Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
schoup stm.
a. zu hütten und decken von gebäuden. machten ûʒ schilfe und ûʒ schoube eine hütte H. Trist. 3330. ein hûs gedaht mit schoube unt mit strô Eracl. 2062. diu loube gedaht mit schouben Helbl. 8,848. das decken der gebäude damit verboten münch. str. 354. — der walt mit sînen esten lac under waʒʒers schoube Albr. 1, 567.
b. zum anzünden eines feuers oder als fackel. vgl. fax schoub oder wisch Diefenb. gl. 121. swer mit naʒʒen schouben ein snelleʒ viur enzünden wil, der darf wol spæher hitze Frl. 121,6. vgl. Er. 9297. Bon. 96,31. Megb. 78,1. daʒ hât mîn herze als einen schoub enbrennet MS. 2,8. b. ist er dürre, er heiʒt ein schoup, er brande der an in stieʒe ein fiur fragm. 28,62. Ls. 3,422. Hätzl. 2,13,59. — dâ wære ein kerze wol enzunt von den ganstern und ein schoup Engelh. 4781. ob sîne kerzen wæren schoup Parz. 191,18. manegen kerzînen schoup der als kerze diente das. 641,16. von kleinen kerzen manec schoup das. 82,26. vgl. Pf. Germ. 2,84. bî einem brinnenden schoube rihten Gr. w. 3,740. 1,78. 319. — rechtssymbolische anwendung des schoubes: mîns landes ich mich underwant: disen koph mîn ungefüegiu hant ûf zucte daʒ der wîn vergôʒ froun Ginovêrn in ir schôʒ. underwinden mich daʒ lêrte. ob ich schoube umbe kêrte, sô wurde ruoʒec mir mîn vel. daʒ meit ich Parz. 146,26. daʒ daʒ gotshûs maht hab ûff s. Michaelstag ein schouff ûff zu stecken biʒ zehen ûren vor mittage, hab allein daʒ gotshûs zu keuffen Gr. w. 2,77. vgl. RA. 192. 196. — sie nam zuhant ein schoube. ein questen von loube sie mit blûte nazte Albr. 71. d. die brâcht der braut ein grüene schoub H. zeitschr. 3,38.