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Schmachten

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Campe
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schmachten v., ntr, intrs, trs

Bd. 4, Sp. 201b
Schmachten, v. I) ntr. mit haben, den höchsten Grad des Hungers und Durstes empfinden, wo es zugleich eine Nachahmung des Lautes ist, welchen ein im höchsten Grade Durstiger im Stande der rohen Natur mit dem Munde hervorbringt. Lechzen sagt weniger und dursten druckt den niedrigsten Grad des Verlangens zu trinken aus. Vor Durst, vor Hunger schmachten. Nach einem Trunke, nach einer Erfrischung schmachten. Vor Hitze schmachten, entweder weil große Hitze großen Durst erregt, oder weil sich die Empfindung eines hohen Grades der Hitze bei Menschen, die sich den natürlichen Äußerungen auf sie gemachter Eindrücke ohne Rücksicht überlassen, auch durch einen gewissen Laut äußert. Und das Vieh im Felde schmachtet, Schmachtet und will sterben. Claudius. Uneigentlich, darben, vor Hunger und Durst abgezehrt werden. »Sie muß doch vor Hunger schmachten.« Gryphius. I Gefängnisse schmachten, wo es auch zur folgenden Bedeutung gerechnet werden und bedeuten kann, Sehnsucht nach Befreiung, nach der Freiheit empfinden. Uneigentlich, einen hohen Grad der Sehnsucht, sehnliches Verlangen empfinden und ausdrucken, wo es oft auch ein intrs. ist. Schmachtende blaue Augen. Ein schmachtender Blick. Einen schmachtend ansehen. Seht, wie sein Auge nach mir schmachtet, Gellert, d. h. Sehnsucht und Zärtlichkeit ausdruckend nach mir blickt. »O Romeo, meine Sele schmachtet danach, wie ein verdorrtes Gras nach dem Morgenthaue.« Weiße. Eine schmachtende Liebe. Schmachtende Töne, die ein Schmachten ausdrucken. »Die schmachtende Nachtigall,« Herder, deren Töne gleichsam ein Schmachten ausdrucken. II) trs. 1) * * Hungern und dursten, und vor Hunger und Durst umkommen lassen. 2) ◬ Schmachtend ausdrucken, an den Tag legen. Durch laue Nacht lustwandeln Jungfrauen Üppige Laut' der Pariser schmachtend. Voß. — Der Gesang schmachtete Zärtlichkeit, Thal und Hügel umher schmachtete Zärtlichkeit. Ders. D. Schmachten.
1912 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmachten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schmachten , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben, erfordert, den höchsten Grad des Hungers und Durstes empfind…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmachten

    Goethe-Wörterbuch

    schmachten abgekürzt (subst) ‘Schmacht.’ 1 Entbehrung(en) ertragen, Mangel leiden, darben; mBez auf physische u/od seeli…

  3. modern
    Dialekt
    schmachtenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schmachten schw. : ' unter Entbehrungen leiden ', schmachde (šmaxdə) [mancherorts, Lambert Penns 136 Krämer Gal 188]; Zs…

  4. Spezial
    schmachten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schmach|ten vb.intr. 1 (dahinsiechen) se consumé, se lauré jö, perde les forzes 2 (leiden) sofrí (-rësc), patí (patësc) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmachten

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schmachten 2 Komponenten

schmach+ten

schmachten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmachten‑ als Erstglied (1 von 1)

Schmachtender

Wander

schmach·tender

Schmachtender Den Schmachtenden spielen. Holl. : Hij speelt den smachtende. ( Harrebomée, II, 276 b . )

schmachten als Zweitglied (2 von 2)

verschmachten

DWB

verschmach·ten

verschmachten , verb. schmachtend, d. h. in sehnsucht nach etwas zu grunde gehen. im ältern deutsch läszt sich, wenn auch selten, das zeitwo…

ūsschmachten

Idiotikon

ūsschmachten Band 9, Spalte 848 ūsschmachten 9,848

Ableitungen von schmachten (2 von 2)

erschmachten

DWB

erschmachten , sitienter expetere: ihrer liebe nectar missen, hiesz in dürren wüstenein einsam mich verlassen wissen und den tod erschmachte…

verschmachten

DWB

verschmachten , verb. schmachtend, d. h. in sehnsucht nach etwas zu grunde gehen. im ältern deutsch läszt sich, wenn auch selten, das zeitwo…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schmachten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmachten/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schmachten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmachten/campe. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schmachten". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmachten/campe.
BibTeX
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