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schnallen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schnallen verb.

Bd. 15, Sp. 1163
schnallen, verb. 11) zu schnalle, fibula gebildet: schnallen, fibulare, figere, firmare fibulatione Stieler 1889 (häufiger auch freier dem sinne von schnüren sich nähernd): die halsbinde fester, lockerer schnallen. Adelung; ein band um den hut, die bücher in den riemen schnallen. Campe. etwas um den leib, über den rock, auf den tornister, schlittschuhe unter die sohlen schnallen u. ä. häufig in zusammensetzung: an-, auf-, ein-, zu-, um-, zusammen-, los-, abschnallen u. s. w. einen kurz schnallen, ihn einschränken Wander sprichwörterlex. 4, 285; das verbum gehört erst der neueren sprache an: nahm er eine grosze am throne hängende brille und schnallte sie um mein haupt. J. Paul aus d. teufels pap. 1, 20; ich schnallte in Grimma meinen tornister, und wir gingen. Seume werke (1826) 2, 3; spielweise macht herr Amor ihn kapot, und schnallt den raub (eine schnalle) zurück an die verwaiste hose. Schmidt kom. dicht. 239; und schnallt den goldnen helm sich los und reicht dem könig ihn. Uhland ged. (1864) 206; er ist vom wirbel bis zur sohl' in harten stahl geschnallt. 307; nicht straff ihre gürtel schnallten sie. Rückert Firdosi 1, 377. freier: an die schwester hatte sich der arme hauspudel geschnallet (Apollonia), d. h. sich in ihren arm eingehängt. J. Paul Hesp. 2, 22. im bilde: doch ist gewisz, er kann den wild empörten zustand nicht mehr schnallen in den gurt der ordnung. Shakespeare Macbeth 5, 2. bair. ist schnalnen neben schnallen bezeugt Schmeller 2, 574; neben snallen umgelautetes snellen cimbr. wb. 233b. 22) von diesem verbum ist ein älteres schnallen (hiervon abgeleitet ist schnalzen) zu trennen, das zu einem starken verbaltypus snëllen, snal, snullen, gesnollen gehört (gramm. 2, 58, 579) und mit schnellen und schnalzen sich vielfach in der bedeutung berührt. es begegnet in älterer sprache und ist mundartlich erhalten. schnallen, einen foppen, prellen. schnallung, deceptio, fraudatio Stieler 1890, vgl.schnalle 6. schnallen, sich elastisch bewegen (vergl.schnellen). fränkisch von der bewegung eines fisches oder einer schlange Frommanns zeitschr. 6, 422, 32. 528, 15 (dann auch zappeln, sich schnellen, mit den beinen ausschlagen); von worten: swaʒ in kumet in den muot, eʒ sî übel oder guot, sie lâʒenʒ her ûʒ snallen und ûʒ dem munde vallen. ges. abent. 3, 357, 5. nutare, vacillare, wanckelen, swenckeln, wagken, slottern, snallen, zittern. Diefenbach 385c. mit dem kopfe nicken: und sprachen: ist das euer sun? aber sie (die eltern) waren als frumm und schnalten und sagten ja. Keisersberg evangelia (1517) 68a; die fraw wolts nit sagen, doch schnalt sie einmal. Pauli schimpf u. ernst 224. schnellend schlagen, so dasz ein bestimmter laut entsteht (vergl. schnalzen): mit der peitsche schnallen. Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 618a. die luft durch die lippen einziehen, wodurch man z. b. thiere anruft oder antreibt: mit dem maul schnallen zu dem pferde. Kramer a. a. o.; geräuschvoll schlürfen: sô tuo wir gleich der wetter genss die teglîch wasser schnallet. O. v. Wolkenstein 117, 6, 8. vielleicht ist von hier aus wasserschnalle, -schnalze, wassersuppe zu erklären, vgl. schnullen, saugen Schm. 2, 576. der schnalzende laut ist ein zeichen des wolbehagens, daher schnallen, schnullen, sich mit essen gütlich thun Liesenberg 198, vergl. Spiesz 221. schnippen mit den fingern: die knöchel schnallen lassen, mit den fingern schnallen, einem unters gesicht schnallen. Kramer a. a. o.; der donner Sinai wird kaum so hoch geacht als wann ein thönend ertzt vom hammerschlage schallet und ein gebrechlich mensch mit seinen fingern schnallet. Logau 1, 231, 66. einen beschnallen, ihm übers maul fahren Schm. 2, 574. vom begriffe des entstehenden geräusches aus entwickelt sich das wort in anderer richtung (klappern mit dem schnabel), schwatzen: slotern, smetern, snarren, kallen, snappen, klaffen, lellen, snallen heiʒet man höflîcheʒ tihten. renner 16202; mit dem nebensinne des falschen, verläumderischen: zem vürsten sie gespringent, ir einer im zuo snallet 'wie der sîn guot verschallet, lieber herre âne nôt.' Seifr. Helbling 15, 403 (minnes. 3, 351a ist wol mit irem valschen snallen zu lesen, so dasz diese stelle hierherzuziehen wäre). krachen, knallen (so noch oberdeutsch, s. Schöpf 636. Lexer 222): von püchsen, kloczen und auch pfeiln hub sich ain grasseʒ schnallen, rummeln, prasteln und schallen. M. Beheim buch v. den Wienern 73, 12; von stiefelsohlen, die beim biegen knarren: so brent er (der schuster) die solan, das si tuond krachen und hin und her tuond schnallen: das tuot den geburen wol gefallen. teufels netz 10626; schnallen, coire erklärt sich aus schnalle 5: dä lätt sik snallen. Woeste 245b.
4729 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schnallen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Schnallen , verb. reg. welches in doppelter Gestalt vorkommt. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, denjenigen e…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schnallen

    Goethe-Wörterbuch

    schnallen etw mittels eines mit einer Schnalle versehenen Riemens od Gurtes befestigen, anschnallen 25 2 ,242,27 Wj Sche…

  3. modern
    Dialekt
    Schnallen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schnalle n [ʿSnàlə Su. Dü. Rchw. Hag. ] m. Schnalle. Mach doch d e r S. i n am Länderrieme n ! am Deichselriemen Dü.

  4. Sprichwörter
    Schnallen

    Wander (Sprichwörter)

    Schnallen Ich wâr a korz schnoalla. ( Oesterr.-Schles. ) – Peter, 452.

  5. Spezial
    schnallen2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    schnal|len 2 vb.tr. (schnalzen) stlefé (-fa), mazé (maza).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnallen

50 Bildungen · 40 Erstglied · 7 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schnallen 2 Komponenten

sch+n+allen

schnallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schnallen‑ als Erstglied (30 von 40)

schnallendorn

DWB

schnallen·dorn

schnallendorn , m. acicula fibulae Frisch 2, 211 a ; der spitze, bewegliche theil der schnalle, der stechend eingreift und festhält.

Schnallendrücken

Wander

schnallen·druecken

Schnallendrücken Der (die) geht auch lieber Schnallendrücken als in die Arbeit. ( Wien. ) Wer das Betteln dem Arbeiten vorzieht.

schnallendrücker

DWB

schnallen·druecker

schnallendrücker , m. , oberdeutsch einer, der thürklinken auf- und zudrücken musz ( s. schnalle 2, a ); schnallendrucker, handwerksbursche,…

Schnallenflicker

ElsWB

schnallen·flicker

Schnalle n flicker m. Nationalgardist ohne Uniform. ‘Jetz isch er awwer zahm; er isch e Schnalleflicker’ Blokadegespräch 1814 Schk. 330. Ber…

schnallengieszer

DWB

schnallengieszer , m. : der schnallengieszer will die meereslänge erfinden ( jeder unternimmt am liebsten, was nicht seines berufes ist ). L…

schnallenlochzeug

DWB

schnallenlochzeug , n. werkzeug, womit die schnallen zu den sporen verfertigt werden. Jacobsson 4, 13 a .

schnallenriem

DWB

schnallenriem , -riemen , m. riemen, der mit einer schnalle versehen ist: schnallen-riem Kramer teutsch-ital. dict. (1702) 2, 617 c .

schnallenschmied

DWB

schnallen·schmied

schnallenschmied , m. , er stellt besonders die groszen schnallen für lederzeug und pferdegeschirr her. Jacobsson 4, 14 a .

schnallen als Zweitglied (7 von 7)

abschnallen

DWB

abschnallen , diffibulare, gegensatz von anschnallen . das felleisen vom pferde abschnallen, den gurt vom leib abschnallen, sich den degen a…

anschnallen

DWB

anschnallen , ferire, fehlerhaft für anschnellen, das im praet. und part. anschnallte, angeschnallt bekommen konnte, nicht im praesens: wie …

aufschnallen

DWB

auf·schnallen

aufschnallen , fibulare und refibulare: einen koffer aufschnallen, am wagen befestigen; die hosen aufschnallen, lösen; wir wollen uns ein ge…

einschnallen

DWB

ein·schnallen

einschnallen , fibula firmare: der schüler schnallt seine bücher mit dem riemen ein.

Úmschnallen

Adelung

Úmschnallen , verb. reg. act. ich schnalle um, umgeschnallt, umzuschnallen. 1. Anders schnallen. Die Schuhe umschnallen. 2. Um etwas schnall…

zuschnallen

DWB

zuschnallen , v. , mit riemen verschlieszen Stieler 1891 : schuhe, halsbinde, mantel, mantelsack, koffer z. im bair. für loses schlieszen de…

Ableitungen von schnallen (3 von 3)

beschnallen

DWB

beschnallen , fibulis munire. Stieler 1891 . das part. beschnallt zu unterscheiden von beschnallt = beschnellt.

entschnallen

DWB

entschnallen , diffibulare, losschnallen, abschnallen: den helm entschnallen. Wieland 22, 16 ; es schläft das schwert entschnallt des kriege…

verschnallen

DWB

verschnallen , verb. mittelst schnallen verschlieszen, falsch, unrichtig schnallen.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schnallen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schnallen/dwb?formid=S14333
MLA
Cotta, Marcel. „schnallen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schnallen/dwb?formid=S14333. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schnallen". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schnallen/dwb?formid=S14333.
BibTeX
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