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schier

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
24 in 18 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
35
Verweise raus
43

Eintrag · Rheinisches Wb.

schier

Bd. 7, Sp. 1100
schier das Wort, mhd. schier entsprechend, ist, in der Bed. je nach Geb. verschieden, verbr. Rhfrk in Simm, Goar, Mosfrk in Kobl, Daun, WBitb, Prüm, May, im Westerw, Siegld, dann im Berg, RRip, im LRip in Malm, Monsch, Schleid, Aden, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Köln, Bergh, Dür-Stdt, Aach-Stdt, im SNfrk in Eup, Erk, MGladb, Kemp, dann in Geld, Mörs, Klev u. n. einschl. Ruhr, u. zwar šīr, šīər, šēr [Kobl, Westerw (nicht kurköln. Neuw) šęiər, flekt. šęirə] Adj., Adv.: 1. Adj. a. rein, unvermischt; sch. Fleisch ohne Knochen; sch. Murre Möhren ohne Kartoffelbeimischung; der es arg kir (wählerisch), der seift (säuft) nichs annerscht wie sch.ə Milch; dat es sch.ə Sand der Ackerboden ist reiner S. ohne Humuserde; dat es sch. Spölwasser fades Getränk; sch.ən Plüsch oder en Sch.ən klarer Schnaps (NBerg); de Kler (Kleider) wasse van sch.ə Sammet (Emmerich); de Raupe han nur de sch.ə Strink (Strünke des Kohles) gelosse (Kobl); der kriet do sch. Krutbötter (Brote, mit Obstkraut geschmiert), nicks dehinger (-hinter) un nicks defüər Gummb, Allg.; sch. Gemēs nicht mit anderm, z. B. mit Kartoffeln, vermengt; de Salot schmackt ze sch. es sind nicht genügend Zutaten daran; sch. gekocht ohne oder mit wenig Fett; schni det Häcksel net ze sch. spare den Grummet nicht (Siegld); de Zauss (Tunke) wor sch. Rom (Sahne) on Botter; he iss de Botter sch. ohne Zukost; de Quetschen schmacken no sch.əm Essig; ech kann de Mostert (Senf) su sch. esse; di sind am sch. fuəren (füttern) verfüttern nur Heu, Gras Gummb, Allg. Sch. on ēfer von einer Sorte Sieg-Eudenb. RA.: De Kerl (Geizhals) frisst noch de sch.ə Schess (Kot), — et sch.ə Gras Kobl-Bend. Dat mag he sch. er ist lüstern, er mag es ohne Zukost; der m. en (den Schnaps) sch. er ist ein Schnapssäufer; de Ziegenmelk m. ek grün (ungekocht) nich, äwwer afgekocht sch. ohne etwas dabei Gummb. — Ene sch.ə Kik stierer Blick nach einer Stelle hin Geld-Walbeck. — Dat es sch.ən Bedrog (Betrug); he deht mer de letzte Tit nicks as sch.ər Schawernack an Berg. — En sch.ən Bas ein streng auf Ordnung haltender Meister, Herr MülhRuhr. — Sch. lige frei, aller Blicken ausgesetzt liegen Schleid-Hellenth. — Sch. kalt, het, düər (teuer) usf. zu kalt usf. Lennep-Beyenbg, Ess-Werden. — Verbr. ist diese Bed. in Kobl, im Westerw, Siegld, Berg, RRip, LRip in Malm, Schleid, Eusk, Bergh, Aach-Stdt, in MGladb, Geld, Mörs, Klev, n. einschl. Ruhr. — b.α. rauh; en sch.ə Stoff; sch. Doch (Tuch); de hät sch. Häng (Hände) Sieg, MülhRh, Sol, Düss-Ld. — β. trocken, übermässig tr. u. darum brüchig; de Rewe sen sch. lassen sich nicht gut biegen bei trockener Luft u. brechen dabei leicht; et Lof (Laub) es sch. es lässt sich deshalb nicht leicht zu Bürden binden; dat Strüh es sch., u. deshalb brechen im Sommer bei der Ernte die Strohbänder; de Froch (Frucht, Getreide) es sch. dabei brechen die Ähren bei der Überreife, u. die Körner fallen heraus, aber auch lobend, die Körner gehen gut aus den Ähren; et Heu es sch. hat die nötige Reife; de Flass (Flachs) wiərd em Backovve sch. gemach; de Wäsch es sch. ganz trocken; en sch. Schnitt Brut Brotschnitte, trocken geworden u. krumm gezogen Verbr. RRip, Berg. RA.: Dat Heu es sch. wie Salz, Strüh, dat et rusch (rauscht) Sieg. — An der uMos, in May, Aden in folg. Verb. en sch. Loft scharfe, austrocknende Luft; e sch. Johr trockenes J., Hungerjahr. — Sch.ə Boddem magerer, steiniger, sandiger, trockener Ackerboden, der jedes Jahr Dünger verlangt Sieg, MülhRh, auch Kobl. — c. mager. α. fettlos, gehaltlos von Speisen; en sch. Eten Mörs, Goar-Weiler. — β. von Früchten; glasig, von Kartoffeln Geld, Klev, Rees; schlecht, faul, von Äpfeln ebd. — γ. mager, schlecht aussehend, schwächlich von Menschen; en sch. Wiff; en sch. Gesecht; dat es ennen Sch.ən ebd. RA.: Hej es so sch. as enne Geijt (Geiss, Ziege) Klev-Cranenbg. — δ. geizig Dinsl-Löhnen. — 2. zeitl. Adv. a. schnell, flink; komm ens sch.; mak sch.; nu ens sch.!; jet sch. dohn Berg (Komperat. šī·ə.dər, –ed-), Ess, MGladb-Korschenbr. Sch. gedonn on got g. kann nit got tesamengonn Lennep-Ronsd. Wer sachte geht, der acht et nich; wer sch. g., der seiht et nich! gesagt, wenn einer sich über einen Flecken oder Riss im Kleide erregt Wippf; wer sch. löppt, de sütt et nit, wer langsam l., de denkt nit dran Lennep. — b. bald, beinahe; mer sieht jo sch. käne meh; et woren sch. nömmen (fast nur) Fralett (Frauleute) an (in) der Kirch Verbr. Simm-Stdt (bei Rottm.), WBitb, Prüm-Mürlenb 1860, Dür-Stdt 1880, MGladb 1900. — c. heute abend; šēr, šīər Daun-Neroth 1860, Prüm-Steffeln 1880, Schleid-Ahrhütte Dahlem Holzmülh; šę·i.r Kemp-Süchteln; gen(t) (gegen) sch. gegen Abend, heute a. Prüm-Auw Reuth Steffeln, Malm-Vith Wirtzf, Schleid-Blankenh; sch. Schleid-Bereschd, Bo-Birrekoven (veralt. 1820), uWupp 1870; et geht op et Scher an es wird bald Abend Malm-Bütgenb. — Sch. Ovend diesen, heute abend veralt. Goar-Macken, Aden-Kaltenborn Kempenich Virnebg, Schleid-Baasem, Prüm-Mürlenb 1860 Mützenich, Monsch (šęr), Rheinb-Queckenbg, Köln-Stdt, Sieg, MülhRh, Waldbr, Wippf; sch. hent diese Nacht Schleid-Ripsd; gester jen sch. gestern abend Prüm-Reuth; lošīərt Altk-Hilgenr. — d. šę·i.ər nachher, später MGladb-Viersen 1873. — e. schier of morge nächster Tage Aach-Stdt 1836.
5307 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schierstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    schier stf. freundliche aufnahme, bewirtung. und det ime die best schier, die ime vor ie begegent von ir was worden PuS.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schierN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schier , N. Vw.: s. schīr (3)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schier

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Schier , -er, -ste, adj. et adv. ein noch in den gemeinen Sprecharten Ober- und Nieder-Deutschlandes sehr gangbares Wort…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schier

    Goethe-Wörterbuch

    schier adv bzw als Partikel a fast, beinahe; insbes bei unbest Zahlwort; einmal ‘s. wie’ für: ungefähr, in etwa wie Dieß…

  5. modern
    Dialekt
    schier

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    schier [ìər fast allg.; îr Str. Betschd. ] Adv. schier, beinahe. ‘I glaub schier’ Stöber Mäder 35. Er is t s. verschma…

  6. Sprichwörter
    Schier

    Wander (Sprichwörter)

    Schier Schier (s. Schîr). 1. Schier geschiehet nimmermehr. – Petri, II, 528. 2. Schier hat nie keinen Hasen erjagt. – Mo…

  7. Spezial
    schier

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schier adv. 1 (beinahe) feter, prësc, cuaji, oramai, defata 2 (wohl, gar) bëgn. ▬ das ist schier unmöglich chësc é feter…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schier

127 Bildungen · 99 Erstglied · 23 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von schier

schi + -er

schier leitet sich vom Lemma schi ab mit Suffix -er.

Zerlegung von schier 2 Komponenten

sch+ier

schier setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schier‑ als Erstglied (30 von 99)

schiergar

SHW

schier-gar Band 5, Spalte 281-282

Schierling

SHW

Schier-ling Band 5, Spalte 281-282

Schieraal

MeckWB

schier·aal

Schieraal m. Aal, anguilla vulgaris im beginnenden Hochzeitskleid, hauptsächlich auf der Wanderung zu den Laichplätzen gefangen: Arch. N. F.…

Schierapparat

Meyers

schier·apparat

Schierapparat , ein Apparat zum Durchleuchten angebrüteter Eier mittels einer Petroleumlampe, um unbefruchtete, zum Brüten ungeeignete Eier …

schierauf

RhWB

schie·rauf

schier-auf -op  Rheinb-GrBüllesh MüEif , Eusk-Lechenich Zülp , Dür-Bürvenich Stdt , Bergh-NEmbt , Heinsb-Roerkempen , Erk-Rath , MGladb , …

Schierbötting

MeckWB

Schierbötting -dd- n. wie das Vor. Ro Klock .

Schiᵉrbō²m

WWB

schier·bom

Schiᵉr-bō²m m. [ Min Hfd] Scherbaum für das Garn (bei der Leinenherstellung).

schierbütte

DWB

schier·buette

schierbütte , f. ein bei der vitriolsiederei gebräuchliches gefäsz, in dem die sogenannte wilde lauge sich klären musz. Jacobsson 3, 589 b .…

Schierbutte

Campe

schier·butte

Die Schierbutte , Mz. — n , in den Vitriolsiedereien, dasjenige Gefäß, worein der ausgelaugte Kupferrauch gegossen wird und worin sich diese…

Schierdok

MeckWB

schier·dok

Schierdok m. a. Spr. dünnes weißes Leinengewebe: carbasus 'rein, dnnedoeck, Schyrdoeck' Chytr. 273; vgl. Schierlaken . Mnd. schîrdôk. Br. W…

schieren

DWB

schi·eren

schieren , verb. , nebenform zu scheren, s. dieses theil 8, sp. 2569 u. folgende, besonders 2576.

schierenzig

RhWB

schieren·zig

schierenzig šīəręntsiχ  Siegld Adv.: lauter, rein; ganz genau, sehr ähnlich; der Jung es sch. si Vatter; er es sch. geck; der sch.ə Deiwe…

Schiereⁿ

Idiotikon

Schiereⁿ Band 8, Spalte 1193 Schiereⁿ 8,1193

Schierfaut

MeckWB

schier·faut

Schierfaut m. 'Glattfuß': wenn man üm Rug'faut (Vieh) roort, sall man 'n Schierfaut (Menschen) dorför henbringen (nach dem Kirchhof) Schw Ra…

schierfen

DWB

schierfen , verb. , eine ähnliche lautmalende bildung wie zirpen, fritinnire, gleicher bedeutung, vgl. tschirpen , zirpen . Stieler 2649 und…

schiergar

PfWB

schier·gar

schier-gar Adv. : ' fast, beinahe (verstärktes schier ) ', schieʳgaʳ (ˈšīÄʳgaʳ) [verbr., vorn. SOPf O-PS, Otterstetter 194 Krell 43 Lambert …

schier als Zweitglied (23 von 23)

blāmenschier

KöblerMhd

blāmenschier , st. M. Vw.: s. blāmensier

blāmentschier

KöblerMhd

blāmentschier , st. M. Vw.: s. blāmensier

ei(n)g(e)schier

Idiotikon

ei(n)g(e)schier Band 8, Spalte 1144 ei(n)g(e)schier 8,1144

ertschier

KöblerMhd

ert·schier

ertschier , st. M. nhd. Bogenschütze Q.: RqvII (FB ertschier) E.: s. erde W.: nhd. DW2-

flentschier

KöblerMhd

flentschier , st. N. Vw.: s. flantschier

Gaschier

BMZ

Gaschier n. pr. G. von Normandîe, der Oriman Parz. 25. 31. 38. 39. 42. 46. 47. 52. 65.

hatschier

DWB

hatsch·ier

hatschier , hatschierer , m. satelles. ein fremdwort, aus dem franz. archer soldat ou chasseur armé de l'arc ( Littré 1, 186 c , seit dem 12…

petschier

DWB

petsch·ier

petschier , n. , früher auch pitschier ( das slavische petsch, pitsch mit romanischer endung ), was petschaft und nun durch dieses verdrängt…

Ribbeschier

Wander

ribbe·schier

Ribbeschier He is knapp ribbschier. – Kern, 545. Das Wort ribbeschier wird von mässiger Beleibtheit gebraucht, einer solchen, bei der die Ri…

sülvergeschier

KöblerMnd

sülvergeschier , N. Vw.: s. sülvergeschirre*

vileⁿschier

Idiotikon

vileⁿschier Band 8, Spalte 1190 vileⁿschier 8,1190

ānschier

Idiotikon

ānschier Band 8, Spalte 1193 ānschier 8,1193

Ableitungen von schier (5 von 5)

beschiᵉren

WWB

be-schiᵉren V. [verstr. Rek Bek Dor Isl Wal Alt] bescheren, (be)schenken. Bi us wät Kristach moarn’n beschēärt ( Dor Wl). ⟨ Vokalismus: ›eª‹…

geschier

Lexer

ge-schier stn. s. geschirre.

schiere

Lexer

schiere , schier adv. BMZ in kurzer zeit, sogleich, schnell, bald. allgem. ( vgl. die gloss. zu den Chr. , auch schîr ib. 2. 175,6. 528,35. …

unschier

PfWB

un-schier Adj. : = unschierig 1, uⁿscheeʳ (uⁿšēʳ) [ LA-Rhodt ]; e uⁿscheeʳeʳ Kerl [ LA-Rhodt ]. Schweiz. VIII 1145 unschir(r).

verschieren

MeckWB

verschieren 1. glatt machen: 'n Hakisen verschieren un verplaten auf die beiden Seiten vom Hakisen ein kleines Stück Eisen auflegen Ro Steff…