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Schroten

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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11 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schroten

Bd. 3, Sp. 1663
Schroten, verb. reg. außer, daß es im Mittelworte lieber geschroten als geschrotet hat. Es ist eigentlich eine Onomatopöie, welche den Laut, den die ausdruckt, genau nachahmet, und ursprünglich als ein Neutrum üblich war, diesen Laut von sich geben, oder hervor bringen. Die Schilde begunden schroten, bey dem Stryker; vermuthlich, die Schilde fingen an zu rasseln oder ein Geräusch zu machen. In dieser Gestalt ist es veraltet, indem wir es nur noch als ein Activum kennen, wo es von mehrern sehr verschiedenen Handlungen üblich ist, welche aber insgesammt mit diesem Laute verbunden sind, oder doch ursprünglich damit verbunden waren. Diese Handlungen sind, 1. Nagen, wenigstens diejenige Art des Nagens, deren Laut der im Zeitworte liegenden Onomatopöie am nächsten kommt, dergleichen das Nagen größerer Thiere an großen Körpern ist. Nieders. schraden, und im Lateinischen ohne Zischlaut rodere. Im Hochdeutschen ist es in dieser Bedeutung noch hin und wieder gangbar, daher auch gewisse Arten Käfer Schröter genannt werden. Siehe dasselbe, ingleichen Ratze. 2. Gröblich zermalmen, auch nur von solchen Arten, welche mit diesem Laute verbunden sind. Die Nagethiere schroten das Holz, das Getreide, wenn sie es durch Nagen gröblich zermalmen. Am[] üblichsten ist es in den Mühlen, wo das Getreide geschroten wird, wenn man es von dem Steine in grobe Stücke zerbrechen läßt, ohne es durch das Beuteltuch gehen zu lassen. Geschrotene Gerste geschrotenes Malz, geschrotene Bohnen, Erbsen u. s. f. Dergleichen auf den Mühlen gröblich gemahlne Früchte denn auch collective Schrot genannt werden. Ohne Zischlaut sind auch Krütze, Kraut, so fern es ehedem gröbliches Pulver bedeutete, u. a. m. damit verwandt. Das Nieders. schraden, Angels. scredan und Schwed. skräda, bedeuten gleichfalls zermalmen. 3. Mit dem diesem Zeitworte eigenen Laute, aushöhlen; wo es doch nur selten vorkommt. Ehedem scheinet es auch in weiterm Verstande für aushöhlen überhaupt üblich gewesen zu seyn, wovon denn Schrot ein hohles Gefäß, und das Geschröte, der Hodensack, Lat. Scrotum, abstammen. Das Bergmännische schroten, durch Erde und Gestein arbeiten, gehöret so wohl zu dieser, als der vorigen Bedeutung. Es ist daselbst besonders in den Zusammensetzungen erschroten, unerschroten, verschroten, üblich. Der Bergmann hat starke Wasser erschroten, wenn er im Erbrechen eines Ganges oder einer Kluft auf Wasser kommt. Einen Gang mit einem Stollen erschroten, durch Führung oder Grabung eines Stollens auf einen Gang kommen. Ein unerschrotenes Feld, wo noch nicht nach Erz gegraben worden, ein uneröffnetes, im Gegensatze des verschrotenen Feldes. 4. Der Quere nach zertheilen, es geschehe nun durch Sägen, Hauen, Schneiden oder auf andere Art. 1) Eigentlich; Nieders. schraden, schon bey dem Ulphilas skreitan, im Angels. screadan, im Engl. to shred, to shroud. Besonders von denjenigen Gattungen des Theilens dieser Art, wobey der diesem Zeitworte eigenthümliche Laut Statt findet, welches bey dem Zertheilen großer, harter, aber doch dabey gewisser Maßen zäher Körper zu geschehen pfleget. Einen Baum in zwey Stücke schroten, ihn in der Quere in zwey Stücke theilen, es geschehe nun durch Hauen vermittelst der Schrotaxt, oder durch Sägen vermittelst der Schrotsäge. Die Nadler schroten den Draht zu Nadeln, wenn sie ein Pack Draht mit der Schrotschere durchschneiden. Von dieser Bedeutung stammet vermuthlich das Niedersächs. schrad, schräge, ab. 2) In weiterer Bedeutung wird es in vielen Fällen für zertheilen überhaupt gebraucht, es geschehe nun durch Schneiden, oder durch Hauen, Sägen u. s. f. wo doch immer mit auf den eigenthümlichen Laut des Zeitwortes Rücksicht genommen werden muß. Die Schmiede schroten ein Stück Eisen entzwey, wenn sie es entzwey hauen, d. i. es auf das Schroteisen legen, oder auch den Schrotmeißel darauf setzen, und es solcher Gestalt vermittelst des Hammers theilen. Geschrotene Eisen sind im Bergbaue von dem Stangeneisen abgeschlagene Stücke. In den Münzen werden die Zaine geschroten, wenn man mit einem hohlen, runden, scharfen Eisen die runden Stücke, welche hernach gepräget werden, aus den Zainen hauet. Auf eben dieselbe Art werden auch die Oblaten geschroten. Eben so wird es in vielen Fällen für sägen gebraucht. Die Kammacher schroten das Horn, wenn sie es sägen. Ingleichen für schneiden. Ehedem schrotete man das Getreide, wenn man es mit der Sichel abschnitt, ja man gebrauchte es vor diesem von einem jeden Schneiden mit der Schere, in welchem Verstande das Nieders. schraden noch üblich ist; daher ein Schneider ehedem auch Schröter, Nieders. Schrader genannt wurde. Im Hochdeutschen ist es hier wenig mehr gangbar, außer in einigen Fällen des gemeinen Lebens; der ehemahlige figürliche Gebrauch aber ist völlig veraltet. Min lib ist abageschroten, mein Leben ist abgekürzet, Notk. Er beschrotete ihre Pfründen, für beschnitt, Walser ein Schweizer. Ohne Zischlaut ist auch im Böhm. Kratj schneiden. 3) * Eine Figur dieser Bedeutung des Theilens, Zertheilens scheinet auch der nunmehr längst[] veraltete Gebrauch für erforschen, durchforschen, zu seyn, wo es mit dem Lat. scrutari sehr nahe verwandt ist. Sie durchscroteton, sie durchforschten, Notk. bey welchem scrodende auch scrutantes ist. Wenn es hier nicht vielmehr eine Onomatopöie des Fragens, der menschlichen Stimme, ist, da es mit grüßen, Nieders. gröten, verwandt seyn würde. Im Schwed. ist skräda auswählen, Nieders. so fern es von dem Auswählen der Speisen gebraucht wird, krüden, wo der Begriff des Zertheilens der hervorstechendste ist. 5. Schieben und wälzen; doch auch nur von dieser Behandlung schwerer Körper, welche, wenn sie geschoben oder gewälzet werden, den diesem Zeitworte eigenen Laut machen, daher es nur in einigen Fällen üblich ist. Im Lat. ohne Zischlaut rotare, bey dem Pictorius roden, movere ac moliri, wohin auch unser Frequentativum rüttlen gehöret. Einen Stein fortschroten, mühsam fortschieben oder fortwälzen. Eine Last von dem Wagen, auf den Wagen schroten. Ein Faß Wein, ein Faß Bier in den Keller schroten, aus dem Keller schroten. S. Schröter, Schrotleiter, Schrotseil. Hierher scheinet, doch ohne Zischlaut, auch das Nieders. kroden zu gehören, welches besonders in den Torfländern üblich ist, wo der gegrabene Torf gekrodet wird, wenn er auf einem Karren an den Ort geschoben wird, wo er trocknen soll, welches von den Krodern geschiehet. So auch das Schroten. Anm. Ehedem ging dieses Zeitwort irregulär; Imperf. ich schriet, Mittelw. geschrieten oder geschroten, von welcher Form noch jetzt das Mittelwort geschroten für geschrotet üblich ist.
6592 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schrôtenstv. red. III.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    schrôten stv. red. III. BMZ md. schrôden, schrâten Herb. Fasn. 1005,24 (: râten), schrâden Karlm. Gr.w. 2,646 ; prät. sc…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schroten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schroten , verb. reg. außer, daß es im Mittelworte lieber geschroten als geschrotet hat. Es ist eigentlich eine Onomatop…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schroten

    Goethe-Wörterbuch

    schroten Getreide grob zerkleinern; je einmal im Vergleichszshg u metaphor hat mir ein böser Prozess einige Stunden Nach…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schroten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schroten , s. Schmieden , S. 902, und Münzwesen, S. 276; S. des Getreides, s. Schrotmühle .

  5. modern
    Dialekt
    schroten

    Elsässisches Wb.

    schrote n [rótə S. O. Bf. ; rûtə Bisch. K. Z. ; Part. krótə S. O., krût K. Z. ] 1. mit der Axt in den Baum hauen Dol…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schroten

39 Bildungen · 8 Erstglied · 26 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schroten 2 Komponenten

schro+ten

schroten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schroten‑ als Erstglied (8 von 8)

schroten I

SHW

schroten I Band 5, Spalte 769-770

schroten II

RhWB

schroten II PfWB LothWB das Zeitw., mhd. Lexer schrôten entsprechend u. rhein. auf schrôden zurückgehend, ist Rhfrk durchaus im Gebrauch [im…

Schrotenkerl

RhWB

schroten·kerl

Schroten-kerl -ū:tən- Sol-Ohligs ; -ū·ə.nən- Mettm-Cronenbg m.: Händler mit Altmetall.

Schrotenkopf

RhWB

schroten·kopf

Schroten-kopf (s. S.). 1. -ǫtənkǫp Kieselstein als Strassenbelag Wippf-Frielingsd . — 2. -udə- Bitb ; -ydə- Bitb-Betting ; -ugələ- Bitb-Wier…

Schrotenmehl

RhWB

schroten·mehl

Schroten-mehl (s. S.) -ǫtə- MGladb-Rheind n.: zerstampfte Kohlenschlacken u. zermahlene Asche, zum Befestigen der Wege.

schrotenwind

DWB

schroten·wind

schrotenwind , m. in den alpen, wind in den nebenthälern: in Unterwalden heiszen diese localen luftzüge schroten- oder winkelwinde, die dann…

schroten als Zweitglied (26 von 26)

abschroten

DWB

abschroten , resecare, mhd. abe schrôten: ein eisen, den draht abschroten, abmeiszeln; ein stück von dem klotz abschroten, den klotz abschro…

anschroten

DWB

anschroten , anschneiden, ansetzen: wenn die jungen sind in die orden gestoszen, hat man inen die kutten angeschroten. Zwingli 2, 246 . es g…

aufschroten

DWB

auf·schroten

aufschroten , bei den schlossern mit dem schrotmeiszel spalten. dann in die höhe wälzen, bier oder wein aufschroten.

ausschroten

DWB

aus·schroten

ausschroten , 1 1) exedere, erodere: die mäuse schroten das getraide, den käse aus. 2 2) excidere, behauen: stämme, klötze mit der axt aussc…

beschroten

DWB

beschroten , concidere, circumcidere, was beschneiden, ahd. piscrôtan Graff 6, 578 ), mhd. beschrôten, beschriet, ags. bescreádan; zumal von…

durchschroten

DWB

durch·schroten

durchschroten , zerstücken, zernagen, mit scharfen werkzeugen klein machen; vergl. verschroten, zerschroten. die mäuse haben das korn sehr d…

einschroten

DWB

ein·schroten

einschroten , 1 1) vinum demittere in cellam, ein fasz wein einschroten, in den keller rollen. 2 2) frumentum frendere, getraide in vorrat s…

erschroten

DWB

ersch·roten

erschroten , secare, findere, praet. erschriet, mhd. darabe was irscrôten ein mantil wol mit sinnen. Athis D, 140 ; der galm sich sô wîten e…

Fortschroten

Campe

fort·schroten

Х Fortschroten , v. trs . von einem Orte wegschroten. Ein Faß fortschroten. Das Fortschroten .

Herschroten

Campe

hersch·roten

Herschroten , v. trs Herschuppen , v. trs . Herschüppen , v. trs . Herschütteln , v. trs . Herschütten , v. trs . s. Campe Her. Das Herschro…

Hinschroten

Campe

hinsch·roten

Х Hinschroten , v. trs . Hinschuppen , v trs . Hinschüppen , v. trs . Hinschütteln , v. trs . Hinschütten , v. trs . s. Campe Hin. Das Hinsc…

kienschroten

DWB

kien·schroten

kienschroten , pl. bair., pfriemenkraut, ginster. Schm. 2, 305 ; künschroten, genista hispanica Comenius orb. p. 2, 366 , Hohberg 3, 1, 486 …

Nachschroten

Campe

nach·schroten

Nachschroten , v. trs . hinter her, wie auch, hinten nach schroten, noch dazu schroten. D. Nachschroten. D. — ung .

toschroten?

KöblerMnd

toschroten? , sw. V. Vw.: s. toschrōden*?

Überschroten

Campe

ueber·schroten

Überschroten , v. trs . ich schrote über, übergeschrotet, überzuschroten , über etwas, über einen Raum weg schroten. D. Überschroten D. — un…

umschroten

DWB

umschroten , vb. , untrennbar, um etwas herum schroten, hauen, schneiden: circumtondere umbschären, umbschroten, allenthalben beschären Fris…

unerschroten

DWB

unerschroten , part.-adj. s. th. 3, 974. 9, 1787. Junghans gräublein ertz. F i j b ; Schönberg information 104 ; Minerophilus 677 ; Jacobsso…

unverschroten

DWB

unver·schroten

unverschroten , part. adj. zu verschroten th. 12, 1167, 6 im bergbau ; Veith bergwb. 517 : einen neuen unverschrotnen ganck (1540) Lori berg…

verschroten

DWB

versch·roten

verschroten , verb. , mhd. verschrôten mhd. wb. 2, 2, 220 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219. 220 ; ahd. farscrôtan, incidere, vulnerare. Graff 6…

vorschroten

DWB

vorsch·roten

vorschroten , verb. , ' hervorschroten, wie auch, vorwärts, vornhin schroten ' Campe ( als ' niedrig '); zu schroten, eine schwere last bewe…

Wegschroten

Campe

weg·schroten

Wegschroten , v. trs . durch Schroten wegschaffen. D. Wegschroten. D. — ung .

Weinschroten

PfWB

wein·schroten

Wein-schroten n. : 'das Verladen von Weinfässern'. a. 1601: Vom weinschroten ... würdt zur begebenheit der wein durch die benachbarte vff vn…

zerschroten

DWB

zer·schroten

zerschroten , verb. , zu schroten ( th. 9, 1782), grob zerschneiden, zerhauen, zermahlen: einen baum zerschneiden Konrad v. Würzburg Pantal.…

zusammenschroten

DWB

zusammen·schroten

-schroten , v. , wie -schneidern ( s. th. 9, 1786): die landläufige fabrikarbeit, welche jährlich ein- oder zweimal ihren roman und ihr thea…

zuschroten

DWB

zuschroten , v. , fleisch ausschneiden Hügel 199 , dagegen mnd. toschroten zerschneiden Schiller-Lübben 4, 586 . —

Ableitungen von schroten (5 von 5)

beschroten

DWB

beschroten , concidere, circumcidere, was beschneiden, ahd. piscrôtan Graff 6, 578 ), mhd. beschrôten, beschriet, ags. bescreádan; zumal von…

erschroten

DWB

erschroten , secare, findere, praet. erschriet, mhd. darabe was irscrôten ein mantil wol mit sinnen. Athis D, 140 ; der galm sich sô wîten e…

geschrôten

Lexer

ge-schrôten stv. red. III. BMZ zerschneiden Trist. U.

verschroten

DWB

verschroten , verb. , mhd. verschrôten mhd. wb. 2, 2, 220 a . Lexer mhd. handwb. 3, 219. 220 ; ahd. farscrôtan, incidere, vulnerare. Graff 6…

zerschroten

DWB

zerschroten , verb. , zu schroten ( th. 9, 1782), grob zerschneiden, zerhauen, zermahlen: einen baum zerschneiden Konrad v. Würzburg Pantal.…