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Sch

mhd. bis sprichw. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
19 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
714
Verweise raus
14

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Sch

Bd. 3, Sp. 1309
Sch, der volle oder grobe Zischlaut, welcher vornehmlich Oberdeutschen, Mundart, und auch hier manchen Provinzen mehr als andern eigen ist, obgleich die Niederdeutschen ihn auch nicht ganz vermissen. Indessen gebrauchen ihn diese nur vor einem Selbstlaute und vor dem r, dagegen sie sich vor dem l, m, n und w, wie ihre Nachbarn, die weiter gegen Norden wohnenden Völkerschaften, mit einem bloßen einfachen f begnügen, und um deßwillen in dem Wohlklange vieles vor den Oberdeutschen voraus haben; smecken für schmecken, swart für schwarz, sniden für schneiden. Auch da, wo die Oberdeutschen das einfache s wie ein sch hören lassen, besonders vor dem p und t, sprechen die Niederdeutschen nur ein einfaches s; ob es gleich auch gröbere Mundarten unter ihnen gibt, welche sogar das s vor der verkleinernden Endung chen, in ein sch verwandeln; Röschen für Röschen. Siehe S, wo von dieser Aussprache mehr gesagt worden. Die Westphalen haben nebst den Holländern und einigen nördlichen Völkerschaften dieses Besondere, daß sie auch da, wo sie ein sch haben, es doch nicht zischend aussprechen können, sondern das s und den Gaumenlaut besonders hören lassen; Sgall für Schall, Fleisg für Fleisch, Sginken für Schinken. Ottfried und seine Zeitgenossen schreiben das sch gleichfalls häufig durch sg, frenkisga zungun, Fränkische Sprache. Dieser Zischlaut ist sehr oft unmittelbar aus der Natur entlehnet; rauschen ist ein anderer und stärker zischender Schall als rausen und brausen. In diesem Falle ist es freylich sehr unbequem, daß wir diesen einfachen Laut durch drey Buchstaben s, c und h ausdrucken müssen, welches bey dem Buchstabiren sehr viele Unbequemlichkeit hat. Es haben daher schon mehrere ein eigenes[] Schriftzeichen für diesen Laut in Vorschlag gebracht, welches desto mehr zu billigen wäre, da uns unter andern auch schon die Hebräer mit ihrem ש Schin, darin vorgegangen sind. Allein, so nützlich ein solches eigenes Schriftzeichen für den jetzt gedachten Fall seyn würde, da dieser Laut wirklich einfach und aus der Natur entlehnet ist, so würde es doch in einer andern Betrachtung wieder seine Unbequemlichkeit haben. Denn in vielen Wörtern ist dieses sch wirklich aus zwey verschiedenen Lauten zusammen geschmolzen, nähmlich aus dem Gaumenlaute ch oder g, und aus dem vorgesetzten Zischer s, welcher entweder die Bedeutung verstärket, oder auch nur ein bloßes Eigenthum der Mundart ist. So ist Schall allem Ansehen nach aus Gall, gällen, und dem verstärkenden s gebildet, schehen in geschehen aus gehen u. s. f. wovon im folgenden häufige Beyspiele vorkommen werden. In diesem Falle würde es die Ableitung erschweren, weil man alsdann das s nicht so leicht von dem Gaumenlaute würde absondern können. Daß unsere Ableitungssylbe -isch auf eben diese Art, nähmlich durch den Zusatz des Zischlautes aus -ig oder -icht, entstanden, ist schon an seinem Orte bemerket worden. In der Comparation solcher Beywörter, welche sich auf sch und isch endigen, wird im gemeinen Leben, und selbst bey vielen Sprachlehrern nicht genug für das Ohr gesorgt; närrischste, bübischste, keuschste, klingen überaus rauh und widrig. Die sich auf ein bloßes sch endigen, nehmen daher zu Milderung dieses Übelklanges ein e vor der Endsylbe an, welches auch die auf ß, st und z thun; keuscheste, gewissester Aichinger und andere wollen dieses e auch bey denen auf isch eingeführet wissen; närrscheste, hämischeste u. s. f. wo aber bloß ein Übelklang durch den andern ersetzet wird. Am sichersten vermeidet man diese Superlativen; ist solches aber nicht möglich, so läßt sich der Übellaut sehr dadurch vermindern, daß man von der Endung ste das s verbeißet; närrischte, bübischte, hämischte, parteyischte, schelmischte, höhnischte, knechtischte u. s. f.
3738 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sch

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    sch = gt. ahd. sk, sc ( u. so noch oft in älteren denkm. ); entstanden aus s, ss, chs, z, st. s. Weinh. b. gr. §§ 154. 1…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    sch , N. Vw.: s. schārwerken*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sch

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Sch , der volle oder grobe Zischlaut, welcher vornehmlich Oberdeutschen, Mundart, und auch hier manchen Provinzen mehr a…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sch

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sch. , s. Schönh .

  5. modern
    Dialekt
    sch

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    sch Band 8, Spalte 1 sch 8,1

  6. Sprichwörter
    Sch

    Wander (Sprichwörter)

    Sch Wan ik Sch' sai, do men ik alle Hannen. ( Föhr. ) Ich meine alle Hühner, wenn ich »Sch« rufe. Was ich in Gesellschaf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sch

81.636 Bildungen · 73.983 Erstglied · 7.633 Zweitglied · 20 Ableitungen

sch‑ als Erstglied (30 von 73.983)

Sch_s;rtísch

Adelung

Der Sch_s;rtísch , des -es, plur. die -e, bey den Tuchscherern, ein Tisch, auf welchem die Tücher geschoren werden.

Scha(n)

SHW

Scha(n) Band 5, Spalte 177-178

schaa

DWB

schaa , s. scha. schab , s. schabe .

Schaab

PfWB

Schaab , Schääb s. Schaub ;

Schaafheim

SHW

Schaaf-heim Band 5, Spalte 129-130

Schaaffhausen

Meyers

Schaaffhausen , Hermann , Anthropolog, geb. 18. Juli 1816 in Koblenz, gest. 26. Jan. 1893, studierte seit 1834 in Bonn und Berlin Medizin, t…

Schaak

PfWB

Schaak s. Jakob .

Scháale

Wander

scha·ale

Scháale Er macht gar kaan Scháale mehr. – Tendlau, 666. Fragt nicht mehr, ob etwas erlaubt sei oder nicht, so gleichgültig hat ihn die Gewoh…

Schaalfahrt

MeckWB

Schaalfahrt f. das Recht der Salzeinfuhr von Lüneburg nach Mecklenburg auf dem Wasserwege über den Großen Schaalsee und den Schaalstrom, bew…

Schaalschriwer

MeckWB

Schaalschriwer m. Zollschreiber für die Schaalfahrt ebda 734.

Schaapsdarm

MeckWB

Schaapsdarm m. Rainfarn, tanacetum vulgare Ma Grisch .

schaapsdœmlich

MeckWB

schaapsdœmlich schafsdumm: Kopp, mak nich so'n schaapsdämlich Gesicht Reut. 2, 112; mennig een is nich sau schaapsdœmlich, as he utsüht Bri.…

Schaapshamel

MeckWBN

Wossidia Schaapshamel m. a. Spr. Hammel: 'einen kempen oder schafshamell' (1584) C. Cordsh. Neust. 303.

Schaapsheß

MeckWB

Schaapsheß Pl. -hessen f. Schafshachse: ick mücht nich ümmer uppe Schaapshessen kaugen Schaffleisch essen (1887) Ma Rempl .

Schaapshock

MeckWB

Schaapshock n. seem. Platz auf dem Schiffsdeck vom Vorsteven bis zum Bratspill, so genannt, weil dort früher ein Verschlag für Schafe war: S…

Schaapsklun

MeckWB

Schaapsklun f. Gericht aus Schafskaldaunen; vgl. Kaldun 2 (Bd. 4, 46).

Schaapsknaken

MeckWB

Schaapsknaken m. Schafsknochen: von 'n Schaapsknaken kann 'n Fidel un Fläuten maken Wi.

Schaapskœtel

MeckWB

Schaapskœtel Pl. —, -s, auch Schap- m. Schafskot allgem.; Rda. he roort Tranen as Schaapskœtel Ro Ribn ; Tanzlied: O du lieber Augustin, Sch…

Schaapskopp

MeckWB

Schaapskopp Pl. -köpp, -köpper in der Schelte: Schapsköpper sünd ji all tau hopen Reut. 1, 315; ji sid all' Schaapsköpper Sta Krick m. Schaf…

Schaapskrint

MeckWB

Schaapskrint Pl. -en f. wie -kœtel, wenig üblich: so drad' as Achim ... Bullgräwen von Schapskrinten ünnerscheiden lihrt hadd' Bri. 3, 42; d…

Schaapsküll

MeckWB

Schaapsküll f. 'Schafskälte', der Kälteeinbruch in der Zeit vom 10. — 14. Juli, für die im Mai geschorenen Schafe empfindlich; Monh. 11, 165…

Schaapslurbeer

MeckWB

Schaapslurbeer Pl. -n m. wie -kœtel: Schaaps-Lurbeern Niem. Idiot. 22; Spargelbeete werden dicht mit 'Schafslorbeern' bestreut Eng. Landw. 3…

Schaapsmichel

MeckWB

Schaapsmichel m. dummer Mensch Nd. Kbl. 9, 85 b .

sch als Zweitglied (30 von 7.633)

abbetēkærisch

KöblerMnd

*abbetēkærisch , Adj. nhd. „apothekerisch“, dem Apotheker zugehörig Hw.: s. abbetēkærische E.: s. abbetēkære, isch

ablātenbeckærisch

KöblerMnd

*ablātenbeckærisch , Adj. nhd. Oblatenbäcker betreffend Hw.: s. ablātenbeckærische E.: s. ablātenbeckære, isch

alkȫpærisch

KöblerMnd

*alkȫpærisch , Adj. nhd. Aalverkäufer betreffend Hw.: s. ālkȫpærische E.: s. ālkȫpære, isch Son.: langes ö

aneklēgærisch

KöblerMnd

*aneklēgærisch , Adj. nhd. „anklägerisch“, zur Anklage gehörig Hw.: S. aneklēgærische E.: s. aneklēgære, isch

arbēdærisch

KöblerMnd

*arbēdærisch , Adj. nhd. Arbeiter betreffend, Arbeiter... Hw.: s. arbēdærische, arbēdisch E.: s. arbēdære, isch

atlasisch

KöblerMnd

*atlasisch , Adj. nhd. Atlas (ON) betreffend, Atlas... Hw.: s. atlasischen, atlasisches E.: s. atlas, isch

beckærisch

KöblerMnd

*beckærisch , Adj. nhd. Bäcker betreffend, Bäcker... Vw.: s. ablāten- Hw.: s. beckærische E.: s. beckære*, isch

beddemākærisch

KöblerMnd

*beddemākærisch , Adj. nhd. „bettmacherisch“ Hw.: s. beddemākærische E.: s. beddemākære, isch

behȫdærisch

KöblerMnd

*behȫdærisch , Adj. nhd. „behüterisch“, beschützend Hw.: s. behȫdærische E.: s. behȫdære, isch

bendærisch

KöblerMnd

*bendærisch , Adj. nhd. zum Bänder gehörig Hw.: s. bendærische E.: s. bendære, isch

bergisch

KöblerMnd

*berg·isch

*bergisch , Adj. nhd. bergig, gebirgig, reich an Bergen Vw.: s. parle-, swraten- E.: s. berch (2), isch

bernærisch

KöblerMnd

*bernærisch , Adj. nhd. Brenner betreffend, Brenner... Hw.: s. bernærische E.: s. bernære, isch

beschermærisch

KöblerMnd

*beschermærisch , Adj. nhd. „beschirmerisch“, beschützend Hw.: s. beschermærische E.: s. beschermære, isch

besittærisch

KöblerMnd

*besittærisch , Adj. nhd. besitzend Hw.: s. besittærische E.: s. besittære, isch

beswērærisch

KöblerMnd

*beswērærisch , Adj. nhd. bannend Hw.: s. beswērærische E.: s. beswērære, isch

biddærisch?

KöblerMnd

*biddærisch? , Adj. nhd. bittend Hw.: s. biddærische E.: s. biddære, isch

bindesterisch

KöblerMnd

*bindester·isch

*bindesterisch , Adj. nhd. bindend, Binder betreffend? Hw.: s. bindesterische E.: s. bindester, isch

bindisch

KöblerMnd

*bindisch , Adj. nhd. bindend, bündig, bindig Vw.: s. vīf- E.: s. binden (1), binde, isch

bindærisch

KöblerMnd

*bindærisch , Adj. nhd. bindend, Binder betreffend? Hw.: s. bindærische E.: s. bindære, isch

blēdisch

KöblerMnd

*blēdisch , Adj. nhd. blättrig Vw.: s. vērklēver- E.: s. blat, isch

botisch?

KöblerMhd

*botisch? , Adj. nhd. „Boten...“ Vw.: s. zwelf- E.: s. bote W.: nhd. DW-

brōtsnīdærisch

KöblerMnd

*brōtsnīdærisch , Adj. nhd. „bäckerisch“, Bäcker betreffend Hw.: s. brōtsnīdærische E.: s. brōtsnīdære, isch

brūwærisch

KöblerMnd

*brūwærisch , Adj. nhd. „brauerisch“, brauend Hw.: s. brūwærische E.: s. brūwære*, isch

bussisch

KöblerMnd

*bussisch , Adj. nhd. burgisch? Vw.: s. middel- E.: s. borg? (3), isch

bādemȫmisch

KöblerMnd

*bādemȫmisch , Adj. nhd. Bademuhme betreffend Hw.: s. bādemȫmische E.: s. bādemȫme, isch

bādærisch

KöblerMnd

*bādærisch , Adj. nhd. Bader betreffend, Bader... Hw.: s. bādærische E.: s. bādære, isch

bārtschērisch

KöblerMnd

*bārtschērisch , Adj. nhd. bartscherig E.: s. bārtschēre

Ableitungen von sch (20 von 20)

besch

RhWB

besch -ē- Merz-Keuching Adj. präd.: bet, ab im Klickersp.

Besche

BWB

Besche Band 2, Spalte 2,375

beschên

MNWB

beschên , stv. , geschehen; refl. sich ereignen .

empschlich

KöblerMhd

empschlich , Adv. Vw.: s. emziclich

ersch

Idiotikon

ersch Band 1, Spalte 471 ersch 1,471 o.

ersche

RhWBN

-ersche weibl. Suffix s. bei –sche (Bd. VII).

Gesch

RhWB

Gesch -ē- = Hefe s. Gisch.

gesche

DWB

gesche , f. das weibchen des steinbocks, auch jesche, gubst Nemnich 1, 851 .

geschen

DWB

geschen , schäumen, s. gäschen sp. 1431: der strom gescht. Fr. Müller 1, 4 ; gischen, geschin, singultare Dief. 536 c ; gischen, geschen, gö…

Geschlich

ElsWB

G e schlich n. Heimlichkeiten, Geheimtuerei Str. ‘By dier isch doch myn sechs, in alem nix wie Gschlych’ Pfm. IV 3.

geschung

DWB

geschung , f. , und gischung, der gescht, spumatus, fecula Stieler 610 . s. geschen , gäschen .

Sche

Campe

† — Sche , eine Endsilbe im N. D. welche den Eigennamen der Männer angehängt wird, um solche Eigennamen für weibliche Personen oder für die …

ursch

DWB

ursch , f. , rinne, trog, s. nusch th. 7, 1008 f. urschhaken haken für die dachrinne Unger-Khull 612 b ; urschrinne dachrinne Schmeller-Fr. …

ursche

DWB

ursche s. urasz ( sp. 2371 f. ). —

urschen

DWB

urschen , s. uraszen sp. 2372. —

vërsch

Lexer

vërsch , vërsche s. vërsen.

²versch(e)

MNWB

2 versch(e) (varsch) , ° vresch , ° vers , n. , °m. , Vers, Reimvers, Bibelvers, Psalmvers; Spruch, Besprechungsformel. verschdichter, ~māke…

verschen

MNWB

verschen (varschen) , swv. , frisch machen, auffrischen, erfrischen, kühlen; (gesalzen Fleisch, Fisch) auswässern, auch vom Leder (vgl. „ ey…

Zersch

RhWB

Zersch = Tuchart s. Serge.