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schrammen

mhd. bis Dial. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
17 in 16 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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7
Verweise raus
16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrammen verb.

Bd. 15, Sp. 1629
schrammen, verb. 11) eine schramme machen, leicht verletzen, an der oberfläche ritzen, seltener von schwereren verwundungen. über etymologie und verwandtschaft s. schramme. zuerst in den nd. mundarten bezeugt, so nl. schon im Reinaert in der bedeutung 'kratzen' (?): daer hoordic wat in scramen. 6484 (andere hdschr. screuwen, daher unsicher). mnd.: in einer urk. von 1400, s.schramme 4. mhd. schramen erst im 15. jahrh. und in abweichender bedeutung (das maul aufreiszen), s. Lexer handwb. 2, 784. Weigand 2, 636. — nhd. schrammen, incisurâ lœdere Schottel 1408; einen schrammen ò aufschrammen, sfregiare etc. uno nel viso. er hat ihn abscheulich geschrammet Kramer dict. 2, 645a; schrammen, geschrammet, leviter vulnerare, infligere plagam mediocrem. schrammen etiam est cicatricem inducere, et cicatricare Stieler 1866; ich schramme, cicatrice laedo Steinbach 2, 501; schrammen, levi vulnere laedere Frisch 2, 222b, vergl. auch Wachter 1463: hierauf befand sich, dasz ich einen hieb in den kopff bekommen, welcher aber nicht durch gegangen, sondern nur geschrammet. Plesse 3, 124; die andern junkern insgesammt waren mit einem leichten hiebe davon gekommen; ein wenig geschrammt wenn's hoch kam. Wieland 21, 16 (liebe um l. 1). mit acc. des effects: sie schmeichelt' um das schmucke weibchen her, und schrammte sich dabei die zarte hand an einer güldnen kleiderspange wund. Bürger 163a (Ilias 5, 520). auf gegenstände bezogen, mit veränderter construction, einritzen: ein bauer kritzelt den namen seiner Grete in sand ... schrammt er ihn in kürbis, schmeckt ihm dieser am süszesten. Hippel lebensl. 1, 157. — intransitiv, hart an etwas hinstreifen, so dasz es schrammen gibt: das rad schrammt an den steinen, nd. de wagen schramd an de mure langs ten Doornkaat Koolman 3, 144a; vgl.schrammern 'so scharf mit dem wagen an einem andern wagen herfahren, dasz beide sich berühren' Schambach 185a. ähnlich: es klang so täuschend, als scharrten und schrammten fuszspitzen daran. Reichenau aus unsern 4 wänden 2, 46. — mundartlich weit verbreitet, so bair.-österr. Schm. 2, 601. Lexer 225 (grob hauen, schneiden), hess. Vilmar 368 (besonders reflexiv, sich durch anstreifen an einen rauhen gegenstand verwunden, sehr gebräuchlich), thüring.-obers. Hertel sprachsch. 220. Jecht 99b. Liesenberg 202. Albrecht 206b. nd. s. brem. wb. 4, 691. Schütze 4, 68. Dähnert 413b. Mi 77a. ten Doornkaat Koolman 3, 144a. Woeste 231b (schræmen), für 'schlagen', s. nd. correspondenzbl. 6, 45. 22) im 15. jahrh. auch in der bedeutung 'schlemmen, prassen'; woher diese verwendung kommt, läszt sich nicht sagen: hebt sich ein schrammen, fressen und saufen. fastn. sp. 383, 12; so hebt sich dann ein groszer streit mit schramen und mit schroten, ernyder liegen weck und wurst dartzu die veisten praten. 1106. 33) schrammen, verb. meatum angustum fodere inter terram metallicam et inutiles lapides Frisch 2, 222b. s.schrämen 2, a. 44) in den thür.-obers. mundarten auch für rennen, gehen Jecht 99b, ausreiszen Albrecht 206b, wie sonst abschrammen sich trollen Hertel sprachsch. 220, und sonst. erklärt sich wol aus der unter 1 angeführten intransitiven gebrauchsweise.
3211 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schrammenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    schrammen stn. ein schrammen, fressen, saufen Fasn. 383,12.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schrammensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    schrammen , sw. V. nhd. „schrammen“ (V.), mit einer Waffe ritzen, eine Streifwunde beibringen, Schrammen (F. Pl.) machen…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schrammen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schrammen , verb. reg. act. eine Schramme machen, ein Ding leicht auf der Oberfläche der Länge nach verletzen. Sich schr…

  4. modern
    Dialekt
    Schrammen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Schramme n , Schrammer , Schrämmer [ʿSràmə NBreis. Bghz. Su. Ruf. Geberschw. Logelnh. Co. ( Henry ) Ingersh. ; ʿSràmər H…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrammen

6 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schrammen 2 Komponenten

schram+men

schrammen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrammen‑ als Erstglied (1 von 1)

schrammen als Zweitglied (1 von 1)

Īsschrammen

Idiotikon

Īsschrammen Band 9, Spalte 1619 Īsschrammen 9,1619

Ableitungen von schrammen (4 von 4)

beschrammen

DWB

beschrammen , incidere, lacerare: die aufrührischen bawren beschrammeten todtenköpf auf dem Scherweiler oder Zaberfeld. Fischart groszm. 80 …

erschrammen

DWB

erschrammen , fodicare, lacerare: das bein wurde leicht erschrammt, die haut erschrammt, vgl. zerschrammen , und altn. skrâma leviter vulner…

verschrammen

DWB

verschrammen , verb. durch schrammen verunstalten Campe. ebenso mhd.: ze hant huop sich ein strît; ir œde kragen wurden vast verschrammet. m…

zerschrammen

DWB

zerschrammen , verb. , zu schrammen ( th. 9, 1629), durch schrammen ritzen, verletzen: zerschrammetes gesicht Stieler 1866 ; Bürger w. 214 B…