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satteln

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

satteln verb.

Bd. 14, Sp. 1826
satteln, verb., ahd. satalôn, ags. sadlian, mhd. satelen, mnd. sadeln, altn. söðla, sternere, addextrare. in eigentlicher bedeutung, pferden den sattel auflegen: ich sattele, equum sterno [] Steinbach 2, 349; absolut oder mit acc.: lasz mir gleich den falk satteln und an die hinter-gartenthüre führen, will bis Trier eins voran stechen. Fr. Müller 3, 72; es arbeitete gewaltig in seiner brust, es dünkte ihn, er möchte satteln und reiten auf leben und tod. Gotthelf bilder u. sagen 5, 33; auf! sattle die pferde! wir müssen vor sonnen-untergang noch über den gränzen seyn! Schiller räuber 4, 3 schausp.; ich ging und zog mein kameel beim nacken — und fing an zu satteln und aufzupacken. Rückert 11, 253; knapp', sattle mir mein Dänenrosz, dasz ich mir ruh erreite! Bürger 52a; ruft mir den Wrangel, und es sollen gleich drey boten satteln. Schiller Wallenst. tod 1, 7; steh auf, steh auf, lieb reitknecht mein! sattel mir und dir ein pferd! wir wollen reiten über berg und thal, das mädel ist alles werth. wunderh. 1, 112 Boxberger; sie haben stahlgewand begehrt, und hieszen satteln ihre pferd', zu reiten nach dem riesen. Uhland ged. 339. frei oder bildlich: so ein bettler ist er, dasz er auch einen löwen satteln solte, und hat gleich dem Aboeseyid pferd und zeug. Olearius pers. baumg. 2, 3; zu diesem behuf sattelte er (Rübezahl) den raschen morgenwind, sasz auf und galoppirte über berg und thal. Musäus volksm. 1, 50 Hempel; wenn ich einige beszerung verspüre, will ich auch den musengaul wieder satteln. Hölty 247 Halm; denn mancher kriegt umb wyber bit, der sunst ein suw dörfft sattlen nit. Murner gäuchmatt 1076 Scheible; sattle dich nur, hölzern rosz, du muszt über wellen traben, auf, ihr segel, anker los! wunderh. 1, 193 Boxberger. mit lasten belegen: die armer leut weingärten, ölberg und äcker mit zehenden und newen beschwerden werden sattlen, dass sie davon jre knecht, kriegsvölker und hofgesind halten. kriegsb. des friedens 206b. das part. gesattelt, ephippio stratus, ephippiatus Henisch 1529, in eigentlicher bedeutung: die pferde stehn gesattelt, ihr könnt aufsizen, wenn ihr wollt. Schiller räub. 4, 3 schauspiel; ein pferd steht gesattelt in deinem hof. Fiesko 5, 1; diu ros man wol gesateletden küenen Niblungen vant. Nibel. 1808, 4; dô zôch man der frouwen wert starc wol gênde ein schœne pfert, gesatelt und gezoumet wol. Parzival 274, 3; welch knabe zuo disem buoche hat minne, der vindet ein guldin rössel drinne, stiff gesattelt und vin gezöimet. elsäss. literaturdenkm. 1, 13. bildlich: liesze sich ein habiler dazu gesattelter schriftsteller von gaben auftreiben und gewinnen, der in bibliotheken wohl gelitten wäre. J. Paul flegelj. 1, 16. mundartlich: gesatteltes zugemüs, gemüse mit auflage Stalder 2, 301. Schmeller 2, 334; eine gesattelte merende oder jause (vespermahlzeit) heiszt eine mit fleisch, würsten u. dergl. verbundene. Schöpf 581. sprichwörtlich: wie man sattelt, so reitet man, quilibet fortunae suae faber Steinbach 2, 349; früh gesattelt, langsam geritten, summo mane equi sternuntur, tarde fit iter. ebenda; wer gut sattelt, reitet gut. Simrock 411; dann wer bedenckt all dyng by zyt, der satlet wol, ee dann er rytt. Brant narrensch. 12, 3.
3223 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Satteln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Satteln , verb. reg. act. dem Pferde den Sattel auflegen und denselben an ihm befestigen. Ein Pferd satteln. Es ist noch…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    satteln

    Goethe-Wörterbuch

    satteln einem Reit- od Tragtier einen Sattel auflegen; überwiegend trans, vereinzelt absolut; mehrf neben ‘zäumen/packen…

  3. modern
    Dialekt
    sattelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    satteln schw. : wie schd., saddele, sattle, sarrele, Verbr. wie PfWB Sattel [vereinzelt, Lambert Penns 129 Krämer Gal 18…

  4. Sprichwörter
    Satteln

    Wander (Sprichwörter)

    Satteln 1. Der sattelt schlecht, der den Gaul beim Schwanze zäumt. Lat. : Male imperatur cum regit vulgus duces. ( Senec…

  5. Spezial
    satteln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sat|teln vb.tr. (Pferd) inselé (insela) , mëte la sela, imbastí (-tës c).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit satteln

17 Bildungen · 2 Erstglied · 12 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von satteln 2 Komponenten

satt+eln

satteln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

satteln‑ als Erstglied (2 von 2)

sattelnahrung

DWB

sattel·nahrung

sattelnahrung , f. lebensunterhalt, den man sich durch raub verschafft ( vergl. DWB sattel 1, d ). die sattelnarung. Murner narrenbeschw. 24…

satteln als Zweitglied (12 von 12)

Úmsatteln

Campe

Úmsatteln , v. trs . ich sattele um, umgesattelt, umzusatteln 1) Von neuen, anders satteln. 2) Den Sattel von einem Pferde auf das andere le…

absatteln

DWB

absatteln , ephippium demere, den sattel vom pferde nehmen, das pferd absatteln; lasz absatteln! das pferd hat seinen reiter abgesattelt, vo…

aufsatteln

DWB

auf·satteln

aufsatteln , sellam imponere: es ist schon aufgesattelt, alles reisefertig; aufsatteln und anzäumen. Garg. 251 b . bildlich, einem etwas auf…

besatteln

DWB

besatteln , insternere equum, satteln.

EINSATTELN

DWB2

ein·satteln

DWB2 EINSATTELN vb. DWB2 DWB2 DWB2 1 im sattel reiten, sich in den pferdesattel schwingen: 15.jh. insellare .. in satteln Diefenbach gl. 300…

entsatteln

DWB

ent·satteln

entsatteln , deponere ephippium, und ex ephippio dejicere, nnl. ontzadelen: er wurde von seinem gegner entsattelt, aus dem sattel gehoben.

herumsatteln

PfWB

herum·satteln

herum-satteln schw. : 'seinen Vorsatz ändern'. Er hat erumgesarrelt [ KL-U'sulzb ]; vgl. PfWB umsatteln . SHW Südhess. III 397 ; ElsWB Els. …

umsatteln

DWB

umsatteln , vb. , trennbar, mutare equum, alternos equos sternere umsattelen Aler (1727) 2, 2051 a : dasz diese post unterwegens ein paar ma…

versatteln

DWB

ver·satteln

versatteln , verb. falsch, ungehörig satteln. Heinsius 4, 2, 1339 a .

Vorsatteln

Campe

vor·satteln

Vorsatteln , v. trs . vor einem Andern satteln, damit er es sehe und lerne. D. Vorsatteln. D. — ung .

Ableitungen von satteln (3 von 3)

besatteln

DWB

besatteln , insternere equum, satteln.

entsatteln

DWB

entsatteln , deponere ephippium, und ex ephippio dejicere, nnl. ontzadelen: er wurde von seinem gegner entsattelt, aus dem sattel gehoben.

versatteln

DWB

versatteln , verb. falsch, ungehörig satteln. Heinsius 4, 2, 1339 a .