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recke

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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30 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

recke m.

Bd. 14, Sp. 443
recke, m. held, kämpfer, mit dem beisinne des ungeschlachten, riesenhaften. das ahd. reccho, älter wreccho, alts. wrekkeo, ags. wrecca, aus seiner heimat vertriebener held (dat dû noh bi desemo rîche reccheo ni wurti. Hildebrandsl. 48), herumziehender krieger, flüchtling, abenteurer, am nächsten zu goth. vraka διωγμός als bildung der zugehörigkeit oder abhängigkeit stehend, weiter zu goth. vrikan (vergl.rächen sp. 21) gehörend, bleibt im mhd. als recke, namentlich in den gedichten der heldensage, wo es den krieger und in tapferkeit erprobten helden überhaupt bezeichnet, und später, in erinnerung an diese gedichte: frum held und recken, nun ziecht eure scharpfe egken. fastn. sp. 461, 31 (das Neithartspiel); der gegensatz solcher helden aber gegen die der höfischen gedichte läszt den begriff des ungeschlachten und riesenhaften sich bilden, der dann über die mhd. zeit hinaus im worte fortlebt: ein resze adder ein recke, der hatte vyl thusent marg silbers und goldes (Polyphem ist gemeint). altd. blätter 1, 122 (15. jahrh.); gigas reck, recke Dief. 262b; groszmechtige leut, so man risen und recken nent. Aventin. chron. 1, 49, 8; der groszmechtig ris und reck Tuitsch oder Teutsch, im latein und kriechischen Tuiscon genant. 63, 23; es waren in derselbigen zeit wild recken in Hispanien, Kriechen und wälschen landen. 109, 19; diser zeit lebet ain ris und reck, hies Ainher, war ain Schwab, pürtig aus dem Thurgau. 2, 133, 13; in die illa, da dreizehenelenbogige reisende oder reiszende risen, recken, giganten oder wiganten waren. Garg. 40a; gen Leusaw unterm Höperg, da saszen herren und auch twerg, vil nach dapey auf grunen wisen saszen recken und auch risen. ring 47d, 19; stechen mit helbart und spieszen, mit bichsen grausam schieszen, es war da ein wildes klecken, sie stuonden wie die recken. Soltau volksl. 200 (16. jahrh.); und noch im 17. jahrh.: rekke, gigas, riese Schottel 1385. Frisch verzeichnet 1741 ein recke oder ein recken als ein veraltetes wort 2, 98a, ebenso Adelung, doch war es nach einer schriftlichen aufzeichnung im Fuldaischen als schelte: du alter groszer recke! unvergessen, ebenso nach von Pfisters mittheilung in Niederhessen, wo es noch heute dauert, wie auch im Bremischen die landleute einen lang aufgeschossenen menschen enen langen reke nennen, vergl. brem. wb. 3, 473. das wort, das im übrigen den litterarischen kreisen des 18. jahrh. aus dem mhd. durch Bodmers Nibelungen und minnesinger nahe gekommen war, zeigt sich erkennbar für die nhd. schriftsprache zuerst in einem aufsatze Wielands 'über die vorgebliche abnahme des menschlichen geschlechts' vom jahre 1777: dasz aus den wahren, groszen menschen der vorwelt — fabelhafte götter und göttersöhne, riesen und recken, Amadise und Rolande werden. 14, 351; auch nachher sonst bei demselben: von dem neuen journal das in Göttingen ausgebrütet werden und so gewaltige recken als K. L. und H. an der spitze haben soll, hab ich noch nichts vernommen. in Mercks briefs. 1, 159 (vom 1. märz 1779); und (mit erklärung recke, ein veraltetes wort für riese im glossarium) im Oberon: ihm war, zwar etwas spät, zu sinne gestiegen, dasz es ihm nicht allzu rühmlich sei, wenn Hüon seine braut dem recken abgewinne. 3, 47 (werke 22, 123); du hättest mich im schlaf ermorden können, versetzt der reck in immer sanfterm muth. 3, 34 (22, 116, die ausg. vor 1796 ries); seit dieser zeit findet es sich bei seinen nachahmern: der recke brüllt, wie ein ergrimmter stier: was giebt es zwerg? was willst du hier? Alxinger Doolin von Mainz 3, 17; der recke bebt vor wuth, stampft mit dem fusze. 4, 32; und dann bei späteren, wo aber der begriff des riesen zurück- und der mhd. begriff der helden wieder mehr hervortritt: so hört, ihr junge recken, ihr lieben drei wächter mein! Uhland ged. 221; nun ists dem alten recken (graf Eberhard) ein lieber zeitvertreib, zu waschen und zu strecken den narbenvollen leib. 358; hohe, mächtige gestalten, wackre degen, stolze recken und der Asen tiefes walten ziehen durch des skalden lied. Körner werke 2, 240; es sind dieselben recken, die uns jetzt in romanen erschrecken. Rückert 396.
4143 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RECKEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    RECKE swm. ahd. reccheo, reckjo, recko Graff 1,1131. alts. wrekkeo . ausführlich handelte Benecke über dieses, mhd. beso…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    reckeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    recke , N. Vw.: s. rik L.: Lü 294b (recke)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    3. Rêcke

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    3. Der Rêcke , des -n, plur. die -n, oder der Recken, des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Recke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Recke , Elisabeth, bekannter als Elisa von der R., geborne Gräfin von Medem 1754, wurde nach unglücklicher 7 jähriger Eh…

  5. modern
    Dialekt
    Recke

    Rheinisches Wb.

    Recke rękə, Pl. -kə(n) Waldbr-Dattenf Geining f.: Lattenzaun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit recke

113 Bildungen · 54 Erstglied · 55 Zweitglied · 4 Ableitungen

recke‑ als Erstglied (30 von 54)

reckebank

MNWB

recke·bank

reckebank , f. : (Folterinstrument:) Streckbank , „Fidiculæ” (Chytr.), uprichtige menner ... dê hê vōrt wolde hebben in der bȫdelîe up de r.…

reckeisen

DWB

recke·isen

reckeisen , n. krummes eisen am pfluge, mit löchern versehen, mittelst deren durch einstecken eines eisernen pflockes (lünne, lönne th. 6, 1…

reckeledder

KöblerMnd

reckel·edder

reckeledder , F. nhd. Streckleiter Q.: Nic. Gryse Laienbibel 2 L 1r (1604) E.: s. recken (1), ledder (2) L.: MndHwb 2, 2015 (reckeleddere) S…

reckeleddere

MNWB

reckel·eddere

*° reckeleddere , f. ( Dat. Sg. -n) : (Folterinstrument:) Streckleiter, up der recke- und trekledderen (Nic. Gryse Laienbibel 2, L 1 r ).

reckelei

DWB

recke·lei

reckelei , f. rusticitas, rustici mores. Frisch 2, 98 b .

Reckelenz

MeckWB

recke·lenz

Reckelenz m. entstelltes Reverenz: 'Erst kömmt der Reckelentz, hernahst das Cumpelment' (Ro 1729) Nds. 15, 443 b .

reckelhaft

DWB

reckel·haft

reckelhaft , adj. wie räkelhaft sp. 74: dieses recht bäurische und reckelhafte anbringen. ehe eines weibes 119.

reckelig

Lexer

reckelig s. regelinc; , rëcken s. rëchen 1.

reckeln I

RhWB

reckeln I ręgələ Kreuzn-Dhaun , Kobl , Neuw , Altk , Kref-Fischeln , Klev schw.: sich r., sich recken beim Gähnen, aus Faulheit; sich auf ei…

reckeln II

RhWB

reckeln II -e- = stochern s. rickeln.

reckelīk

KöblerMnd

reckelīk , Adj. Vw.: s. rēkelīk L.: Lü 294b (reckelik)

reckelīke

KöblerMnd

reckelīke , Adv. Vw.: s. rēkelīke

reckelīken

KöblerMnd

reckelīken , Adv. Vw.: s. rēkelīken

reckemesset

KöblerMnd

reckemesset , N. nhd. ein Schustermesser E.: s. recken (1)?, messet L.: MndHwb 2, 2015 (reckemest), Lü 294b (reckemest) Son.: örtlich beschr…

reckemest

MNWB

recke·mest

° reckemest , n. : ein Schuhmacherwerkzeug (SL: Wism. Invent.).

recken I

SHW

recken I Band 4, Spalte 1297-1298

recken II

SHW

recken II Band 4, Spalte 1297-1298

recken

FWB

1. ›etw. (meist: ein Körperteil, z. B. die Hände, den Kopf) in eine Richtung, auf jn. / etw. zubewegen, erheben, strecken, halten‹; ütr. auf…

recken¹

EWA

duruhreckenAWB Gl. 4,12,13 (2. Viertel des 9. Jh.s): ‚[eine Sache] durchgehen, erörtern; perstringere‘. – firrecken¹AWB seit dem 10. Jh. in …

reckenāgel

MNWB

recke·nagel

° reckenāgel , subst. ( Pl. -nāgel ) : ein Schusternagel , Zwecke zum Spannen des Leders über der Leiste (Brschw. Beisp. ed. Mack 21).

recken, biten

MNWB

recken·biten

recken, biten vel gnaghen ” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), dû schalt dit blût nicht sûgen disse knāken nicht gnāen di sēnen nicht t. (Heilsegen g…

Reckende

RhWB

reck·ende

Reck-ende rękę·n.t Rheinb-Meckenh , Bo , Sieg-OPleis f.: verächtl. frohe, hagere Frau; e lang (düərn) R.

recke als Zweitglied (30 von 55)

strecke

KöblerMhd

*strecke , st. F. Vw.: s. walt-, zil- Hw.: vgl. mnd. strecke E.: s. strecken L.: Benecke/Müller/Zarncke II/2, 669b (strecke)

Heuschrecke

RDWB1

Heuschrecke f (kein Bezug zu "ужас" и "сено") не имеет отношения к словам "ужас" и "сено" саранча übertr. nurPl. (как) саранча бран. , шакал…

Strecke

RDWB1

Strecke f отрезок eine lange ~ hinter sich haben - пройти значительный отрезок пути j-n zur Strecke bringen idiom. - одолеть кого-л.; погуби…

aftrecke

KöblerMnd

aft·recke

aftrecke , Sb. nhd. Abzug, Abbruch E.: s. af, trecke L.: MndHwb 1, 45 (aftrek)

erschrecke

DWB

ersch·recke

erschrecke , m. stupor. voc. 1482 h 2 a , gebildet wie schrecke und gleich ihm verderbt in schrecken, erschrecken, wodurch es sich mit dem i…

fettgestrecke

DWB

fett·gestrecke

fettgestrecke , n. nennen die goldschläger das schlagen der häute zwischen papier, um das fett zu beseitigen.

feuerecke

DWB

feuer·ecke

feuerecke , f. die stumpfe ecke neuer schneidewerkzeuge, die erst abgeschliffen werden musz.

getrecke

DWB

get·recke

getrecke , n. , verstärkte bildung zu treck, gehört mit diesem und dem verbum trecken dem niederdeutschen sprachgebiet in erster linie an, w…

haberschrëcke

Lexer

haber·schrecke

haber-schrëcke swm. BMZ heuschrecke, locusta Dfg. 235 b . Diem. Mgb. Ot. 675 b . 822 b . 823 ab . Beh. 84,17.

Haferschrêcke

Adelung

hafer·schrecke

Die Haferschrêcke , plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Heuschrecke, weil sie unter andern auch den Hafer beschädiget.

hantstrecke

KöblerMnd

hant·strecke

hantstrecke , F. nhd. Handreichung, Handschlag zur Besiegelung eines Vertrags Hw.: s. hantstrekkinge E.: s. hant (1), strecke L.: MndHwb 1/2…

hauwschrecke

KöblerMnd

hauwschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

hellerecke

KöblerMhd

helle·recke

hellerecke , sw. M. nhd. „Höllenrecke“, Teufel Q.: WvÖst (1314) (FB hellerecke), PrHess E.: s. helle (3), recke W.: nhd. DW- L.: Lexer 85a (…

helle|recke

MWB

helle|recke swM. ‘Teufel’ ich han mich des vil wol besint / daz ir uns wellt erschrecken: / het ir den helle recken / selber zainer stiure […

heuschrecke

DWB

heu·schrecke

heuschrecke , m. f. locusta, heuspringer ( vgl. schrecken ), ahd. hewiskrekko, mhd. houweschrecke, höuschrecke, auch mit einer iterativen we…

hewschrecke

KöblerMnd

hewschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

howschrecke

KöblerMnd

howschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

hæschrecke

KöblerMhd

hæschrecke , sw. M. Vw.: s. höuschrecke

höuschrecke

KöblerMhd

höuschrecke , sw. M. nhd. Heuschrecke ÜG.: lat. locusta PsM, SH, VolucribusL Hw.: s. höuschreckel; vgl. mnl. howschrecke, mnd. höüschrecke Q…

höüschrecke

KöblerMnd

höüschrecke , M. nhd. Heuschrecke Hw.: s. höüsprinke, höüsprengel, höüsprengære; vgl. mhd. höuschrecke, mnl. howschrecke E.: s. höü, schreck…

hērtrecke

KöblerMnd

hēr·trecke

hērtrecke , M. nhd. Heereszug, Heer, ziehendes Heer, Kriegszug, Krieg Hw.: s. hērtoch, hērtreckinge E.: s. hēr (1), trecke L.: MndHwb 2, 297…

kerktrecke

KöblerMnd

kerk·trecke

kerktrecke , M. nhd. Zug zur Kirche, Kirchgang, Kirchgang bei der Hochzeit E.: s. kerke (1), trecke L.: MndHwb 2, 548 (kerkstîch/kerktrok), …

kindertrecke

KöblerMnd

kinder·trecke

kindertrecke , M. nhd. Gratulationsbesuch, Festlichkeit zur Geburt oder Taufe eines Kindes, Zug der Paten und Frauen zur Kindstaufe E.: s. k…

mateschrecke

KöblerMhd

mate·schrecke

mateschrecke , sw. M. nhd. Wiesenhüpfer, Heuschrecke ÜG.: lat. locusta Gl Q.: BdN, Chr, Gl, SchwPr (1275-1300) E.: s. ahd. matoskrek* 2, mat…

Ableitungen von recke (4 von 4)

errecke

BMZ

errecke swv. vgl. Graff 2,376 u. ich recke nr. 4. zähle einzeln auf, erzähle, lege dar. er wolte dâ verdechen daʒ got dannoch verrer wolt er…

gerecke

DWB

gerecke , n. froschleich, s. krötengerecke und gericke .

verrecke

BMZ

verrecke swv. erstreckend ausgehen lassen. alsô sol der mensch sîne girde und sîne verstantnüsse unde sînen muot und alle sîne sinne verreck…

zerrecke

BMZ

zerrecke swv. zerdehne. ich sach im dâ den sînen balc zerrecken Msh. 3,186. a.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „recke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/recke/dwb?formid=R02374
MLA
Cotta, Marcel. „recke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/recke/dwb?formid=R02374. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „recke". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/recke/dwb?formid=R02374.
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