd: mit weinenden augen, mit schwindelem hirne. der ewigen weiszheit betbüchlin (1518) 106 b…

Schwindelanfall

PfWB

schwindel·anfall

Schwindel-anfall m. : wie schd., Schwinnelan- fall [ LU-Opp BZ-Dierb ]. Er hot als Schwinnelanfäll [ LU-Opp ]. Südhess. V 926 .

schwindelbeerbaum

DWB

schwindelbeerbaum , m. name des schlingbaumes in Tirol, viburnum lantana. Pritzel-Jessen.

schwindelbeere

DWB

schwindel·beere

schwindelbeere , f. 1) die tollkirsche, wolfsbeere, nachtschatten, atropa belladona. Nemnich. Pritzel - Jessen. 2 ) der schlingbaum, virburn…

schwindelbild

DWB

schwindel·bild

schwindelbild , n. : die mutter soll das kind vor leidenschaft behüten, die den reifern oft dahinreiszt, — und du, du selber füllst des knab…

schwindelbrücke

DWB

schwindel·bruecke

schwindelbrücke , f. brücke in schwindelerregender höhe: der ( forstmeister ) erklomm einen absatz an einer gegenüberstehenden hohen mauer, …

schwindeldach

DWB

schwindel·dach

schwindeldach , n. : erst wirbelt sie ( die hölle ) mich künstlich auf der freude leztes glättestes schwindeldach, schwäzt mich bis an die s…

schwindeldrehn

DWB

schwindeldrehn , n. : und mögen goldne schurken beben und sich vor kraft und tugend graun und mit der feigheit schwindeldrehn vor dem erwach…

schwindeldumm

DWB

schwindel·dumm

schwindeldumm , adj. , in älterer sprache schwindeltumm, betäubt, taumelig, dösig vom schwindel, schwindlig. Weinhold 16 b : die welt ist ru…

schwindelei

DWB

schwinde·lei

schwindelei , f. das schwindeln, schwindelhaftes handeln, gleichbedeutend mit schwindel 3 ( b ) und besonders für den wenig gebräuchlichen p…

schwindelerregend

DWB

schwindelerregend , adj. : und wieder endeten und wieder begannen die ereignisse der nacht ihren schwindelerregenden reihentanz vor den fieb…

schwindelfrei

DWB

schwindel·frei

schwindelfrei , adj. frei von schwindel (1): in jede ( der pyramiden des Mailänder doms ) hat sich ein dutzend kleiner heiliger männchen ein…

schwindelgeist

DWB

schwindel·geist

schwindelgeist , m. 1 1) geist des schwindels, taumels: schwarm- sive schwindelgeist, spiritus lymphaticus, ceritus. Stieler 639 ; nach Adel…

schwind als Zweitglied (8 von 8)

Abtschwind

Wander

abt·schwind

Abtschwind In Abtschwind und Geiselwind viel Huren und Hexen sind. – Pistor., II, 4. Zwei Oerter in Franken am Steigerwalde. Das Sprichwort …

g(e)schwind

Idiotikon

g(e)schwind Band 9, Spalte 1956 g(e)schwind 9,1956

geschwind

DWB

geschwind , adj. und adv. , unverkürzt geschwinde, mhd. geswinde, verstärktes mhd. swinde, swint, älter nhd. schwinde, schwind ( s. d. ), da…

u(n)g(e)schwind

Idiotikon

u(n)g(e)schwind Band 9, Spalte 1964 u(n)g(e)schwind 9,1964

Wälschwind

Idiotikon

Wälschwind Band 16, Spalte 527 Wälschwind 16,527

wëltg(e)schwind

Idiotikon

wëltg(e)schwind Band 9, Spalte 1964 wëltg(e)schwind 9,1964

Ableitungen von schwind (14 von 14)

beschwinden

DWB

beschwinden , tabescere, schwinden: der kranke ist beschwunden, dahin geschwunden. Stieler 1980 . vgl. mhd. geswinden.

entschwinden

DWB

entschwinden , evanescere, weg, aus den augen kommen, verschwinden: und schnell, wie geister in die luft verwehen, entschwand sie mir und wa…

Erschwinden

Adelung

Erschwinden , verb. irreg. act. S. das folgende.

geschwind

DWB

geschwind , adj. und adv. , unverkürzt geschwinde, mhd. geswinde, verstärktes mhd. swinde, swint, älter nhd. schwinde, schwind ( s. d. ), da…

geschwinde

DWB

geschwinde , f. schnelligkeit, raschheit, noch in Oberdeutschland Adelung : sollen sich mit groszer geschwinde in den sand verschlieffen. Fo…

geschwinden

DWB

geschwinden , verb. , verstärktes schwinden ( s. d. ). 1 1) dahinschwinden, verschwinden, vergehen: mhd. dô muoste im gar geswinden diu vröu…

geschwindlich

DWB

geschwindlich , adv. rasch, schnell: und hencke in denn geswindelich. Hans v. Bühel Dioclet. 6868, snelle 6849 ; und randt als geschwindlich…

geschwindung

DWB

geschwindung , f. exanimatio, geschwindung, angstliche forcht Maaler 174 b . zu geschwinden 2.

schwinde

DWB

schwinde , f. 1 1) mhd. swinde stärke, ungestüm, heftigkeit Lexer handwb. 2, 1376 : sô dan mit sînem ôsterwinde der heilig geist in senfter …

verschwind

DWB

verschwind , m. , zu verschwinden gebildet wie schwind, m. ( th. 9, sp. 2652) zu schwinden; wie schwind ist auch verschwind krankheitsname: …

verschwinden

DWB

verschwinden , verb. , ahd. farsuindan Graff 6, 884 ; mhd. verswinden mhd. wb. 2, 2, 798 b . Lexer mhd. handwb. 3, 264 ; alts. farswindan Wa…

verschwindlich

DWB

verschwindlich , adj. vergänglich: was ist ein mensch, welcher verschwindlich und bald ist nicht mehr. lob und danck a b c (1664) 26 .

verschwindung

DWB

verschwindung , f. , esvanouissement. Hulsius dict. (1616) 355 a ; verschwindung, abitio, sive abitus in auras et vanescendi ratio; freuden-…

Zerschwinden

Campe

Zerschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Schwinden ), mit sein , zerfahren und verschwinden, sich verlieren. Schon längst — ist der Duft zersc…