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Schiene

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
15 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schiene Die

Bd. 4, Sp. 127a
Die Schiene, Mz. — n; Vw. das Schienchen, O. D. Schienlein, ein langes, dünnes, gewöhnlich schmales Ding, Werkzeug; im N. D. Schene, Schenne. So ist die Schiene der Töpfer, ein kleines flaches Brettchen, die Töpfe damit von innen und außen glatt zu streichen. Die langen dünnen und biegsamen Streifen Holz, woraus grobe Siebboden geflochten werden, heißen auch Schienen, oder Flechtschienen. Besonders, ein solches Ding, sofern es zur Bekleidung, Bedeckung oder Befestigung eines andern Dinges dienet. So heißt das Schienbein, welches dem Gesicht und Gefühle nach ein langer schmaler Körper zu sein scheint, der dem Gliede, worin er sich befindet, Festigkeit giebt, auch die Schiene. So werden auch Theile des Harnisches, welche diese Schienen, wie auch die Schenkel und Arme bedecken, und aus eisernen Platten, die nach diesen Theilen gebogen sind, bestehen, Schienen, Arm= und Beinschienen genannt. Schmale eiserne Stangen, womit man Sachen, damit sie lange dauern mögen, beschlägt, führen ebenfalls den Namen der Schienen, z. B. welche auf die Achsen der Wagen, die Achsschienen und die ähnlichen, welche auf die Felgen der Räder gelegt werden, die Radeschienen. An den eisernen Öfen sind Schienen, die beiden Stücken Eisen, welche an den Ecken der Vorderstücke angeschraubt werden und diese Stücke zusammenhalten. An den Wasserkünsten ist die Schiene ein eisernes gekrümmtes Band, welches die Stiefel= oder Kolbenröhre oben umgiebt und mit Schrauben an dem Werkholze befestiget ist; auch Halseisen, Bügel, Band. Bei den Buchdruckern sind Schienen die eisernen schmalen Bleche, womit die beiden mittelsten Balken des Laufbrettes an der Buchdruckerpresse beschlagen sind. Die Gelbgießer nennen Schiene das eiserne wage= recht stehende Stück an der Decke der Drehbank, welches in einer kleinen Entfernung von der Docke stehet und auf welchem die Dreheisen beim Drehen, ruhen. Die Schienen der Wundärzte sind schmale Brettchen, zwischen welche ein gebrochener Arm oder Fuß gebunden wird, damit er unverrückt in seiner Lage erhalten werde und gerade geheilt werden könne. Bei den Blockmachern sind die Schienen oder Schenen Eisen, welche an eine Seite einer Börse oder eines großen Bohrers angesetzt werden können, um dessen Breite zu vergrößern.
2257 Zeichen · 21 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHIENE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    SCHIENE s. SCHIN.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schiene

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Schiene , plur. die -n, Diminut. das Schienchen, Oberd. Schienlein, ein langes, dünnes, gemeiniglich schmales Werkze…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schiene

    Goethe-Wörterbuch

    Schiene 1 längliche plattenförmige Abdeckung von Gliedmaßen als Teil einer Rüstung; ‘der Beine S-n’ für: Beinschienen Ar…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schiene

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schiene , in der Chirurgie, s. Verband .

  5. modern
    Dialekt
    Schienef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schiene f. : 1. = Eisenbahnschiene , Schien, Pl. Schiene [verbr., Christmann Kaulb 15 Mang 100 Schneckenburger 24 Lamber…

  6. Sprichwörter
    Schiene

    Wander (Sprichwörter)

    Schiene 1. Er het Schîni im Strov. (S. Mensch 955.) – Sutermeister, 104. 2. Schlôn (schlagen) öm vör de Schenen, wo de J…

  7. Spezial
    Schiene

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schie|ne f. (-,-n) (Eisenbahnschiene) scina (-nes) f. , lama (lames) f. ▬ auf Schiene n laufen jí sön scines; aus den Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schiene

74 Bildungen · 58 Erstglied · 15 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schiene 2 Komponenten

schi+ene

schiene setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schiene‑ als Erstglied (30 von 58)

schieneisen

DWB

schien·eisen

schieneisen , n. stabeisen, wie es zu radschienen verarbeitet wird: schieneysen, ferreum ex officina, e quo canthi ferrei commodius fieri po…

Schienenblotsch

RhWB

schienen·blotsch

Schienen-blotsch šēnə(n)blǫtš Sol m.: hölzerner Schienen- und Knieschutz des Schleifers, gewöhnlich mit Eisenblech und Lederstücken verstärk…

Schienenbücker

RhWB

Schienen-bücker Siegld , Altk (Bergmspr.) m.: bes. vorgerichtetes Eisen , mit dem man Grubenschienen, die an Kurven zu liegen kommen, umbieg…

schienendurchschlag

DWB

schienen·durchschlag

schienendurchschlag , m. ein völlig zugespitzter, scharfer spitzhammer der grobschmiede, um die mit dem schienenstempel vorgestempelten löch…

schienenfasz

DWB

schienenfasz , schienfasz , n. eine aus hölzernen schienen geflochtene mulde in den hüttenwerken, um die kohlen auf den ofen zu tragen. Jaco…

Schienenfett

RhWB

schienen·fett

Schienen-fett Mörs n.: Sch.! Warnruf bei Schlagholzspielen; bekommt z. B. ein Hirte beim Sausp. vom Treiber einen Schlag gegen die Beine, so…

Schienengebündchen

RhWB

Schienen-gebündchen -bi·n.χə uMos n.: zusammengebundene Reste der zerschlissenen Weiden, zum Feueranzünden benutzt.

Schienengeld

RhWB

schienen·geld

Schienen-geld MGladb-Rheydt n.: in der Wend.: Enem Sch. gevve ihn gegen das Sch.bein schlagen.

schienenharnisch

DWB

schienen·harnisch

schienenharnisch , m. : erst im 14. ( jahrh. ) schnallte man den schienenharnisch regelmäszig über das kettenhemd. Freytag ges. werke 18, 17…

Schienenholzkorb

PfWB

schienen·holzkorb

Schienenholz-korb m. : ' ovaler flacher Korb ohne Handgriffe, aus Holzspänen geflochten ', Schieneholzkeʳwel [ LU-Rh'gönh ].

Schienenhuwel

MeckWB

schienen·huwel

Schienenhuwel -bf., m. 'Schienenhobel': noch unerfahrene Eisenbahnarbeiter schickt man zum Scherz, den Schienenhubel zu holen Ro.

schiene als Zweitglied (15 von 15)

Ankerschiene

Adelung

anker·schiene

Die Ankerschiene , plur. die -n, in den Gebäuden, eiserne Schienen, welche an den beyden Enden eines Balkens befestiget werden, um mit ihm e…

Anstoßschiene

Adelung

anstoss·schiene

Die Anstoßschiene , plur. die -n, an den Kanonen, lange, dünne Eisen, mit welchen die Lavetenwände eingefasset werden, vermuthlich, damit si…

armschiene

DWB

arm·schiene

armschiene , f. tibia brachii. die zergliederer nennen so das obere, kleinere bein des ellenbogens, was sonst speiche, spindel, spille, radi…

beinschiene

DWB

bein·schiene

beinschiene , f. ferula, 1) dünne hölzer zum verband gebrochner knochen, wie beinlade. 2) beinbedeckung, wie beinharnisch.

Egeschiene

Adelung

ege·schiene

Die Egeschiene , plur. die -n, dünne hölzerne Schienen, vermittelst welcher die Egebalken mit einander verbunden werden.

Flêchtschiene

Adelung

flecht·schiene

Die Flêchtschiene , plur. die -n, breite, dünne Schienen, woraus die Siebe geflochten werden.

nasenschiene

DWB

nasen·schiene

nasenschiene , f. eine eiserne schiene an der nase (V, 6) des pflugs. Jacobsson 3, 130 a .

Radschiene

Adelung

rad·schiene

Die Radschiene , im gemeinen Leben Radeschiene, plur. die -n, eiserne Schienen, welche um die äußere Fläche der Felgen an den Wagenrädern be…

Reißschiene

Pfeifer_etym

reiss·schiene

Schiene f. ‘langgestreckte Stahlleiste als Fahrspur für Eisen- und Straßenbahnen’ (zuerst im Bergbau, 18. Jh.), zuvor ‘Leiste aus Metall, Ho…

schachtschiene

DWB

schacht·schiene

schachtschiene , f. im bergbau, ein starkes, eisernes blech, das an den stellen, wo die schachtlatten zusammenstoszen, über diese genagelt w…

seitenschiene

DWB

seiten·schiene

seitenschiene , f. , z. b. eiserne schiene an der seite des pflughauptes. Jacobsson 4, 137 a .

Ableitungen von schiene (1 von 1)

geschiene

DWB

geschiene , n. , coll. zu schiene, die angelegten schienen an einem gebrochenen körpergliede.