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schmacken

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
9 in 9 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schmacken schw.

Bd. 5, Sp. 1137
schmacken schw.: 1.a. 'auf den Geschmackssinn wirken, eine bestimmte Geschmacksempfindung hervorrufen', schmacke (šmagə, šmḁgə) [mancherorts ges. Pf, Glass II 3 Mang 79, Lambert Penns 136 Krämer Gal 118], schmocke (šmǫgə) [KL-H'spey LA-Edh Kl'fischl Mart Nd'hochstdt GH-Zeisk]; vgl. schmecken; Zs. ab-2, vorschmacken. 's schmackt sewerrer (zuwider) 'Es schmeckt widerlich' [KB-Kriegsf]. Es schmackt bitter [KL-Fischb]. Griene Sperwe schmacke rasch 'Die grünen Früchte des mispelbaumes schmecken herb, sauer' [KU-Schmittw/O]. Gefrorene Grumbeere schmacke sießlich [KU-Schmittw/O]. Sel 'Jenes' schmagd guud [Buffington Penns Var. 249/60]. »Frä«, hott emol de Eckebauer zu seiner Lisbeth g'sagt, »wääß de Dunnerkeil, wie alleweil unser Brunnewasser schmackt« [JKurpf. 1934 87]. Eier (Euer) Saft, der schmackt so dederlich (däderlich) 'schal, verdorben' [IB-Ommh]. Trauwe un Bodderbrot sch. gut sesamme [KU-Schmittw/O]. De Moscht schmackt sieß [NW-Wachh]. Der Weiⁿ schmackt grääzich (gräuzig 2 a) [RO-Als], schmackt nooch em Faß [NW-Wachh, RO-Als Callb NW-Neustdt BZ-Billh]. Es bescht Gläsje Wein / schmackt bitter wie Gall (nach einem Streit) [Kraus Pläseer 26]. Je freindlicher daß mir zu Viecher sin, je besser schmackt uns de Schinke [Kraus Unser Babbe 20]. Un 'es Kisse (Küssen) schmackt so gut [Münch Werke I 227]. Do schmere sich die Pälzer Dame / halt Latwerg druf in Gottes Name, / Das schmackt viel werziger un besser / Un ritscht a leichter, dann's is nässer [Münch Werke I 151]. Jetzt han se Bier in dene Fässer, un mer schmackt doch de Wein viel besser [Münch Werke II 159]. Beim hungriche Maage, / Do dut's eem gut schmacke; / Noh iss es viel leichter / Zu koche un backe [Birmelin Penns Gezw. 30]. RA.: Dem schmackt's wie eme junge Hund [KL-Reichb]. Ich weiß, wie's Zohⁿweh (Zahnweh) schmackt [KU-Schmittw/O]. SprW.: Wann d' Maus satt isch, schmackt's Mehl bidder [LA-Gommh Don-Schowe Gal]. — b. 'gut schmecken, munden' [mancherorts ges. Pf]. Dem schmackt's [PS-Schmalbg]. Des schmackt mer [PS-Fehrb]. 's Esse schmackt 'm net 'Er hat keinen Appetit' [NW-Haßl, verbr. Pf]. Die Peif schmackt em net 'Die Tabakspfeife schmeckt ihm nicht', auch im Sinne von 'Er ist krank' [KU- Schmittw/O]. Es schmockt mer net [KL-H'spey]. Wann deersch net schmackt, Perer, dann kannschde dr e Stäcke drbeistecke, du rorer Voggediewes! (s. Vokativus 'durchtriebener Mensch') [NPfGV Nr. 8, 1934]. Das do hat geschmackt! [Ingb]. Das hot mer jetz emol g'schmackt [GH-Kand]. Demm schmackts awwer! [NW-Kallstdt]. Mer mänt, eich däts nit schmacke! Langt doch zu! [LU-Opp]. Der loßt sichs sch. [KU-Hundh LA-Wollmh]. Er derf wirrer esse, was em schmackt [BZ-Dernb]. Es schmackt mer nit [PS-Erfw]. De Specht im fratzisch farbisch Jibbche (s. Joppen) wääß, was schmackt [Kraus Pat 23]. Die heiße Kißjer (Küßchen) schmacke [Kraus Pat 47]. Ma wamscht so viel wie nunnergeht / un pitscht un pitscht, solang's äm schmackt [Kraus Allseiläbdah 50]. Un's Esse will em halt nit schmacke [Münch Werke II 300]. Mir dut mei Kotlett nimmeh schmacke [Kraus Arwed 28]. RA.: Grußformel, wenn Leute (auf dem Feld) beim Essen zusammensitzen Schmackt's? [KU-Kaulb, mancherorts], Loßt's eich sch.! [KL-Stelzbg], Gun Dach (Guten Tag), schmackts? Die Esser antworten: »Mithawe? Ne! (Mithaben? Nein!). Bleiwe losse? Jo!« [LU-Neuhf]. Gun Dach, lorret (laßt es) eich gut schmacke! [KU-Konk]. Nach dem Essen: Noⁿ, wie hot's geschmackt? [KU-Schmittw/O]. Antwort auf die Frage: Wie geht es ihm?: 's schmackt em noch [KU-Bedb]. Zu einem, der sich nach zu großem Weinkonsum übergibt, sagt man: Gell, der Weiⁿ schmackt hinnerschich besser wie vorschich [GH-Schwegh]. Weitere RA.: 's schmackt noo meh (nach mehr) [KU-Diedk]. Wann's mer noch so fuchzich Johr schmackt, werr ich hunnert Johr alt [PS-Geisbg]. SprW.: Wanns am beschde schmackt, soll ma uffhere [Westricher Kalender 1956 103, KU-Schmittw/O RO-Als Sippf Don Gal Buch-Illisch Rußl-Katht]. Eß, was der schmackt un hall dich gut, dann brauchschde ke Dokder [ZW-Battw]. 's schmackt nix ohne versucht [Krämer Gal 188]. In der Not schmackt em eenig Brot (Brot ohne Zutat, s. einig 2) [Penns-DeitschEck 5. 10. 1935]. Sagsprichwort: Was gut riecht, schmackt aach gut - Do hot de Bauer die Seef geß [KU-Diedk]. Wie schmackt das Wasser so gut! Häll eich (Hätte ich) mei Häis'che noch! sagt ein Trinker, der um sein Haus gekommen ist [KU-Diedk, Thielen So rerre mer 122]. — c. 'muffig, verdorben, schlecht schmecken' [KU-Bedb IB-Alschb PS-Schmalbg LU-Böhl]; vgl. schmäckeln 2, schmäckseln 2. Das Flääsch schmackt e bissel [PS-Schmalbg]. Das schmackt wie Dinde (Tinte) [BZ-Dernb]. Grumbeeresupp un sauri Brieh, wie dr Deiwel schmackt dann die? [Gal-Bagbg]. — 2. 'mit dem Geschmackssinn prüfen, Speisen in kleinen Mengen versuchen' [KU-Bedb Schmittw/O LA-Nd'hochstdt BZ-Wind]; Zs.: ab- 1, ver- schmacken 1 a. Schmack emol draⁿ! [LA-Nd'hochstdt BZ-Dierb]. 's Kind dut numme draⁿ sch. 'Das Kind versucht nur kleine Häppchen, ist wählerisch beim Essen' [BZ-Wind]. Zejt for se pitsche, se wamsche, se schmacke [Kraus Pädcher 18]. RA.: Schmack's Fuchs, 's esch Riewesupp!, auffordernde RA., im Sinne von: 'Nur zu, es hilft nichts, es muß gehandelt werden, auch wenn es unangenehm ist' [BZ-Dierb, LA-Mörzh]. — 3. 'riechen, mit dem Geruchssinn wahrnehmen, Geruch verbreiten' [mancherorts, lothr. SWPf (Keiper Nachl.) PfId. 125 Heeger Südostpf. 7, Beam Penns 94 Lambert Penns 136]; Zs.: er-, verschmacken. 's schmockt [GH-Neubg]. Die Maiblume sch. laut 'stark' [BZ-Dernb]. Laß mich emol schmacke (an Blumen riechen) [LA-Gommh]. Schmack emol an die Blum [lothr. SWPf]. Schmack emol dooⁿ onnda Millich, obbse noch gudd isch, Momme? [IB-Ensh (Glass 104)]. Sell schmackt gut [Buffington Penns Var. 249]. Dohie schmackt's 'Hier drinnen stinkt es' [Bayer Hackm. 61]. Die Schwollescheh schmacken zu laut / Nooch de Gäul - sie sin aach nit bropper 'Die leichten Kavalleristen riechen zu stark nach den Pferden, sie sind auch nicht sauber' [Firmenich II 17]. Sie ziecht em d' Heesle 'rabb, guckt 'neiⁿ / Un' macht e' beeses G'sicht; / 'Ich schmack waß, sägt se, meiⁿ o meiⁿ! / Deß esch e' schääni G'schicht!' [Keiler 91]. O weh! Mer meent, sie (die Stechmücke) dät mich schmacke / Un wollt erunner uf mein Backe [Münch Werke I 75]. RA.: Der hot de Lunde geschmackt 'Der hat Lunte gerochen' [LA-Herxh]. Volksgl.: En Kind soll net schmacke, ebs en Johr alt is, oder 's schmackt nie net 'Ein Kind soll nicht an etwas riechen, ehe es ein Jahr alt ist, oder es kann niemals riechen' [Fogel Beliefs Penns Nr. 49]. VR. beim Fastnachtsbetteln: Ich bin de arm Max / Ihr han Kiechle geback, ich schmack's. / Gemmer a ens orre zwää / for mich un mei Frää! [PS-Vinn]. — 4. übertr. a. 'angenehm, sympathisch sein' [KU-Brück Kaulb LA-Wollmh BZ-Dierb]; Zs.: verschmacken 1 b. Du schmackscht mer [KU-Brück LA-Wollmh]. Die Zwää kinnen sich nit sch. [BZ-Dierb, LA-Wollmh]. Lieb isch mir fremd; mir schmackt de Haß [Kraus Arwed 40]. — b. 'wahrnehmen'. Er hot de Brore geschmackt 'Er hat gemerkt, was los ist' [BZ-Dierb]. — Mhd. smacken 'schmecken, wahrnehmen, riechen' ( Lexer II 995/96). — Rhein. VII 1422 ff.; Lothr. 454; Els. II 479/80; Schwäb. V 986 ff.; DWb. IX 897 ff.
7282 Zeichen · 146 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmackenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Schmacken , v. intrs . ein Wort, welches einen Laut, den man beim Essen und Kauen hören läßt und welcher verstärkt ein…

  2. modern
    Dialekt
    schmacken

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schmacke n [màkə K. Z. ; Betschd. Obrröd. (Bed. 2); Wh. Rauw. Saarunion ] 1. schmecken, munden. Ëss un d trink, was d i…

  3. Sprichwörter
    Schmacken

    Wander (Sprichwörter)

    Schmacken 1. Harde Schmacken leeren well. – Franck, II, 16 a . 2. Achtern Smack kam'n. – Eichwald, 1752.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmacken

10 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schmacken 2 Komponenten

sch+macken

schmacken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmacken‑ als Erstglied (7 von 7)

Schmackenblett

ElsWB

schmacken·blett

Schmacke n blett f. gew. Pl. Salbeiblatt. Sonntags nehmen die Frauen ein Blatt mit in die Kirche; oft legt man solche Blätter auch ins Gesan…

Schmackenbrätlein

Wander

schmacken·braetlein

Schmackenbrätlein Sein Nam' ist Schmackenbrätlin. – Murner, Schelm., 17. Von denen, die um einer guten Mahlzeit willen herumschmarotzen gehe…

schmackenfahrer

DWB

schmacken·fahrer

schmackenfahrer , m. schiffer, der eine schmacke führt ( s. d. ) Frischbier 2, 292 a ; in entsprechendem sinne schmackenreeder ebenda. schma…

Schmackenführer

DRW

Schmackenführer, m. Schiffer, der eine Schmacke führt schmacken- boͤrding vnnd weißel kahnenfuͤhrer [sollen] ... hundert reichsthaler, dauon…

schmacken II

RhWB

sch·mackenii

schmacken II das Wort ist allg. u. hat im ganzen Geb. -a- [urkundl. smachen Lilie, Wierstraet; den aller besten wyn zu smacken vnd zu versue…

Schmackensack

RhWB

schmacken·sack

Schmacken-sack -agəzak Dür-Birgel m.: verächtl. einer, der viele Butterbrote hintereinander verzehrt; Vielfresser.

Ableitungen von schmacken (3 von 3)

erschmacken

PfWB

er-schmacken schw. : ' durch Riechen wahrnehmen, wittern ', erschmacke (əršmagə) [ Heeger Südostpf. 21]; vgl. schmacken , riechen . Els. II …

geschmacken

DWB

geschmacken , verb. einem gut schmecken, verstärktes schmacken (ding die eim wol schmacken Dief. 511 c ), ahd. smakken, gismahhan Schm. 2 2,…

verschmacken

DWB

verschmacken , verb. einer sache einen schlechten geschmack geben, etwas widerwärtig machen, zu verschmack nr. 2: als ich hineingieng zu hör…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schmacken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmacken/pfwb?formid=S03659
MLA
Cotta, Marcel. „schmacken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmacken/pfwb?formid=S03659. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schmacken". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmacken/pfwb?formid=S03659.
BibTeX
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