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Schlauch

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schlauch Der

Bd. 4, Sp. 170b
Der Schlauch, — es, Mz. Schläuche, überhaupt ein vertiefter hohler Raum. So werden bei Matthesius die tiefsten Stellen, die Abgründe des Meeres Schläuche genannt. »Gott versammelte nach der Sündflut das Wasser wieder in seine Sümpfe und Schläuche.« Bei Kaisersberg und Andern kömmt Schlauch auch oft für Schlund, Gurgel vor. I engerer Bedeutung, ein hohles, biegsames Ding, eine Sache, besonders eine Flüssigkeit aufzunehmen, oder durchzulassen und fortzuleiten. So heißt in Schwaben das Ilett oder Idelt eines Federbettes ein Schlauch. »Man heißt an einem Bette dasjenige einen Schlauch, was man mit Federn füllet und mit einer Ziechen überdecket.« Bengel. So hat man lederne Schläuche, die zugebunden werden, worin man Wein aufbehält. Zu der andern Art gehören die ledernen Röhren, durch welche man das Wasser in die Spritzen leitet. Das Zeugungsglied mancher größern Thiere männliches Geschlechts wird auch der Schlauch genannt, und in manchen Gegenden führt diesen Namen auch ein herabhangender Bauch, wie auch die herabhangende Haut. Am Lauche, an den Zwiebeln  sind die Schläuche die aufgeblasenen Stellen unten an den hohlen Stengeln. I der Kunstsprache der Pflanzenlehre hingegen nennt man Schlauch einen blattartigen Körper, der walzenförmig und hohl, oft an seiner Öffnung mit einem vollständigen Deckel der sich von Zeit zu Zeit öffnet, versehen ist, und gewöhnlich reines Wasser enthält (Ascidium). Er ist entweder sitzend (sessile) oder gestielt (petiolatum), und befindet sich an der Spitze eines Blattes. Willdenow. I weiterer Bedeutung nennt man auch eine Röhre von Brettern, etwas hindurch zu leiten, einen Schlauch. Bei den Kammmachern ist der Schlauch der Kern, der in jedem ganzen Rindshorne steckt.
1730 Zeichen · 18 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlauch

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schlauch , des -es, plur. die Schläuche, ein Wort, welches überhaupt den Begriff des hohlen oder vertieften Raumes h…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlauch

    Goethe-Wörterbuch

    Schlauch 1 lange, dünne (biegsame) Röhre a als Utensil zum inwendigen Leiten von Flüssigkeiten α aus Hanf gewebter, naht…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlauch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Schlauch , röhrenförmiges Fabrikat aus Gewebe, Leder, Kautschuk. Bei der Feuerwehr benutzt man Saug- und Druckschläuche.…

  4. modern
    Dialekt
    schlauch

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    schlauch Band 9, Spalte 8 schlauch 9,8

  5. Sprichwörter
    Schlauch

    Wander (Sprichwörter)

    Schlauch 1. Alt schleuch fassen newen most nit. – Franck, II, 83 a ; Gruter, I, 4; Eyering, I, 59; Petri, II, 12; Körte,…

  6. Spezial
    Schlauch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schlauch m. (-[e]s, Schläuche) 1 (biegsame Röhre: z.B. Garten-, Feuerlöschschlauch) slauch (-uc) m. , ro (ros) m. 2 (Rad…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlauch

97 Bildungen · 90 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schlauch 2 Komponenten

sch+lauch

schlauch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlauch‑ als Erstglied (30 von 90)

Schlauch I

Idiotikon

Schlauch I Band 9, Spalte 8 Schlauch I 9,8

schlauchartig

DWB

schlauch·artig

schlauchartig , adj. nach art eines schlauches, einem schlauche ähnlich. in der botanik schlauchartige nebenblätter, bracteae ascidiformes. …

Schlauchbalg

RhWB

schlauch·balg

Schlauch-balg Westerw, Siegld , OBerg, Rip m.: verächtl. einer, der gerne schlaucht, Schlecker, naschhafter Mensch, bes. Kind.

schlauchboden

DWB

schlauch·boden

schlauchboden , m. in der botanik die untere, aus rundlichen zellen gebildete lage des scheibenförmigen fruchtkörpers. Behlen 5, 489 .

schlauchbohrer

DWB

schlauch·bohrer

schlauchbohrer , m. bohrer, mit dessen hülfe man den wein durch schläuche aus den fässern zieht, auch schlauchnäber. Adelung.

Schlauchboot

Pfeifer_etym

schlauch·boot

Schlauch m. ‘elastische, biegbare Röhre’ (aus Gummi bzw. Kunststoff), mhd. slūch ‘(Schlangen)haut, Röhre, Schlauch’, asächs. slūk ‘Schlangen…

schlauchbraten

DWB

schlauch·braten

schlauchbraten , m. wurstfleisch? nur ahd. slôcbrâto, scŏbelinc, indutilis gl. tr. bei Graff 3, 285 ; porcus maturus et sloucpratig urkunde …

schlauchbrücke

DWB

schlauch·bruecke

schlauchbrücke , f. eine nach beiden seiten abfallende matte aus latten, die auf grobe leinwand befestigt sind, wie sie über einen schlauch …

schlauchen

DWB

schlau·chen

schlauchen , verb. I I. das alte starke verb und stammwort zu schlucken ( vgl. das. ), das jetzt dessen funktionen übernommen hat. urgerm. *…

schlauchen II

RhWB

schlauchen II das Wort ist an der uNahe, im Hunsr, an der uMos von Koch an, in May , im Westerw u. Siegld , dann im gesamten Rip einschl. Pr…

schlaucher

DWB

schlau·cher

schlaucher , m. 1 1) schlemmer ( s. schlauchen I): du fuller, fresser, saufer und schlaucher. fastn. sp. 254, 11 . 2 2) schlaucher, sive sch…

Schlauchert

RhWB

schlauch·ert

Schlauchert -ǫuxərt Neuw-Datzeroth ; -o- Prüm ; Pl. -də(n) m.: Schlaucher.

Schlauches

RhWB

Schlauches -ux- Köln , Bergh ; Pl. -əsə m.: dass.

schlauch als Zweitglied (4 von 4)

wasserschlauch

DWB

wasser·schlauch

wasserschlauch , m. 1) balg, sack für trinkwasser: wir zogen durch die wüste, leer war der wasserschlauch. v. Kotzebue dram. werke 1, 155 ( …

weinschlauch

DWB

wein·schlauch

weinschlauch , m. , seit dem frühnhd. 1 1) eigentlich ' behälter zum aufbewahren des weines ' ( vgl. schlauch 4, th. 9, 506); vgl. weinsluch…

Ableitungen von schlauch (3 von 3)

beschlauchen

RhWB

be-schlauchen: etwas b., kosten, schmecken Hunsr (o. O.).

Schlauche

Meyers

Schlauche , in der Schweiz, soviel wie Klamm (s. d.).

verschlauchen

RhWB

ver-schlauchen: 1. Geld v., für Leckereien ausgeben; wenn en ene Penneng hät, wörd en ock verschloəke Kemp , Allg. — 2. Part. fəršlǫxə usf.,…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schlauch". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlauch/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schlauch". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlauch/campe. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlauch". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlauch/campe.
BibTeX
@misc{lautwandel_schlauch_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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