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safran

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

safran m.

Bd. 14, Sp. 1635
safran, m. crocus. II. Formales. nach älterer orthographie saffran, ahd. nicht vorhanden, dafür chruogo, cruogo, kruago Graff 4, 592, aus lat. crocus, mhd. safrân, saffrân: crocus haiʒt saffrân. Megenberg 392, 10; mit zahlreichen nebenformen: saffran, saffaran, safferan, safferon, safferen, safferung, suffran, suffart, saffrat, schaffner. Diefenbach 159a, nov. gloss. 121a unter crocus; mnd. safferân, saffrân. Lübben mnd. handwb. 313. auch in heutigen mundarten begegnen mannigfache umbildungen: safrich Schmid 445, saffer Schöpf 575, safferet Tobler 375, säfferme Spiesz 201. durch den in folge der kreuzzüge reger gewordenen verkehr mit dem Orient ist das ursprünglich arabische und persische wort in das romanische und germanische sprachgebiet eingedrungen. Diez wb.4 345, franz. safran, ital. zafferano, engl. saffron, holl. safraan, n. safran, safren, schwed. saffran. IIII. Gebrauch. II@11) safran bezeichnet die pflanzenfamilie crocus: saffran heist griechisch κρόκος, lateinisch crocus oder crocum. Tabernaemont. (1664) 1022 G. unterschieden werden crocus sativus, herbstsafran und crocus vernus, frühlingssafran. Nemnich 1, 1282; als hochgelb gekennzeichnet: safran entfaltet gewaltge gluth. Göthe 3, 43. dann wird der name auch auf ähnliche pflanzen übertragen: a) carthamus tinctorius, gewöhnlich saflor genannt. Nemnich 1, 891. b) colchicum autumnale, gewöhnlich herbstzeitlose (wilder safran). das. 1, 1101. c) curcuma longa (indischer, babylonischer safran). das. 1, 1327. d) menecylon capitellum (s.safranbaum). das. 2, 548. e) carlina vulgaris, gewöhnlich die gemeine eberwurz (wilder feldsafran). das. 1, 891. II@22) ein aus den narben des crocus sativus hergestellter gelber faserstoff, der früher ein bedeutender handelsartikel war, jetzt aber fast ganz auszer gebrauch gekommen ist. Hehn culturpflanzen u. hausthiere5 215. man unterschied orientalischen, spanischen, französischen, östreichischen safran: es giebt unterschiedne sorten dieses gewächses, darunter wohl der asiatische oder österreichische der beste ist. weil aber die Türken aus neid gegen die Kristen denselben verfälschen und schwächen sollen, wird in Teutschland gemeiniglich der österreichische saffran beliebet, welcher so gut, ja fast noch besser als der orientalische ist. frauenz.-lex.3 2, 2961. der safran wurde vornehmlich gebraucht: II@2@aa) als färbemittel vom färber, maler oder kuchenbäcker benutzt: er (der rötelbaum) hât ein rôt rinden und ain herteʒ holz, daʒ ist gel sam der saffrân. Megenberg 344, 7; ein sîte rœter danne grân, diu ander gelwer dann safrân. Tristan 15832; färwt ain denn den kittel gelen, si sol wol vier lot davon stelen, das ist och ain hofflicher list: ist denn das da saffran brist und nit genuog gel wil werden, so was kain saffran ietz uff erden, der bœser ze värwen wær also macht si ir ain mær. teufels netz 12016; die (jungfer) sieht als wäre sie mit saffran angestrichen, die kömt auch zum verdrusz mit hönisch angeschlichen. Rachel sat. ged. 115; safran macht den kuchen gêl. kinderreim. im bilde: lüge mit safrân überzogen. Reinmar v. Zweter 169, 3 Roethe. II@2@bb) als gewürz: sein gewechs ist wie ein lustgarte von granatepffeln, mit edlen früchten, cipern mit narden, narden mit saffran. hohelied 4, 14; dieser herr achtete sich gewürtzter speisen wenig, liesz ihm seine essen gemeinlich mit saffran, senf, zwiebel .. und anderen dergleichen einheimischen kräutern zubereiten. Zinkgref apophth. 1, 182; in der küche hat er seinen sonderlichen nutzen gestalt damit der koch vielen speisen einen angenehmen geschmack giebet, musz aber damit masze gehalten werden, sonst schadet der überflüssige gebrauch mehr als dasz er nutzet. frauenz.-lex.3 2, 2961; ich bin ein man der vische erkennen kan ân pfeffer und ân safferân. meisterl. 94, 58. II@2@cc) als heilmittel: der safrân hât die kraft ze kreftigen und ze sterken und darumb ist er guot wider des magen krankhait. Megenberg 392, 12; es wird auch ausz dem saffran ein herrlich extract zubereitet, dessen wenig eingeben, fürderet die geburt, gibt krafft der mutter und der geburt, fürderet auch den weibern ihre blödigkeit. Tabernaem. 1023 B; der safran ist balsamischer natur, trocknet, reinigt, zertheilt, lindert und stärkt das haupt, herz, lunge und mutter. frauenz.-lex.3 2, 2961. II@33) fälschung des safrans: so setzen, statuieren und gebieten wir, dasz hinfürter die handthierende gewerbsleut kein solchen gefälschten saffran in das reich teutscher nation bringen, darinn feyl haben oder verkauffen bei verlierung desselbigen saffrans. reichstagsabschied Augsburg 1551 § 86; es ist weiter an uns viel klagens gelangt, dasz mit dem ingwer, pfeffer, saffran und anderm gewürtz allerley vortheils und betrugs gemeinem nutz zu nachtheil gebraucht: so wollen wir dasz hinfüro kein gefärbter, sondern allein weiszer ungefärbter ingwer im reich feil gehabt und verkaufft, noch auch dem zucker, pfeffer, saffran oder anderen gewürtz oder specereyen andere materien eingemischet werden sollen. polizei-ordnung Frankfurt 1577 xxiv, § 1; im j. 1456 sind Hans Kölbele .. und Lienhart Frey .. wegen fälscherey des safrans .. lebendig verbrannt, und Elsz .. Pfragnerin .., die ihnen dazu geholfen, lebendig vergraben worden. Roth gesch. des Nürnberger handels 4, 221; unter den safran werden gestoszen gelb eierdotter und gedörte mandelkern. Schade sat. u. pasqu. 1, 169, 537; dein saffran hast zu Fenedig gesackt und hast rindfleisch darunter gehackt. fastn. sp. 478, 1. II@44) uneigentlich heiszen saffran gewisse zubereitungen der metalle zur email- und glasmalerei. das zubereitete eisen (crocus Martis) führt am gewöhnlichsten diesen namen. Jacobsson 3, 482a.
5705 Zeichen · 112 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    safranN.

    Köbler An. Wörterbuch

    safran , N. nhd. Safran I.: Lw. mnd. safrān, Lw. afrz. safran, Lw. mlat. safranum, Lw. arab. za’ farān E.: s. mnd. safrā…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SAFRÂNstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SAFRÂN stm. saffran. ital. zafferano . crocus sapherân, saffrân sumerl. 55,42. voc. o. 43,41. Megb. 313,10. 344, 7. diu …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SafranDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Der Safran , — es, Mz . u. 1) Ein Zwiebelgewächs mit rothgelben Blumen, deren drei Narben der Staubwege einen angenehmen…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Safran

    Goethe-Wörterbuch

    Safran auch -ff- 1 für: Krokus (Frühlingssafran) Das Beet schon lockert|Sich's in die Höh,|Da wanken Glöckchen|So weiß w…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Safran

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Safran , bekanntes Gewürz, die trockenen Blütennarben des Crocus sativus , der in der Levante und in Südeuropa wild wäch…

  6. modern
    Dialekt
    Safranm.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Safran m. Safran; der echte Safran, crocus sativus; seine getrockneten. dunkelroten Blütennarben tragen eig. den Namen S…

  7. Sprichwörter
    Safran

    Wander (Sprichwörter)

    Safran 1. Je mehr man den Safran tritt, desto besser wächst er. 2. Mit wenig Safran kann man viel Suppe gelb machen. Hol…

  8. Spezial
    Safran

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sa|fran (Crocus sativus) m. (-s,-e) ‹bot› jafaran m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit safran

78 Bildungen · 70 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von safran 2 Komponenten

saf+ran

safran setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

safran‑ als Erstglied (30 von 70)

safranacker

DWB

safran·acker

safranacker , m. , ebenso safranfeld, safrangarten, safranland, ein stück land, worauf der herbstsafran als handelspflanze gebaut wird. Krün…

safranbauer

DWB

safran·bauer

safranbauer , m. der landwirth, der sich besonders mit diesem zweige des landbaues beschäftigt.

safranbaum

DWB

safran·baum

safranbaum , m. menecylon capitellum, ein baum im Ceylon, dessen blätter, wenn sie abfallen und trocken werden, eine hochgelbe farbe bekomme…

safranblume

DWB

safran·blume

safranblume , f. flos croci: mit safran-blomen und cypressen wird ietzt mein traurigs haupt betäckt. Rompler von Löwenhalt (1647) 67 . saffe…

Safranboli

Meyers

safran·boli

Safranboli ( Safaranbola ), Kaza (2500 qkm, 58,100 Einw.) des Sandschaks Kastamuni im asiatisch-türk. Wilajet Kastamuni, mit dem gleichnamig…

safranfarbe

DWB

safran·farbe

safranfarbe , f. 1) die färbung des safrans und der aus safran bereitete farbstoff. Campe. 2 ) die farbe des metallsafrans: denn man brennet…

safranfarben

DWB

safran·farben

safranfarben , safranfarb , adj. gefärbt wie safran: der beste safft oder gummi ist der, der fast bitter am geschmack ist, anszwendig geel u…

safranfarbig

DWB

safran·farbig

safranfarbig , adj. dasselbe: saffranfärbig Dasyp. ; safranfarbiger schein rändet den horizont und durchglüht das gebüsch, welches den hügel…

safran gäl

ElsWB

safran·gael

safran gäl vom Raum tout jaune de creme’ Martin Parl. N. 310. — Schweiz. 2, 294. ‘

Safrangarten

PfWB

safran·garten

Safran-garten m. : FlN, amtl. Saferangarten [ GH-Rh'zab ], Saffergarten [LA-Insh (Urkataster I S. 1 v. 1839)], a. 1507: Saffrengarten zu Kal…

safrangehänge

DWB

safran·gehaenge

safrangehänge , n. safranfarbiges gehänge: dann soll auch unter purpurthronen, safran-gehängen prächtig wohnen, dem du ein auge zugewandt. G…

safrangewand

DWB

safran·gewand

safrangewand , n. safrangelbes gewand: sieh, du ( die sonne ) leitest am rosigen gängelbande den jungen freundlichen tag; er hüllt sich in d…

Safranhändler

DRW

safran·händler

Safranhändler, m. Kaufmann, der mit Safran handelt damit die safranhändler ursache haben auf das künftige jahr ... nach gutem und gerechtem …

safranierer

DWB

safranierer , m. einer, der safran herstellt, mit safran färbt oder handelt: und namen war mit was betrug und beschisz diese elementsbetheur…

Safranine

Meyers

safran·ine

Safranine , Teerfarbstoffe mit 4 Stickstoffatomen, entstehen durch Erhitzen von Indaminen mit primären Monaminen, durch gemeinsame Oxydation…

safrânisch

MNWB

safran·isch

safrânisch (safferanisch) , adj. , aus Safran bereitet, s.e lāke Färbemittel.

safran als Zweitglied (8 von 8)

Eisensafran

Adelung

eisen·safran

Der Eisensafran , des -es, plur. inus. ein aus dem Eisen verfertigter Safran, Crocus Martis, der nichts anders als ein Rost oder eine unvoll…

goldsafran

DWB

gold·safran

goldsafran , m. , in älterer fachsprache eine explosive goldverbindung, vgl.: 'goldsaffran crocus auri oder solis, eine materia, welche mit …

herbstsafran

DWB

herbst·safran

herbstsafran , m. crocus autumnalis: der cultivirte safran, welcher auch, weil er im herbst blüht, der herbstsafran genannt wird, ist es ein…

Landsafran

Adelung

land·safran

Der Landsafran , des -es, plur. doch nur von mehrern Quantitäten, die -e, Safran, welcher in dem Lande selbst erbauet worden; zum Unterschie…

Spießglassafran

Adelung

spiessglas·safran

Der Spießglassafran , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eben daselbst, ein safranartiges Product, welches man erhält, wenn …