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Schmachten

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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33

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schmachten

Bd. 3, Sp. 1551
Schmachten, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben, erfordert, den höchsten Grad des Hungers und Durstes empfinden, wo es eine unmittelbare Nachahmung desjenigen Lautes ist, welchen ein im höchsten Grade Durstiger, im Stande der ungebildeten sich selbst überlassenen Natur, mit dem Munde macht. 1. Eigentlich. Vor Durst, vor Hunger schmachten. Nach einem Trunke Wassers schmachten. Vor Hitze schmachten, weil die Empfindung eines hohen Grades der Hitze sich durch einen ähnlichen Laut äußert. Schmachthaus, Schmachthals, Schmachtlappen sind in einigen gemeinen Sprecharten verächtliche Benennungen eines Hungerleiders, von der Niederdeutschen Bedeutung, schmachten, hungern, Hunger leiden. 2. Figürlich. 1) Vor Hunger und Durst abgezehret werden. Sie muß doch vor Hunger schmachten, Gryph. Im Gefängnisse schmachten, in weiterm Verstande, aus Mangel der Freyheit und Bequemlichkeit abgezehret werden. S. Verschmachten. 2) Einen hohen Grad der Sehnsucht, des sehnsüchtigen Verlangens empfinden. Jemanden schmachtend ansehen. Augen die oft schmachtend auf die seinigen geheftet waren. Blaue schmachtende Augen. Der Gegenstand des Schmachtens bekommt auch hier das Vorwort nach. Seht, wie sein Auge nach mir schmachtet, Gell. O Romeo, meine Seele schmachtet darnach, wie ein verdorrtes Gras nach dem Morgenthaue, Weiße. Nach Trost schmachten. So auch das Schmachten. Anm. Bey dem Notker smahten, und in der ersten figürlichen Bedeutung intensive smecheren, im Nieders. smagten, wo es auch für hungern überhaupt, ingleichen für Hunger leiden, darben, gebraucht wird. Es ist ohne Zweifel eine unmittelbare Onomatopöie, so wie schmecken, welches der Form nach ein Intensivum davon ist, so fern es einen ähnlichen Laut nachahmet, der aber[] eine ganz andere Handlung begleitet. Ehedem war auch Schmacht der Hunger, und schmachten, factitive, verhungern lassen.
1868 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmachten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schmachten , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben, erfordert, den höchsten Grad des Hungers und Durstes empfind…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schmachten

    Goethe-Wörterbuch

    schmachten abgekürzt (subst) ‘Schmacht.’ 1 Entbehrung(en) ertragen, Mangel leiden, darben; mBez auf physische u/od seeli…

  3. modern
    Dialekt
    schmachtenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    schmachten schw. : ' unter Entbehrungen leiden ', schmachde (šmaxdə) [mancherorts, Lambert Penns 136 Krämer Gal 188]; Zs…

  4. Spezial
    schmachten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schmach|ten vb.intr. 1 (dahinsiechen) se consumé, se lauré jö, perde les forzes 2 (leiden) sofrí (-rësc), patí (patësc) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmachten

5 Bildungen · 1 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schmachten 2 Komponenten

schmach+ten

schmachten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmachten‑ als Erstglied (1 von 1)

Schmachtender

Wander

schmach·tender

Schmachtender Den Schmachtenden spielen. Holl. : Hij speelt den smachtende. ( Harrebomée, II, 276 b . )

schmachten als Zweitglied (2 von 2)

verschmachten

DWB

verschmach·ten

verschmachten , verb. schmachtend, d. h. in sehnsucht nach etwas zu grunde gehen. im ältern deutsch läszt sich, wenn auch selten, das zeitwo…

ūsschmachten

Idiotikon

ūsschmachten Band 9, Spalte 848 ūsschmachten 9,848

Ableitungen von schmachten (2 von 2)

erschmachten

DWB

erschmachten , sitienter expetere: ihrer liebe nectar missen, hiesz in dürren wüstenein einsam mich verlassen wissen und den tod erschmachte…

verschmachten

DWB

verschmachten , verb. schmachtend, d. h. in sehnsucht nach etwas zu grunde gehen. im ältern deutsch läszt sich, wenn auch selten, das zeitwo…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schmachten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schmachten/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schmachten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schmachten/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schmachten". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schmachten/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_schmachten_2026,
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