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Sakramént

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Meyers
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sakramént

Bd. 17, Sp. 457
Sakramént (lat.), Bezeichnung gewisser wesentlicher Elemente des christlichen Kultus, hinsichtlich deren Zahl, Bedeutung und Wirkung aber die verschiedenen christlichen Konfessionen nicht übereinstimmen. Mit dem Namen S. (in der Vulgata die Übersetzung von Mysterium) wurden im kirchlichen Sprachgebrauch, der uns zuerst bei Tertullian begegnet, die wichtigsten Punkte der christlichen Weltanschauung überhaupt, zumal auch Zeremonien und Weiheakte, insonderheit aber gewisse, nach Analogie der heidnischen Mysterien (s. d.) gestaltete, geheimnisvolle Handlungen, wie Taufe und Abendmahl, bezeichnet, denen man wesenhafte und übernatürliche Wirkungen zur Wiedergeburt und geistlichen Gesundung (so im Abendland), ja zur Auferstehung und Vergottung des Menschen (so in der griechischen Kirche) zuschrieb. Besonders seit dem Streite mit den Montanisten, Novatianern und Donatisten folgte die katholische Kirche dem Trieb, eine das Heil durch die vom Priester gespendeten Sakramente vermittelnde Anstalt zu werden. Besonders seitdem Gregor d. Gr. die Lehren vom Fegfeuer und vom Meßopfer festgestellt hatte, bewegte sich im Grund alles, was von theologischen Fragen die Gläubigen in weitern Kreisen erregte, um die Vorstellungen von den geheimnisvollen Gnadenkräften der Kirche, den Wundern des Sakraments. Aber die Siebenzahl der Sakramente (Taufe, Abendmahl, Buße, Firmung, Ehe, Ordination und Letzte Ölung) wurde erst im 12. Jahrh. festgestellt und der römischkatholische Lehrbegriff der Sakramente besonders von Hugo von Saint-Victor (s. d., Bd. 9) und Petrus Lombardus (s. d.) ausgebildet. Danach sind die Sakramente die von Christus eingesetzten, aus einem sichtbaren Element (materia) und aus rituellen Worten (forma) bestehenden Handlungen, durch die sich wie durch Kanäle die heiligmachende Gnade in den Menschen ergießt; sie wirken ex opere operato, d. h. vermöge eigner, ihnen nicht erst durch die Gesinnung des Empfängers zufließender Kraft, wobei durch jenen Ausdruck zunächst nicht die Notwendigkeit des Glaubens als Bedingung für den Empfang der Wirkung abgelehnt werden sollte, wenn auch später diese Bedingung auf das Nichtvorhandensein eines Hindernisses eingeschränkt wurde. Die Lehre der griechischen Kirche von den Mysterien ist unter dem Einflusse der römischen Sakramentslehre formuliert worden. Der Protestantismus setzte die Zahl der Sakramente auf zwei (Taufe und Abendmahl) herab, lehnte das Opus operatum (s. d.) ab und vertrat die Auffassung, wonach das eigentlich Wirksame beim S. das nur durch gläubiges Vertrauen anzueignende Wort des Evangeliums sei, dessen sinnliche Darstellung das S. bilde, eine prinzipiell neue Auffassung vom S., die freilich nur in der reformierten Kirche rein durchgeführt worden ist. Den Socinianern sind die Sakramente bloße Zeremonien, den Arminianern Bundes zeichen; andre Sekten sprachen ihnen überhaupt jede Bedeutung ab. Vgl. über die Lehre von den Sakramenten der katholischen Kirche die Werke von Oswald (5. Aufl., Münst. 1894, 2 Bde.), Schanz (Freiburg 1893) und Gihr (2. Aufl., das. 1902–03, 2 Bde.); ferner v. Maltzew, Die Sakramente der orthodox-katholischen Kirche des Morgenlandes (Berl. 1898); Kähler, Die Sakramente als Gnadenmittel (Leipz. 1903). – S. des Altars, s. Abendmahl.
3257 Zeichen · 45 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    sakramentst. N. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    sakrament , st. N. (a) nhd. Sakrament ne. sacrament Q.: E, S I.: Lw. lat. sacrāmentum E.: s. lat. sacrāmentum, N., Sakra…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SakramentDas

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    ♁ Das Sakrament , — es, Mz. — e , ein durch die Religion bis in die Sprache des gemeinen Mannes gekommenes fremdes Wort,…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Sakrament

    Goethe-Wörterbuch

    Sakrament meist -c-, selten mit lat Pl -a; entstellt ‘sackerment’ (sd) 1 theol a die Gnade Gottes vermittelnde kirchlich…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sakramént

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sakramént (lat.), Bezeichnung gewisser wesentlicher Elemente des christlichen Kultus, hinsichtlich deren Zahl, Bedeutung…

  5. modern
    Dialekt
    Sakramentn.

    Mecklenburgisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Sakrament n. a. Spr. Gehäuse für die Hostien: '1 Mk vor dat Sacramente verdich to makende' (1470—91) Festschr. Wo. 55 a …

  6. Sprichwörter
    Sakrament

    Wander (Sprichwörter)

    Sakrament 1. Die sieben Sakramente des Teufels sind: ein englischer Krämer, ein Jude, ein Baseler, eine alte Nonne, ein …

  7. Spezial
    Sakrament

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sa|kra|ment n. (-[e]s,-e) sacramënt (-nc) m. ▬ die Sakrament e empfangen ciafé i sacramënc ; zu den Sakrament en gehen (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sakrament

76 Bildungen · 73 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von sakrament 2 Komponenten

sakra+ment

sakrament setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sakrament‑ als Erstglied (30 von 73)

Sakramentāl

Meyers

sakra·mental

Sakramentāl , ein Sakrament bildend, solchem gemäß, unauflöslich, unantastbar.

Sakramentalĭen

Meyers

sakramental·ien

Sakramentalĭen (lat.), in der kath. Kirche geweihte Gegenstände, wie Weihwasser, Öl, Salz, Palmen, auch die Beschwörungen und Segnungen der …

Sakramentar

LDWB2

Sa|kra|men|tar n. (-s,-e) sacramental m.

Sakramentarĭum

Meyers

Sakramentarĭum (lat.), in der römisch-kath. Kirche ein liturgisches Buch, das nur die bei der Messe vom Priester zu sprechenden Gebete umfaß…

Sakramentbraten

RhWB

sakrament·braten

Sakrament-braten -i- Rees-Ringenbg m.: grosses Stück Magerfleisch von der Aussenseite des Oberschenkels des Schlachtviehs.

Sakramenten

Wander

sak·ramenten

Sakramenten Ich will dich sakramenten. – Agricola I, 493. »Ich will dich schlagen, dass du sollst unsers Herrgotts begehren«, erklärt es Agr…

sakramenter

DWB

sakra·menter

sakramenter , m. zuerst bei Luther, von den vertretern derjenigen protestantischen richtungen, welche der lutherischen sakramentslehre nicht…

sakramenteren

WWB

sakrament·eren

sakram e nteren V. fluchen. De Hannes fännte säu gefährlek an te ssackermäntern ( Olp Be).

Sakramenthandlung

DRW

sakrament·handlung

Sakramenthandlung, f. rituelle Erteilung eines Sakraments (I) unberufenen landleufer ..., so sich in winkeln predigens und sacramenthandlung…

sakramentieren

DWB

sakrament·ieren

sakramentieren , verb. fluchen, infaustas voces jactare, maledicere, diras imprecari Stieler 2021 . Hügel 131 b .

sakramentierer

DWB

sakramentierer , m. maledicus, imprecans, anathemizans, dipnosophista, divinorum mysteriorum obtrectator Stieler 2021 . so wurden im reforma…

sakramentiererei

DWB

sakramentiererei , f. ( s. das vorhergehende wort ): auf ein ander zeit sagte d. M. L., dasz die hoffart und ehrsucht in der kirchen groszen…

sakramentisch

DWB

sakrament·isch

sakramentisch , adj. meist wol nur mundartlich vorkommend als sackermentisch, s. dass. unter sakrament 8, a.

sakramentist

DWB

sakrament·ist

sakramentist , m. , dasselbe wie sakramentierer: unser liecht stehet nicht unter dem scheffel verborgen, sondern brennet und leucht frey auf…

sakramentlich

DWB

sakra·mentlich

sakramentlich , adj. sacramentalis Dief. 506 b : darnach kompt er auff das wort sacramentaliter und spricht, das Christus fleisch sacramentl…

sakrament als Zweitglied (1 von 1)

Höllensakrament

Wander

hoellen·sakrament

Höllensakrament Du Höllensackerment, sagte der Meister zum Lehrburschen, als dieser auf die Frage, wie viel Sakramente es gebe, antwortete: …

Ableitungen von sakrament (2 von 2)

unsakrament

DWB

unsakrament , n. , kein richtiges sakrament: Scheffler ecclesiologia 1, 471 b . dazu unsakramentalisch, adj. Forers Lutherischer katzenkrieg…

ursakrament

DWB

ursakrament , n. (ur- C 4 c) Spengler untergang des abendlandes 2, 292 . —