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Schapp

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Schapp Pl., n.

Bd. 5, Sp. 1269
Wossidia Schapp Pl. s. unt. 3 n. Schrank 1. Sachliches: neben Disch, Stauhl und Bedd' wichtigstes Möbelstück im Hause; die Vielfalt seiner Zweckbestimmung und seines Aussehens spiegeln die Zss. Ätel-, Botter-, Brammwiens-, Brot-, Eck-, Fleigen-, Frätel-, Geld-, Glas-, Häng'-, Kleeder-, Knäwel-, Kœken-, Linnen-, Melken-, Speigelschapp; ferner Drög'schapp (in der Färberei), Farw- und Kätelschapp (auf Schiffen); manchmal diente ein Schapp mehreren Zwecken: wi hadden 'n Schapp, baben wir dat Melkenschapp, in de Midd' dat Brotschapp, unnen dat Linnenschapp Schw Ahr; Knechte und Mägde hatten ihre Sachen gewöhnlich in Lad' oder Kuffert, die ihr Eigentum waren und mit denen sie auf der neuen Stelle zuzogen; doch konnte ihnen vom Bauern nach längerer Dienstzeit auch ein Schrank eingeräumt werden: dee (ein solcher Knecht) is gaut in de Wehr, dee hett 'n eigen Schapp (Schrank zur eigenen Verfügung) God; Wandschrank für jeden Gutsknecht s. Häng'schapp (Bd. 3, 449). Aberglaube: wenn 't in 't Schapp knackt, gifft 't 'n Doden in de Verwandtschaft odder Fründschaft WaWaren@PoppentinPopp. 2. Sprachbelege: 'unum servatorium, quod dicitur scap' (1345) UB. 9, 654; 'I marc. pro nova capsula, dicta schap' (1387) 21, 84; riscus 'ein Schapp in der Want, Blindefinster' Chytr. 416; 'dat nie grote schap in der kacken up deme have' Slagg. 179; Schapp ein Schrank Monschr. 3, 55; dat Schapp Muss. Spr. 61; Mi 75a; Jac. 1, 127; allgem. 3. Pl.: er war mnd. schappe, seit 15. Jh. auch schappen; so noch im 19. Jh.: Verschluht de Schappen goht Babst 3, 117; Schappen un Dische Wilke 122; Wigg. Gr. 21; de Schappen up de Däl Bri. 7, 230; so auch noch 1968 eine 85jährige Rostockerin; desgl. eine 80jährige aus Ro Rostock@WarnemündeWarn; mod. statt dessen Schapps Pa; Ro; RoRostock@RibnitzRibn; Ätelschapp un anner Schapps Schw. 4. Rdaa.: dee is nich achter Vadder sin Schapp rut wääst kennt nichts von der Welt RoRostock@BörgerendeBörg; nu kamen se mit 't Schapp nun kommt Besuch Ha; Kinderscheuche: dor kamen s' mit 't Schapp LuLudwigslust@LaupinLaup; Hans föhrt in 't Schapp einer, der klug redet und keinen andern zu Wort kommen läßt HaHagenow@KuhstorfKuhst; hei kickt in 't Schapp hat verloren, bekommt nichts GüGüstrow@BorkowBork; wenn hei in 't Schapp kickt, steiht dei Botter ümmer up dei rechte Sit vom Schielenden Bütz; dor (in einem unordentlichen Haushalt) süht 't so bunt ut as in Haaksch ehr Schapp (HaHagenow@PritzierPritz) Nd. Kbl. 25, 54; Sta Stargard@NeubrandenburgNBrand; is hier Haaksch ehr Schapp ümfollen? Ausruf angesichts großer Unordnung Wi. 5. bildl.: hölten Schapp Sarg HaHagenow@WittenburgWitt; desgl. die Zs. Fleischschapp Wo. Sa.; Schapp beim Fischerboot der Aufbau auf dem vordersten Teil des Oberdecks: vörn in 't Schapp WiWismar@Weitendorf auf PoelWeitP; vgl. die Zs. Bedd'schapp Abbuchtung im Stall (Bd. 1, 695); bildl.-verhüllend Gefängnis: hei sitt in 't Schapp PaParchim@DobbertinDobb; SchöSchönberg@WarnowWarn; Ro; se krigen em in 't Schapp HaHagenow@BoizenburgBoiz; mit Ortsangabe: dee is in 't Güstrower Schapp MaMalchin@GielowGiel; desgl. Peter Mus sin Schapp, s. Mus 2 (Bd. 4, 1302). 6. Schapp spälen Hüpfspiel der Kinder: eine rechteckige Figur (dat Schapp) mit 8 Feldern (viermal je zwei) wird in den Erdboden geritzt, darin werden dann verschiedene Hüpftouren unter dem Werfen eines flachen Steinchens ausgeführt SchöSchönberg@BörzowBörz; wi hinkten früher dat Schapp Schö. — Mnd. schap, Gen. schappes. — Br. Wb. 4, 607; Dä. 401a; Da. 182b; Kü. 3, 45; Me. 4, 292.
3248 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schapp

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Schapp , — es, Mz. — e, s. Schaff .

  2. modern
    Dialekt
    Schappm.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schapp [šàp, Pl. šèp, Demin. šèpχən D. Si. ] m. 1. Schopf, Büschel, soviel man mit den fünf Fingern fassen kann: e Sch. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schapp

81 Bildungen · 66 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

schapp‑ als Erstglied (30 von 66)

schapp(e)leⁿ

Idiotikon

schapp(e)leⁿ Band 8, Spalte 999 schapp(e)leⁿ -ä- 8,999

schap: pandeschop

MNWB

schap·pandeschop

pantschop , -schup , -schap: pandeschop , -schup , -schaf; pandesschup , f. ( Pl. pandescheppen ): Verpfändung von Herrschaftsrechten , Pfan…

schappech

LothWB

schap·pech

schappech [šàpeχ D. Si. ] adj. u. adv. schäbig, armselig, abgenutzt, schlecht aussehend, elend: en hot. sch. Kläder um Leif. E geseït sch. a…

schappehērde

KöblerMnd

schappehērde , M. Vw.: s. schāpehērde (2)

Schappei

RhWB

Schappei šapę·i.  vereinzelt SNfrk in MGladb-Hoven Sg. t. m.: verächtl. Mund als Sprechwerkzeug. S. Klappei, Schantei.

schappeien

RhWB

schap·peien

schappeien ebd. schw.: sich sehr laut u. aufgeregt unterhalten. — Abl.: die Schappeierei, dat Geschappei.

schappel

DWB

schap·pel

schappel , schäppel , n. , mhd. schapel aus altfranz. chapel, weiblicher kopfschmuck, und zwar besonders der jungfrauen, zunächst kranz von …

Schappel I

Idiotikon

Schappel I Band 8, Spalte 990 Schappel I 8,990

Schappel II

Idiotikon

Schappel II Band 8, Spalte 1000 Schappel II 8,1000

Schappelchnab

Idiotikon

Schappelchnab Band 3, Spalte 713 Schappelchnab 3,713

schappelein

DWB

schappe·lein

schappelein , schäpplein , n. , dim. zu schappel ( s. d. ). schäppelin Maaler 345 c .

schappelig

RhWB

schappelig Adj.: 1. mit schappelndem Gang, Verbr. wie schappeln. — 2. holperig, von Wegen; en sch.ər Weg Altk-NFischb .

schappeljungfrau

DWB

schappel·jungfrau

schappeljungfrau , f. ehrbaren frauen gegenübergestellt: den schleppsäcken und schappeljungfraun soll man soliche geheimnisse nit offenbaren…

schappeln

Lexer

schapp·eln

schappeln swv. schapplen, sicut monachis solent, scapulare Dfg. 516 c .

schappeloir

MNWB

schappe·loir

*+ schappeloir (chappeloir) Schultergewand der Nonnen (Lauremberg ed. Lappenberg 19; franz. chappeloir ), vgl. schēpelêre .

Schappelz

MeckWB

schap·pelz

Schappelz m. Schafspelz; Beispielsprw.: Hitt möt Hitt verdrieben, seggt Strübing, dreggt uk in 'n Sommer 'n Schappelz Heim. 2, 176.

schappenieren

RhWB

schappe·nieren

schappenieren šabənī:rən u. fər- Wittl-Monzel šabəl- Birkf schw.: etwas sch., verkratzen, verunstalten. S. schamerieren.

schapp als Zweitglied (12 von 12)

Bootschapp

MeckWBN

boot·schapp

Wossidia Bootschapp f. Bootsschaft: in Wi Wismar@Hoben Hob besaß jede (aus drei Mann bestehende) Bootschapp eine Jolle in kommün Rud. Handb.…

Farwschapp

MeckWBN

farw·schapp

Wossidia Farwschapp n. Schrank, in dem auf Schiffen die Anstreichfarben aufbewahrt wurden Wo. Sa.

Käuhlschapp

MeckWBN

Wossidia Käuhlschapp n. Kühlschrank (1977) Wi.

Schriwschapp

MeckWBN

Wossidia Schriwschapp n. wie Schriwsekretär Müll. Reut. 116 a .

tschipptschapp

Idiotikon

tschipp-tschapp Band 14, Spalte 1756 tschipp-tschapp 14,1756

wandschapp

DWB

wand·schapp

wandschapp , n. , wandschrank. ein nd. wort vgl. schaff 4) theil 8, 2015: neben dem fenster, dicht an die ecke geschoben, stand ein wandscha…

Ableitungen von schapp (3 von 3)

entschappen

DWB

entschappen , elabi, entwischen, nach dem it. scappare, sp. escapar, fr. échapper, wo nicht entschnappen zu lesen: halt, halt, ichs musz ert…

schappe

Lexer

schappe swm. BMZ rock der geistlichen Ms. ( H. 2,201 a ). Öh. 159,11, oben unter schaperûn, der bauern Ls. 3. 411,463. vgl. auch schoppe. au…

verschappen

RhWB

ver-schappen: Kleidungsstücke v., draufschlappen, abnutzen; en sieht verschappt aus schäbig Verbr. wie sch. 1 a.