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Safran

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Meyers
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19 in 19 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Safran

Bd. 17, Sp. 412
Safran (v. arab. za'ferān, lat. Crocus), die Narben von Crocus sativus, der zur Gewinnung derselben vielfach kultiviert wird (vgl. Handelspflanzen, S. 737). Die Safranblüten enthalten einen mehrere Zentimeter langen Griffel, der sich an der Spitze in drei 2,5–3 cm lange, fadenförmige, allmählich sich erweiternde, orangerote Narben teilt (s. Tafel »Arzneipflanzen II«, Fig. 10, mit Text). Letztere allein werden gesammelt und möglichst schnell getrocknet. 70,000 bis 80,000 Blüten liefern 1 kg getrockneten S., und jede Pflanze treibt nur 1–2 Blüten. S. bildet ein loses Haufwerk einzelner oder noch zu je dreien zusammensitzender, gesättigt braunroter, sich fettig anfühlender Fäden, riecht intensiv, fast betäubend, schmeckt bitter, gewürzhaft, ist sehr hygroskopisch und enthält Safrangelb (Polychroit, Crocin) von außerordentlichem Färbungsvermögen, ein gelbes, dickflüssiges, schweres ätherisches Öl (Safranöl), Traubenzucker und 4,4–7 Proz. mineralische Stoffe. Die größte Quantität des Safrans wird gegenwärtig in Spanien (Valencia, Alicante und Novelda, 45,000 kg jährlich) gewonnen, der höher geschätzte französische stammt aus dem Arrond. Pithiviers im Gâtinais (Produktion 2–4000 kg), als der vorzüglichste gilt der niederösterreichische (Meissau etc.), der aber nur in sehr geringer Menge produziert wird. Weniger geschätzt ist der englische und der türkische S. S. wird viel verfälscht mit Blüten von Calendula, Carthamus, Kollodiumfäden etc., mit Beschwerungsmittel, wie Baryt, Gips etc., auch werden extrahierte Narben gefärbt. Man benutzt S. als Gewürz (besonders im Orient) und zum Färben von Speisen, zu Goldfirnis, kaum noch in der Medizin. Er wirkt stark erregend und bewirkt in größern Gaben heftige Kongestionen. S. spielt seit den ältesten Zeiten eine große Rolle als Arzneimittel, Gewürz oder Farbmaterial. Er wird erwähnt in der ältesten indischen Medizin, bei Salomo, Homer, Hippokrates, Theophrast u. a. und galt im Altertum als »König der Pflanzen«. Im 10. Jahrh. wurde er in Spanien, wohin ihn die Araber gebracht hatten, kultiviert, nach Frankreich, Italien und Deutschland soll er durch die Kreuzfahrer gekommen sein. Im 15. und 16. Jahrh. scheint die Safrankultur bei uns von Belang gewesen zu sein. Später nahm der Gebrauch des Safrans immer mehr ab, und nur in einigen Gegenden hat sich eine eigentümliche Vorliebe für ihn erhalten. Reiche Araberinnen färben noch jetzt Augenlider, Fingerspitzen und Zehen mit S. Wilder, falscher S., s. Saflor und Colchicum. Kapsafran besteht aus den getrockneten Blüten einer Skrofulariazee vom Kap, Lyperia crocea, die annähernd Geruch, Geschmack und Färbungsvermögen des Safrans besitzen. Chemischer S. s. Safransurrogat. Vgl. Kronfeld, Geschichte des Safrans (Wien 1892).
2757 Zeichen · 49 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    safranN.

    Köbler An. Wörterbuch

    safran , N. nhd. Safran I.: Lw. mnd. safrān, Lw. afrz. safran, Lw. mlat. safranum, Lw. arab. za’ farān E.: s. mnd. safrā…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SAFRÂNstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SAFRÂN stm. saffran. ital. zafferano . crocus sapherân, saffrân sumerl. 55,42. voc. o. 43,41. Megb. 313,10. 344, 7. diu …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SafranDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Der Safran , — es, Mz . u. 1) Ein Zwiebelgewächs mit rothgelben Blumen, deren drei Narben der Staubwege einen angenehmen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Safran

    Goethe-Wörterbuch

    Safran auch -ff- 1 für: Krokus (Frühlingssafran) Das Beet schon lockert|Sich's in die Höh,|Da wanken Glöckchen|So weiß w…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Safran

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Safran , bekanntes Gewürz, die trockenen Blütennarben des Crocus sativus , der in der Levante und in Südeuropa wild wäch…

  6. modern
    Dialekt
    Safranm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Safran m. Safran; der echte Safran, crocus sativus; seine getrockneten. dunkelroten Blütennarben tragen eig. den Namen S…

  7. Sprichwörter
    Safran

    Wander (Sprichwörter)

    Safran 1. Je mehr man den Safran tritt, desto besser wächst er. 2. Mit wenig Safran kann man viel Suppe gelb machen. Hol…

  8. Spezial
    Safran

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sa|fran (Crocus sativus) m. (-s,-e) ‹bot› jafaran m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit safran

78 Bildungen · 70 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von safran 2 Komponenten

saf+ran

safran setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

safran‑ als Erstglied (30 von 70)

safranacker

DWB

safran·acker

safranacker , m. , ebenso safranfeld, safrangarten, safranland, ein stück land, worauf der herbstsafran als handelspflanze gebaut wird. Krün…

safranbauer

DWB

safran·bauer

safranbauer , m. der landwirth, der sich besonders mit diesem zweige des landbaues beschäftigt.

safranbaum

DWB

safran·baum

safranbaum , m. menecylon capitellum, ein baum im Ceylon, dessen blätter, wenn sie abfallen und trocken werden, eine hochgelbe farbe bekomme…

safranblume

DWB

safran·blume

safranblume , f. flos croci: mit safran-blomen und cypressen wird ietzt mein traurigs haupt betäckt. Rompler von Löwenhalt (1647) 67 . saffe…

Safranboli

Meyers

safran·boli

Safranboli ( Safaranbola ), Kaza (2500 qkm, 58,100 Einw.) des Sandschaks Kastamuni im asiatisch-türk. Wilajet Kastamuni, mit dem gleichnamig…

safranfarbe

DWB

safran·farbe

safranfarbe , f. 1) die färbung des safrans und der aus safran bereitete farbstoff. Campe. 2 ) die farbe des metallsafrans: denn man brennet…

safranfarben

DWB

safran·farben

safranfarben , safranfarb , adj. gefärbt wie safran: der beste safft oder gummi ist der, der fast bitter am geschmack ist, anszwendig geel u…

safranfarbig

DWB

safran·farbig

safranfarbig , adj. dasselbe: saffranfärbig Dasyp. ; safranfarbiger schein rändet den horizont und durchglüht das gebüsch, welches den hügel…

safran gäl

ElsWB

safran·gael

safran gäl vom Raum tout jaune de creme’ Martin Parl. N. 310. — Schweiz. 2, 294. ‘

Safrangarten

PfWB

safran·garten

Safran-garten m. : FlN, amtl. Saferangarten [ GH-Rh'zab ], Saffergarten [LA-Insh (Urkataster I S. 1 v. 1839)], a. 1507: Saffrengarten zu Kal…

safrangehänge

DWB

safran·gehaenge

safrangehänge , n. safranfarbiges gehänge: dann soll auch unter purpurthronen, safran-gehängen prächtig wohnen, dem du ein auge zugewandt. G…

safrangewand

DWB

safran·gewand

safrangewand , n. safrangelbes gewand: sieh, du ( die sonne ) leitest am rosigen gängelbande den jungen freundlichen tag; er hüllt sich in d…

Safranhändler

DRW

safran·händler

Safranhändler, m. Kaufmann, der mit Safran handelt damit die safranhändler ursache haben auf das künftige jahr ... nach gutem und gerechtem …

safranierer

DWB

safranierer , m. einer, der safran herstellt, mit safran färbt oder handelt: und namen war mit was betrug und beschisz diese elementsbetheur…

Safranine

Meyers

safran·ine

Safranine , Teerfarbstoffe mit 4 Stickstoffatomen, entstehen durch Erhitzen von Indaminen mit primären Monaminen, durch gemeinsame Oxydation…

safrânisch

MNWB

safran·isch

safrânisch (safferanisch) , adj. , aus Safran bereitet, s.e lāke Färbemittel.

safran als Zweitglied (8 von 8)

Eisensafran

Adelung

eisen·safran

Der Eisensafran , des -es, plur. inus. ein aus dem Eisen verfertigter Safran, Crocus Martis, der nichts anders als ein Rost oder eine unvoll…

goldsafran

DWB

gold·safran

goldsafran , m. , in älterer fachsprache eine explosive goldverbindung, vgl.: 'goldsaffran crocus auri oder solis, eine materia, welche mit …

herbstsafran

DWB

herbst·safran

herbstsafran , m. crocus autumnalis: der cultivirte safran, welcher auch, weil er im herbst blüht, der herbstsafran genannt wird, ist es ein…

Landsafran

Adelung

land·safran

Der Landsafran , des -es, plur. doch nur von mehrern Quantitäten, die -e, Safran, welcher in dem Lande selbst erbauet worden; zum Unterschie…

Spießglassafran

Adelung

spiessglas·safran

Der Spießglassafran , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eben daselbst, ein safranartiges Product, welches man erhält, wenn …