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RECKE

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

BMZ
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30 in 15 Wb.
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Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

RECKE swm.

Bd. 2, Sp. 592b
RECKE swm. ahd. reccheo, reckjo, recko Graff 1,1131. alts. wrekkeo. ausführlich handelte Benecke über dieses, mhd. besonders im kreise der deutschen heldensage sehr gewöhnliche wort, im hannoverschen magazin 1820, 31. stück. doch vgl. schon Gr. 11, 329 note. es hängt höchst wahrscheinlich mit dem stamm goth. vrikan, ahd. rechan, gr. διώκειν, lat. pellere zusammen.
1. der verfolgte verbannte, der der aus seinem vaterlande vertriebene, der gezwungen in der fremde lebende, heimathlos umherirrende. so wird es in ahd. glossen erklärt lat. exul, profugus, extorris, advena. vgl. dô si dara recchen wâren unde si wallôten fone diete ze diete, fone rîche ze rîche Notk. ps. 104, 12. ebenso ist die bedeutung von wrekkeo im Heljand (vgl. das jetzige engl. wretch), u. von reccheo im Hildebrantsliede. so ist noch in der kaiserchr. 136,29 bei Diemer rekke synonym der ellende man (das. 136,15). nicht immer ist zu entscheiden, ob das wort die eigentliche bedeutung noch beibehalten hat oder nur in der späteren allgemeineren gebraucht ist, so wenn Genes. fundgr. 2,73,8 Jakob in Egypten ein êrlîcher recke genannt wird, oder Maria fundgr. 204,15 die heil. drei könige recken ziere heissen, oder wenn Siegfried sich dem riesen. einen recken nennt Nib. Z. 75,21.
2. der ausserhalb seiner heimath (gleichviel ob gezwungen oder ungezwungen) kriegsdienste suchende abenteurer, der als solcher in sold stehende. sicher ist diese bedeutung noch in der redensart in recken wîse varn, als einzelne, herumziehende krieger. wir suln in recken wîse varn zetal den Rîn Nib. Z. 52,71, wenige im gegensatz zur begleitung eines ganzen heeres. di zwêne degene alsô wîs mit in gegen Plûrîs in recken wîse wolten varn, wan si mit sæʒe noch mit scharn dâ niht erwerben kunden Lanz. 6237. ein stattliches auftreten war dabei natürlich nicht ausgeschlossen, wie schon die Nibel. zeigen. er solde in grôʒen êren in recken wîse over mer varen, sô mohter sîn êre aller beʒist bewarn Rother H. 560 (wie im Nib. liede: es war so gefahrloser als mit drohender heeresmacht). der herverte ist ein teil zô vil, unde ob du iʒ tuon wil, so mahtu dich allerbeste bewarn, wiltu in recken wise over mer varen das. 589. ich muoʒ ûʒme lande in eines recken wîse varen, unde wil mich anders namen das. 720. Rother giebt sich dann wirklich für einen geächteten aus, das. 924.vgl. ferner dô si den hort nu hâte, dô brâhtes in daʒ lant vil der vremden recken: jâ gap der frowen hant, daʒ man etc. Nib. Z. 171,41. ir sult den solt den fremden recken geben Alph. 202,4.
3. jeder krieger, doch so dass nicht der stand, sondern die tüchtigkeit, die herzhaftigkeit bezeichnet wird. so werden sowohl die könige wie ihre vasallen wie die hintervasallen dieser recken genannt, also tüchtiger, erprobter krieger. ich bin ouch ein recke und solde krône tragen, sagt Siegfried, Nib. Z. 17,51. Schîonatulander ein kintlîcher recke MS. 2,129. a. beispiele aufzuzählen ist unnöthig. vir fortis übersetzt es bei Jerosch. Pf. 6a. das wort ist recht eigentlich zu hause in den gedichten der deutschen heldensage, selten, ja meist gar nicht in den höfischen aus dem französischen übersetzten gedichten, nur ausnahmsweise von solchen dichtern verwandt, die auch sonst dem volksthümlichen näher stehen. so wird das wort auch wohl später noch ganz besonders von den helden der deutschen sage gebraucht. als man schrîbet von den recken, daʒ si vâhten mit den tieren Teichn. 25. waʒ man ê von recken las, daʒ ist vor im ein goukelmær das. 24. vgl. sturmrecke.spottend wird so der esel genannt, altd wälder 3,191,145. ein esel zuo eim lewen sprach: got grüeʒ dich, bruoder recke Boner. 14,7. 4. übertragen. mich daucht, ich wær der kunst ein reck, ein rechter held in meiner kunst, Suchenw. 43,40.
3756 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RECKEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    RECKE swm. ahd. reccheo, reckjo, recko Graff 1,1131. alts. wrekkeo . ausführlich handelte Benecke über dieses, mhd. beso…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    reckeN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    recke , N. Vw.: s. rik L.: Lü 294b (recke)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    3. Rêcke

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    3. Der Rêcke , des -n, plur. die -n, oder der Recken, des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Recke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Recke , Elisabeth, bekannter als Elisa von der R., geborne Gräfin von Medem 1754, wurde nach unglücklicher 7 jähriger Eh…

  5. modern
    Dialekt
    Recke

    Rheinisches Wb.

    Recke rękə, Pl. -kə(n) Waldbr-Dattenf Geining f.: Lattenzaun.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit recke

113 Bildungen · 54 Erstglied · 55 Zweitglied · 4 Ableitungen

recke‑ als Erstglied (30 von 54)

reckebank

MNWB

recke·bank

reckebank , f. : (Folterinstrument:) Streckbank , „Fidiculæ” (Chytr.), uprichtige menner ... dê hê vōrt wolde hebben in der bȫdelîe up de r.…

reckeisen

DWB

recke·isen

reckeisen , n. krummes eisen am pfluge, mit löchern versehen, mittelst deren durch einstecken eines eisernen pflockes (lünne, lönne th. 6, 1…

reckeledder

KöblerMnd

reckel·edder

reckeledder , F. nhd. Streckleiter Q.: Nic. Gryse Laienbibel 2 L 1r (1604) E.: s. recken (1), ledder (2) L.: MndHwb 2, 2015 (reckeleddere) S…

reckeleddere

MNWB

reckel·eddere

*° reckeleddere , f. ( Dat. Sg. -n) : (Folterinstrument:) Streckleiter, up der recke- und trekledderen (Nic. Gryse Laienbibel 2, L 1 r ).

reckelei

DWB

recke·lei

reckelei , f. rusticitas, rustici mores. Frisch 2, 98 b .

Reckelenz

MeckWB

recke·lenz

Reckelenz m. entstelltes Reverenz: 'Erst kömmt der Reckelentz, hernahst das Cumpelment' (Ro 1729) Nds. 15, 443 b .

reckelhaft

DWB

reckel·haft

reckelhaft , adj. wie räkelhaft sp. 74: dieses recht bäurische und reckelhafte anbringen. ehe eines weibes 119.

reckelig

Lexer

reckelig s. regelinc; , rëcken s. rëchen 1.

reckeln I

RhWB

reckeln I ręgələ Kreuzn-Dhaun , Kobl , Neuw , Altk , Kref-Fischeln , Klev schw.: sich r., sich recken beim Gähnen, aus Faulheit; sich auf ei…

reckeln II

RhWB

reckeln II -e- = stochern s. rickeln.

reckelīk

KöblerMnd

reckelīk , Adj. Vw.: s. rēkelīk L.: Lü 294b (reckelik)

reckelīke

KöblerMnd

reckelīke , Adv. Vw.: s. rēkelīke

reckelīken

KöblerMnd

reckelīken , Adv. Vw.: s. rēkelīken

reckemesset

KöblerMnd

reckemesset , N. nhd. ein Schustermesser E.: s. recken (1)?, messet L.: MndHwb 2, 2015 (reckemest), Lü 294b (reckemest) Son.: örtlich beschr…

reckemest

MNWB

recke·mest

° reckemest , n. : ein Schuhmacherwerkzeug (SL: Wism. Invent.).

recken I

SHW

recken I Band 4, Spalte 1297-1298

recken II

SHW

recken II Band 4, Spalte 1297-1298

recken

FWB

1. ›etw. (meist: ein Körperteil, z. B. die Hände, den Kopf) in eine Richtung, auf jn. / etw. zubewegen, erheben, strecken, halten‹; ütr. auf…

recken¹

EWA

duruhreckenAWB Gl. 4,12,13 (2. Viertel des 9. Jh.s): ‚[eine Sache] durchgehen, erörtern; perstringere‘. – firrecken¹AWB seit dem 10. Jh. in …

reckenāgel

MNWB

recke·nagel

° reckenāgel , subst. ( Pl. -nāgel ) : ein Schusternagel , Zwecke zum Spannen des Leders über der Leiste (Brschw. Beisp. ed. Mack 21).

recken, biten

MNWB

recken·biten

recken, biten vel gnaghen ” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), dû schalt dit blût nicht sûgen disse knāken nicht gnāen di sēnen nicht t. (Heilsegen g…

Reckende

RhWB

reck·ende

Reck-ende rękę·n.t Rheinb-Meckenh , Bo , Sieg-OPleis f.: verächtl. frohe, hagere Frau; e lang (düərn) R.

recke als Zweitglied (30 von 55)

strecke

KöblerMhd

*strecke , st. F. Vw.: s. walt-, zil- Hw.: vgl. mnd. strecke E.: s. strecken L.: Benecke/Müller/Zarncke II/2, 669b (strecke)

Heuschrecke

RDWB1

Heuschrecke f (kein Bezug zu "ужас" и "сено") не имеет отношения к словам "ужас" и "сено" саранча übertr. nurPl. (как) саранча бран. , шакал…

Strecke

RDWB1

Strecke f отрезок eine lange ~ hinter sich haben - пройти значительный отрезок пути j-n zur Strecke bringen idiom. - одолеть кого-л.; погуби…

aftrecke

KöblerMnd

aft·recke

aftrecke , Sb. nhd. Abzug, Abbruch E.: s. af, trecke L.: MndHwb 1, 45 (aftrek)

erschrecke

DWB

ersch·recke

erschrecke , m. stupor. voc. 1482 h 2 a , gebildet wie schrecke und gleich ihm verderbt in schrecken, erschrecken, wodurch es sich mit dem i…

fettgestrecke

DWB

fett·gestrecke

fettgestrecke , n. nennen die goldschläger das schlagen der häute zwischen papier, um das fett zu beseitigen.

feuerecke

DWB

feuer·ecke

feuerecke , f. die stumpfe ecke neuer schneidewerkzeuge, die erst abgeschliffen werden musz.

getrecke

DWB

get·recke

getrecke , n. , verstärkte bildung zu treck, gehört mit diesem und dem verbum trecken dem niederdeutschen sprachgebiet in erster linie an, w…

haberschrëcke

Lexer

haber·schrecke

haber-schrëcke swm. BMZ heuschrecke, locusta Dfg. 235 b . Diem. Mgb. Ot. 675 b . 822 b . 823 ab . Beh. 84,17.

Haferschrêcke

Adelung

hafer·schrecke

Die Haferschrêcke , plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme der Heuschrecke, weil sie unter andern auch den Hafer beschädiget.

hantstrecke

KöblerMnd

hant·strecke

hantstrecke , F. nhd. Handreichung, Handschlag zur Besiegelung eines Vertrags Hw.: s. hantstrekkinge E.: s. hant (1), strecke L.: MndHwb 1/2…

hauwschrecke

KöblerMnd

hauwschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

hellerecke

KöblerMhd

helle·recke

hellerecke , sw. M. nhd. „Höllenrecke“, Teufel Q.: WvÖst (1314) (FB hellerecke), PrHess E.: s. helle (3), recke W.: nhd. DW- L.: Lexer 85a (…

helle|recke

MWB

helle|recke swM. ‘Teufel’ ich han mich des vil wol besint / daz ir uns wellt erschrecken: / het ir den helle recken / selber zainer stiure […

heuschrecke

DWB

heu·schrecke

heuschrecke , m. f. locusta, heuspringer ( vgl. schrecken ), ahd. hewiskrekko, mhd. houweschrecke, höuschrecke, auch mit einer iterativen we…

hewschrecke

KöblerMnd

hewschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

howschrecke

KöblerMnd

howschrecke , M. Vw.: s. höüschrecke

hæschrecke

KöblerMhd

hæschrecke , sw. M. Vw.: s. höuschrecke

höuschrecke

KöblerMhd

höuschrecke , sw. M. nhd. Heuschrecke ÜG.: lat. locusta PsM, SH, VolucribusL Hw.: s. höuschreckel; vgl. mnl. howschrecke, mnd. höüschrecke Q…

höüschrecke

KöblerMnd

höüschrecke , M. nhd. Heuschrecke Hw.: s. höüsprinke, höüsprengel, höüsprengære; vgl. mhd. höuschrecke, mnl. howschrecke E.: s. höü, schreck…

hērtrecke

KöblerMnd

hēr·trecke

hērtrecke , M. nhd. Heereszug, Heer, ziehendes Heer, Kriegszug, Krieg Hw.: s. hērtoch, hērtreckinge E.: s. hēr (1), trecke L.: MndHwb 2, 297…

kerktrecke

KöblerMnd

kerk·trecke

kerktrecke , M. nhd. Zug zur Kirche, Kirchgang, Kirchgang bei der Hochzeit E.: s. kerke (1), trecke L.: MndHwb 2, 548 (kerkstîch/kerktrok), …

kindertrecke

KöblerMnd

kinder·trecke

kindertrecke , M. nhd. Gratulationsbesuch, Festlichkeit zur Geburt oder Taufe eines Kindes, Zug der Paten und Frauen zur Kindstaufe E.: s. k…

mateschrecke

KöblerMhd

mate·schrecke

mateschrecke , sw. M. nhd. Wiesenhüpfer, Heuschrecke ÜG.: lat. locusta Gl Q.: BdN, Chr, Gl, SchwPr (1275-1300) E.: s. ahd. matoskrek* 2, mat…

Ableitungen von recke (4 von 4)

errecke

BMZ

errecke swv. vgl. Graff 2,376 u. ich recke nr. 4. zähle einzeln auf, erzähle, lege dar. er wolte dâ verdechen daʒ got dannoch verrer wolt er…

gerecke

DWB

gerecke , n. froschleich, s. krötengerecke und gericke .

verrecke

BMZ

verrecke swv. erstreckend ausgehen lassen. alsô sol der mensch sîne girde und sîne verstantnüsse unde sînen muot und alle sîne sinne verreck…

zerrecke

BMZ

zerrecke swv. zerdehne. ich sach im dâ den sînen balc zerrecken Msh. 3,186. a.

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APA
Cotta, M. (2026). „recke". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/recke/bmz?formid=R00334
MLA
Cotta, Marcel. „recke". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/recke/bmz?formid=R00334. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „recke". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/recke/bmz?formid=R00334.
BibTeX
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