s ,
verschiedentlich in der flexion und zusammensetzung, sowie als abkürzung. 11)
als pluralzeichen ist es ursprünglich mittelniederländisch, und steht hier als nachbildung des französischen plurals, hat also keine beziehung zu dem altsächsischen pluralen s
in dagôs, himilôs,
ags. dagas, heofenas,
dessen wegfall wenigstens für das altsächsische und altniederfränkische im 11.
jahrh. gewisz ist. im mittelniederländischen erscheint s
als pluralzeichen zunächst an den zahlreichen fremdworten der eleganten sprache, geht aber da schon im 13.
jh. vereinzelt auf einheimische wörter über (die dorpers
Reinaert 866; vaders, broeders Franck
mittelniederl. gramm. 132);
die fälle mehren sich in späterer zeit, greifen ins niederdeutsche, und endlich, nach ansprechender vermutung durch vermittelung der landsknechte oberdeutscher herkunft, die in den Niederlanden kriegsdienste gethan hatten, auch ins oberdeutsche über (
vgl. unter kerl
theil 5, 572
fg.).
in der schriftsprache breiten sie sich, nachdem sie schon im 17.
jahrh. um sich gegriffen (hingegen rissen kerles aus.
Simpl. 1, 218; die bettlers.
persian. rosenth. 7, 20)
im 18.
jahrh. auf volksthümlichem grunde, an wörtern aller geschlechter, und der verschiedensten declinationsarten aus: kerls Zachariae
renomm. 5, 241; mädchens
schnupft. 3, 158; gukugs 159; die Türken haben dir alle säbels mit diamanten besetzt. Lessing 1, 524; jungens Klinger
theater 1, 196; zettelchens 289; mädchens 314; fräuleins alle höflichkeit erweist. Göthe 12, 156; Franz tritt die hofnungen der edelsten fräuleins mit füszen. Schiller 2, 111; soff und spiel und mädels die menge. 12, 25 (
Wallenst. lager 6);
selten in edler sprache: wenn unsre fürsten Hermanns sind. Klopstock
oden 1, 186
Muncker - Pawel (
später geändert: Hermanne unsre fürsten sind);
in fremden wörtern: musenalmanachs Thümmel 2, 45; dasz ich den mamsells einen spasz machen wolle. Göthe 25, 354;
häufig in heutiger sprache die beefsteaks, orangutangs, känguruhs, die klubs, meetings
u. a.; endlich in substantivisch gebrauchten wörtern und fügungen, die sonst der regelrechten pluralbildung entbehren: es wurden mehrere hochs ausgebracht; was sollen hier worte? was soll ich die warums dir vortragen? die warums sind so viel lü
gen. Göthe 10, 188; wer gab Homeren ein, den trojanischen krieg und die rückkehr der Griechen besonders zu behandeln? warum theilte er die Ilias, und Odyssee? und mehr solche warums. 33, 16; da kommt einer den fuszpfad am ufer her, da reitet einer seine pferde in die schwemme, da gibts 'guten tags' und 'guten abends' dasz kein ende ist. 11, 95. 22) s
als genitivzeichen, auszer in den gewöhnlichen fällen und wo es adverbialbildend auftritt (
in flugs, stracks, angesichts, bereits, dies-, jen-, allerseits, abends, morgens, nachts,
auch in bestens, ehestens, frühestens, längstens, nächstens, spätestens,
welche man sehe),
in besonderen stellungen. 2@aa)
zu eigennamen tretend, um familie oder haus zu bezeichnen: er wohnt bei Müllers, ich gehe heute zu Lehmanns, er ist zu Meyers eingeladen (
verstanden zu dem hause, der familie Lehmanns
oder Meyers); die beiden Grimms (
brüder der familie Grimm); es konnte mir nichts glücklicher begegnen als dasz Griesbachs ebendaselbst eingemiethet hatten. Göthe 31, 100;
es ist der nachklang eines in älterer sprache weiter greifenden brauches, personennamen in den genitiv zu setzen, wobei filia, uxor, vidua zu ergänzen, beispiele bei J. Grimm
gramm. 3, 340
anm.; schon im gothischen: giþandans þatei du fravaúrhtis mans galaiþ ussaljan.
Luc. 19, 7,
wo die später in den text geratene glosse in gard
die erklärung ausdrücklich angibt. 2@bb)
in versteinerungen, namentlich der gewöhnlichen rede, wie dings (
theil 2, 1176, dingsda 1177), zeugs,
auch der krams, das werks, ein groszes schreibens
u. ähnl.; sie sind aus formeln hervorgegangen, in denen der genitiv berechtigt stand, z. b. begert einer viel dings zu wissen.
weish. Sal. 8, 8; mit erzehlung vielen dinges, das er von mir zu sagen wuste.
Simpl. 1, 284
Kurz; umb eineʒ, daʒ si heiʒent êre, lâʒ ich vil dinges under wegen. Walther 62, 2; ei (denkt er bei sich selbst, kopfschüttelnd) im erwachen noch so viel werks aus einem traum zu machen! Wieland 22, 135 (
Oberon 3, 68);
ebenso noch in heutiger sprache: er kam mit einer masse zeugs; viel wesens wurde gemacht; ein haufen werks lag herum,
u. a., von denen aus das bestimmende wort in seiner genitivform erstarrt ist. 2@cc)
in uneigentlichen zusammensetzungen nicht nur mit dem genitiv sing. des masc. und neutr., sondern auch des femininums, liebesbrief, regierungsrat
u. a., eine grosze reihe von beispielen bringt J. Grimm
gramm. 2, 934
ff. bei. vereinzelte beispiele schon früh, das früheste hier zu gebende aus einer alemannischen quelle wol des 11.
jh.: in deme khunftigen suenestaga. Müllenhoff-Scherer
no. 89, 18;
andere spätere bei Weinhold
alem. gramm. 287 (13.—16.
jahrh.),
bair. gramm. 239 (12. 13.
jh.);
das genitive s
bei solchen femininen zusammensetzungen ist nicht niederdeutsche oder mitteldeutsche eigenthümlichkeit, sondern ebenso gut oberdeutsch, wie dort entstanden; bis ins 16.
jahrh. hinein in spärlicher anwendung, erst seit dem 17.
zu der heutigen ausdehnung ausgebildet. versuche sich dagegen zu wehren und das s
in diesem falle auszurotten (J. Paul
kl. bücherschau 2, 45)
haben nichts geholfen. 33) s
der abkürzung. 3@aa)
bei inclinationen des pronomens an eine vorhergehende präposition, ans, aufs, hinters, ins, ums, vors,
statt an das, auf das
u. s. w., selten bei einem genitiv des,
der von der vorhergehenden präposition nicht abhängt: ins drei teufels namen!
u. ähnl.; beispiele s. unter hinter
theil 4
2, 1487; ins 2137; das
theil 2, 975
fg. 3@bb)
kürzung der pronominalform es
als acc. oder versteinerter genitiv, in der sprache des täglichen lebens: sie thuns nicht; ich habs nicht nöthig; ihr braucht euch nicht zu vertheidigen, aber sie haben's gewalt. Fr. Müller 3, 188;
der nominativform: will dir diese wieder an den kopf werfen, dasz 's puft. Fr. Müller 1, 301; 's war einer, dems zu herzen gieng, dasz ihm der zopf so hinten hieng. Chamisso
ged. (1848) 100,
vgl. dazu theil 3, 1105;
kürzung der pronominalform das,
vergl. theil 2, 975,
gewöhnlich in der sprache des täglichen lebens, bei Klopstock
auch in edler rede, der versform wegen: o so trefft ihr 's aug in den stern. 2, 67; 's kind dem manne. 72; richter schändeten sich, sprachen es los 's ungeheuer. 142. 44) s
in der schreibung für sankt,
als gewöhnliche abkürzung schon von Helber
syllabierbüchl. 35, 15
Roethe erwähnt; wolt reisen gen
s. Jacob. Wickram
rollw. 138, 18
Kurz.